Landfotografie


Ein Blog ueber die Weinbereitung.


(Revidiert am 17. Februar 2016)

Vorwort:
Geneigter Leser!
Wirf am besten alles ueber Bord, was bislang in Groups und Foren, in Weinbuechern und Tavernen erzaehlt und geschrieben worden ist:
Weinbereitung ist NICHT schwierig und auch KEIN Buch mit sieben Siegeln,
kein grosses Geheimnis und schon gar kein Spektakel fuer hochpreisige Werbetrommler.
Verdummbeutelungen von "Fachleuten" war ich ueber, zumal deren Resultate im Laufe der Jahre immer duerftiger geworden sind-
die Preise jedoch staendig weiter kletterten..
Deshalb war die Zeit, die ich im Ruhestand habe, reif,
um ganz detailliert meine Erfahrungen in diesen Dingen aufzuschreiben-
und das so, dass die Herstellung jeder verstehen
und vor allen Dingen leicht selber Wein machen kann.
Die in der EU erlaubten Zusatzstoffe fuer Wein lassen den Verdacht aufkommen,
dass hier besonders fleissige Chemielaboranten ihr Schaerflein beitrugen-
exakt das moechte ich nicht im meinem Glase haben.
Bemuehe mal die Suchmaschine in dieser Frage: " wiki erlaubte zusatzstoffe wein " Das Resultat wird umhauen !
Im swr gab es am 27.9.2007 eine Sendung zu diesem Thema:
"Vom Natur- zum Industrieprodukt"
Mich stoerte nicht nur die Bezeichnung "Barrique-Fass", was in der Uebersetzung "Fass-Fass" heissen muss.
Anzumerken ist, dass "Ruebenzucker" oder Kristallzucker ein Naturprodukt ist und keine Chemie;
Die Rueben wachsen bei uns auf dem Feld und muessen nicht von irgendwoher eingeflogen werden.
Vermutlich gibt es kein Produkt (Wein ist angeblich kein Lebensmittel),
das derart manipuliert und entstellt wird.
Winzer, mit denen ich ins Gespraech kam, waren ganz still zu obigen Themen
und zu den Mischungen - heute sind die privaten kleinen Weinbauern wohl schon zu selten geworden,
als dass man einen davon zu Gesicht, bekaeme, geschweige denn etwas fragen koennte..
Noch ein marketingtechnischer Trick sind die Lagen- und Sorten und inzwischen auch die Qualitaetsbezeichnungen,
die ehedem eindeutiger waren.
Trauben sind auch Obst- dh. die abschaetzigen Bemerkungen der "Fachleute" gegen einen Obstwein
aus anderen Fruechten als aus Weintrauben entbehren jeder botanischen Grundlage !
Der "Koenig Kunde" wurde erst zum "Konsument", dann zum "Verbraucher" und fuehlt sich zunehmend getaeuscht,
- mit sonderbar blau gefaerbter Zunge nach nur einem Glas "Wein", welcher teuer eingekauft wurde -
so liegt wohl im Wein die gleiche Wahrheit wie in der Wurst, wo Wasser "schnittfest" gemacht werden darf..
Wenn erst einmal die "AGBs" angenommen oder "akzeptiert" wurden, gibts kein zurueck - die Ploerre ist gekauft..
.. deshalb machen wir den Wein doch ganz einfach selbst und haben Spass dabei,
eine ganz alte Selbstverstaendlichkeit,
die in vielen vielen Haeusern betrieben wurde,
neu aufzulegen:

Grundsaetzlich kann man den Wein leichter oder schwerer machen, mit mehr oder weniger Fruchtgeschmack, mit einer gemeinhin definierten Menge Alkohol.

Die sogenannten "Kirchenfenster" laufen im Glas immer- zumindest bei meinen Weinen !

Jetzt aber zu meinen Hausweinrezept:

Wein kann wirklich jeder - ueberall - leicht selber machen und wenn man sich strikt an die Anleitung haelt, kann auch nichts schief gehen...
... einen "dicken Kopf" bekommt man nur vom gekauften Wein!

Die Zutaten sind so minimal wie denkbar!
Saft, Zucker, Wasser und etwas Backhefe. (ein bohnengrosses Stueckchen, mehr nicht)

Das Starterkit:

Zwei 5 Ltr Flaschen aus Glas.
Auf diese passt ein 4,5cm (Aussendurchmesser) Gummistopfen mit Loch,
sowie ein Gaerrohr aus Kunststoff ( Alte Form, Viole ) aus der Drogerie oder .. A mazon..

Hier habe ich eine Bilderreihe, die das Ganze ein wenig mehr verdeutlichen kann:
Hobbywinzer's Anfang

Vorgehensweise:
In die 5 Ltr Flasche
1 kg einfachen Kristallzucker,
(Fuer den leichten Sommerwein nur 500gr Zucker nehmen)
(erst etwas Saft in den Trichter,
dann den Zucker mit Saft gleichzeitig einfuellen, dann klumpt nichts.
Zucker NIEMALS nachtraeglich zutun, sonst schaeumt alles unaufhoerlich ueber!)
3 Liter (100%igen) Saft
und ca ein bohnengrosses Stueckchen frische Backhefe.
Nun kommt der Stopfen drauf, das Gaerrohr einstecken, das Gaerrohr mit Wasser fuellen,
um das Eindringen von Essigbakterien zu vermeiden.
-bitte immer wieder gut verschliessen!

Nach ca 1 bis 2 Woche(n) ist die Spontangaerung vorbei;
warmes Wasser nachfuellen -bis ca 4cm vor dem Ueberlaufen.

Empfohlene -stets klare nehmen- Saefte:
Sauerkirsch, Schwarze Johannisbeere, rote Trauben, weisse Trauben,
Apfelsaft klar (100%)
(! Pflaumensaft und fleischige Nektare sind nicht geeignet !

Grundsaetzlich kann man Obstweine aus weissen und rotem Traubensaft, aus Sauerkirschsaft, Schwarzer Johannisbeersaft, Apfelsaft (klar), Fliederbeersaft oder Cranberrysaft machen, aber auch aus 7 Beerensaft - der Phantasie sind wenig Grenzen gesetzt.

Der Alkoholgehalt ist abhaengig vom Ausgaerungsgrad- je laenger der Wein steht,
um so staerker wird er, weil keine Gaerverhinderer verbaut werden)
Wenn sich der Trub als Sedimentschicht sichtbar am Flaschenboden abgesetzt hat,
dh. der Wein darueber schon klar ist - wird abgezogen:
Vorsichtiges Umschuetten in ein 2. Gefaess, aber ohne den Bodensatz.

Nachklaerung erfolgt NICHT durch irgendwelche Chemie,
sondern NUR durch dichtes Verschliessen der Flasche(n)
und ein paar Tage kuehl ruhen lassen!
An einem nicht so warmen Ort aufgestellt dauert der Gaerprozess gut 1 Monat
und ist an der sich klar zeichnenden Sedimentschicht als "klar" erkennbar.
Nach dem Umfuellen oder Abziehen in eine 2. Flasche:
Nach weiteren 7 Tagen setzt sich noch einmal ein feines Sediment ab -
der Wein hat sich selbst "geschoent"
und ist kristallklar und bereit zum "dekantieren"
in eine Karaffe, die Portionsmenge fuer den Tisch.

Diese Zeit - Angaben sind nur ungefaehr, weil die Temperatur starken Einfluss
auf die Gaerzeit nimmt - zu schnell ist nicht gut...
ideal sind 10-20 Grad Celsius.
Qualitaets - Unterschiede zwischen den Marken konnte ich NICHT feststellen.
(Blindverkostung durch mehrere Personen)

Denk mal:
Waeren die Saefte vom Diskounter schlechter oder gar bedenklich
oder mit unerlaubten Stoffen versetzt, haetten die Keltereien
laengst dem Treiben ein Ende gemacht und den Verbraucherschutz informiert-
hier geht es ums Geschaeft.

Das Saeureverhaeltnis des zur Weinbereitung genommenen Saftes sollte nahe an einem mittelsaueren Apfel liegen,
zu suesse Saefte ohne entsprechende Saeure "kippen" leicht um
und sind dann nicht mehr geniesbar oder es muesste mit chemischen Tricks nachgeholfen
werden- was bei meinen Rezepten jedoch nicht erwuenscht ist.
Ausnahmen der 100% Fruchtsaft - Regel:
Bei Sauerkirsch und Schwarzen Johannisbeeren liegt der reale Fruchtgehalt bei 50 bzw bei 25%,
weil dieser Saft sonst viel zu intensiv waere!

***Die 5Ltr Flaschen nach Gebrauch gleich gruendlich mit heissem Wasser ausspuelen,
damit sich kein Schimmel oder Essigbakterien bilden koennen.
Groessere Flaschenbuersten kann man gut gebrauchen.
Wichtigstes Prinzip ist das besonders sorgfaeltige Zudrehen der Flaschen,
weil das im Wein durch den Gaerprozess entstandene CO2
fuer die Haltbarkeit verantwortlich ist.

In Wasser- oder Limonadenflaschen aus den Brunnenbetrieben (3/4Ltr Glas)
laesst sich der selbstgemachte Wein sehr schoen lagern:

Am besten kuehl oder im Kuehlschrank lagern - Weine sind zum Trinken, nicht zum Lagern gedacht!

***

An dieser Stelle nochmal mein Tipp aus den eigenen Weinen Gluehwein zu machen,
den man NICHT wuerzen und NICHT zuckert:
2 Tassen bei 700Watt 2,2 Min einschalten.
Heisser als 60/65 Grad soll der Wein nicht werden, sonst ist der Alkohol weg-
als lieber noch ein wenig Zeit nachgeben!
Dieser Gluehwein kann nur aus dem 1kg Zucker - Rezept gemacht werden.
Achtung! Keinen Zucker nach dem Erhitzen nachgeben,
sonst schaeumt der Wein sofort ueber..

5Ltr Flaschen sind besser als groessere, weil man diese leichter handhaben kann-
wie schnell rutscht eine grosse Flasche aus der Hand !

Manche Saefte harmonieren nicht zusammen:
Apfel und Schwarze Johannisbeere z.B. und Sauerkirsch und Schwarze Johannisbeere-
desgleichen Fliederbeere und Apfel.

Aus Pflaumen und Zitrusfruechten kann man keinen harmonischen Wein machen.

Der fertige Wein bezieht seine Stabilitaet aus dem Verhaeltnis Zucker zur Saeure,
dh. die obigen Rezepte mit 0,5kg Zucker sind nicht so lange lagerfaehig
und nicht so stark, wie die mit 1kg Zucker !
(Die Rest-Suesse nimmt mit der Zeit ab, weil sich Zucker in Alkohol umwandelt,
was freilich hauptsaechlich vor dem Abziehen des Weins passieren wird,
weil dann die Hefe noch voll aktiv ist.)

Der selbstgemachte Wein ist sehr preiswert:
Fuer eine 0,7 Liter Flasche waeren gerade mal 60 Cents faellig.. (September 2014)!
(Fuer einen sauberen Wein, von dem man KEINEN "dicken Kopf" oder brennenden Sod bekommt,
weil KEINE CHEMIE darin verbaut wurde)

Die Stabilitaet der Weine nach dem Vollrezept (1kg Zucker) ist sehr gut und beeindruckt immer wieder!
Viel kann man davon nicht trinken- weil der Geschmack und die Kraft doch recht spuerbar ist:
Wir trinken am liebsten aus dem kleinen Bembel aus Westerwaelder - Ton,
schoen hessisch-blau, wie sich das gehoert.
Dann wird in kleine Winzer-Probierglaeschen (ja- echtes Glas) ausgeschenkt,
die auch nur zum Teil gefuellt werden.
Man soll sich am Wein nicht betrinken, sondern nur abendlichen Genuss ohne Reue haben !
Meistens bleibt noch etwas im Bembel- einfach einen Bierdeckel darauf legen,
dann bleiben die Weinmuecken aussen vor ;)
Das Lied Summerwine trifft hier sehr gut.

***

Der original hessische Aeppelwoi (aus purem Saft gemacht,
ohne Wasser, ohne Zucker, mit einem winzigen Stueck Hefe) wird aus den gerippten Glaesern,
gut gekuehlt getrunken.

***

Wichtig:
Diese Weine hoeren nie auf zu arbeiten- dh. auch wenn sie blank abgezogen wurden,
werden sie immer aktiv bleiben:
Ich toete den Wein nicht mit chemischen Mitteln ab,
sondern lasse die Natur walten- so wird er immer kraeftiger,
weil weiter Restzuckergehalte in Alkohol umgewandelt werden.
Das geht bis zur herben oder "trockenen" Auspraegung.
So alt wird der Wein bei uns nicht und wenn, sollte man weniger davon trinken,
weil er sehr stark werden kann.

***

Der Wein ist Goldes Wert,
er lindert manche Schmerzen,
er macht die Dummen oft gelehrt,
und bessert boese Herzen!

***

Goethe - wer sonst?

***

(Das Urrezept des Bekannten mit der Lohnkelterei arbeitet nach dem Drittel-Prinzip,
dh. ein Drittel Zucker, ein Drittel Wasser, ein Drittel Saft-
gemeint waren dabei schiere Obstsaefte, frisch gepresst.
Apfelwein machte eine Ausnahme, dafuer wurde der Saft pur
- ohne Wasser und ohne Zucker - genommen.)
Da heute kaum noch jemand Streuobstwiesen oder einen Obstgarten hat,
sind meine Rezepte mit fertigem Saft gemacht -
so kann jeder und ueberall Wein machen.
Zudem sind die Aufwendungen fuer ein Obstgrundstueck nicht gerade gering,
es muss beschnitten, gespritzt
(ohne geht mal gar nichts, wie die Praxis zeigt!)
und geduengt werden, Unkraut gejaetet,
geentet und gepresst (Equipment!) - dann sofort verarbeitet,
weil Obst recht schnell verdirbt.
Es fallen somit grosse Mengen an, die logistisch behandelt werden muessen
und auch die spaeteren Weine zur gleichen Zeit reif werden lassen,-
was wiederum Haltbarkeitsstoff-Zugaben braucht und Flaschenabfuellungen.
(Equipment!)
Nach meiner Methode kann man die Weine immer schoen nacheinander machen, so wie sie gebraucht werden:
Ganzjaehrig !

Meine ersten Erinnerungen waren in jenem Hof , der mit altem Basaltsteinpflaster war,
mit richtigem Misthaufen, Huehnern und ...
jener kleinen Apfelwein-Kelterei mit ihren faszinierenden Transmissions-Riemen
und dem alten grossen Elektromotor, von dem man mich kaum weg bekam.
Der Druck der Kelterschraube lies goldgelben,
leicht perligen Apfelsaft ausfliessen, der sich unten um den hoelzernen Kelterkorb
in einer gemauerten Mulde sammelte um in einem Rohr
mit Schlauch in Korbflaschen abgefuellt zu werden.
(Obergaerige Methode,
dh. die Flasche war bis zum Rand voll und blubberte
nun auf einem Stuhl neben dem alten holzgefeuerten Kuechenherd ueber,
mit den typischen "Weinmuecken" - weshalb ich die untergaerige Art bevorzuge...
Apfelwein war immer pur, kein Zucker, kein Wasser, keine Hefe etc.
Im Gegensatz zu anderen Obstweinen,
bei denen der Saft zu sauer oder zu dick war um zu gaeren)
Wie ueberall - auch heute noch - im Land, war die Apfelernte
nicht weniger bekannt als die Weinlese,
aber bei weitem nicht so spektakulaer und lukrativ.
Meine Familie vaeterlicherseits stammt aus Frankfurt am Main,
der Apfelweinhochburg- meine Mutter aus dem Ort der Erzaehlung,
wo wir heute noch wohnen-
so war ich doppelt vorbelastet..
Bald 50 Jahre ist das wohl schon her,
vergessen habe ich die Erlebnisse nicht und nach vielen Jahren der Versuche,
die oft fehlschlugen, war mir die Veroeffentlichung der Erfolge auf diesem Weg ein echtes Ansinnen:
Obstweine zu machen ist nicht schwer, richtige Obstweine zu kaufen jedoch sehr...
(Wein aus Trauben ist dagegen ueberall und in jeder Qualitaet zu haben)
Lohnkelterei:
Die Leute kamen mit Leiterwagen, die mit Jute-Saecke
oder Koerbe voller Aepfel -verschiedenster Sorten-,
die unter den Baeumen aufgesammelt worden waren,
um als Gegenwert Apfelsaft mit nach Hause zu nehmen.
Dieser wurde anschliessend als Apfelsaft in Flaschen eingekocht
oder man hat Apfelgelee
oder Apfelwein davon gemacht.
Heute gibt es diese kleinen Lohnkeltereien nicht mehr,
statt dessen eine bekannte Kelterei in Laubuseschbach, die aehnlich arbeitet.
Es gibt entweder Saft oder Geld fuer sackweise eingesammelte Aepfel,
die dort abgeliefert werden.
Davon wird heute wieder rege Gebrauch gemacht- auch von Leuten,
die nur ein paar Baeumchen im Garten haben.
Apfelwein oder richtiger "Aeppelwoi"
(Mundart ist viel aelter als Hochdeutsch)
wird aus dem "Gerippten" (Pressglas mit Rautenrippung)
gekuehlt getrunken und immer mindestens bis zum Eichstrich gefuellt.
Ein sehr gesundes und erfrischendes Getraenk,
das im Sommer gerne als Schorle -suess (mit Limonade)
oder sauer (mit Selters, welches seinen Ursprung ein paar Orte entfernt hat)
getrunken wird.
Apfelwein hat eine leicht abfuehrende und entschlackende Wirkung. (Genau wie Fliederbeere oder Holunderbeere)

Das Spalierobst an dem Jahrhunderte alten Kleinbauernhaus war wirklich eine interessante Loesung..
Wenn ich meine Erlebnisse bei Apfelweinbereitern mal zusammenfassen darf,
wird klar, dass keinerlei chemische Stoffe- wie z.B. Milchsaeure oder Reinzuchthefen
oder Naehrstofftabletten etc. benutzt worden sind:
Die Aepfel waren wild in den Sorten durcheinander gemixt,
wie eben gerade die Anlieferung kam- geschnitten, gepresst und versaftet worden.
Der reine Saft kam in das Gaergefaess, das ueberrandvoll gemacht wurde-
evtl. ein klein wenig Zucker dazu,- je nachdem wie das Saeureverhaeltnis ausfiel.
(Ideal ist - bei jedem Wein - eine gewisse Ausgewogenheit zwischen Suesse und Saeure-
in etwa Jona-Gold oder Cox Orange, Golden-Delicius etc.
Boskoop alleine koennte schon zu sauer sein und zu wenig Eigenzucker haben,
ueberhaupt sind sortenreine Apfelweine schwierig zu machen, weil das Saeureverhaeltnis
meistens nicht stimmt und so mit Regulatoren gearbeitet werden muesste..)
Die Mischung der Apfelsorten macht den Reiz und gibt die Sicherheit,
ein gutes Produkt an Wein zu erzielen.
(Bei gekauften Apfelsaeften handelt es sich immer um einen Mix aus zig Apfelsorten)
Diese Gaerballons (randvoll reinem Apfel-Direktsaft)
kamen alleine zum Gaeren, wenn sie warm genug aufgestellt wurden.
(Wildhefen in der Luft)
Die Ausgaerung zeigte sich am klaren Absetzen des Sediment-Trubes
am Flaschenboden- so konnte abgezogen werden.
(Mit dem Schlauch angesaugen, nicht zu tief halten und lieber nochmal nachfuehren,
damit nichts vom Trub in die 2. Flasche kommt)
Diese 2. Flasche also, in die der geklaerte Apfelwein kommt,
sollte fast randvoll gefuellt sein und luftdicht verschlossen werden,
weil sonst schnell Essigbakterien hinzu kommen, die den Wein umkippen lassen
oder zu "Boecksle"-Geschmack fuehren (Schimmelartig, der Grundstock der Essigbereitung).
Es wurden keine Haltbarkeitsstoffe benutzt !
Der Wein perlt bis zum letzten Tropfen - lange hat man sich dran gehalten
und fix getrunken, eh' er schlecht wurde...
Heutige Apfelweine, die sich ausserhalb der Massenproduktion bewegen,
sind eher sortenrein und brauchen viel Pflege und kuenstliche Hilfen,-
die Chance auf ein besonderes Geschmackserlebnis ist aber allemal vorhanden,
wie ich in meinen eigenen Versuchsreihen immer wieder erlebe:
Ein guter Apfelwein ist etwas ganz besonderes und kann von trocken-perlig
bis vollmundig-spritzig alles werden, wenn man nur will.

Umrechnung fuer US - Mengen und Gewichte:
"Ltr" = 1 Liter = 1000 ml - 3/4 Ltr = 750 ml
1/2 Ltr = 500 ml
Kg = 1 Kilo = 1000 gr
1/2 kg = 500 gr
1/3 kg = 333 gr
1oz = 28,375 gr
333gr = 11,73 oz
500gr = 17,62 oz
0,75ltr or 750ml = 25,36 fluid once
1,5ltr or 1500ml= 50,72 fluid once
1ltr or 1000ml = 38,04 fluid once
One Block ( baker`s yeast ) Hefe 42gr = 1 , 481 oz
half Block (half oz) baker's yeast of the 5Ltr or:
one and a half Gallons - Bottle.

In den Wein- und Hobbybuechern ist immer von "Reinzuchthefen" und "Milchsaeure",
"Naehrsalztabletten" die Rede, ohne die das Getraenk nicht werden wuerde-
so ein Schmarn!
Bei diesem Thema darf ich sehr darum bitten,
sich nicht verrueckt machen zu lassen
und ganz einfach mal den ganz einfachen Weg einzuschreiten,
der obig bestens beschrieben worden ist und der schon Jahrtausende alt ist.
(Als Fass- oder Maischegaerung, die fuer mich frueher auch kein Problem waren-
die Kelter wurde irgendwann abgaengig und steht nun zur Zierde herum.
Die fertigen Saefte sind zudem besser -
warum also nicht den einfachen Weg gehen?)
+++ Das sehe ich als meine kleine "Mission" hier im Web.

Die wichtigste Grundregel ist:
Gaerende Weine nur mit Gaerstopfen luftdicht abschliessen,
damit sich ein CO2 Polster bilden kann,
das Bakterien und Fremdhefen keinen Platz laesst.

Im Fernsehen kam eine Reportage ueber ein Schloss im Rheingau, das "edelste Weine" vermarktet.
Gezeigt wurden Blechtanks im Keller, wo "die Weine gemischt werden,
um den haustypischen Touch zu bekommen" -
Wie? Gemischt?
Wo ist die Zeit geblieben, wo man zwischen Winzerschoppen, (spaeter auch "Qualtitaetswein" genannt)
der nachgezuckert werden durfte -
dann Kabinett, Spaetlese, Auslese und Eiswein unterschieden worden ist?
Zudem nach Lage und Sorte, die beim Winzerschoppen nicht wichtig waren.

***

Die Saefte aus den recycelfaehigen Papp-Packungen sind heute so gut,
dass sich die eigene Quetsche und Filter nicht mehr lohnen-
ich lasse denen, die das so gut machen,
die Freude mir die fertigen Saefte zu liefern,
die fuer meinen Wein noetig sind!

Die Qualitaeten der Fruchtsaefte sind heute so gut,
dass auch beim Diskounter gekauft werden kann!

***

Direktsaft ist schon nochmal was anderes als Saft aus Konzentrat,
Direktsaft muss somit teurer sein, das ist mir klar- aber:
Ich habe zwischen diesen Direktsaeften und den Saeften aus dem Supermarkt
und aus dem Diskounter (durch Blindverkostung mehrerer Personen bestaetigt)
keinerlei geschmacklichen oder sensorischen Unterschied ausmachen koennen.

Selbstverstaendlich sind mir die Bemuehungen von Obstbauern oder Kleinkelterern mit akademischen Ausbildungen aufgefallen,
die sortenreine Apfelweine machen.
Ich halte das strikte Auseinanderhalten der Apfelsorten fuer recht schwierig -
es sei denn, man betreibt eine entsprechend sortenreine Plantage oder Baumwiese,
wo die Sorten exakt definiert oder bekannt sind.
Zudem eigenen sich nicht alle Apfelsorten fuer Apfelwein, weil ein gewisser Gehalt an Saeure noetig ist.
Deshalb halte ich Mischungen fuer sinnvoll - so wird jeder Apfel verwertet.
Beim Apfelwein kommen auch weniger grosse oder fleckige Aepfel in die Kelter,
die sonst nicht zu vermarkten gewesen waeren.

Abwechslung tut not, wer sich festlegt, engt sich ein:
Was waere, wenn mal ein schlechtes Jahr fuer eine bestimmte Frucht ist
und die Saefte daraus zu teuer werden ?
So bin ich mit vielen lieferbaren Sorten in Uebung und kann geschwind Wein aus dem guenstigsten Saft machen.
Ein wenig rechnen habe ich schon gelernt - vergebens soll das nicht gewesen sein..

***

Nochmal das Prozedere der Weinbereitung:
Inzwischen fuelle ich nur den Saft, Zucker, Hefe- Grundstock ein,
schliesse die Flasche mit dem Gaerstopfen und warte ein paar Tage,
bis die Spontangaerung abgeklungen ist.
Dann wird -langsam- mit warmem Wasser bis fast oben aufgefuellt.
Fertig-
nun wir man bald zwei Monate Geduld haben muessen, bis der Wein fertig ist..

Neues:
Heute hat man im Forschungs - Institut ein neues Verfahren zur Haltbarmachung von Wein entwickelt, das auf mechanischem Wege (so sagt man) lebende Strukturen zerstoert.
Die "kalte Pasteurisierung".
Dabei werde der Wein mit Stickstoff oder dem Edelgas Argon vermischt,
der Druck erhoeht und dann schlagartig entspannt.
Aehnliches ist bei der Haltbarmachung von Fruchtsaeften,
dort aber ohne Stickstoff und ohne Argon, nur durch Erhitzung:
"Unser Saft wird auf 85 Grad erhitzt, (pasteurisiert) rueckgekuehlt
auf knapp 20 Grad Celsius und unter sterilen Bedingungen
in eine sterile Verpackung abgefuellt.
Diese keimfreie Kaltabfuellung bringt Energie-
und Kosteneinsparungen auf ganz natuerliche Art."

http://www.fruchtsaft.de

Viele vertragen dieses Schwefeldioxyd im Wein nicht, also jener Schwefel,
den ich nicht haben mag in meinen Weinen..
so ist meine Methode gut dabei - und allemal gesuender!

Noch etwas:
Die Drehstopfen gibt es von speziellen Herstellern nachzukaufen,
desgleichen die 5Ltr Glasballons und auch die Gummistopfen und Gaerrohre.
Die Preise vergleichen lohnt sich dabei sehr!

Sektchen


((Roter Traubensaft, Kirschsaft und schwarzer Johannisbeersaft ist suesser als Apfelsaft, weshalb beim Roten mit halber Zuckermenge gearbeitet werden kann.))

Feb.2016:
Die Bekoemlichkeit ist auch so ein Ding, das man nicht vernachlaessigen darf!

Ich mache meinen Weissen und Roten nur noch mit 0,7kg (700gr) Zucker, damit kein gesonderter Ansatz fuer Gluehwein und fuer Sektchen gemacht werden muss.
Das ist nun einfacher durch ein auf 700gr markierten Messbecher, mit dem sich die Sache einfacher gestalten laesst.



***

Ich wunderte mich, warum so viele aus eigentlich muslimischen Laendern auf meine Seite kommen- die bekanntlich nur in deutscher Sprache abgefasst ist: Der Fruchtsaft-Umsatz in diesen Laendern ist enorm und die alkoholhaltigen Getraenke sind dort verboten oder horror-teuer. Auf meinen Seiten sind viele Rezepte, um aus Saeften leckeren Wein zu machen. Wohl bekomms, ihr Pharisaeer und Philister ;)

***

In einer Pharmazeitung habe ich gelesen, dass "Histamin" am dicken Kopf, verstopfter Nase, naechtlichem Schwitzen und aehnlicher Unvertraeglichkeitszeichen schuld waere, die vom Weinkonsum -oft auch durch kleine Mengen- kommen wuerde. (Histamine kaemen durch schlechte Fruechte, Faeulnisbakterien und Schimmelpilze) Manche Weinhersteller setzen auf wenig empfindliche Fruechte, andere auf auf "Betonitbehandlung", wo Erden auf dem Flaschenboden diese Stoffe binden sollen. Man nimmt an, dass trockene Herbste bessere Weine ergeben, hat aber in Tests Unsicherheiten zugegeben, dass es doch der Schwefel ursaechlich fuer die Unvertraeglichkeiten sein koennten.. (Schwefel verwende ich niemals.)

Wein-Bilder
Kurzanleitung zur Weinbereitung
Ur

Weinherstellung, Wiki

Obstwein Wiki

Alternativen:
*** Honigwein ***

Edelrezept weiss

Edelrezept rot

Wiki Obstwein
Wiki ober/untergaerig beim Bier, was heute anders gemacht wird, als frueher.
http://www.weinbau24.de/shop/glasballons/1059-glasballon-5-l-rechts-mit-ohr.html

Wer sich fuer weitere Themen interessiert, ist hier gut aufgehoben.

*** Seitenempfehlung: Brotbacken - kann heute jeder, wenn nach diesen Rezepten vorgegangen wird. Endlich ist chemiefreies und haltbares, appetitliches Brot in jedem Haushalt ganz leicht selbst machbar ! ***

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Wer sich fuer weitere Themen interessiert, ist hier gut aufgehoben.

Mai 2016: Heute war es so weit - Kirschsaft war "aus" im Supermarkt, nachdem im Diskount dieser schon laenger aus dem Sortiment heraus genommen wurde. Ich rechne bei meiner Art Wein zu machen immer mit solchen Dingen, deshalb sind die Saefte auch austauschbar. Wenn kein Kirschsaft mehr im Regal ist, kann so einfach auf "Roter Multi" oder "Cranberry" oder "schwarze Johannisbeere" umgestellt werden, wovon jeweils ein Liter auf 2 Liter roten Traubensaft kommen. Freilich kann man - sollte roter Traubensaft auch noch knapp werden, mit diesen Alternativen auch alleine Wein gemacht werden. (3ltr Cranberry, 0,7kg Zucker) Alles kein Problem, wir sind ja flexibel- gell?
(Was allerdings nicht so toll ist: Cranberry und Kirsch oder andere seltsame Mischungen.. ich habe so extrem viel ausgetestet, dass ihr besser bei meinen Empfehlungen bleiben solltet, liebe Leser und / oder geneigte Leserin.)

"Eiklar-Schoenung wird gerne bei Rotweinen gemacht, um den Gerbstoffgehalt zu vermindern und damit den Wein etwas milder zu gestalten"
Sachen gibt's ! "Veganer Wein" lautet hierbei die Ueberschrift in der Zeitung.
So eine Panscherei gibt es bei mir nicht, weder mit Chemie noch mit Ei oder Schwefel oder Algen, keine Aromaten oder Verschnitt, keine Holzschnitzel im Gaerbehaelter oder sonst was- pur, einfach nur noch pur und Natur..

underconstruction

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