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Das Sektchen, revidiert am 3.10.2017

Meine Weinherstellung hat noch eine kleine Besonderheit zu bieten:

Das Sektchen. (Methode Champenoise)
Von dem fertigen Wein eigener Herstellung mache ich einen sehr feinperligen Flaschengaerungssekt, der nach dem urspruenglichen Champagnerprinzip funktioniert.

Die Herstellung ist denkbar einfach:
Den fertigen Wein in 200ml Sektflaeschchen fuellen, einen neuen oder gut erhaltenen Schraubdeckel gut festsitzend aufschrauben.
Das Sektchen besteht NUR aus dem fertigen Wein, OHNE jeglich Zusatzstoffe.

Besonders bewaehrt hat sich die Versektung aus dem Roten:
1Ltr schw.Joh.B. und 2Ltr rotem Traubensaft, 1kg Zucker, Wasser, Hefe

Inzwischen mache ich das Sektchen aus dem 800gr Zucker-Rezept machen,
das kommt noch ein wenig besser "trocken" ausgegoren, also mit weniger Restsuesse. (April 2016)

Die Flaeschchen dunkel und kuehl STEHEND lagern - 1/2 bis 1 Jahr lang bei ca 10 Grad Celsius.
(Auf dem Bild stehen ein paar Flaeschchen auf dem Kopf, aber nicht lange)



Nun habe ich -besonders wegen der immer heisseren Sommer- zwei "Hochsicherheitskisten" ;)
mit einer bruchfesten Glasplatte als Abdeckung (aus einem alten Kuehlschrank) gebaut.
Auf diesem Bild sieht man schon die Drehverschluesse von Saftherstellern,
die der Sache einfach nicht gewachsen waren -hinterher ist man schlauer.

NIEMALS UNGEKUEHLT UND NIEMALS IM RAUM OEFFNEN

!! Bevor die Sektchen nicht ca 24 Std vor dem Trinken im Kuehlschrank waren, koennten die durchaus die Stopfen sprengen:
Immer nur aus dem offenen Fenster hinaus halten beim Oeffnen, die Glaeser gleich dabei, so kann nichts schief gehen !!

Der Druck waechst, weil keinerlei Gaerverhinderer eingebaut worden sind -
das urspruengliche Prinzip ist ganz natuerlich, ganz ohne Chemie.

Wiki weiss viel ueber das Sektprinzip und verraet,
warum die Sache mit der Dosage und Tankgaerungen etc. nur Fakes sind
und mit dem urspruenglichen Sinn nicht mehr viel zu tun hat.
Auf der Titanic wurde trueber Champagner serviert, wie damals ueblich - mit der Hefe drin.

Meine Sektchen haben den Trub (Hefe) unten in der Flasche und nicht oben,
was durch die stehende Lagerung bedingt ist.
Beim Ausgiessen sollte man also vorsichtig bis zu diesem Satz gehen und den kl. Rest in der Flasche belassen.
(Schaedlich ist die Hefe nicht, wenn davon etwas getrunken wird, kann das sogar hautreinigend wirken)

Abends war mir der Weg in den Keller zu muehsam, wir kamen gerade von den Enkelchen und es war spaet- es froestelte uns.
Im Kuehlschrank standen ein paar Flaeschchen selbstgemachten Sektes.
Was tun? Ich habe Gluehwein daraus gemacht - 2,3 Min in der Mikrowelle bei 700 Watt.
(die blaue 0,2ltr Gluehweintasse)
Erst mal mit nur 2 Minuten, dann noch etwas nachgeben, wenn es aufgehoert hat so stark zu schaeumen.
Das Resultat beeindruckte, es war herrlich !

Alle halbe Jahre nehme ich einen roten und einen weissen Wein (nach dem 1kg Rezept)
gemacht und fuelle diesen in die 200ml Sektflaeschchen, drehe gut zu, saeubere alles nochmal,
lege den Glasdeckel auf die Kiste und stelle die vor einem Jahr abgefuellte Kiste auf die mit den neuen Abfuellungen.
Alle halbe Jahre wieder.
So ist um die Weihnachts- und Sylvesterzeit immer genug Sekt nach dem C hampagnerprinzip im Haus.
Fein und lange perlend, mit edlem Duft, kuehl und stark, wie die Lippen einer Frau.

Ich wuensche viel Spass mit diesen Sektchen, die jede gekaufte Ware locker enttarnen.. aber:
Wie beim C hampagner stehen diese Sektchen eben ein halbes Jahr, (kuehl, im dunklen Eck des Kellers)
bis sie endlich so weit sind - Geduld braucht man schon ;)


Nota bene:
Mir fiel auf, dass manche Stopfen nicht gewoelbt waren - das waren solche, die ich von Saft-Flaschen hatte:
Die sind zwar auch Alu-Drehverschluesse, die sind aber nicht so dicht wie die glatten oder extra dafuer nachgekauften..
(Der Sekt wird dann nicht perlend, es ist eher ein alter - aber guter - Wein daraus geworden)
Diese zurueckbehaltenen Drehverschluesse von Pfandflaschen sind eben zu billig gewesen und taugten nicht viel.
Deshalb habe ich bei A mazon, wo auch die Gummistopfen, Gaerroehrchen und die 5ltr Gaerballons gekauft wurden,
im 200 Stueck - Pack diese goldfarbenen Alu-Drehverschluesse extra fuer die Sektchen her.
Frueher gab es bei uns ueberall kompetente Drogerien, heute sind das eher Parfum-Laeden geworden.
(Mit so profanen Sachen wollen die eindeutig nichts mehr zu tun haben, wie Hobbywinzerzubehoer, Mausefallen und Ameisenkoeder etc.)
Wieder einmal ein klarer Punktsieg fuer den Kauf im Internet, - wie so oft..

Maerz 2017:
Fakt ist, dass bei der Verkostung selbst hoeherpreisige Sekte mit dem selbstgemachten Sekt auf keinen Fall mithalten koennen..
..anlaesslich eines Geburtstages habe ich zwei Flaschen namhafter, hoeherpreisiger Hersteller
geoeffnet - grauenvoll! Einfach nur noch furchtbar,
diese bittere, saeurelastige, flache und unharmonische Ploerre trinken zu "muessen" -
zum Schluss habe ich das Zeug in die Bowle gekippt.
(Einer war ein Jahrgangs-Riesling-Sekt, welcher sogar noch "im Abgang" nach Eisen schmeckte- waessig,
als waere er mit altem Grubenwasser verlaengert worden)

NEU:
Nach neuen Erfahrungswerten mit Sektchen, die nach dem 0,8kg Rezept gemacht wurden,
koennen nun 3-4 Monate als Versektungszeit angegeben werden,
fuer die Sektchen aus dem 1kg Wein Rezept 6 Monate.

Ich moechte wissen, warum die Sekthersteller 1 Jahr schreiben, welche ihr Sekt angeblich lagert.
(Wenn es denn noch eine richtige Versektung ist und kein Aufschaeumen mit CO2)

***

Stopfen: Die Drehstopfen aus eloxiertem Alu woelben sich zuweilen, weil der Druck in der Flasche hoch ist-
ich erinnere an den dringenden Rat, diese Sektchen nur aus dem offenen Fenster hinaus zu oeffnen und zuvor
lange im Kuehlschrank ruhen zu lassen - diese Stopfen also sollten nach dem 2-maligen Gebrauch ausgetauscht werden.
Saft- oder Spirituosen- oder andere Flaschenstopfen taugen nichts, dann verdirbt der Sekt.

Es gibt verschiedene Anbieter fuer diese Schraubverschluesse, die dann 18 Cents das Stueck kosten,
wenn ab 100 Stueck gekauft wird.
Die Drehverschluesse sollten halt auf eine Brunnenwasserflasche oder Mineralwasserflasche oder 200ml Piccoloflasche passen.

***

Was alle meine Blog-Seiten anbelangt, gilt selbstverstaendlich auch fuer diese Unterseite meiner Weinbereitung zuhause:
Flexibilitaet ist alles und das Weitergeben meiner Erfahrungen in diesen Bereichen.
So kann ich heute sagen, dass die Versektung nicht so lange dauert, wie ich zuerst angenommen habe:
Freilich haengt hier alles an der Rest-Suesse des verwendeten Weines - je suesser um so laenger wird der Sekt brauchen.
Wer noch Zucker zusetzt, wie das die alten Versekter gemacht haben, hatte wohl einen herben Wein.

Der Endausbau der "Sektchen"-Idee schaut auf dem Bild so aus:

-
lange anhaltend feinperlig und fruchtig.

*** Nochmal: Vor dem Genuss einen Tag im Kuehlschrank lagern.
Bitte nur zum offenen Fenster hinaus oeffnen und gleich auf der Fensterbank in die Sektschalen fuellen..
(Schliesslich ist das Sektchen ein Champagner mit voller Resthefe in der Flasche, ohne Gaerverhinderer!) ***

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