#Honigwein - Spezialseite.


Mit Honigwein oder Met(h) habe ich mich schon frueher befasst, aber mit sehr schwankenden Resultaten,
was nichts mit dem Alkoholgehalt zu tun hatte ;)
Div. #Meth-Rezepte sind im Anhang.
Fuer mich ist inzwischen eine gewisse Trennlinie zwischen Meth und Honigwein entstanden,
die aus dem -vermutlichen- Ursprung des altes Goettertrunks Met der nordischen Sagen
und dem Getraenk der Wuerzburger Moenche setzt,
die nur Honig nahmen, statt einen bieraehnlichen Mischansatz der Maische zu verwenden.
Nach vielen Versuchen mit reinem Honig und verschiedenen chemischen Hilfsmitteln,
die ueberall empfohlen werden, bis zu solchen in Mixvergaerung mit (Flaschen) BIER und Honig -
was meiner obigen Vermutung recht gibt - und erstaunlicher Weise zu einem recht brauchbaren Resultat fuehrte..
Honig und alkoholfreies Bier in der Vergaerung fuehrt zu einem leicht perlendem Muskatgeschmack,
der aber derber im "Abgang" ist als ein reiner Honigwein.
Nicht so suess und doch unverkennbar nach Honig schmeckend.
Mir persoenlich war der etwas klebrige (biertypisch) Nachhall irgendwie zu kalorientraechtig,
um diesen Wein oefter auf den Tisch zu bringen.

Viele Hobbyisten scheuen chemische Zusaetze und das ganze Theater um die Zutaten,
die nur in der Drogerie zu bekommen sind - mir ging es ebenso,
deshalb habe ich in den Musestunden nach besseren Loesungen gesucht,
die jeder leicht umsetzen kann- auch ohne Vorkenntnisse und ohne Spezialgeraete, ohne Chemie.

Angeregt zu diesem Hobby hat mich der Umstand, dass die Honigweine aus dem Laden und sogar solche vom Imker
nicht gerade ueberzeugend waren - ganz und gar unabhaengig vom Preis.

Honigwein ist ein Desertwein, dh. man trinkt davon nur wenig und am besten aus Suedweinglaesern,
die einen recht kleinen und feinen Kelch haben und ca 100ml fassen.
Gut gekuehlt schmeckt der Wein am besten - ein einziges Glas davon ist genug
und haelt die Kalorienzufuhr im Rahmen.

Die Hauptzutat ist der Honig und hier faengt die Suche an- teuerer Honig, billiger Honig,
Markenhonig, No-Name-Honig, fluessiger Honig, fester Honig, Waldhonig, Kleehonig und so weiter-
die Liste ist recht lang, von Honigen, die der Handel im Regal stehen hat. (Wiki Honig)
Honige unterscheiden sich in der Konsistenz und koennen blass hellgelb bis weisslich fest sein,
je nach Art der Bluete, aus denen die Bienen den Nektar gesammelt haben.

Fuer die Honigweinbereitung nehme ich nur den leichteren fluessigen und durchsichtigen Honig vom Diskounter,
der weder besser noch schlechter als hoeherpreisige Honige war.
Die Unterschiede sind nur minimal in der Zusammensetzung und in der Schadstoffbelastung.
Die Genmanipulationen kann man sowieso nicht verhindern, weil die Bienen dort fliegen,
wo sie wollen und nicht dort, wo das Feld "oeko" oder "bio" ist!

So kaufe ich den Honig dort, wo er am guenstigsten ist und nicht nach Markennamen oder Sorten-
2,50 - 3,50 Euro fuer ein 500 Gramm Glas sind genug, die Imkerware bringt auch keine anderen Resultate.

Materialien:

Wir benoetigen einen 5Ltr Glasballon (am besten im Web bei A mazon oder in der Bucht kaufen)
und einen 4,5cm Gaerstopfen mit Loch und ein Gaer-Roehrchen
(Viole, Syphon-Effekt) und einen groesseren Trichter mit etwas dickerer Tuelle,
der noch leicht in den Flaschenhals passt.
(Das waren schon alle "Spezialgeraete"!)

Nun zur Zubereitung, ein Thema, das nicht so lange wie die Einfuehrung ist:

Zwei Glaeser Honig -zimmerwarm gelagert, dann fliesst er besser.
500gr einfachen Kristallzucker bereit stellen.
Die Haelfte eines Honigglases in den Trichter laufen lassen,
dann das Glas mit gut handwarmem Wasser auffuellen und gruendlich -mit gut zugedrehtem Deckel- schuetteln,
bis sich der restliche Honig aufgeloest hat und in den Trichter fuellen.
Diese Prozedur mit dem warmem Wasser nochmal machen, damit keine Reste im Glas bleiben.
Das Gleiche mit dem 2. Glas Honig machen - nun die 500gr Zucker in den Trichter
und mit wieder mit handwarmem Wasser nachschuetten -insgesamt bitte NICHT MEHR als 3 Liter Wasser nehmen:
Jetzt sind in der Flasche ca 4 Liter Inhalt, der freie Raum der Flasche wird als "oberer Gaerraum" gebraucht,
damit das CO2-Gas alle Keime abtoeten kann und die Vergaerung "untergaerig" bleibt.
Nun einen 1/3 Backhefe-Wuerfel zugeben, (heute nehme ich gute Trockenhefe)
den Stopfen auf den Flaschenhals und das Gaerroehrchen hineinschieben,
das mit etwas Wasser gefuellt worden ist, damit der Luftabschluss gewaehrleistet ist.
(Den Gummistopfen bitte nass machen, dann geht er besser ueber den Flaschenhals)
Nach wenigen Stunden wird die "Spontangaerung" heftig einsetzen und die Flasche wild blubbern lassen-
bitte darauf achten, dass immer etwas Wasser im Gaerrohr ist!
Die ganze Sache gut schwenken und im Keller lagern.
Jeden Tag einmal schwenken - nach ca 1 Monat damit aufhoeren und warten,
bis sich die "Sedimentschicht" deutlich unten in der Flasche abgesetzt hat.
Nun ist unser Honigwein fast fertig!
In einer zweiten 5 Liter Flasche, die wir inzwischen fleissig leer tranken,
wird der Honigwein "abgezogen" - einfach ganz vorsichtig in die 2. Flasche umfuellen,
damit der Hefesatz (Trub) in der 1. Flasche bleibt.
Nun wird eine frische Viole und Stopfen dafuer nehmen -freilich mit Wasser gefuellt, auf die Lagerflasche aufgesetzt.

Die Gaerflasche, Stopfen und Gaerrohr wird mit heissem Wasser gut gereinigt
und fuer die naechste Befuellung vorbereitet:
Nicht etwa mit einem frischen Ansatz, sondern mit dem Inhalt der Lagerflasche,
wo sich -nach einem weiteren Monat- nochmal was absetzt - also ein 2. Abzug der 1. Flasche.
(Diesmal nicht mit dem Gaerrohr, sondern mit dem Schraubdeckel schliessen).
Die Umfuellung geschieht wie oben, wieder gut verschliessen,
weil kein Gaerverhinderer und keine Haltbarkeitstoffe
in unserem Honigwein verbaut werden !

Die leere Flasche gut reinigen und einen neuen Meth ansetzen- der Kreislauf ist geschlossen !
Den Honigwein kann man auch in 0,7Ltr Brunnenflaschen fuellen oder in Weinflaschen-
so etwas ist immer ein beliebtes Mitbringsel,
das man so in dieser Qualitaet (nach meinen Erfahrungen) nicht kaufen kann,
weil -s.o.- keine Haltbarkeitsstoffe zugefuegt werden.
Wer will kann ein feines Etikett entwerfen oder kaufen- der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt..
Einen "dicken Kopf" bekommt man nur von gekauften Weinen!
Tipp: Der Meth wird bei kuehler und dunkler Lagerung immer besser ..

Bitte nach dem Genuss von Honigwein -und wenn es noch so wenig war- KEIN Fahrzeug fuehren!

Madhu (Suesses) im Indischen, Methy im Griechischen fuer Wein, Mid im Altirischen,
Medu im Altslawischen, Medus im Litauischen, Medu im Altgermanischen als Honigwein.
Bereits in der Bonzezeit hat man in Grabbeigaben diesen Wein beigegeben, der allerdings -
so die Untersuchungen - kein reiner Meth, sondern ein aus Weizen,
Beeren und Honig hergestellt gewesen sein soll.
Die notwendige Hefe war den hoeheren Sammler-Voelkern spaetestens mit dem Getreideanbau bekannt gewesen..

Der Germanentrunk ist auch so ueberliefert:

Im Kupferkessel 5-6 Liter Wasser ziemlich warm werden, ruehre 1 Kg Honig ein
und lasse das eineinhalb Stunden leicht sieden.
Der Schleim oben wird immer wieder abgeschoepft.
Wenn der Sud danach gut handwarm abgekuehlt ist, kommt er in eine saubere,
offene Flasche, die oben nur locker abgedeckt wird. (gegen Fliegen)
Im warmen Keller beginnt die Spontan - Gaerung nach 5-10 Tagen - OHNE Hefezusatz.
Nach ca 14 Tagen in eine andere Flasche abfuellen, den Satz aber nicht mitnehmen.
Nach weiteren 14 Tagen hoert diese Gaerung auf - erst dann -
wird die Flasche verschlossen und bleibt fuer 3 - 4 Wochen stehen,
bis der Meth hell und trinkfertig wird.
(Entweder sofort trinken oder verkorkt moussieren lassen) Der Alkoholgehalt liegt bei 8-12 %
Vermutlich wurde der Meth gleich getrunken, zum Lagern wird es kaum gekommen sein -
zumal die Flaschen noch nicht bekannt oder gelaeufig oder verfuegbar waren
und die Vergaerung in Faessern oder Kruegen stattgefunden haben wird.
Wohl bekomms!

Turbo-Meth: (in der 5 Liter Flasche untergaerig angesetzt) 2 Glaeser fluessigen,
goldbrauen Honig in 1,5Ltr warmem Wasser aufgeloesen, 1,5 Ltr 100% klaren Apfelsaft
und einen ganzen Hefewuerfel- gut schwenken und zimmerwarm vergaeren lassen.
Wenn die Fluessigkeit klar wird, kann in die 2. Flasche -vorsichtig- umgefuellt werden.
Dann nochmal 1-2 Wochen (Verschluss zudrehen) ruhen lassen, bis der Met fertig ist.

Fuer welches Rezept, fuer welche Loesung man sich auch entscheidet, den Met zu machen,
gilt immer der oberste Grundsatz: So wenig Aufwand wie denkbar- selbstredend ohne Chemie.

In einer alten Ortschronik fand ich den Hinweis,
dass das Goettergetraenk nur aus einem Teil Honig und maximal zwei Teilen Wasser hergestellt werden
durfte- aufkochen, abschaeumen, auskuehlen lassen, mit Hefe ansetzen..

Meth - Honigwein.

Rezept fuer 9 Quart.
Weich sei das Wasser, mild der Honig!
Warm der Gaerort, vollmondnachts vollbracht:

3x60 Lot Honig der Bienen,
sowie vom Apfelsafte zwei Schoppen,
einen Loeffel Ingwer und einen Loeffel Mehle,
ein Stueck Hefelein, vom Druiden Saeure der Milch,-
2 Lot 4 Quentchen- ansetze:

Waerme auf halbes Kochen und ruehre wie der Kautz ruft:
uh uh uh ...
langsam und sachte 6 Quart Wasser
und die 3x60 Lot Honig-
fuege ein, das wird fein, Ingwer und Mehl,
kuehl wird's gemischt:
Hefe und vom Druiden das Gift,
die zwei Schoppen vom Apfel runden das ab,
zwei handbreit vom Hals der Flasch entfernt
sei der Pfropf mit dem hohlen Rohr,
bis zum Quartal der Wein vergor;

Klar und rein soll er sein,
wie jene Vollmondnacht in der er gemacht!



Legend:
1 Quart = 1,145 Liter also 9 Quart ca 10 Ltr
1 Lot = 16 2/3 Gramm
1 Quentchen gleich 1 2/3 Gramm
also 2 Lot 4 Quentchen gleich ca 40 Gramm
also 3x60 Lot gleich ca 3 Kg
1 Schoppen gleich 1/2 Liter
1 Hefe - 1 Paeckchen gewoehnliche Backhefe, Bakers Yeast.
1 Loeffel gleich ein Essloeffel
Den Weinansatz so bemessen, dass ca 1/4 der Flasche Luft verbleibt,
als untergaeriger Raum. Honig auf max. 50 Grad Celsius erhitzen
und unter langsamen Ruehren emulgieren und dann erkalten lassen.
Der Gaerprozess in einem zimmerwarmen Raum
wird durch gelegentliches leichtes Schwenkel unterstuetzt.
Ein Alkoholgehalt von ca 12 Prozent wird leicht erreicht.
Das fertige Getraenk muss gut verschlossen und kuehl gelagert werden.

In alten Chroniken habe ich gelesen, dass vor dem 30j. Krieg
der Met 1:1 Wasser/Honig gemacht werden musste - als einzige beiden Zutaten.
Im Ur-Prinzip


In Keltengraebern fand man eingetrocknete Met-Reste:
40-50%ige Honig-Wasser-Mischung, wo bereits die Haelfte dieser Konzentration
ein suedweinaehnliches Getraenk ergibt..
Ein Jahr wird dieser Ansatz gaeren, so die Wissenschaftler der Landesanstalt fuer Bienenkunde
und des Institutes fuer Botanik.
Keltenfuersten bekamen dieses Gebraeu allerdings nicht von der Hefe abgezogen,
sondern wohl als fertiger Ansatz in die Graeber;
Zeit zur Vergaerung hatten sie ja- oder?
Die Pollenanalyse ergab Thymian, Wegerich, Wiesenflockenblume, Wundklee, Linden.
Paleobotanische Untersuchungen lassen Rueckschluesse auf die Boden- und Klimabeschaffenheiten zu,
da dort bestimmte Pflanzen bevorzugt wachsen.

Paare sollen einen Monat Honigwasser nach der Vermaehlung getrunken haben; "hony moon".

3. Jhd.: Nach der Sage soll der heilige Patrick Meth destilliert haben -
den Brennapparat brachte er aus Aegypten mit
oder von Kreuzzuegen ist dieses Geraet aus Aegypten erstmals in Irland aufgetaucht..


Bier brauen kommt aus der Historie so daher:

Die Bierbrauerei - die untergaerig war, brauchte einen grossen Holzbottich,
wo das geschrotete Malz in heissem Wasser verruehrt und bis zur Verzuckerung vermaischt wurde.
Zuvor wurde die Gerste einige Tage in Wasser eingeweicht
und auf der Tenne zur Keimung ausgebreitet.
Auf der Darre danach mit heisser Luft getrocknet.
So entstand die Bierwuerze - diese wurde unter Zugabe von Hopfen gekocht,
gekuehlt und zur Vergaerung gebracht - spaeter im Felsenkeller eingelagert.



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