Gräveneck

( https://hvbg.hessen.de/sites/hvbg.hessen.de/files/content-downloads/Gebiets%C3%BCbersichtskarte_30.pdf
Flurbereinigungskarte F 979 Flurnamen etc.)

Unser Dorf am Rande des Taunus -
zu 35796 Weinbach, Deutschland,
nur ein einziges Blatt meiner 666 Seiten starken privaten Homepage,
-revidiert am 3.9.2017

Breitengrad (x,y)50.450712050 27' 2.56'' N
Laengengrad (x,y)8.25654308 15' 23.55'' E
Ueber dem Meer 213.66 m

http://www.maptier.de/routenplaner.php?c=27959_Graeveneck

Graeveneck

Oberlahnkreis

http://www.benburgen.de/burgen/burg-gr%C3%A4veneck/

***

Selbstverstaendlich sind alle meine Zeilen rein "subjektiv",
dh. sie stellen nur eine Meinung dar, -meine- welche auch sonst?
Deshalb wird eine "Objektivitaet" oder "Meinungsvielfalt" eher weniger zu finden sein:
Mir geht es um einen eigenen Beitrag zum grossen gemeinsamen Kontext,
NICHT um Selbstdarstellung oder aehnliche Dinge.

***




Ein Dorf am Rande des Taunus an der Lahn, das zwar schon laengst zur Schlafstaette der Pendler geworden ist,
man aber dennoch nett tratschen und klatschen kann- so, wie es schon immer usus (lat. gebrauch, gebraeuchlich) war.

An dieser Stelle moechte ich hier ein paar Erinnerung und Eindruecke aus meiner ganz persoenlichen Sicht erzaehlen,
die aus meiner Kindheit in den 1950iger Jahren heraus entstanden sind:

(Die Schreibweise ist der internationalen Lesbarkeit des W3C Standards geschuldet,
weil meine Seiten auch in fernen Laendern -von Auswanderern und deren Nachkommen- gelesen werden)

Nach der Zeit der vielen langen Urlaubsreisen
(welche 3-4 Wochen am Stueck, die bereits mit den Eltern,
als im Dorf noch kaum jemand an Reisen dachte- spaeter mit der eigenen Familie stattfanden)
haben wir erst im fortgeschrittenen Lebensalter
die landschaftlichen Reize Gräveneck's so richtig schaetzen gelernt.
(Fast nebenbei kam das Wandern in der Region Taunus und Westerwald dazu, das die Auslandsurlaube total vergessen lies.)

Am Rande des Taunus, an der Lahn auf einem alten Vulkankegel, in ca 200 mtr ueber Meereshoehe gelegen,
schaut man ueber das kraeftig eingeschnittene, enge Lahntal in den Westerwald.
Landschaftlich sehr reizvoll, mit seiner Umwaldung und Lichtungen, Auen und Aeckern,
die eine lange und ausgepraegte landwirtschaftliche Tradition erzaehlen.
Auch wenn die Bezeichnung "Luftkurort" wegfiel, ist dennoch alles beim Alten geblieben:
Ein Naturschutz- und Vogelschutzgebiet.
Der Taunus mit seinem typischen Quarzit, Diabas und besonders Eisenstein, etwas lahnabwaerts in Villmar findet man Marmor.

" Rudis Weilburg Homepage " (Die Suchmaschine findet das)
weiss viel genauer ueber die Zusammenhaenge und Historie zu berichten,-
der Taunus also, hat ein eigenes Klima, das sich vom Westerwald deutlich unterscheidet,
spuerbar milder und nicht so windig ist.
Lahnaufwaerts finden sich Zeitzeugen aus der Altsteinzeit und Huegelgraeber.
Suedlich, auf dem Hochtaunus-Hoehenzug ist das Weltkulturerbe des Limes, Zeugnis der Roemer.

***

Zu zu meinen eigenen Kindheitserinnerungen in dem Ort:
Die 50iger Jahre des letzten Jahrhunderts waren noch immer gepraegt vom Zustrom der Fluechtlinge aus den ehemaligen Ostgebieten,
die unser kleines Dorf im Taunus auf das Doppelte
(lt. http://lagis.online.uni-marburg.de/de/subjects/idrec/sn/ol?id=533019050 )
in den Jahren von 1946-1961 vergroeßert hatten.
In meiner Schulzeit war der Ort ca 995 Einwohner stark, heute, im Juli 2016 sind es nur noch 816 !
Trotz Anstiftung zur Abschottung durch Verbaende und Priester haben sich die neuen Menschen
in den Ort eingegliedert und Freundschaften geschlossen;
problematisch waren gemischt-konfessionelle Ehen aber immer,
weil zwar alle vom "Jesuskind" und "christlicher Naechstenliebe" erzaehlten,
im Hinterkopf aber immer Angst um die kirchl. Steuereinnahmen und die Macht ueber die "Schafe" hatten..
(Die in noch frueheren Zeiten sehr herrisch war- wie ich auf meinen Seiten "Geschichtliches" gruendlich ausgefuehrt habe.)

Von einem (Ungarn-Deutschen) Schulfreund erfuhr ich erst 2013, was sein damals Vater sagte:
"Geh lieber unter die einheimischen Jungs spielen, das ist wichtiger !"

***

Aus einer kleinen -frondienstenden- Ansiedlung um die ehemalige Burg wuchs ein Bauerndorf mit etwas Handwerk,
das ich in den 1950iger Jahren so vorfand:
Ein Strassendorf mit geringem Verzweig, mit Basaltpflaster,
gewundener Hauptstrasse, die links und rechts fast durchgaengig Bauerngehoefte hatte,
inmitten eine evang. Kirche, ein gusseiserner Dorfbrunnen, eine Viehwaage und Milchpritsche,
wo die Milchkannen auf Abholung durch den Molkerei-Laster warteten.
(Die Milch ging damals nach Obertiefenbach, zur Kerkerbach-Molkerei, die schon lange nicht mehr ist.)
Die großen Kannen wurden mit dem Handkarren von den Hoefen zu diesem Abholplatz gebracht.
Die Zeit der landwirtschaftlichen Motorisierung fing gerade an,
sich aus den Anfaengen der Großtraktoren fuer die riesigen Flaechen entfernter flacher Gebiete,
in den kleinraeumigeren, weil gebirgigen heimischen Sektor auszudehnen,
bei der mein Vater als einer der fruehen Kundendienst - Monteuren
mit VW-Bulli (mit geteilter Frontscheibe) in blau-weißer Lackierung
mit fettem PORSCHE-DIESEL Schriftzug, in welchem eine komplette Werkstatt installiert war -
sein neues Auskommen gefunden hatte.
So bekam ich die erste Traktorengeneration fuer die baeuerlichen Kleinbetriebe gut mit..
Ab und an fuhr noch ein Kuhgespann mit zwei in schwarz gekleideten alten Leutchen durch's Dorf, hoch mit Heu beladen.
Der grosse Leiterwagen mit den hohen eisenbereiften Speichenraedern wurde muehsam mit einem Schraubzug mit Holzklotz gebremst.
Sanft schwang man die Peitsche, damit die gute Kuh nicht einschlief..
Die Leutchen schrieben sich Klapper.

Morgens wurden die Viehcher - Kuehe, Schafe und Ziegen durch's Dorf auf die Weiden getrieben - Abends wieder zurueck.
Die Tiere wussten genau, wo sie abbiegen mussten, wo sie Zuhause waren.
Zwei Schreinereien, ein Schmied und ein Spengler, zwei richtige Baeckereien, ein richtiger Metzger, 3 kleine Lebensmittel-Laeden,
ein Buchverleih/Molkereiprodukte- Verkauf, einen Bahnhof mit Frachtgut,
eine Aussenstelle der Sparkasse, zwei Friseure, 1 Schuster, eine Lohnkelterei,
zwei Baugeschaefte, ein Strick- und Kurzwarenverkauf, sogar eine "Poststelle I" !
Ausserdem die Genossenschaftliche, Tankstelle, 2 Bankfilialen, die eigene Buergermeisterei..

Der Tagebau fuer Bauxit und eine Grube mit tiefen Stollen, wo Eisenerz gewonnen wurde,
das dann aufbereitet und zur Verhuettung in's Ruhrgebiet verschickt wurde,
mehrere Flaschenverkaufsstellen und vier Wirtschaften waren in Betrieb, sowie ca 12 Bauernhoefe.
Gerade als ich sieben Jahre alt wurde, bekam der Ort die Volksschule -zwei Jahrgaenge in einer Klasse- hinzu,
die mit Lehrerhaus ganz modern gestaltet war.
Die beiden Muehlen habe ich nicht mehr in Betrieb erlebt, das alte Hofgut Schwartenberg,
jenseits der Lahn auf der Hoehe wurde neu belebt und zum Gefluegelhof ausgebaut.
Aus den unselbstaendigen Lohnarbeitern mit Kleintierhaltung von Hasen, Huehnern,
Ziegen und Gartenbau zur Gemuese- und Obstversorgung wurden Pendler,
aus dem Bauerndorf viele Leerstaende und Zersiedelung der Ortsraender,
zwei Aussiedler-Hoefe kamen dazu, wovon einer zwischenzeitlich aufgehoert und nun wieder halbwegs bewirtschaftet zu werden scheint.
Irgendwie ist der Ort optisch doppel so gross geworden, dabei hat er sich nur ausgedehnt und aufgeblaeht,
ohne mehr Einwohner zu bekommen.
Im Gegenteil- heute haben wir 150 Einwohner weniger als damals.
Heute sind die ganzen Wohnungen, alle Raeume geheizt,
jeder hat sein eigenes Zimmer und ueberhaupt ist alles groeßer und repraesentativer gemacht,
mit Parkettboeden und Marmortreppen, vier Ringe oder Stern in der Garage -
zufriedener sind die Menschen aber nicht geworden!

Alle alten Wirtschaften wurden geschlossen, eine neue -mit Gaestezimmer kam dafuer neu dazu.
Schon in den 60igern kam eine neue grosse kath. Kirche als Neubau, von mehreren Orten genutzt.
Die Laeden haben allesamt dicht gemacht, genau wie die Schmieden und Schuster, Baeckereien und alle Verkaufsstellen etc.
Ein Tierarzt und eine kleinere Fabrik kamen hinzu, die aus der Spenglerei erwuchs.
Die kleine Fabrik stellt nun Grosskuechen und Flugzeugkuechen her- wunderbar fuer die Grossgemeinde,
dass "Jobs" in der Region gehalten werden.
Die Gemeinde hatte kein Geld oder Interesse, so hat sich Firmeninhaber alle Domains auf Graeveneck eintragen lassen
was ich zumindest seltsam finde.
Im Dorf ist kein Landwirt noch hauptberuflich aktiv, nur noch drei im Nebenerwerb.
Ein neuer Glaser und eine der beiden Schreinereien sind in Arbeit.
Ein Radio- und Fernsehladen hat schon wieder halb dicht gemacht,
eine Masseurin und eine Hebamme mit Praxen sind neu,
sowie ein ganz neuer Friseursalon, ein Campingplatz an der Lahn und eine Bushaltestelle in der Ortsmitte fuer die Kinder,
die nach der Schliessung der Volksschule nach Weilburg oder nach Weinbach auspendeln muessen.
Einige neu gegruendete kl. Laeden wurden inzischen schon wieder dicht gemacht,
sie waren kurzlebig- entweder fehl geplant oder sie haben sich gegenseitig Konkurrenz gemacht.
Viele Versuche das beruehmte "zweite Standbein" zu gruenden, sind fehlgeschlagen und verschwanden nach kurzer Zeit.

Aus zwei oder drei Autos wurden unzaehlige, immer fettere, womit jeder jeden Meter faehrt,
selbst zur Bushaltestelle oder zum Bahnhof, zum Zigarettenautomaten oder zu Verwandten, die eine Querstrasse weiter wohnen.
Die Haeuser wurden im Laufe der Zeit richtig deftig elektrifiziert -
wo ehedem nur eine Steckdose in jedem Zimmer war, sind heute ganze Galerien verbaut-
alles geht schnell und elektrisch, trotzdem hat kaum jemand Zeit,
selbst die Bauern nicht, die heute mit gewaltigen Traktoren mit hunderten PS ueber die Aecker heizen- steuerbeguenstigt.
(2012: 450Euro Ersparnis auf 1000Ltr, EU- gefoerdert in allen Richtungen, sogar fuer den Nichtanbau von Flaechen gibts Geld)
Die Heizung mit dem Ferngasanschluss und Oel haben die Ofenheizung verdraengt, die mir noch gut gelaeufig war.
(Das letzte "Plumps-Klo" ist wohl um um 1995 weg gekommen)
Ganz wenige Aussiedler-Landwirte mit Diplom betreiben heute weite Flaechen,
die zugekauft oder gepachtet wurden - die Landwirtschaft hat sich arg veraendert !
Die neue Gebietsreform, lies ganze Wege verschwinden - Felder wurden umstrukturiert und sinnvoll zusammengelegt.

Der Stolz durch hoehere Einkommen hat viele Leute vereinsamen lassen, was sich langsam wieder umzukehren -
und die Kinder wieder oefter nach draussen zu locken- scheint..

Der Duenkel der Bauern gegen die unselbstaendig Beschaeftigten ist wohl ausgestorben-
heute wird dort mehr am PC "erwirtschaftet" als auf dem Feld.
Die EU laesst gruessen, die haelt alle in Abhaengigkeit.

Wohlhabenheit zeigt sich in hochtrabenden Jagdpachten,
Reisen und teueren Autos der vielen neuen Studierten, die ihre Nasen recht hoch tragen.

Frueher war alles offen, kaum jemand schloss die Haustuere ab,
wenn hinter dem Haus im Garten gearbeitet wurde -heute ist mehr Misstrauen da.
(Heute muß man alles gut abgeschlossen werden, nicht mal mehr die Garage kann offen stehen bleiben,
weil ueberall und staendig weiße Transporter unterwegs sind,
die auskundschaften, wo was zu holen ist.)

Meine Kindheit war oft bei der kleinen Lohnkelterei im "Krautfeld" daheim,
die schon seit Jahrzehnten nicht mehr ist.
Mein Weinrezept fußt auf diesen Erlebnissen,
die ich auf der "plaetzchenwolf"-Seite allen Interessierten zur Verfuegung stelle.
In dem uralten kleinen Bauernhaus gingen die Uhren anders und zwar sehr in Richtung aeusserste Bescheidenheit.
Die "gute alte Zeit" war freilich nicht immer ganz so gut, wie sich das nun anhoert-
die Sorgen waren groß, sie waren zwar auch schon existentiell, anderes als heute,
wo die Rationalisierung und Globalisierung unseren eigenen Kindern zunehmend die Chancen nimmt.
Die Zeiten sind anders und zeigen, dass das einzig Bestaendige im Leben die Veraenderung ist.
Wo frueher die Frauen auf dem Feld Kartoffeln sammelten oder mit Heimarbeit zuverdienen "durften",
kam eine lange Zeit der "Selbstverwirklichung" und Emanzipation,
die heute wieder mehr aus Not heraus die Zuarbeit erfordert
um "ueber die Runden zu kommen" oder den "Lebensstandard" halten zu koennen.
Wo frueher - ganz selbstverstaendlich - die Leiter ausgeliehen und durch's Dorf (zu Fuss) getragen wurde,
pflegt heute jeder den Stolz alles zu besitzen
und nicht mehr "bitte" sagen zu muessen - zu Fuss traegt niemand mehr irgendwas..
Selbst Sportler, Hundehalter und Spaziergeher fahren mit dem Auto zum "Einsatz".
Kaum noch einer, der einen richtigen Gemuesegarten oder Bauerngarten betreibt,
heute wird alles im Supermarkt geholt, was ja auch guenstiger ist..
langsam aber sicher kommt bei manchem die Erkenntnis,
dass selbstgebackenes Brot und selbstangebaute frische Bohnen einfach besser schmecken-
ob ich diese Dinge den Nachkommen vermitteln kann, wage ich zu bezweifeln.
Ich bin gespannt, ob es unseren Kindern spaeterhin noch so gut geht wie uns- ich denke nicht,
weil Europa und die Voelkerwanderungen in der Zukunft Einsparungen fuer glaeserne Buerger bringen werden.
Trotzdem muss es immer weiter gehen, das Rad der Geschichte wird sich drehen,
selbst hier, in unserem Gräveneck,
das seit den 70igern zu Weinbach "eingemeindet" worden ist.
(Selbstverstaendlich ohne die Einwohner abstimmen zu lassen, die SPD laesst gruessen)
Von den knapp tausend Einwohnern zu meiner Schulzeit sind heute also 816 geworden, manche Haeuser stehen leer,
teils weil die Leute verstorben sind, teils in's Altenheim gingen,
(frueher war es selbstverstaendlich, dass die Alten ihre Tage zu Hause beschliessen konnten)
oder die Teilung strittig war- ein trauriger Anblick ist das allemal,
wenn die alten Haeuser zerfallen und die Jungen am Ortsrand neu gebaut haben.
Manchmal werden die Haeuser - wegen ihres billigen Preises - wieder gekauft
und neue Menschen ziehen zu, was mich ehrlich freut.
Heute haben wir heute eine richtige Gemeindeverwaltung mit guten Posten und studiertem (!) Buergermeister,
was frueher, noch in den 1960iger Jahren ehrenamtlich geloest war.
Das treibt die Abgaben immer hoeher und laesst die Gemeindeverwaltung,
die sich stets hinter Vorgaben des Landes verschanzt,
noch fremder werden, als Weinbach fuer unser Dorf schon immer war.

***

Den "Kartoffeldaempfer" und das Dreibein mit der offenen Schlachtung im Bauernhof sieht man nicht mehr,
die Guelle fliesst auch nicht mehr in den Rinnsteinen entlang,
heute ist die Klaeranlage in Betrieb, auf Wasserreinheit wird sehr geachtet.
Die Felderwirtschaft hat sich sehr veraendert, man sieht keine Rueben und keine Kartoffeln mehr, dafuer Oelfruechte.
Die Muellabfuhr geht heute nicht mehr in den "Schinngraben", sondern wird zentral und professionell geloest.
Die Verschmutzung kommt nunmehr auch nicht mehr aus den Auspuffrohren der Autos
oder aus den Hauskaminen, die strengste Auflagen bekamen
(die neuen offenen Kamine und Kaminoefen zaehlen offenbar nicht so sehr)
sondern mehr von dem wahnwitzigen Flugbetrieb des Grossflughafens Frankfurt/Main,
der seine "Einflugschneisen" in riesige Entfernungen ausstreckt-
selbstredend ohne "Katalysator" - bei "kritischen Landungen" wird mal eben so einfach Treibstoff "abgelassen".
Im Strassenverkehr hingegegen wird jeder Tropfen argwoehnig betrachtet und bestraft..
Neue Zeiten, neue Sitten:
Die Familien bilden inzwischen seltsame Verbindungen
und hinterfragen ueberkommenen Mist - der Ort wird auch das ueberleben,
da bin ich mir sicher, auch wenn die "Landflucht" erst am Anfang zu sein scheint
und immer mehr Leute in die Stadt abwandern,
weil sie sich die Pendelei nicht mehr leisten koennen:
Die Spaltung der Gesellschaft ist in vollem Gang, die einen als Globalisierungsverlierer mit Miniloehnen,
die anderen als Speckguertelbewohner, die in immer groesserem Luxus schwelgen.
(Diese Speckguertel haben sich zu Fett-Streifen von Sued nach Nord durch die Republik ausgedehnt.)

***

Unser Dorf ist still geworden, wenn die Raser durchgedonnert sind- sehr still.
Es ist Mode geworden, mit einem moeglichst grossen oder teueren Auto zu zeigen,
daß man sich was leisten kann..
(Unser Autohaendler meint dazu: "wenn wir unsere Hausbank nicht haetten, wuerden 3/4 der Wagen nicht verkauft")
..jeder faehrt absolut jeden Meter; laufen ist nur noch als sportliches Event gesellschaftsfaehig, sonst ein "no go".
Die Hoffnung liegt auf den jungen Familien, die sich trauen Kinder zu haben - hoffentlich bleibt das Kindergeld weiter bestehen,
das es in der "guten alten Zeit" nicht gab - besonders nicht fuer Arbeiterfamilien,
auf deren Ruecken der Aufschwung wuchs.
Inzwischen ist das kleine alte Bauernhaus der Lohnkelterei in die Haende einer ganz jungen Familie gegangen,
denen ich alles erdenklich Gute wuensche und immer eine handbreit Geld unter dem Kopfkissen..
Ich selbst habe mit dem Elternhaus mehr als genug zu tun und hoffe, dass mir der Nachwuchs hier wohnen bleibt
und mal alles uebernehmen kann und nicht -wie viele- weit weg eine Arbeit findet.
(Dieser Wunsch wird sich wohl eher nicht erfuellen)

***

An weiteren Erinnerungen waeren zu erwaehnen:
Die Konfirmation war ein schraeges Fest, das mir als grauenvolles Betrinken
oder besser betrunken gemacht worden zu sein - haften blieb.
Das Waldfest im Buchenwald ist gestorben,
weil keiner mehr zu Fuss die 1,5km gehen wollte- Parkplaetze sind dort keine.
Kirmes war ehedem noch mehr "Kirchengeburtstag" und somit links und rechts an der alten Hauptstrasse,
direkt bei der Kirche.
Die alte Schiff-Schaukel wird noch gut in Erinnung sein und der Umstand,
dass ein grosses Zeit nicht noetig war,
weil genug Wirtschaften vorhanden waren !
Bei jedem der Mitkonfirmanten, den es zu bewandern galt,
gab es Schnaps- fuer 14 Jaehrige ein total ungutes Ding.

Kohlen, Briketts und Kartoffeln wurden in dieser Zeit massenweise eingelagert und verbraucht-
je groesser die Familie, um so groesser der Kohlenbunker und die Karoffel-Schuette im dunkelen Teil des Kellers,
welcher noch KEINEN Betonboden hatte, sondern gestampfter Lehm war, die Keller-Waende waren keinesfalls verputzt,
keine Heizung und nur ein notduerftiges Licht war vorhanden.
Dort lagerten auch die eingeweckten Gemuese in Glaesern, die Aepfel und Moehren in den Regalen.
Wer sich eine Hausschlachtung leisten konnte, hat die Schinken unter dem Dach aufgehaengt und die auch die Raeucherwuerste,
Dosen im Keller gelagert. -
Meine Eltern gehoerten leider nicht zu den Betuchten und lebten eher "von der Hand in den Mund" -
besonders in der Zeit, als das Haus gebaut wurde.

So mancher hatte noch einen kleinen Stall, ob als Anbau oder gar im Haus,
wo eine oder zwei Ziegen und manchmal auch ein Schwein drin stand.
Der Urgrossvater hatte ca 40-50 Stallhasen, ein paar Huehner und 2 Ziegen.
Er baute damals als selbstaendiger Maurermeister einige der umliegenden Scheunen
und mußte in ein von ihm gebautes Haus umziehen,
weil der Auftraggeber nicht mehr zahlungsfaehig war - so war auch bei ihm das Geld knapp,
zumal sein Schwiegersohn -mein Opa muetterlicherseits- im Krieg "gefallen" ist
und dessen dreikoepfige Familie miternaehrt werden mußte.

Die Hausschlachtungen waren aber noch vor vielen Haeusern zu sehen, fuer uns Kinder ein bekannter Anblick.
Der Hausmetzger wohnte im Dorf, wenn er kam mit seiner grossen weissen Schuerze und der Wanne,
dem sonderbaren Werkzeug und dem Dreibein, hoerten wir nur ein kurzes Quicken,
dann hatte der Schlag vor die Stirn des Tieres dieses betaeubt.
Diesen Anblick und den, dass vor dem linken Vorderbein die Schlagader aufgeschnitten
und das Blut aufgefangen wurde, hat man den Leuten verwehrt.
Die Frauen fingen das Blut auf und ruehrten es, damit es nicht stockte-
inzwischen wurde das Schwein in eine Wanne
mit heissem Wasser ueberbrueht und abgeschabt, damit keine Haare blieben
und danach am Dreibein - mit dem Kopf nach unten- aufgehaengt.
Nun wurde es von oben nach unten durchgehackt, die Eingeweide aufgefangen
und einzeln zur Verwertung in die Wurstkueche gebracht:
Das war die Waschkueche,
wo die Frauen Stunden zuvor Feuer unter den grossen Waschkessel gemacht hatten.
Geschwind war das Tier zerlegt und ausgebeint.
Eile ist dabei immer noetig, selbst in der kalten Jahreszeit,
wo man tradidionell schlachtete.
Im Wasser wurden nun das "Solverfleisch" oder "Wellfleisch"
und die frisch gemachten Wuerste und die Knochen gekocht,
die zuvor gut gewuerzt in die sauber gewaschenen Daerme gefuellt und zugebunden wurden.
Man kann sich gut vorstellen, dass dabei viele Leute sehr fleissig zugange waren-
eine sorgfaeltige Arbeit, sauber ausgefuehrt, damit nichts verderben oder zuschanden wurde.
So ein Schwein wog 3,5-4 Zentner und musste ueber das ganze Jahr reichen!
Einiges wurde in Dosen oder Glaesern eingeweckt, manches geraeuchert oder eingepoekelt (Salz).
Die Flomen (Fettgewebe) wurden ausgekocht und mit Zwiebeln, geroesteten Brot- und Apfelstueckchen
und Salz verruehrt und in Steintoepfchen gefuellt und abgedeckt.
Ein sehr leckerer und gut nahrhafter Brotaufstrich!
Ueblich war Blut- und Leberwurst, frisch oder geraeuchert,
grobe Bratwurst, ebenso frisch und geraeuchert im Darm,
Blockwurst, Schinken - die Dosenwurst war im Geschmack deutlich anders -
eine willkommene Abwechslung und Notvorrat.
Bei jeder ? Schlachtung wurde Rindfleisch vom Metzger zugekauft,
das der Hausmetzger dann mitbrachte -
so wurde die Wurst schmackhafter gemacht.
Das machte die Sache deutlich teuerer.
Die kraeftige Bruehe aus dem Waschkessel wurde an dem und dem Folgetag gegessen,
mit etwas Wurst darin und Brot dazu.
Die Nachbarn und Verwandten bekamen auch was ab- das war Tradition.
Wellfleisch war eine frische Fleischspezialitaet,
die schonend gekocht wurde und mit Sauerkraut aus dem eigenen Steinfass gegessen wurde.
Mit Fleisch ging man sehr bedacht um, meistens gab es nur einmal die Woche Fleisch
in den Familien - der Vater arbeitete sehr hart,
entweder in der Grube oder auf dem Bau -
nur ihm stand regelmaessig auf dem Fruehstuecksbrot Wurst und Schmalz zu.

Fuer die Familie war ansonsten eher die selbstgemachte Marmelade, Gelee,
- aus welchen wir Kinder Limonade machten- oder Griebenschmalz angedacht-
die Muetter nahmen sich zuletzt, die Kinder haben oft Zuckerbrote, manche auch Roestbrote gegessen,
die auf dem kohle- briketts- oder holzbefeuerten Kuechenherd frisch gebruzzelt wurden.
Dunstabzugshaben gab es nicht, so war in jedem Haus zu riechen,
was so gekocht wurde- und woher die Leute kamen.
Ueberhaupt waren durch den Krieg in fast allen Haeusern Generationsluecken,
weil die Vaeter "gefallen" oder vermisst oder noch immer in Gefangenschaft waren.
So mancher Staedter wurde ausgebombt und kam auf dem Land unter - wie mein Vater,
der sich als aeltester Sohn um die evakuierte Familie kuemmern musste,
bevor seine eigene Familie sein Leben bestimmte.
Also gewissermassen auch ein Fluechtling, wie viele zu dieser Zeit, die das Land und das Dorf-
wovon ich hier ein wenig erzaehlen moechte, wieder aufgebaut haben.
Zum Glueck wurde im Krieg nicht so viel getroffen oder kaputt gemacht.
Meine eigenen Erinnerungen beginnen nach dieser Zeit in welcher Zuzug willkommen war
und noch keine Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt darstellte.
(Zudem waren diese Fluechtlinge Deutsche und keine aus fremden Ecken der Welt)
Die Zeit der 50/60iger Jahre war ein Notgemeinschaft,
wo aber der Aufschwung spuerbar war- eine traurige Zeit oder gar eine perspektivlose,
wie heute - war sie nicht!
Das Geld fuer ein Schwein hatten nicht alle Leute, die meisten behalfen sich mit Huehnern,
Hasen- (richtig grosse, gut 10-15kg schwer- keine Kaninchen), manche hatten auch eine Ziege
einige hielten Gaense - spaeter kamen Puten dazu.
Fuer uns Kinder aus dieser Zeit ein ganz normaler Anblick,
wenn der Opa (eher der Urgroßvater) mit dem kleinen Leiterwagen
mit frisch geschnittenem Gras kam und wir die Tiere fuettern durften-
geschnitten hatte er das Gras irgendwo am Wegrand,
weil sich nicht jeder eine eigene Wiese leisten konnte oder wollte.
Die Renten waren sehr knapp, so war jede Mithilfe ein Beitrag zum Wohl der ganzen Familie.
Lustig war's die Gaense durch die "Lamber", einem kleinen Taleinschnitt mit Wiesenparzellen am Dorfrand
zur Fuetterung (mit gekochten Kartoffeln und Hafer) angeflogen kamen..
Mit Kueken vom Federvieh wurden wir gross- das Schlachten war um so schlimmer fuer uns..

(Lamber stammt aus dem Lateinischen, es steht fuer morastig, sumpfig, feucht-
so war wohl dort, wo heute die Kreuzung Bahnhofstr./Mittelstr./Lahnstr. ist, eine Ochsentraenke,
das Wasser dazu kam aus eben dieser Lamber,
wo ein Rinnsal in der Hoehe des Fussweges zwischen Lahnstr. und der Taunusstrasse entsprang.)

..meistens fand das Schlachten im Verborgenen statt, auf dem Holzklotz, auf dem sonst das Spaltholz fuer den Ofen gehackt wurde.
Maennliche Kueken wurden nicht -wie heute- weggeworfen, sondern grossgezogen.
Man sprach vom "schlafenden Wirt" und "dem goldenen Daumen", alles war ein wenig "regionaler".
(Heute sind die Nachrichten allumfassend, alles und jedes aus aller Herren Laender
wird haarklein berichtet - man mag schon nicht mehr hinsehen.
Der Trend zu mehr Regionalitaet wird wieder kommen, da bin ich mir sicher..)
Diese kleinen Leute, die man spoettisch "Ziegenbauern" nannte,
waren eher keine Bauern, sondern unselbstaendige Arbeiter,
die sich und ihre Familien mit Fleisch versorgen wollten.
(Der Metzger in seinem Laden war -im wahrsten Sinne des Wortes- schweineteuer,
sehr viel teuerer als heute!)

Die Stall - Hasen gaben wunderbare Braten ab, die mein Urgrossvater so machte:
Hasenbraten nach Wilhelm Holder Dieses Rezept habe ich gut im Kopf aufbewahrt
und fuer euch aufgeschrieben.
Den Geruch von frisch ausgenommenen und danach abgebruehten Huehnern ist echt uebel, vergessen kann man den nie-
auch das Ausreissen der Federn ist nicht schoen- die Muetter und Omas haben sich auf den Stuhl gesetzt,
das Vieh auf den Knien und einen Eimer davor..
Das Abziehen der Hasen ist aehnlich haesslich- aber einer musste es tun,
die Angehoerigen wollten etwas zu essen
und vom Gemuese alleine wird niemand satt, besondern dann nicht,
wenn hart gearbeitet werden musste.
(Als begeisterter Hobbykoch kann ich ein Lied davon singen-
mit Gemuese oder "oeko" allein entsteht nie und nimmer ein vernuenftiges Essen,
mit dem alle Familienmitglieder zufrieden sein koennen-
vom irrwitzig hohen Preis auf dem Markt oder bei "Biobauern" mal ganz abgesehen..)
Die ersten Waschmaschinen kamen auf- wer sich sowas leisten konnte, war froh.
Windeln wurden im grossen emaillierten Einkochtopf auf dem Kuechenherd ausgekocht, mit Kernseife abgerubbelt
und anschliessend ausgespuelt und zum Trocknen in den Garten oder auf dem Speicher aufgehaengt.
Bier in Flaschen war ebenso fremd -
die Milchkanne wurde zum Transport von der Wirtschaft nach Hause benutzt und das war selten..
In ebendieser Milchkanne wurde Milch direkt vom Bauern geholt - wer Kinder hatte, tat das taeglich.
In dieser Kanne wurde auch die "Wurschtsupp", die Sache aus dem grossen Fleisch-Kochkessel,
der wohl immer identisch mit dem Kochkessel fuer die Waesche war -
bei der Schlachtung - geholt.

Gerade noch habe ich den alten "Schinngraben",
den Schuttplatz an der Bahnhofstrasse erlebt, der ein verbotener "Spielplatz" war:
In einem Graben zwischen den Dorfteilen wurde einfach der Abfall- jeder Schrott- "entsorgt",
sogar alte Autos fand man dort -
ungetrennt und irgendwann mal zugeschuettet mit Aushub der Neubauten oder Schutt.
Als Kinder sind wir -verbotener Weise- in den Stollen im Schinngraben gegangen, der als Bunker angelegt worden war.
Eine tiefe geheimnisvolle Hoehle mit sonderbaren Bettgestellen und Hasenkaesten, Kisten und modrigem feuchten Geruch.
(in Hoehe des ehem. Hauses Kukowski, das heute einem "Deutschrussen" gehoert, unter der Bahnhofstrasse hindurch)

In den Familien wurde noch viel gestrickt und genaeht, man holte "Stangeneis" vom Wirt,
der dieses mit dem Brauerei-Laster in den Keller geliefert bekam.
(Mit Sahne, Milch, frischen Erdbeeren aus dem Garten
und einem Eispulver hat Mutter mit Hilfe einer kleinen seltsamen Apparatur mit Handkurbel -
das leckerste Speiseeis gemacht, das man sich vorstellen kann.
Viel viel besser als vom "Italiener")
Manche Leute hatten noch einen Kuehlschrank (ohne Stromanschluss), der damit gekuehlt wurde-
wir bekamen durch Vater's Beruf schon frueh einen richtigen "B osch",
einen der ganz wenigen Telefonanschluesse im Ort
und ein gebrauchten Kaefer, der 3. oder 4. Wagen hier bei uns im Dorf -
Vater fuhr auf Kundendienst und musste immer erreichbar sein,
weil die fruehen Landwirtschaftsmaschinen noch recht reparaturanfaellig waren.
Ausfaelle kommen die Landwirte heute noch sehr teuer, die Geraete mussten laufen,
egal wie, weil die naechste Regenfront schon wartete..
Meine Kindheit in Gräveneck war irgendwie "Bullerbue" und recht unbeschwert -
bald setzte der Boom ein und die Einkommen wurden besser,
was die ersten Urlaubsfahrten brachte-
auch hier waren meine Eltern mit bei den ersten..
..dabei war es zu Hause schoener als in der Ferne!
Die frischen Erdbeeren aus dem Garten, die Pfirsische,
Bohnen, Moehren und erst die Erbsen- direkt aus der Schote genascht-
waren nicht nur fuer Kinder toll.
(Heute sagt mein Enkelchen: "Der Opa ist ein fanatischer Erklaerer")
Im Heiss-Entsafter wurde Rhabarber und anderer Saft gemacht,
der typischerweise zum Sommer dazu gehoerte.

Interessant fand ich, dass "Puddel", also Jauche oder Guelle mit einer Zink-Schoepfkelle
mit langem Stil daran aus der Grube
auf das herbstliche Gartenstueck ausgebracht wurde, was echt gute Resulate brachte:
Fette grosse Fruechte aller Art !
Pfui? Ganz sicher- aber damals hatte man noch nicht so viel mit Chemie zu tun.
Spanien "bewaessert" mit verduennter Guelle aus den Klaeranlagen das Gemuese,
das fuer den Export bestimmt ist- wie man sagt..
Bei uns wurde damit am Ende der Saison geduengt, nicht bewaessert, was ein himmelweiter Unterschied sein duerfte!

Damals hatten die Haeuser kaum Baeder, sie waren eher die Ausnahme, genau wie richtige Waschkuechen-
man behalf sich, so gut es eben ging, mit Zinkwannen und heissem Wasser aus dem "Schiff",
dem Behaelter, der mit Deckel versehen im Herd eingelassen war,
der in den Kuechen stand und immer morgens als allererste Amtshandlung angeworfen wurde.
Der Neubau meiner Eltern hatte zum Glueck schon ein richtig gefliestes Bad
mit richtiger Badewanne und Holz/Kohlen/Boiler,
der angeheizt werden musste- ein damals enormer Luxus.
Sogar mit Seifenschalen-Kacheln und Brauseschlauch.
(Eine Einbaukueche hatten damals nur die Bauhaus-Kuechen in der Stadt Frankfurt,
soweit mir bekannt ist - heute ganz normaler Standard)
"Der Schornstein muss rauchen!" und
"Wenn wir uns jeden Samstag Fleischwurst und Kartoffelsalat leisten koennen, sind wir reich!"
So waren die Sprueche damals- wie dieser:
"Das gibt sich, bis neunzehnhundertsiebzig!" (Was noch ewig hin war)
Bier war also eher selten, Wein wurde in fast jedem Haus gemacht, zumindest Apfelwein,
dafuer stand schon die kleine Lohnkelterei, von der oben die Rede war.

Meine Weinrezepte haben ihre Ursache oder Wurzeln irgendwo aus dieser Zeit-
der Scharf-Opa (Lohnkeltereibetreiber) machte einen wunderbaren Stachelbeerwein, der wohl das edelste ist,
was man aus Fruechten machen kann.
(den konnte auch keine Spaetlese oder "Eiswein" toppen, den wir spaeter,
in den besseren Jahren teuer kauften)

Meine Lehrzeit war in Weilburg - zu dieser Zeit fuhren noch vereinzelt Dampfloks
und kaum einer fuhr mit dem Auto in die Stadt..
Nach dem Einkauf gingen die Leute gemaechlich zu Willigs,
in das kleine alte einfache Cafe in der Niedergasse,
wo die Frauen gerne ein Stueck Torte und eine Tasse Kaffee nahmen,
die Maenner gerne ein Glas Bier und heisse Fleischwurst,
die der Baecker Willig gerne von gegenueber holte -
die Metzgerei war noch echt und recht, nicht mit Fabrikqualitaeten wie heute..
(Damals schmeckte die Wurst mal staerker, mal weniger nach Gewuerzen - wie der Metzger "drauf war"-
heute ist fast jedes Gewerk so automatisiert und standarisiert, dass ein recht schlapper Einheitsbrei entsteht-
im kleinsten gemeinsamen Nenner sozusagen.
Selbst das Futter und das Vieh und die Saaten und Spritz- und Duengemittel sind heute genormt!)
Die Zahl der Laeden in der nahen Stadt Weilburg war erstaunlich hoch, von allem war etwas dabei:
Vom Fischgeschaeft bis zum Delikatessenladen, Kleidung aller Art, Spiel- und Haushaltswaren.
Uebrigens wurde damals ueberall "angeschrieben", dh. auf Schuldkonto gekauft !

Wir in Gräveneck hatten eigentlich eine recht gute Versorgung durch das alte Konsum,
das spaeter durch andere Laeden abgeloest wurde- die "Baeuerlichen" spielten gerne eine abgeschottete Sonderrolle.
Supermaerkte loesten in den 1970iger Jahren vieles ab, liesen auch nach und nach die Baecker und Metzger aussterben,
die selbst Schuld an ihrem Schicksal hatten und noch immer haben:
Viel zu teuer und auch schon viel zu fabrikmaessig standarisiert -
die Qualitaeten unterscheiden sich nicht von den Sachen aus dem Supermarkt -
zumal mit vorgefertigen Sachen gearbeitet wird
um moeglichst schnell moeglichst reich zu werden.
Ueberall liefern die gleichen Lastwagen an..

Richtige Gaerten findet man nur noch sehr sehr wenige im Ort, Huehner, Gaense nur noch am aeussersten Dorfrand
bei einem einzigen Halter ausserhalb des Gefluegelhofes, der unsere Eier heute noch liefert.
(2016 ist dieser Service eingestellt worden,
immer weniger der ueberwiegend aelteren Kunden haben etwas abgenommen)
Obst und Gemuese selbst anzubauen lohnt sich schlicht nicht mehr.

Die Zeit des "Konsum" - Ladens ist endgueltig vorbei, wo Gurken, Sauerkraut und Rosinen "lose" waren
und mit einem Schippchen in Tueten abgefuellt und verpackt wurden,
genau abgewogen, eingesteckt in eine Halterung an der Kasse.
Ich rieche heute noch den fetten Heilbutt, das Gemuese und Obst,
den Kaffee und das Waschmittel- das eine unvergleichliche Mischung bot,
wenn man den Laden betrat: Bimm bimm !

Farben wurden handgemischt beim Anstreicher in seiner Verkaufsstube
und aus trockenen Bestandteilen mit Wasser oder Oelen angeruehrt - im Beisein des Kaeufers.
Mein Urgrossvater, der mir noch gut in Erinnerung ist,
hat seinen Pfeifentabak selbst angebaut und selbst gebeizt- im Mist vergraben
(In dicke Lagen Zeitungen gewickelt und verschnuert)
und spaeter wieder rausgeholt und geschnitten, in eine Dose getan und mit Genuss geraucht..
mit einem Bierflaschengummi um das Mundstueck, damit die Pfeife im Mund hielt -
die Zaehne waren laengst ausgefallen und ein Gebiss zu teuer..

Wenn in der Baeckerei niemand war, ging man einfach mal eben in die Backstube - das war ganz normal.
Der Spengler stellte Ofenrohre nach Kundenangaben her - heute undenkbar.
Als Kind holte ich mit dem Handleiterwaegelchen aus Holz Briketts von der Genossenschaftlichen,
was mir immer ein ganz besonderer Spass war - zumal einige Gefaellstrecken auf dieser Tour waren!

Heute kuenden noch "Steigerhaeuser" und "Grubenhaeuser" von der regen Bergbautaetigkeit im Dorf-
noch lange nachdem die Gruben geschlossen waren.
Als einer der letzten Neugierigen
bin ich ueber die alte schmale Grubenbahnbruecke ueber die Lahn gegangen,
die vom Stollen jenseits der Lahn zur Aufbereitung fuehrte,
wo die Eisensteine zerkleinert und in große Loren abgefuellt wurden.
Die Reste der alten Zechenseilbahn, die quer durch den Ort gefuehrt haben muss und die Schienen
und dem wenigen rollenden Restmaterial sind immer sehr verlockend gewesen, vermutlich auch deshalb,
weil die Eltern verboten haben dort zu spielen, wie im alten Bunker unter der Strasse zum Bahnhof,
unterhalb des Schinn-Grabens, der heute laengst eingestuerzt ist.

Wir Kinder kletterten am Feuerfelsen, robbten durch das Hexenloch, erklommen so manche Felsen-Wand,
schnitzen im Wald Holzschiffchen und bauten Staudaemme an der Waeschbach,
die eigentlich zum Waschen der Rueben eingefasst war und bekamen regelmaessig Aerger deswegen.
Das Spiel im und am Wasser und im Matsch war am schoensten,
das konnte keine noch so tolle elektrische Eisenbahn uebertreffen.
So ein selbstgebasteltes Muehlrad ist wunderbar anzusehen.
Was wohl die heutigen Eltern sagen wuerden, wenn ihr Nachwuchs mit -
selbstgebastelten- Pfeil und Bogen schiessen wuerden und das so effektiv,
dass locker dicke Pappe durchschossen wurde?
Oder Passanten mit allerlei Schabernack erschreck wurden?
(Das aufzuzaehlen wuerde garantiert den Rahmen dieser Seite sprengen)

(Heute ist alles "strafbar" und Muetter sehen ihr Heil darin,
die "Kid's" von "Event" zu Event zu karren,
staendig bevormundend und schrill korrigierend.
Kontrollfreaks oder "Helikopter-Eltern" werden spaeterhin ihr ganzes Leben bestimmen
und haarklein dirigiren -
mit ungebrochener Tendenz zur Totalueberwachung durch immer raffiniertere elektronische Mittel.)

Damals mussten Kinder einkaufen gehen, dh. sie wurden mit Geld losgeschickt
und lernten so Pflichten zu uebernehmen und zu rechnen-
was nicht immer klappte, ab und an wurde auch mal was verloren.

Der alte Herr Dietze hat die Nachrichten der Gemeinde "ausgeschellt",
dh. er ging von einer Straßenecke zur anderen und rief mit lauter Stimme aus,
was auf einem Zettel stand.
Zuvor wurde kraeftig mit einer Handglocke gelaeutet.

In der Lahn wurde damals geschwommen, ertrunken ist niemand dabei und gestorben ist auch keiner daran,
obwohl der Fluß damals nicht gerade sauber war.
Ganz langsam kommt einiges wieder zurueck, zaghaft und mit dem Grad der wieder zunehmenden Armut auf dem Land,
die eine andere ist als damals, als die Not in vielen Haeusern elementarer war.
Abschließend wollte ich noch bemerken,
dass frueher die Frauen ueber 50 in schwarz gingen, die Maenner meistens in gruen-
beide sahen fuer uns Kinder uralt aus- heute werden viele ueber 90-95 Jahr alt!

Frueher waren die Straßen zwar einfacher, hatten aber mehr Platz fuer Fußgaenger und Kinderwagen.
Heute ist alles schoen aufgeplastert mit roten Steinen und mit Straßeninseln, wo Baeumchen drauf stehen-
(witzig, weil rund um das Dorf Wald ist und weniger lustig, wenn dadurch Parkplaetze fehlen.)
dafuer kann man die schmaleren Gehwege kaum mit den Kinderwagen befahren.
Wild parkende Autos allerorten und ein heftig schnell und meistens ruecksichtslos fließender Verkehr laermt.
Es laeuft sowieso kaum jemand und wenn, dann mitten auf der Strasse,
wie sich das in Gräveneck so gehoert.
Irgendwie hat man das Gefuehl, die Leute machen was sie wollen,
weil "die da oben" ebenfalls machen was sie wollen,
auch wenn's anders "geschrieben steht".
(Wasser predigen und Wein trinken stand schon in der alten Schrift)

Die Leute sind "anspruchsvoller" geworden, zufriedener als in der "armen Zeit" sind sie dennoch nicht.
Die Tochter meinte mal: "Ich bin ein wildes freies Kind!"
Und: "Waeren wir daheim geblieben, statt so weit in Urlaub zu fahren.."
In der Stadt koennte ich nicht leben, versucht habe ich es eine Zeit lang
und bin aber reumuetig wieder in das Taunus-Kaff zurueck gekehrt.

Ein netter Plausch oder Tratsch gehoert ganz einfach dazu !

Im Krautfeld habe ich eine Wingertanlage entdeckt, die neu angelegt ist -
irgendwer hat zwei- drei schmale Gaerten gekauft und richtig professionell Weinstoecke gepflanzt.
Sehr interessant.
Vier Frauen halten Pferde (eine aus dem Nachbarort) und eine Zwergziegen,
an der Kompostanlage sind (2016 nicht mehr vorhanden) Ziegen und Schafe - zwei halten Huehner,
einer davon -Aussiedlerhof- richtig fachmaennisch, mit einigen Sorten, sogar mit Tafeln ausgestattet,
damit Spaziergaenger gleich nachlesen koennen, um welche Rasse es sich handelt.
(Von diesen Schildern haben Narrenhaende gleich wieder ein paar kaputt gemacht)
Eine weitere Wingertanlage ist in der Wingertstrasse zur Bahnhofstrasse hin - angelegt worden.
Sehr huebsch, ebenfalls in Suedlage, wie die in den Krautfeld-Gaerten.

Die Gemeinde hat eine schoene Ruhebank am Waldrand zwischen der Kompostanlage und dem Abstieg nach Freienfels gestiftet.
(Vermutlich am 13. oder 14. Juli 2014 aufgestellt)

Nachtrag:
Damals bekamen die Kinder einfach mehr mit, was sich in der Erwachsenenwelt abspielte.
So fiel mir heute wieder ein, wie ich als kleiner Bub den Uropa fragte:
"Warum liegt die Uroma um diese Zeit auf der Couch und sagt nichts, obwohl ich sie angestupst habe?"
(Ich meine mich erinnern zu koennen, dass sie duenn gelaechelt hat)
Die Antwort des Alten:
"Die Oma stirbt, geh raus und stoere nicht, der Doktor kommt gleich".

Auf den Land ist das Sterben noch natuerlich gewesen und fand selbstverstaendlich daheim statt.
Anschliessend kam eine geheimnisvolle Frau, die Waschung und Aufbereitung fand hinter der geschlossenen Tuer statt.
Dann fand man den Toten aufgebahrt und etwas geschmueckt, mit dem besten Gewand angezogen, als wuerde er oder sie schlafen.
Die Familie aus nah und fern nahm Abschied, die Maenner tranken danach einen Korn.
Als nach 1-3 Tagen (meistens schon am naechsten Tag oder gar am Sterbeabend schon) wurde der Sarg geliefert,
es wurde umgebettet und in die Leichenhalle gefahren oder getragen.
Die Zeit der Totenwache war Ehrensache, das habe ich bei meinem Vater genau so gemacht, wie es immer war.
Den weiteren Ablauf der Beerdigung ist allgemein bekannt.
Anschliessend trifft man sich heute noch zu Kaffee und Kuchen, spricht ueber die Erlebnisse mit dem Verstorbenen,
ueber allgemeine -profane- Dinge, die inzwischen so passiert sind.
Es dauert nicht lange und der Trost wirkt, ab und zu wird sogar gelacht, besonders dann,
wenn ein normales Alter des Verblichenen erreicht worden war.
Der oder die Zurueckgebliebene sind sehr arg angeschlagen und des Trostes beduerftig.

Was war noch typisch fuer unser Dorf?
Alte Leute wurden in der 3. Person angesprochen,
es musste von uns Kindern denen gegenueber mit grossem Respekt begegnet werden.
Ein nicht gemachter Gruss fuehrte umgehend zur Beschwerde bei der eigenen Oma,
die dann ihre Tochter und die dann .. ihr Kind "gefirmt" hat, wie man sich zu verhalten hat.
(Die Maenner waeren fuer eine derartige Klage kaum greifbar gewesen)
So wurden wir Kinder schon mal angesprochen, wenn wir im Ort unterwegs waren:
"Wer bist denn du, wo kommst du her?" Oder: "Du bist doch bestimmt das Kind der Familie sowieso?"
Es war das ungeschriebene Gesetze des Zusammenlebens auf dem Land, das eine solche Frage sogleich beantworten lies.
(Heute wird kaum noch ein Kind Antwort geben und lieber schnell weiter gehen,
weil in den Nachrichten von "Paedophilen" die Rede ist.
Angebliche "Ehrenleute" oder Akademiker sind darunter, wie in der Presse kundgetan..)

Nachtrag:
Der warme Herd, das ausreichende Essen, Kleidung und vor allen Dingen
der Zusammenhalt von Alt und Jung ist es, was Sicherheit ist.
Wenn sich einer auf den anderen verlassen und Trost finden kann,
wenn es in der "Welt da draussen" mal nicht so geklappt hat,
ob das eine vermasselte Arbeit oder verlorene "Beziehung" war -
hier gibt es erst einmal einen heissen Tee oder Kaffee,
ein Plaetzchen und Zuspruch- dann wird alles gut.
(Unsere Kinder koennen das jederzeit bestaetigen,
die diese Gedanken "noch im Hinterkopf" haben, wie sie sagen)
Ein wenig "Krautfeld" sollte sich jeder erhalten,
in das man fluechten kann, wenn es mal eng wird und wenn dieses Krautfeld
nur noch im "Hinterkopf" ist, man kann es zu jeder Zeit "reaktivieren"
und mit Leben erfuellen, wenn man nicht mehr weiter weiss oder neue alte Wege beschreiten moechte.
Die alten Germanen sind so ein Krautfeld, ein gedanklicher Rueckzugsort zu bodenstaendigem,
menschlichem, bescheidenen Leben, das sich selbst genug ist und das nicht nach "Hoeherem" streben mag.
Zu diesem Krautfeld moechte ich noch etwas erklaeren:
Am Ortsrand unseres Taunus-Nestes liegen Gaerten und .. ein Feld,
auf dem traditionell Kraut angebaut wurde.
Am Rande dieses Krautfeldes sind ein paar Scheunen und ein einziges Haus
(heute sind noch 3 dazu gekommen) gewesen.
In diesem Haus war die winkelige Kueche mit dicken Lehmmauern und Fenstern.
Von dort sah man in Gaerten, aus denen noch viele lebten - sorgsam gepflegt -
ueber das kleine enge Tal des Baches hinauf zur Hoehe des Herrenfeldes
mit weiten Feldern, an dessen Fuss Obstbaeume sind.
(Heute Streuobstwiesen genannt)
Der Blick nach links hat Wald zur Aussicht, wie der nach ganz rechts oder hinter dem Dorf.
Ueberhaupt ist rundherum alles mit Wald dicht zu - zwischen dem Wald und dem Dorf sind Felder.
In dieser Kueche also stand ein alter Herd, darueber schwebte Waesche zum trocknen,
darauf standen immer Toepfe und im "Schiff" war staendig heisses Wasser parat.
In der Roehre wurde gedoerrt und gebrutzelt und gebacken - was gerade anstand.
Der Herd war das erste, was am fruehen Morgen gemacht wurde-
so war die Kueche der einzige dauerhaft beheizte Raum, in dem die ganze Familie war-
dort wurde gegessen und die Hausaufgaben gemacht, die Hausfrau war immer dabei
und kein Obst "kam um", jede angefaulte Birne oder schadhafter Apfel wurde "ausgeschnitten"
und in Glaesern eingeweckt, wie man das Einkochen nannte.
Und wie haben sich die Kinder auf das suesse Obst gefreut.
Die Konfituere hies noch Marmelade und Gelee wurde auch noch selbst gemacht,
genau wie Kuchen und Plaetzchen.
In dieser Kueche duftete es immer nach irgend etwas Leckerem. Eine heile Welt?
Nein, sie war nur zufriedener, obwohl kaum Geld im Haus war
und man sich den Besuch beim Arzt reiflich ueberlegte.
Auto? Motorrad? - Nein, eher ein Leiterwagen - mehr nicht.
Wer Fuesse hatte, benutzte diese auch.
Ueberhaupt stand die Haustuere immer auf, wenn sich das Wetter moderat zeigte.
Nachbarn klopfen oder traten einfach ein,
wenn sie sich Zucker leihen oder Eier bringen wollten - vieles wurde getauscht,
so auch die Saemlinge und Pflaenzchen im Fruehjahr.
Ein Plausch war immer drin und Zeit spielte nicht unbedingt die wichtigste Rolle,
auch wenn in der Kueche an zentraler Stelle die Uhr hing.
Neben dem Herd stand im Herbst auf dem Stuhl eine grosse Korbflasche,
aus der seltsamer Schaum blubberte- Scharf-Opas beruehmt -
beruechtigter Wein war in Vorbereitung.
(der beste Wein, den ich je getrunken habe, ist ein Stachelbeerwein gewesen
und ich kannte sie fast alle, die Rheinweine, Spaetlesen, Auslesen,
Jungfernweine, Eisweine und Praedikatsweine etc.)
Nicht schlug gnadenloser zu als dieser Stachelbeerwein..
Das Birnenspalier an der Suedseite dieses uralten Kleinbauernhauses,
das wohl gut ein paarhundert Jahre alt ist,
(es steht noch) also zum Krautfeld hin, war vorbildlich angelegt und sorgsam gepflegt.
Das war Aufgabe des Hausvaters, wie das Holz zu hacken und zu bevorraten,
die kleine Lohnkelterei zu betreiben ebenso.
Hier brachten die Dorfbewohner ihr Obst hin, das zuviel war- daraus wurde Saft gepresst
und Trester abgegeben.
Der Trester kam zu den Bauern, die ihren Schweinen als exzellentes "Bio" Futter auch kleine,
gekochte Kartoffeln und Kleie und Wasserrueben gaben.
Aus dem Saft der Aepfel hat man Wein oder Gelee gemacht.
Damals hatte noch viele Leute Huehner oder Gaense oder Enten-
schon um den Bio-Abfall zu entsorgen, wie man heute sagen wuerde.
Die Kuehe zogen den Erntewagen und Ochsen waren vor dem Pflug oder Egge gespannt,
geheizt wurde mit Holz - sparsam, nie zuviel.
(Die Kohle kam erst spaeter, genau wie Oel oder Gas oder Autos oder Traktoren.)
Holz wurde nach alten Regeln von der Gemeinde versteigert und im Hof geschnitten.
Der Fortschritt kam erst in die Staedte, hier auf dem Land,
im Krautfeld war noch lange alles beim alten..
Weihnachtsgeschenke wurden meistens selbst gemacht, heimlich, wenn es keiner sah.
Man gab sich Muehe, alles war noch ganz persoenlich gemuenzt.
Froh war man unter dem Tannenbaum allemal,
es wurde gemeinsam gesungen und das feine Weihnachtsgebaeck wartete
auf dem grossen Teller in der guten Stube,
wo der Baum feierlich geschmueckt war.
Ausnahmsweise wurde auch der Ofen angeheizt, die Eisblumen am Fenster
und die Tuecher vor den Tueren und die vielen Lappen davor,
wo man sich die Fuesse abputzen musste, sind mir immer in Erinnerung geblieben.
Die typischen Wohnraumpflanzen der damaligen Zeit, Zimmerlinden,
Clivia, Asperacus und Alpenveilchen und Primelchen -
wie sie alle waren - stehen noch vor dem geistigen Auge
auf der holzernen, weiss gestrichenen Fensterbank
mit dem Einfachglasfenster mit Messiggriff.
In der guten Stube war ein Sofa, viel zu tief hinter dem grossen Esstisch
und auch noch durchgesessen, aber mit vielen Kissen darauf-
dabei ein paar Stuehle, ein Regal und eine schmale Vitrine - mehr war da nicht.
Die seltsame, mehrarmige Lampe ueber dem Tisch, mit den "Puddingschuesselchen",
wie wir Kinder dazu sagten, wurden nie alle auf einmal angemacht,
meistens war nur eine oder zwei Birnen eingedreht.
Vor dem Wohnzimmer war die Diele, die gefliest war,
wo man sich die Schuhe ausziehen konnte, wenn diese schmutzig waren.
Geradeaus die Tuer zur Kueche, als Oberlicht ein paar bunte Scheiben,
damit man Licht sparen konnte.
Rechts davon war ein Vorhang, der eine Kellertuer und die Treppe nach oben,
zu den Schlafraeumen verbarg.
(Dort war es wohl immer kalt - nur in extremen Wintern wurde dort geheizt.)
Die "Toilette" fand in der Kueche statt, am "Waschstein",
einem grossen Spuelbecken mit Vorhang darunter, wo die Utensilien verstaut waren.
Der Abort war im Hof in einem schmalen hohen ummauerten Raeumchen im Holzschuppen,
das durch eine Holztuer mit Herzchen betreten werden konnte.
Mit einem einfachen Haken wurde innen zu gemacht- kein richtiger Tuergriff,
schon mal gar keine Drueckergarnitur mit Schliessvorrichtung war vorhanden.
Nun wird es lustig: Wie in einem Beichtstuhl war ein hoelzerner Sitz, darunter eine kl. Mauer.
Der Sitz hatte einen runden Holzdeckel mit Knauf- der ein Loch freigab, das schaurig gestunken hat.
Keiner hat sich dort laenger als noetig aufgehalten ;)
Das "Toilettenpapier" waren Zeitungsfetzen, die auf einen Nagel gespiesst worden sind.
(Ich muss heute immer noch daran denken, wenn ich eine Zeitung sehe)
Wie auch immer- die Haende wusch man sich anschliessend am "Aussenwaschbecken"
einem einfachen Wasserhahn mit kurzem Schlauch daran-
das Wasser lief ueber eine gemauerte Rinne durch den Holzschuppen nach draussen-
in den Garten.
Regenwasser hat man damals schon aufgefangen- in alten Wannen und Faessern,
auch ohne die heutigen Vorschriften der Bio-Freaks.
Nichts wurde verschwendet, alles wurde irgendwie nutzbringend verwendet.
Wenn der Stil einer Hacke abgemorscht war, wurde er gekuerzt und als "Frauenhacke" weiter verwendet-
irgendwann war der Stil mal zum Handbesen oder Kehrblech
oder wurde zur Reparatur des Handwaegelchens gebraucht.
So war das auch mit der Kleidung- die Muetter haben sich zu helfen gewusst
und so manche Hose oder Kleid selbst genaeht, Struempfe gestrickt und repariert statt etwas wegzuwerfen.
Jede Schraube und jeder Nagel wurde aufgehoben und irgendwann einer neuen Verwendung zugefuehrt.
Wenn der Zaun oder der hoelzerne Heurechen einen Zinken verloren hatte,
war das kein Beinbruch- irgendwo fand sich immer ein Stueck Holz,
aus dem man ein Ersatzteil machen konnte-
ein Drahtstift und etwas Leim machten alles wieder heile.
Dumm waren die Leute damals bestimmt nicht, das sieht man schon an den alten Mauern,
die nur aufgesetzt oder mit Lehm und Kalk gemauert waren und noch heute stehen,
waehrend die neueren Betonmauern laengst vergangen sind.
Fleisch gab es nicht oft, manche hatten ein Schwein gemaestet,
das im Hof durch den Hausmetzger geschlachtet wurde-
die meisten Leute konnten sich nur ein paar (grosse) Stallhasen oder Federvieh leisten.
(Siehe auch Alte Rezepte )
Einfach war es damals, manchmal aermlich aber niemals so arm wie heute,
wo die Muttis mit den Grossraumlimousinen von Termin zu Termin und von Event zu Event brummen-
immer Unterwegs, nie Zeit.. die Kinder haben schon nervoese Ausfallerscheinungen!
So halte ich dieses imaginaere Krautfeld fest im Kopf und gebe es an die Kinder weiter,
die es inzwischen schon an ihre Kinder weiter geben und nun auch an dich,
geneigter Leser, liebe Leserin, vermitteln darf,
dank moderner Technik.
Diese Technik nutze ich um dieses Krautfeld wieder staerker offenbar zu machen,
als eine neue alte Erfahrung und Hoffnung auf eine ruhigere Zeit, die mehr Selbstbesinnung bringen mag.
Sicher kann und mag man auch diese "gute alte Zeit", die es nie gab nicht zurueck holen -
aber ein Stueckchen geht schon:
Der Zusammenhalt ist es immer gewesen, der stark machte,
nicht der "Blick ueber den Tellerrand"!
Damals war jeder irgendwie ein "Pragmatiker" oder "Lebenskuenstler",
wenn man "ueber die Runden kommen" wollte- was besonders kleine Unternehmer betraf.
Improvisieren gehoerte zu jedem Handwerk, zu jedem Geschaeft, wie zu jedem Haus dazu.
Das Krautfeld ohne Traktor, wo es in den 1950iger schon seit gut 20-30 Jahren Traktoren gab?
Ja, das erklaert sich so, dass 1. nur in reichen Gebieten die Bauern
das Geld dafuer hatten und 2. dass der Krieg alles vernichtet hat,
jede Fabrik, jeden Ersatzteilehandel und auch die Mechaniker,
die "gefallen" waren- irgenwo weit weg an der "Ostfront"
und selbst die spaeter dazu gekommenen Fluechtlinge
oder besser Heimatvertriebenen aus den Ostgebieten kannten
sich mit der Technik nicht so gut aus- und ohne Teile haetten
die auch nicht helfen koennen.
So besann man sich wohl oder uebel auf das alte "Kummet",
auf das Joch und den Ochsen oder Kuh, das den Pflug oder Wagen ziehen konnte.
Manche hatten sogar noch ein Pferd, das vom Krieg verschont blieb -
so kam mir die ganz alte Zeit in den 1950iger Jahren ganz nahe,
ohne dass ich damals wusste warum.
Ich kann mich nicht daran entsinnen,dass irgendwer mal im Liegestuhl lag-
gab es sowas in unserem Ort ueberhaupt?
Ich denke nicht.
Meiner Eltern Generation gelang das in den 1960igern erstmals.
Davor war man -Abends, nach langen Stunden der Arbeit-
auf der Gartenbank beisammen und hat Fruechtebowle fuer die Kinder,
Brause oder Limonade (selbstgemacht) oder Apfelwein fuer die Erwachsenen genossen.
Ab und an hockte sich auch mal ein Nachbar dazu.
Die Frauen unterhielten sich schon mehr als genug beim Dorftratsch ;)
Ja, heute bin ich der Opa, der diese Dinge erzaehlen kann und das will ich auch gerne tun!
Mir faellt immer mal wieder etwas dazu ein, so zum Beispiel das gute alte Sparbuch,
das sehr sorgsam gehuetet wurde - jeder Pfennig, den man nicht brauchte, landete im Sparschwein,
das wurde am Weltspartag zur Kasse gebracht und "eingezahlt".
Man freute sich gemeinsam ueber die Zinsen, die das brachte.
Irgendwann kamen die Lebensversicherungen dazu,
die bis heute einzige Moeglichkeit fuer kleine Leute an eine Stange Geld zu kommen-
ob effizient oder nicht, es ist nun mal so.
Zudem blieb das gute Gefuehl:
Wenn mir mal was passiert, dann braucht niemand zu darben um mich unter die Erde zu bringen,
es ist alles bezahlt und es bleibt noch was uebrig, damit ich in guter Erinnerung bleibe.
Ansonsten hatte man damals nicht viel "persoenliches",
eher nur Werkzeuge und Zubehoer fuer das taegliche Leben, Hilfsmittel sozusagen.
Ein Zierteller oder ein wenig Schmuck fuer die Frauen,
die Maenner hatten eine silberne Uhr oder etwas an Pfeifenutensilien.
Mehr war da nicht.
(So lebten die allermeisten Leute- ich schaetze mal 90%)
Von "Urlaub" konnte man nur vage etwas sagen,
das war fuer die "besseren Leute", nicht fuer das gewoehnliche Volk.
Man sparte sich die Aussteuer fuer die Maedchen vom Mund ab,
das aber woertlich zu nennen !
Diese Aussteuer hatte einen sehr hohen Stellenwert-
der bei uns in der Familie nur einen rudimentaeren Fortbestand hatte:
Der Krieg hat viel kaputt gemacht, den Rest haben die "Befreier" gepluendert.
Wir selbst haben der Tochter in den 1980igern ein feines Essbesteck
fuer 12 Personen gekauft- das war richtig heftig teuer -
sie hat es gut aufgehoben und erst die letzten 10 Jahre jeden Tag genutzt-
bis heute!
Damals waren also Haushaltsgegenstaende und Waesche in der Aussteuerkiste der Maedchen,
die Buben oder jungen Maenner erhielten eine Berufsausbildung und etwas Geraet dazu.
Heute hat jedes Maedchen eine gute Ausbildung und den Fuehrerschein,
sie haben mit den Buben gleichgezogen.
Damals war es im Ort Sitte, dass anlaesslich eines Todesfalles
in einem der Haeuser von fast allen anderen Anteil genommen wurde,
man hat Umschlaege mit etwas Geld, andere haben Butter, Zucker, Mehl geschickt-
aus dem dann die "Totenweck" vom Baecker gebacken wurden,
die dann in die Geber-Haeuser geschickt und zum Kaffee nach der Beerdigung verzehrt wurden.
Das war noch bis vor recht kurzer Zeit in den meisten Doerfern so-
nach und nach ist diese Sitte eingeschlafen:
1. Gibt es kaum noch richtige Baecker, 2. Es ist der Zusammenhalt nicht mehr vorhanden,
3. Die Leute haben alle hohen Stolz und Geld, das alleine bezahlen zu koennen und schlussendlich
4. - die Sterbeversicherungen decken die Kosten einer Bestattung ab.
Mode- damals war die Aussteuer keinerlei Mode-Einfluss unterworfen.
Von Gebiet zu Gebiet war die Tracht eine etwas andere- man stickte und zierte so,
wie man es gelernt hatte.
Niemand waere auf den Gedanken gekommen, dass das Tischtuch der Grossmutter, das sie sorgsam in der Truhe verwahrte,
eines Tages "unmodern" sein koenne..
"Veraltert" ist der Kram erst spaeter, ich wuerde mal sagen seit den 1960iger Jahren in den Orten,
in den Staedten schon vor dem Krieg.
Heute hat man "Ausbildungsversicherungen" fuer die Kinder, viele bekommen den Fuehrerschein und das erste Auto mit auf den Weg,
wer es sich leisten kann gibt ein Neues,
die meisten wohl eher ein gebrauchtes.
Frueher machte man den Apfelwein, der ueberall in fast allen Haeusern ueblich war,
aus reinem Saft, ohne Zucker und ohne Wasser- wie ich heute auch.

Eine unserer Verwandten in Elkerhausen hat ihren dottergelben Gugelhupf immer mit Gaense-Eiern gemacht,
eine Sitte aus Urzeiten, wenn etwas besonders gut werden sollte.

***

Alte Gemarkungsnamen

Brand, Traubacher Graben, Archenholz, in der Sigelbach oder Siegelbach oder Sichelbach,
an der Sigelbach,
vor der Grauheck, zwischen den Wegen, vorderste Lach, mittelste Lach,
oberste Lach, unterste Lach, Hoellengraben, Traubacher Graben,
im saueren Grund, Bauwald, Kreizers Berg, Allmersboden, jenseits der Strasse,
oberste Gebain,
mittelste Gebain, unterste Gebain, hoher Rain, auf dem Graben, Steuerberg, Heuwiese,
unteres Muehltal, mittleres Muehltal, untere Fischersau,
hinter Sommrich, Fischersauberg, Kiesberg, obere Fischersau, untere Demmbach, unterm Hof,
Schwartenberger Hau, Bornwiesen, Raubschloss, Zippsmuehle, Muehlberg,
Hof Altschwartenberg, in der Muehlbach, Dachswiese, Beusing,Beusingerfeld, Heuboden, Westen,
Grauheck, Auwald, vor der Grauheck, auf der Hohl, auf dem Sauwasen, Scheuernwies, oberes Muehlstueck,
unteres Muehlstueck, mittleres Muehlstueck,Hoffeld, Finckenheck,oberes Muehltal,
Sommerhoell, Velteswald, Auwald, Untere Au, obere Au, eiserne Au, Westert,
auf dem Graben, Schottebach, Essersau, Pfaffenwald, Stoeckerfeld, Triescher,
Mittelfeld, linkerhand des Fuhrweg, in den Huetten, Krautfeld, Weusting, Hinterfeld,
Hinterholz, Pfaffenwald, Dreispitz, im Hof, Demmbach

Wuest gefallen sind die alten Siedlungen Kehrrod und Hunnenberg auf der hohen Warte,
Siegelbach oder auch Sichelbach genannt, wo alte Quellen einige Besitzangaben beinhalten,
die in diesen ehem. Orten Felder und sogar Weingaerten hatten.
Die Steuerburg, die der Gemarkung den Namen "Auf dem Steuerberg" gab, gibt es auch nicht mehr.
(Diese Burg stand offenbar auf der flachen Bergnase noerdlich von Wald und Gruppe Schottenbach
- im Maerz 1382 ist diese erobert worden.
Ob dieses eine richtige Burg oder eher ein hoelzerner Wachturm war, weiss wohl niemand)

Die Bedeutung nach dem Buch "Flurnamen an der mittleren Lahn" Schmitz Verlag, Giessen:
Brand - durch Feuer verwuestetes Feld, Archenholz - reifes Bauholz,
Graben - meist Ent- oder Bewaesserungsgraeben, Siegelbach - Sichelbach, siehe gesonderte Einlassung unten,
Lach - von Grenze hergeleitet, Gebain koennte Gebaeune vs Beune - alter Flurname fuer eingefriedetes Grundstueck,
Gehege, privater geschlossener Acker, der frei vor Viehtrieb war.
Bauerneigentum oder Herrenbesitz - wegen Unsicherheiten der Schreibweise spaeter weggefallen.
Velteswald- nach einem haeufigen Familiennamen in Atzbach.
Die Bedeutung fuer "Beusing" habe ich nicht finden koennen- vermutlich war das ein Eigenname des Besitzers,
"Sommrich" koennte ein gegen Sueden geneigtes Feld oder Wald sein,
"Dreispitz" bezog sich wohl auf die Feldform, "Pfaffenwald" ein Aushalt,
Teil des Einkommens eines Pfarrers, "Schottenbach" lautete der Name einer Grube,
"Weusting" ist eine Wuestung, "In den Hitten" evtl. ein bergbaulicher Betriff,
"Stockerfeld" koennte eine Rodung gewesen sein.

Noerdlich, oberhalb des jetziges Dorfes,
in einem kleinen, nach Westen abfallenden Hochtal war die Siedlung Sichelbach,
die "ploetzlich in Flammen stand, als alle Einwohner in Weilburg waren".
Bei der Rueckkehr konnten sich die Bewohner nur noch an der Burg, in dessen "Schutze" niederlassen.
Man liest oft "Siegelbach", die neue Scheibung seit dem 19.Jhd. Siegel kann durch die Hebung des "e" zu "i" entstanden sein
und von mhd "neige,neigung" zurueckgehen.
Bach, Waldgebiet.
Ein Zusammenhang mit Siegel/Stempel ist sehr fragwuerdig, das war wohl die feine Schreibweise der Kataster.
(Quelle: Beitraege zur Deutschen Philologie Band 61 1985 Schmitz Verlag Giessen)

(Damals sind seltsame Schreibweisen entstanden- eben grad,
wie der Schreiber das Wort verstanden hat oder meinte, es in "einwandfreies Deutsch" uebersetzen zu muessen.
Damals wie heute war die Amtstube ziemlich willkuerlich.
Auf meiner Seite "Geschichtliches" ist der Niederschlag aus einer sehr grossen Zahl aus Ortschroniken und historischen Buechern zu finden,
die meine obige Behauptung klar bestaetigt.
Durch mein Latein ist mir deutlich geworden, wie sehr sich Vokabeln biegen - oder manchmal auch falsch verstehen lassen,
je nach Satzstellung und.. Schreiberling.)

Fakt ist immer: Was geschrieben war, das blieb und wurde immer weiter uebertragen..

Das hessische Staatarchiv hat noch mehr alte Flurnamen:
http://lagis.online.uni-marburg.de/de/subjects/idrec/sn/fln/id/533019050/tbl/belegort
http://info-ort.de/ort-11650-gr_veneck_an_der_lahn.php

(Fuer Korrekturen bitte eine Mail schicken, danke!)

Die Strassen heissen:
Bahnhofstrasse, Lahnstrasse, Sonnenweg, Ringstrasse, Industriestrasse, Wingertstrasse, Mittelstrasse,
Taunusstrasse, Westerwaldstrasse, Flurstasse, Berlinerstrasse, Waldstrasse,
Lindenstrasse, Zu den Birken, Am Aukopf, In der Aue (Campingplatz), die Grube Schottenbach,
die Wuestung, der Hof Herrenfeld und der Buchenhof sind ausserhalb gelegen, wie das Hofgut Alt Schwartenberg,
auf der anderen Lahnseite und die alte Zipp's Muehle (Beckersch Muehl).
Die neue Kompostanlage ist am Buchenwald, "jenseits der Strasse", der L3323, die Hohe-Strasse.

Kerngemeinde und Geschichte: www.http://weinbach.de/

***

Graeveneck-Aumenau-Graeveneck

Am Karfreitag (29.3.2013) haben wir auf folgende NEUE Beschilderung gesehen:
(Vom Bahnhof Graeveneck ueber die Lahnbruecke,
2. Weg rechts in den Wald- noch ca zwei hundert Meter, ein Zuweg zum roten WW Lahnwanderweg.)
Image and video hosting by TinyPic

Zwischen dem Bahnhof Graeveneck und dieser Bruecke ist linker Hand ein kleiner Parkplatz,
dort kann man das Auto abstellen- dann geht es ueber die Bruecke zu diesem Wegweiser,
dann den Symbolen den Aumenau-Weg nach, in Aumenau ueber deren Lahnbruecke,
dort links die Lahn aufwaerts den Leinpfad nach Graeveneck zurueck.
(Geschwind sind 17km zusammen..) Man kann von dort auch in die Weilburger Richtung (Lahn aufwaerts) gehen
und immer wieder den Leinpfad zurueck, diesmal dann Lahn abwaerts..
(Ein Verlaufen ist ziemlich ausgeschlossen!)
**Wem die Radfahrer auf dem Leinpfad auf den Wecker gehen,
der mag an obigem Schild weiter folgen und dann mit der Bahn nach Graeveneck zurueck fahren.
Die Stationen waeren: Aumenau, Arfurt, Villmar, Runkel, Kerkerbach, Eschofen
(hier kuerzt die Bahn die Lahnschleife ab) und Limburg.
Wer es noch weiter moechte:
http://www.landkreis-limburg-weilburg.de/fuer-touristen/wandern/lahnwanderweg.html oder auch:
http://de-de.daslahntal.de/public/aktiv-im-lahntal/wandern/lahnwanderweg/
An dieser Stelle folgen noch ein paar Bilder und Bemerkungen, weil dieses unsere erste Tour im Jahr 2013 wurde:
13.4. Nach langem, kalten und dunkelen Winter der erste Termin, wo es nicht gerade schuettet, nicht zu warm ist.
(Es wurden recht hohe Temperaturen fuer Sonntag und Montag gemeldet)
Wir gingen um 10.00 los und erreichten eine halbe Stunde spaeter den eigentlichen Ausgangspunkt,
jenseits der Lahn, in diesem Waldstueck, von dem aus es links aufwaerts ging..
von dort geht der Weg locker in Boegen mit der BESCHILDERUNG rotes WW den Berg an,
hinter einem Waldbauwagen links hinab, ueber die Strasse nach Wirbelau in die Aue,
ueber den Bach, einen wunderbaren Hohlweg hoch bis auf die Hoehe hinter dem Schwartenberger Hof,
mittig durch die riesige Ackerflaeche in den gerade vor uns liegenden Wald.
Die Aussicht ist wirklich prima! Zu viel will ich nicht verraten,
nur auf zwei Punkte hinweisen, wo man sich -trotz der sonst sehr guten Beschilderung- verlaufen KOENNTE:
Nach Falkenbach geht es auf dem Weg zur Schleuse auf dem Vorsprung zur Lahn rechts steiler aufwaerts,
vorbei an den Wochenend-Haeusern. (Das rote WW ist an dieser Stelle nicht so gut zu sehen)
Danach ist alles gut zu finden. In Aumenau ist nochmal so eine Stelle nach den Pferdeanlagen-
dort bitte geradeaus an der "Piratenspelunke" entweder geradeaus
oder etwas links an der Lahnpromenade entlag bis zur Lahnbruecke.
Diese wird ueberquert, links an der Bahn entlang, die Lahn aufwaerts- der Heimweg angetreten.
Dieser Weg zurueck ist ein Stueck schneller und kuerzer.
Er fuehrt den Leinpfad entlang bis Fuerfurt, dort im Ort geht es ueber die Gleise,
dann rechts den Leinpfad weiter. (Vor den Gleisen kann man nochmal in einer Gaststube rasten)
In Graeveneck angekommen, geht der Weg am Campingplatz vorbei bis zum Bahnhof,
ueber die Gleise, die kl. Strasse aufwaerts bis zu einem geteerten Weg, der rechts zur alten Waldeslust fuehrt.
Dort die Strasse geradeaus bis zum Auto gehen..
Gute 5 Stunden dauert der Trip - fuer Geuebte und incl. 20 Min. Pause.
Die Landschaften sind traumhaft, der Erlebniswert ist wirklich 1a ! (Nicht zu schwer)
Die Bilder habe ich in meiner Galerie3 eingepflegt, dort sollen sie gemeinsam wirken.
Ich wollte die Freude an den Eindruecken nur ein wenig anregen - die jeder selber erfahren oder besser erwandern sollte.

Eine neue Tour geht demnaechst mit der Bahn nach Aumenau, gehen von dort ueber die Bruecke,
nach links unter der Basilika durch die Lahnauen nach Arfurt von dort nach Runkel
und von Runkel auf der anderen (linken) Lahnseite den Leinpfad retour ..
wobei allerdings zu bedenken ist, dass in den warmen Monaten die Radfahrer auf dem Leinpfad,
der gleichzeitig Radweg 7 ist- sehr zahlreich und sehr ruecksichtslos sind.
Vermutlich ist es besser, etwas weiter auf dem WW-Weg zu gehen und dann mit dem Zug zurueck zu fahren.
(Die genauen Beschreibungen sind wie immer auf der Seite Wanderparkplaetze
zu finden, die zwei weitere Unterseiten hat.
(20 Touren im Westerwald und 35 Touren im Naturpark Hochtaunus)

Bei der Lektuere des Festbuches zur 1100 Jahr-Feier von Laubuseschbach bin ich auf den Hinweis gestossen,
dass die Grenzen des damaligen "Unterlahn-Gaues" am unteren Lauf der Weil lagen..
demnach waere Graeveneck also dort und nicht im Oberlahngau angesiedelt gewesen.
In der Chronik von Edelsberg ist man der Meinung, dass Graeveneck, Freienfels
und Edelsberg zum Oberlahngau gehoerig war - bei Weinbach, das zum "Niederlahngau" geraten sei,
war wohl die Grenze.
Das Durcheinander von Gebietsreformen und Zustaendigkeiten von Obrigkeiten des Klerus und der Fuersten war schon enorm.

***

Ein sehr angenehme kleine Wander- oder Spaziergeh-Strecke (ca 7km) ist diese: Rund um Graeveneck
Nahe der hohen Strasse, gegenueber der Zufahrtstrasse nach Graeveneck,
auf dem Weg zur Kompostanlage kann geparkt werden, das ist der Startpunkt.
Am Waldrand zur linken entlang, (U-Verlauf) bis kurz vor die hohe Strasse,
dort geht rechter Hand ein Pfad durch den Wald, parallel zur Strasse,
der auf einem Forstfahrweg muendet.
Dort nach links die Strasse ueberqueren und den guten Feldweg geradeaus nehmen.
Nun sieht man das Dorf, wo wir oberhalb der Bebauung immer geradeaus gehen,
bis die Gasleitung steil ins Tal eine Schneise hat - dort links abwaerts,
hinter den Haeusern entlang, an der Tennisanlage vorbei.
Dahinter geht -rechts der kath. Kirche- ein Pfad weiter ins Tal, den geteerten Weg immer weiter rechter Hand bergab.
Unten am weissen Zaun links angekommen, gehen wir ganz scharf rechts weiter,
wo nur links 4 Haeuser stehen, rechts ein steiler Hang ist- weiter parallel der Bergflanke in den Wald.
(Nicht den Weg abwaerts nehmen)
Nun gehts in vielen Windungen am Berghang immer waagrecht weiter bis in die Gemarkung Weilburgs (Archenholz),
das an ein paar Waldschildern angezeigt wird.
Nun gabelt sich der Weg- wir gehen links abwaerts in die Lichtung den geteerten Fahrweg,
bis dieser nach rechts geht.
In dieser Kurve ist links das Zeichen "K1 / K2" angebracht.
Hier links in den Wald gehen und diesem Weg folgen..
Ein wunderschoener Waldweg geht langsam ab ins Tal, ueber den Eisenbahntunnel,
mit Blick auf den 2. Tunnel und zur Lahn.
Hinter dem Tunnel muendet diese Strecke auf dem Leinpfad an der Lahn-
dort linker Hand durch den Campingplatz hindurch, bis unter die Lahnbruecke
hindurch gehen, wo kurz nach der naechsten Biegung links ein steiler Fels -
Pfad aufwaerts zeigt.
Dieser schmale Pfad muendet an der Lahnstrasse, die wir steil rechts bergab nehmen,
ueber eine alte und kaputte Bruecke, bei den Kastanien links ansteigend,
beim Holzplatz zur Rechten geht es dann links scharf auf den parallel
zur Bergflanke verlaufenden Weg zum einsamen Haus "Wuesting".
Dieser breitere Weg muendet an der alten Grube an einem geteerten gruener Plan - Weg.
Dort links etwas abwaerts gehen - immer geradeaus,
leicht ansteigend bis in die Kurven beim Steinbruch.
Dort scharf rechts den Weg an dem Steinbruch vorbei -hangaufwaerts- an den Weiden entlang,
hinter diesen rechter Hand ganz auf dem Kamm des langgestreckten Feldes
entlang Richtung hohe Strasse.
Diese kurz rechts ueberqueren, links -fast gegegenueber- weiter gehen. Der Wald liegt rechter Hand, links sind Felder.
Nun kann man schon die Kompostanlage mit ihren Solaranlagen sehen.
(Unser Weg geht also VOR dem Wald bleibend in einem grossen "U" entlang bis zum Ausgangspunkt)

http://www.bfn.de/0311_landschaft+M50196d0b1ad.html?cHash=8dfd94b7aa3e766910d13ed904bfa2b5
Oestlicher Hintertaunus, unsere Heimat.

***

Eine weitere kleine Wandertour oder grosser Spaziergang (ca 9km) waere dieser: Georg Josef Tour
Ueber die Graevenecker Bruecke rechts in den Wald, den 2. Weg links aufwaerts bis auf die Lichtung,
den guten Weg bis zur Gabelung- aber diesmal nicht links nach Wirbelau, sondern nach rechts gehen.
Dieser fuehrt an einem recht liegenden kl. Teich vorbei um dann in einer T-Kreuzung zu muenden.
Nach links einbiegen, dann den guten Weg rechts ab verlassen, an zwei Teichen vorbei,
die rechter Hand liegen.
Geradeaus den Weg (ein Feld von der Strasse weg) zwischen den Feldern bis zum Wald,
dort links entlang bis auf die K490, 200-250mtr dort weiter gehen,
bis rechts ein besserer Weg abzweigt, der talwaerts bis zum alten Grubenweg oberhalb der Lahn retour fuehrt..

***

Eine weitere kleine Wandertour oder grosser Spaziergang (ca 6-7 km) waere dieser: Hofgut Alt Schwartenberg
Ueber die Graevenecker Bruecke rechts in den Wald, den 2. Weg links aufwaerts
bis auf die Lichtung, den guten Weg bis zur Gabelung- nach links,
nach Wirbelau gehen, vorbei am Friedhof, die Treppen hinab zur Hauptstasse,
dort links an dieser entlang, gradeaus- Richtung Falkenbach kurz die K431 nehmen,
wo links zwei Wege in den Wald hoch gehen.
Der zweite, obere Weg ist der unsere.
In weiter Rechtskurve aufwaerts gehts durch den Wald bis zur grossen Lichtung,dort links am Waldrand entlang
bis es links abwaerts durch die Wiesen ueber den Wirbelauer Bach,
ueber die L3452 hinweg den Weg gegenueber ein wenig aufwaerts rechts gehen.
Dieser fuehrt oberhalb dieser gefaehrlichen Strasse zu unserem Ausgangspunkt abwaerts retour..

***

An dieser Stelle darf ich mal unsere grosse Gräveneck - Runde zum besten geben:
Knapp 3 Stunden (ohne Pause, reine Gehzeit) und gute 10 Kilometer sind dabei zu bewaeltigen.
Der Anspruch ist "leicht zu gehen", aber vielfaeltig in der Abwechslung.
Parken kann man VOR der Ortseinfahrt links, von Weilburg aus gesehen,
(wer von #Wirbelau oder #Falkenbach ueber die Bruecke kam, kann auch am Bahnhof parken.)
dort ist linker Hand ein alter Steinbruch, an dem gehen wir vorbei, leicht bergan, an Pferdewiesen vorbei.
Immer dem Hauptweg folgen, der oben nach rechts, dann wieder nach links eine Kurve beschreibt
und letztlich geradeaus auf der Hoehe bis zur Hohen Strasse, der L3323,
die wir ueberqueren und am Waldrand entlang den guten Weg nehmen, der in der Waldecke links und geradeaus fuehrt.
Wir gehen geradeaus abwaerts bis die ersten Haeuser von #Freienfels zu sehen sind.
Auf dem geteerten Weg rechts, gleich wieder links -am Bach abwaerts entlang, zum alten Bahnhof.
(Einkehrmoeglichkeit, nicht immer geoeffnet)
Vor dem Bahnhof links, kurz ueber den Wiesen und Wirtschaftsbuden rechter Hand vorbei
immer in Sichtweite der Weil bachabwaerts den Radweg (alte Bahntrasse)
nach bis zum ehemaligen Gefluegelhof Zipp, dann rechts ueber eine kleine Bruecke ueber die Weil.
Nun sind wir zwischen einem Privatanwesen und der Metallwarenfabrik,
dort links den Fussweg bis zum Restaurant Guntersau, (Restaurant, Einkehrmoeglichkeit)
davon etwas links ueber die alte steinerne Bruecke, dann die L3323 ueberqueren
und in die Einfahrt zur Klaeranlage Weilburg gehen.
Dort kommt links eine 180 Grad Kehre mit Durchfuehrung unter der Bahnstrecke hindurch.
Nach dieser links den Leinpfad nehmen, auf dem wir bis zum Graevenecker- Campingplatz
(Einkehrmoeglichkeit) und dem Bahnhof bleiben.
(Zuerst kommt Kirschhofen zur linken, zur rechten Odersbach)
Am Bahnhof geht es ueber die Gleise die Strasse immer aufwaerts bis Gräveneck -
immer geradeaus die Bahnhofstrasse nach bis zum Ortsausgang, wo rechts das Auto im Seitenweg parkt.

***

Ein kuerzer Weg, ca 1,5 Std: Wied'sches Waeldchen und Fuerfurt
Parke auf dem Platz beim Elektroladen ( Gräveneck ) und gehe Richtung Ortsausgang
(Nach Richtung hohe Strasse) - dort in der Senke rechts den geteerten Weg haltend talabwaerts
die Waeschbach entlang, am alten Grubenhaus vorbei hoch den Hang,
immer dem guten Weg folgend, der nach den Aussiedlerhoefen des Herrenfeldes am Waldrand
(links gelegen) entlang fuehrt. Linker Hand liegt der Grillplatz der Feuerwehr,
geradeaus ist ein neu gemachter Waldweg durch den Fuerstlichen Wald, der in das Fuerfurter Tal geht.
Dort 100-150mtr das Straesschen nach Fuerfurt abwaerts gehen (wenig befahren)-
wo kurz vor dem Ort nach rechts ein breiter Feldweg abzweigt.
Dieser kommt bei den letzten Haeusern Richtung Gräveneck heraus.
Nun die geteerte Strasse rechts, immer weiter den Fussweg zum Weier gehen.
Dort spitzkehrig links an einem Tuempel vorbei, rechts haltend den Hang in zwei,
drei Serpentinen den Hang aufwaerts nehmen.
Oben ist links ein Aussichtspunkt ueber die Lahn mit Bank.
Von dort zurueck auf den Weg und weiter hochzu, links den Hauptweg haltend den Berg bis zur Hoehe,
immer weiter gerade weiter ohne abzubiegen.
Der Weg geht bis zu einem Holzplatz mit altem landwirtschaftlichem Geraet-
dort geht ein geschotterter Weg nach rechts zur Wuestung -wir hier sagen "Woisding dazu"- waagrecht ab.
(Also dort nicht dem weiteren Verlauf ins Tal folgen) An diesem einsamen Haus vorbei geht
der gut ausgebaute Weg eben bis zu alten Grubenhaus, das wir zu Anfangs schon sahen
(Schottenbach) nach links zur Waeschbach ab, aber diesmal ueber die Waeschhach
(frueher wurden dort Rueben gewaschen) Gegenueber der Feldscheune mit dem vielen Holz davor geht
ein Hohlweg aufwaerts an der Blechfabrik vorbei auf die Lahnstrasse.
Dort nach rechts gehen um zum Auto zu gelangen. Ende der Tour.

***

Unsere Standard-Strecke -eine gute flotte Geh-Stunde:
Der Start ist wieder gegenueber des Elektroladens,
wieder geht es gegenueber Richtung Ortsausgang zur Hohen Strasse,
wieder in der Senke rechts den Teerweg entlang- diesmal aber kurz nach der Kurve
nach links am Steinbruch vorbei aufwaerts, an den Weiden zur Rechten vorbei -
den Verlauf des guten breiten Weges nach rechts folgen, der an der L3323 (hohe Strasse) muendet.
Dort geht -ein wenig nach rechts- der Weg am Waldrand weiter geradeaus.
Nach ca 100mtr vom Hauptweg nach links weiter dem Weg am Waldrand entlang folgen,
der in einem grossen U-Bogen hinter der Kompostanlage heraus kommt.
An dieser vorbei rechts dem Waldrand geradeaus, parallel der Hohen Strasse,
zwischen Feld und Waldrand gehen. Am Ende des langen Feldes geht ein weiterer Forstweg links
ein Stueck aufwaerts den Waldrand entlang Richtung Hohe Strasse,
den wir aber nach rechts dem Trampelpfad durch den Bauwald gehend verlassen.
Dieser Pfad geht nahe der Strasse durch hohe Buchen bis zu einem Waldweg, wo wir links ueber die Hohe Strasse,
den ebenen geraden Hoehenweg bis zum Dorf gehen. Dieser gerade Weg geht bis zur Hell-Hohl
(einem geteerten Hohlweg abwaerts bis zum Ausgangspunkt der Tour zurueck)

***

Noch ein guter Weg:

Der Wied'sches Wald und Fuerfurt - ein Weg in laengerer Version..
Statt in Fuerfurt an den letzten Haeusern nach rechts Richtung Weier zu geben,
diesmal links die Strasse den Serpentinen abwaerts bis zum Bahnhof,
dort ueber die Gleise der Bahn- dort einen Abstecher zum Wehr und zur Turbine
nach links machen- dann den Leinpfad zurueck, der Lahn aufwaerts bis unter die Graevenecker Bruecke folgend,
bis zum Bahnhof Graeveneck, von dort ueber die Gleise
und die Bahnhofstrasse aufwaerts (oder den linker Hand parallel folgenden Waldweg)
bis zum Dorf zurueck.

***

Zweimal Kirschofen- je nach Gusto

Vom Elektroladen die Taunusstrasse links eingehen, geradeaus ueber die Kreuzung Mittelstrasse
immer geradeaus am alten Friedhof vorbei bis hinter das letzte Haus vor dem Wald.
Dort rechts den waagerecht am Hang verlaufenden Waldweg, dessen geschlungenem,
nicht ansteigenden Lauf bis zu einem Abzweig in gut 2km folgen:
Dort geht es links nach Kirschhofen, wo man im Tal auf dem Leinpfad
an der Lahn links bis nach #Graeveneck zurueck gehen kann
oder nach rechts durch den Wald- aufwaerts bis auf die Hoehe des Aukopfes-
dem guten Weg bis zur hohen Strasse folgen kann.
Kurz davor geht ein geteerter Weg spitzwinklig nach rechts zum Dorf zurueck ueber die freien Hoehen.

***

Ein laengerer Weg (ca 2,5 Std, die kuerzere Version 2 Std)
ist dieser Weinbach und Freienfels - Versionen:
Vom Elektromarkt wieder Ortsausgangs in die Senke,
dort recht den geteerten Weg talabwaerts zur Waeschbach, hochzu an der Schottenbach vorbei,
immer weiter bis auf die Hoehe, wo die Weg-Kreuzung und die Ruhebank ist.
Dort links (noch vor den Aussiedlerhoefen) abbiegen
und diesem groeberen Feldweg bis in den Wald,
in einer Serpentine diesem Verlauf durch diesen hindurch folgen.
An der Schranke endet der Wald- nun geradeaus an den Absperrhaehnen der Gasleitung bis an die L3323, die hohe Strasse.
(Diese bitte sehr umsichtig ueberqueren, dort wird schlimm gerast)
Gegenueber geht der Weg zwischen den Apfelbaeumen weiter durch Felder.
VOR dem Hochsitz rechts abbiegen und dann den naechsten Weg links talwaerts zu nehmen.
Nun stoesst man auf eine Weide, die wir rechts herum,
dann auf dem geteerten Weg links herum umrunden.
(Roter Stahl) Bergab das schmale Tal bis zur Freienfelser Strasse gehen.
Dort ueberqueren und links hinter den Leitplanken entlang bis zur Muehle,
dann wieder die Strasse ueberqueren um ueber den Weinbach den Waldweg folgen,
der oberhalb des Baches verlaeuft.
So kommt man nach Freienfels, wo es zwei Optionen gibt:
Entweder links und nochmal links halten,
bis ein guter Weg steil und lang nach oben auf die Hoehe fuehrt
oder geradeaus am Weinbach entlang bis zum alten Freienfelser Bahnhof,
wo links der Weg hangaufwaerts genommen wird.
Dieser geht nach kuerzerer Strecke an Weiden entlang, um dann halbrechts - recht plan-
durch den Wald zu fuehren.
(ca 1,5km) Jetzt steht man vor einer Gabelung,
die rechts ins Tal zum Radweg von Freienfels nach Weilburg-Guntersaus und links
aufwaerts zur Gemarkung "Planzengarten" in laengerem Anstieg
-vorbei an einer Schutzhuette und einem kl. Teich- bis zur Hohen Strasse fuehrt,
die ueberquert und halblinks den geteerten Hoehenweg entlang,
durch die Helle Hohl bis zurueck ins Dorf fuehrt..

***

Noch ein Weg - ca 1 Stunde lang - ist dieser: Graeveneck, um das untere Dorf herum
Vom Elektromarkt die Bahnhof-Strasse hinab zum Bahnhof,
dort ueber die Gleise nach links auf dem Leinpfad unter der Lahnbruecke her,
kurz danach links den felsigen Hang aufwaerte, der oberhalb der Waeschbach zum Unterdorf fuehrt.
Dort am Wegestern geradeaus den waagrecht gehenden "Neuen Weg"
oberhalb des Baches folgen bis zur Feldscheune bei der alten Ruebenwaesche,
dort die schmale geteerte Strasse links bis zum Dorfeingang und zurueck zum Auto gehen.

***

Berg und Tal
Eine ca 14-15km Tour, 3Std reine Gehzeit, die ueberwiegend gerade und anspruchslos zu gehen ist -
wenn man von einem kuerzeren Stueck am Roten Stock
und dann einen Anstieg am Archenholz absieht - kann ich empfehlen:
Start ist wieder am Elektromarkt- dort die Bahnhofstrasse bis zum Bahnhof, von dort auf ein Leinpfad (rechts durch den Campingplatz)
durch Kirschofen, vorbei an Odersbach, das ueber der Lahn zu sehen ist- immer geradeaus bis zum Klaerwerk Weilburg,
dort rechts vom Leinpfad ab durch die Unterfuehrung, dort ueber die Kreisstrasse ,
vor der Pizzeria an der Metall-Fabrik vorbei, dahinter rechts ueber
eine kleine alte Weilbruecke, den Weg bis etwa zum Anwesen Zipp,
das linker Hand unterhalb des Weges liegt.
(Ginge man hier gerade aus - eben zur Weil auf der alten Bahntrasse weiter, waere Freienfels zu erreichen.
Wir gingen rechts den guten Weg hangaufwaerts, der in grossem Rechts - Bogen bergan verlaeuft.
An einer Gabelung geht der L - Wanderweg scharf rechts nach 3 - Uhr hochwaerts weiter,
der links haltend immer bergan gefolgt wird.
Die naechste Abweigung dann rechts - kurz vor der Hoehe- waagrecht den guten Forstweg
(Roter Stock, Gemarkung Weilburg) bis zur hohen Strasse, diese ueberqueren-
dort geht der Weg weiter in den Wald.
Diesmal etwas abwaerts den guten Weg bis zur Gabelung .
Der K2 geht talwaerts nach Kirschofen, wir gehen aber den K1 linker Hand kraeftig bergan.
Auf der Hoehe geradeaus ein wenig hinab, dann links im Waldhain bis fast zur Hohen Strasse,
dort aber scharf rechts den geteeren Gruener-Plan-Weg durch die Felder hinab
bis ins Dorf Graeveneck und dem Ausgangspunkt der Tour.

***

Winterwanderung in und um Graeveneck (Traumpfad):
(Gemacht am 5. Jan. 2015 - Dauer 3 Std. ca 10km, Bilder QS877 bis QS882)
Wer von Weilburg kommt, kann in der Westerwaldstrasse, gegenueber dem ehem. "techn. Supermarkt" parken.
Von dort aus geht die Wanderung die Durchgangsstr. (Bahnhofstr.) abwaerts bis zur Wingertstrasse,
die letzte Str. des Ortes rechts, bei der Verkehrsinsel.
Dieser Wingertstrasse folgen bis zur Ecke vor dem Friedhof, dort nach links die letzten Haeuser entlang in den Wald.
(Den oberen Waldweg nehmen, der waagerecht am Hang entlang kilometerweit in Schlingen verlaeuft.
Von oben kann man die Eisenbahn und die Lahn sehen).
Dieser Weg endet in einer Gabelung, die rechter Hand in den Wald und links ueber eine Lichtung in den Ort Kirschofen geht.
(Letzteren, geteerten Weg nehmen wir)
Im Ort (aelteres Neubaugebiet) stossen wir direkt auf den Breitheckerweg, dem wir folgen bis zur Verkehrsinsel,
dort links halten um talwaerts der Wingertstrasse bis zur Untergasse zu folgen.
Dort rechts bis zum Sportplatz zu gehen, dort dem Leinpfad an der Lahn entlang,
unter der Fussgaengerbruecke hindurch bis zur Klaeranlage Weilburg.
Dort ist ein Durchlass unter den Bahngleisen hindurch.
Am kl. Verwaltungsgebaeude vorbei bis ueber die L3323 hinweg, ueber die alte Weilbruecke (Pizzeria) rechts an der Industrie vorbei.
Dahinter geht eine schmale Strasse rechts ab ueber die Weil (Wieder eine Bruecke).
Dem Verlauf des Weges folgen bis zu einem alten Anwesen-
dort geht ein guter breiter Weg gerade aus (Radweg nach Freienfels)
und ein fast eben so guter rechts aufwaerts in den Wald.
Dieser Weg (Pilgerweg und liegender Pfeil des Wanderclubs Taunus)
laeuft ruhig und angenehm die Haenge entlang.
Ein paar Serpentinen, fast auf der Hoehe gehen rechter Hand
in Abstaenden zwei Wege rechts ab- wir gehen aber den Schildern nach,
die nun kurz bergab zeigen.
Dieser Weg stoesst muendet auf den Weg vom Pflanzengarten (Gemarkung).
Hier gehen wir vom markierten Wanderweg ab und schlagen uns nach rechts aufwaerts,
vorbei an der Foerster Horn Huette und dem gegenueber liegenden kleinen Teich. (Hier sollte man langsamer gehen,
der Anstieg ist laenger und etwas steiler.)
Nach ein paar hundert Metern queren wir die L3323 (Hohe Strasse)
und gehen den geteerten Weg Richtung Sportplatz - links und rechts Felder.
Einfach auf diesem geteerten Weg bleiben, der bis zur Bahnhofstrasse fort geht- wo das Auto steht.

Diesen Weg kann man auch umgekehrt nehmen,- vermutlich ist er dann etwas leichter zu gehen..

***

Die Ortschronik Graevenecks schreibt:
Der Vertrag der Nassauischen Bruderteilung von 1255 links dem einen und rechts der Lahn dem anderen, Otto und Walram.
Er aeltere Bruder blieb die Weilburger Seite der Lahn.
(Vermutlich waren die meisten Orte schon sehr viel aelter als die ersten schriftlichen Erwaehnungen.)
Dessen Gegenburg Graeveneck wurde auf der Felsnase links der Lahn ab 1381 begonnen, die jene Elkerhaeuser Ritter auf der Gegenseite von ihren wilden "Steuereintreibungen" von den Reisenden abhalten sollte.
Nachdem diese Elkerhaeuser Burg zerstoert war, ging die Graevenecker Burg in Erblehen ueber, als Gutshof.
Der Ort Graeveneck soll so entstanden sein:
Eines Sonntags, alle Bewohner Sigelbachs sollen in Weilburg in der Kirche gewesen sein,
waeren Haare (lat. Haruspex, Handleser, Wahrsager)
in den Ort gekommen, haetten diesen gepluendert und gebrandschatzt.
(Das waere aber sehr untypisch fuer Zigeuner gewesen, das taten in der Historie nur vagabundierende Soldateska)
Nur eine "Greisin" waere im Ort geblieben,die wohl nicht gut zu Fuss war. (Heute wuerde man "Seniorin" oder "aeltere Mitbuergerin" sagen).
Jede Greisin musste schwoeren "keinem Menschen etwas verlauten" zu lassen.
Als die Bande weg war, rannte dieses "Muetterchen" so schnell wie es konnte,
nach Weilburg in die Kirche und rief:
"Saeule, Saeule, ich sag dir, Siegelbach brennt!"
Die eilig zurueckkehrenden Einwohner fanden aber nur noch Truemmer vor - danach sollen sie um die Burg Graeveneck angesiedelt worden sein..

Wie lebten sie wohl, die Leute damals in Sichelbach oder Siegelbach oder Siglbach, wie immer die genaue Bezeichnung war?
In der alten Zeit - vor ueber 650 Jahren -
konnte wohl kaum einer lesen und schreiben, das hoechste der Gefuehle war ein wenig "Buchfuehrung",
damit die Finanzen soweit in Ordnung waren.
Einen Pfarrer oder Schultheiss oder eine Muehle wird diese kleine Siedlung wohl eher nicht gehabt haben,
wohl aber einen Schmied.
Vermutlich hatte die Siedlung nur eine geringe Groesse,
sie wird eine kleinere Ansammlung von fuenf bis acht Gehoefte gewesen sein,
wo jeder Hof eine kleine Scheune und einen Stall und Erdkeller hatte,
die ein wenig weiter voneinander weg waren.
(Aus Brandschutzgruenden: Die Daecher waren mit Stroh gedeckt und weit herabgezogen)
Die Haeuser waren in Staenderbauweise, hatten Klappfenster -vermutlich noch ohne Glas-
und eine offene Herdstelle, ueber der ein Dreibein stand.
Darueber ging der Abzug durch eine Dachluke, die man aufziehen konnte, ins Freie.
Wenns hoch kommt, war schon ein Kaminabzug vorhanden, was ich aber weniger glaube:
Die vielen Ortschroniken sind da oft unterschiedlicher Meinung.
Die Waende der Haeuser bestanden aus Reisig-Geflecht, das mit Lehm ausgeschmiert war,
die Boeden waren vermutlich aus groben Holzdielen, der Kuechenteil mit Ziegeln, die selbst vor Ort gebrannt wurden,
genau wie die Toepferwaren.
Strassen gab es keine, nur Wege mit Wasserrinnen an der Seite,
grobe Holzzaeune hegten die Gehoefte ein, wo Huehner, Schweine, Ziegen gehalten wurden.
Eine Kuh oder gar ein Pferd wird wohl kaum einer gehalten haben,
dafuer war die Gegend zu arm, der Boden nicht ertragreich genug;
es mag wohl sein, dass ein Bewohner ein Muli oder Zugochsen oder Fahrkuh hatte-
irgendwie wird man die Felder wohl bewirtschaftet haben.
Ein ganz kleiner Wasserlauf sammelt sich im Wald zu einem Baechlein,
das im Sommer nur wenig oder kein Wasser fuehrt.
Das Dorf in der Hochsenke zwischen der Hohen Strasse und dem Hang zur Lahn hat am Waldrand eine Vertiefung,
die auf einen alten Brunnen hindeutet, der wohl mit Bruchsteinen gefasst war.
Man darf deshalb davon ausgehen, dass sich der Ort dort befunden haben muss- also dort,
wo der Wald- Weg vom Graevenecker Sportplatz nach Kirschofen verlaeuft.
Vermutlich wird in der Lahn gefischt worden sein, Holz war mehr als genug vorhanden,
die weiten Flaechen bis zur Hohen Strasse werden mit Hafer- und Roggen angebaut worden sein,
der Rest als Weide gehalten.
Die Schweine wird man auch im Wald gemaestet haben, mit Eicheln und Bucheckern.
Das Leben an einem solchen Ort wird von frueh bis spaet mit Arbeit gewesen sein,
mit fuettern, melken, buttern, Dung sammeln, Essen bereiten,
Wasser holen, Holz hacken, toepfern, schmieden, Getreide mit der Handmuehle mahlen,
Leinen und Flachs weben - was genug Bearbeitungssschritte zuvor erforderte.
Vermutlich sind die meisten Leute im Sommer barfuss gegangen, Schuhwerk war sehr teuer,
grobe Sandalen koennte ich mir bestenfalls noch vorstellen.
Die Einrichtungen der Haeuser waren sehr spaerlich, eine Bank,
ein Tisch ein Bettkasten mit Stroh- div. Haushalts- und Arbeitsgeraete und Haken
fuer die Kleidung.
Wer in Sueditalien ein Trullo von innen sehen konnte
(nee, kein touristisches, sondern echtes),
kennt die Umstaende, die bestimmt sehr aehnlich sind, wie unsere Vorvaeter leben mussten:
Ein runder Raum, mittig durch eine Stange mit Vorhang geteilt, dahinter das Bett,
davor Tisch und Stuehle, links der gemauerte Herd, etwas Holz und ein Eimer Wasser dabei-
und an den Waenden das Geschirr an Naegeln aufgehaengt..
Leinen und Flachs wird bestimmt auch angebaut worden sein,
desgleichen Rueben - weisse und gelbe
und uns heute weniger bekannte Sorten, aber auch schon Kohl und Salat,
Kraeuter und Zwiebeln.
(Die Kartoffeln kamen erst sehr viel spaeter)
Je nach Begabung machte man "nebenbei" auch hauswirtschaftliches Geraet selbst-
einer konnte schnitzen, der andere mit dem Schiedefeuer umgehen,
der naechste uebte sich in der Heilkunst etc.
Damals war JEDER ein "Bauer" und tat nebenbei noch mindestens ein Gewerk,
mit dem etwas geleistet oder hergestellt werden konnte das,
zum Tausch geeignet war.
Geld wird wohl kaum jemand erhalten haben - es sei denn,
man brachte die ueberzaehligen Waren auf den Markt nach Elkerhausen oder Weilburg.
Der damals schon vorhandene Fern- oder Kutschenweg "Hohe Strasse"
laeuft noch heute auf der Hoehe, also ein ganzes Stueck von der Siedlung
Sichelbach entfernt.
Die Lahn war freilich noch nicht "begradigt",
es war noch kein Leinpfad oder gar Eisenbahn vorhanden..
Die Ueberflutungsraeume waren also bis an die Felsen heran,
auf dem der Ort auf sicherer Hoehe liegt.
Im Wald sind ueberall Spuren von Eisenstein- wer weiss,
vielleicht hat man dort schon mit Feldoefen gearbeitet und dann das Roheisen zum Markt gebracht?
Vermutlich wird die Koehlerei ein Einkommen abgeworfen haben -
Holzkohle wurde damals ueberall gebraucht, in feinen Haeusern,
aber besonders in den Schmieden und Schmelzen war dieser Brennstoff hochwillkommen.
Die Jagd wir auf alle Faelle einiges abgeworfen haben,
bei uns sind viele Wildschweine und auch Rehe - frueher waren auch viele Hasen da, nicht nur Kaninchen.
(Heute sind Hasen recht selten)
Die beste Kontrollierbarkeit der Untertanen war die Naehe -
eine kl. Siedlung fernab war sicher dem Herrscher in Weilburg nicht genehm.
Die Jagd stand dem Fuersten zu, dh. er nahm sich das Recht ganz einfach,
weil er Soldaten hatte,- deshalb wird die Wilderei geblueht haben.
Noch vor dieser Zeit hatte jeder "Germane" das selbstverstaendliche Recht auf die Almende
(jedem gehoerig, im Gegensatz zu den genau geregelten Felder)
und auch auf die Jagd.
Von "Kinderarbeit" wird wohl keiner gesprochen haben,
in diesen Nest wird weder Schule noch Pfarrei gewesen sein-
Kinder halfen im Haus und bei der Ernte mit,
sie fuetterten die Tiere, sammelten Fruechte etc.
Jeder hatte seine Arbeit und lernte dabei - als es noch keine "Lehre" fuer die einfachen Leute gab-
ausser in groesseren Orten.
Vor 650 Jahren war eben schon ein Fuerst da, der die Leute ausnahm,
pardon - die Steuer eintreiben lies.
Burgen und Gegenburgen, einer beschuldigte den anderen Prinzen ein "Raubritter" zu sein -
"Mannen" wurden gebraucht, die um die Burg herum lagen um die Arbeiten zu machen.
Was lag also naeher, als sich diese in der Umgebung zu "besorgen" ?
In alten Zeiten ist auch schon mal ein Ort "wuest gefallen",
was durch Seuchen oder Kriege geschah - unser Sichelbach soll abgebrannt sein.
Ortsfernes Wohnen kann man sich beim Schwartenberger Hof (jenseits der Lahn)
oder der Staatdomaine Gladenbacher Hof bei Aumenau oder dem Rathsbacher Hof
der Familie Radu in Ernsthausen ansehen - evtl.
kommt dabei ein wenig von dem Gefuehl des "damals" auf.

Leider haben wir beide nicht mehr erlebt, wie die Schweine auf einem Bauernhof herum laufen durften,
Huehner sind noch lange frei gewesen- heute ist alles eingesperrt und abgeriegelt,
wird so schnell wie moeglich gemaestet.
Hier sehe ich den falschen Weg der "Erzeuger"- einfach neue (alte) Normen einfuehren,
natuerliche Vermehrung der Tiere, Artenvielfalt und Artenschutz
beachten und gleich vor Ort verkaufen oder im nahen kleinen Orts-Supermarkt.
Das kann man mit allen Nutztieren so machen, denen ein wuerdiges Aufwachsen und Leben zusteht.
Niemand muss Kalbfleisch oder Mastpouladen oder Grillhaehnchen essen,
niemand "Jungschweinebraten" kaufen, das halte ich als Hobbykoch fuer einen Irrweg,
der kontraer zur Zivilisation steht.
Ganz sicher wird das Fleisch teurer werden, ganz sicher aber auch sehr viel schmackhafter und wertiger.
Niemand muss ein ganzes Kilo Fleisch in sich hinein stopfen -
kein Riesenschnitzel, sondern kleiner und weniger und seltener konsumieren.
Das ist auch fuer die Oekologie und auch uns,
wo keine zusaetzlichen Hormone oder Antibiotika aufgenommen werden,
zutraeglicher sein !
Zu meinem grossen Bedauern hatten meine Eltern keinen Bauernhof, mir haette das sehr gelegen.

***

"Einige Wochen vor Pfingsten gingen alle Kinder jeden Mittag
nach der Schule gemeinsam in den Wald, um das Pfingsthuettchen zu bauen.
Der Platz zur Errichtung des Huettchens musste etwa sechs mal acht Meter gross sein.
Die Buben nagelten duennte Stangen an die Buchen,
wir Maedchen mussten den Boden saeubern und eventuell eben machen.
Auch ein Tanzplatz wurde hergerichtet und bis zu dem naechsten Waldweg ein Pfaedchen gekehrt werden.
Im Innern des Huettchens wurden ringsum Holzpfloecke eingeklopft, darauf wurden Bretter genagelt.
Dies diente als Sitzgelegenheit.
In der Mitte des Raumes wurde auf die gleiche Art und Weise ein Tisch errichet.
Pfingstsamstag mussten grosse Aeste Buchenlaub herbei geschafft weden.
Damit wurden die Waende und das Dach ganz dicht geflochten.
Am ersten Pfingsttag trafen sich alle Kinder im Schulhof.
Eine Birke wurde mit bunen Baendern geschmueckt.
Die Kinder stellten sich zwei und zwei auf.
Am Arm jedes Kindes hing eine kleine Brezel oder Kranz, die die Mutter aus Hefeteig selbst gebacken hatte.
Weiterhin hatte jedes Kind noch ein kleines Flaeschchen mit Maiwein in der Hand.
Mit dem Maibaum zogen wir dann singend durch das Dorf zum Pfingsthuettchen.
Alle Erwachsene, die noch gut zu Fuss waren, kamen zu den Kindern in das Huettchen.
Auf einer Mundharmonikka wurde gespielt und auf dem Tanzplatz tanzten die Kinder Reigen.
Auch meine Grossmutter erzaehlte schon vom Pfingsthuettchen."
Seit vielen Jahren gibt es diesen Brauch nicht mehr,
der an das biblische Laubhuettenfest erinnert und das auch in Graeveneck im Bauwald gefeiert wurde.
Meine Seiten Geschichtliches sind- wie die Geschichte allgmein-
in Dunkel der Zeit abgetaucht..

***

35796 Graeveneck, ueber die Weil - die 1. Tour im Jahr 2015, am 17.3. !
Die erste Tour 2015 geht von zuhause ab - 3 Stunden in eine Richtung, 3 Stunden retour.
(Wir wollen in Form kommen und sehen, wie weit man genau mit dieser Methode kommt.
Die geographische Richtung ist Nord-Ost: Die Tour war tatsaechlich gut 6 Stunden plus Pause)
Wer von der L3023 von Weilburg kommt, faehrt nach dem Wald rechts den geteerten Weg
zum Sportplatz und kann dort sein Auto abstellen.
Dann geht es den gleichen geteerten Weg zurueck bis ueber die L3023,
direkt den geraden Weg in den Wald hinab, der an der Foerster Horn Huette
und dem kl. Teich rechter Hand vorbei geht.
(Gemarkung Pflanzengarten) Anders als bei Google zu sehen,
kommt nach der Huette von links der L (Lahnhoehenweg) und der Weg mit dem Pfeil, die beide bergab gehen bis zur Gabelung.
(rechts geht der Lahnhoehenweg und der PfeilWeg weiter,
geradeaus der Wanderweg mit weissem Dreieck auf weissem Grund,
den wir waehlen- dieser geht dann ueber eine schmale urige Bruecke der Weil...
nach kurzer Strecke geht es ueber die Weilstrasse, den gegenueberliegenden Hangweg nach oben-
und von dort an immer hangseitig um lange schmale Schluchten.
Die Route ist gut beschildert mit dem linierten Dreieck auf weissem Grund.
Oberhalb des Weiltales - unten sieht man die Fabrik Arnold liegen-
dann gehts ueber der Tanzschule am Erbstollen die halbe Strecke bis Kubach aufwaerts,
um dann links hinter einem weissen Neubau links Richtung
Weilburgs Oberstadt ab.
(Unterhalb des Altenheims und der Lehrerfortbildung und der Spielmann-Schule)
Bis zur Frankfurter Strasse, diese hinab. Unten an der Landtorapotheke
kann man (was ich empfehle) halb links durch das Landtor und von dort den unmittelbar
danach rechts abgehenden Treppenweg aufwaerts durch den Schlossgarten gehen.
(Den sollte man besichtigen, ggf. auch das Schloss) Dann an den Eis-Salons vorbei
(Dort kann man auch bei der Metzgerei etwas aus der Hand essen
oder geht in eine der Lokalitaeten).
Anschliessend den gleichen Weg (Dreieck) retour.
(Wir kennen die Stadt sehr gut und so sind wir lieber ueber die Oberlahnbruecke
(an der Apotheke der Frankurter Str. folgend) am Bahnhof vorbei,
( nach der Bruecke rechts ab die Bahnhofstr.)
Immer weiter bis zur Ahaeuser Bruecke, dort drueber und rechter Hand
(am linken Lahnufer) den Leinpfad nach Weilburg zurueck. (Schleuse besichtigen)
Von dort entweder bei der Oberlahnbruecke die Frankfurterstr .
aufwaerts oder links der Schleuse ueber den Bahnuebergang ein kurzes Stueck den Karlsberg hoch,
dort rechts einen Trampelpfad bis oberhalb des Tunnels gehen, wo eine Bank ist.
(Rast) Dieser Weg muendet wieder in der Frankfurter Str. dort hochwaerts.
Gegenueber ist der Kalvarienberg, ein interessanter geschichtl. Ort.
Wir gingen also dem Dreieck nach zurueck, kamen wieder an die Weil
(durch einen wunderbaren Wald mit zwei Mini-Bruecken)
an das Wehr der Weil mit der Weilbruecke.
Nun kann man wieder den Hang hoch zur Foerster Horn Huette oder -- wie wir gingen,
links die alte Bahntrasse den planebenen Weg nach Freienfels.
Dort ist der alte Bahnhof.
Dort gehen wir links an 3 Haeusern entlang bis zur Gabelung.
Links eine kl. Bruecke zum Ort und Muehle, rechts ins Neubaugebiet-
ein Stueckchen nach links, dann gleich wieder rechts den Weg
durch den Wald steil aufwaerts auf gutem Weg den Berg an.
Oben angekommen, gehts immer gerade aus, links liegt der Wald, rechts ein grosses Feld.
Dann kommt die L3023, die ueberquert wird um nach einem kurzen Schlenker geradeaus
weiter den schnurgeraden Feldweg mit Aussicht auf Graeveneck zu folgen.
In der Ferne, halb rechts liegt der Sportplatz (Ausgangspunkt) ,
der aber erst im Ort Graeveneck erreicht werden kann:
Erste Strasse rechts gehen, immer geradeaus am Wasserhaeuschen vorbei aufwaerts
geht der Weg gerade zum Sportplatz...
Bilder von QS910 bis QS926.jpg

Zum Thema Winter Spaziergaenge habe ich eine Sonderseite angefangen,
die nach und nach schoene und vor allen Dingen praktikabele Strecken in unserer Gegend
aufnehmen soll, fuer die man nicht gleich mit schwerer Montur aufwarten muss.
So viele feine Strecken sind ganz nahe unserer bekannten Strassen durch die herrliche Landschaft vorbereitet,
die man erst einmal finden muss.
Eben deshalb diese Seite..
(2 bis 5km einfache Strecke kann man auch ohne Verpflegung, mit guten Strassenschuhen gehen)

***



***

"Taunus"

Wiki ueber Graeveneck

http://www.benburgen.de/burgen/burg-gr%C3%A4veneck/



Wer weiss heute noch, dass der erste Friedhof oberhalb der Weckerts-Muehle
in der Ecke zwischen Strassenbogen und Fussweg ueber den Tunnel war?
Der zweite Friedhof war hinter der ev. Kirche, dort wo der Pfarrer seinen Kappeskohl pflanzte
und den Grill aufgestellt hatte, der dritte Gottesacker war hinter der alten Schule,
wo heute die Containerfestung der Feuerwehr steht.
(Frueher ging dort eine doppelte Treppe- links rum und rechts rum)
Dazwischen war dieser Friedhof der Schulhof der alten Schule.
Der naechste Friedhof war - wie sinnig - in der Friedhofstrasse,
die heute Mittelstrasse genannt wird, an der Ecke zur Wingert/Taunusstrasse.
Drueber, bis zur Waldstrasse ausgedehnt, kam der "neue" Friedhof,
der noch immer eine Leichenhalle hat - inzwischen zur Haelfte abgeraeumt.
Der allerneuste Friedhof ist im Krautfeld - eine etwas seltsame Anlage,
mit viel verschenkten Schraegen, aber mit Kuehlkammer in der Halle.

Neues: Ein uraltes Pachtbuch ist wieder aufgetaucht -
Villmarer Zehntpachtbuch 1473-1502-1679. Nachtrag von zweiter Hand zu entnehmen: Wiesbaden Nr. 164 Blatt 1-109 Nr. 175 Vv. Inhalte auf 218 handgeschriebene Seiten - 543 Jahre alt mit den Zehnten von Villmar und seinen Kirchspielorten: Arfurt, Aumenau, Dodenhausen, Gladbach, Goetzenboden, Grebeneck, Lindenholzhausen, Muenster, Niederbrechen, Nikolausdernbach, Oberbrechen, Schadeck, Seelbach, Treisfurt, Velden und Weyer aus den Jahren 1473 bis 1679.
Das Pfarramt Villmar hat eine Kopie dieser Originalausgabe. Fuer Familienforscher bestimmt interessant.

***

Alte Gaststaette Waldeslust. (Nachtrag)
Mir ist nur bekannt, was meine Eltern erzaehlten:
Man traf sich dort -wohl direkt nach dem Krieg- zum Tanz, es war eine Art fruehe Disco, in der man sich kennen lernen wollte und konnte.
Der Bahnhof ist nicht weit, ein Auto hatte keiner, bestenfalls ein Fahrrad.
In der Waldeslust gab es Essen, Getraenke und Unterhaltung - ideal, um nach langer, schwerer Woche zu entspannen
und um die Dorfschoenheiten kennen zu lernen.
(Meine Mutter war wohl eine davon, die Vater auf diese Weise kennen lernte,
der mit seiner Familie aus Frankfurt nach Falkenbach
-das ein paar Kilometer entfernt von Gräveneck- evakuiert wurde.
Alleine mit Mutter und 3 Geschwistern musste mein Vater die Familie durchbringen,
weil Opa noch weitere Jahre in Kriegsgefangenschaft blieb.
Zur Gaststaette: Hinter hohen Tannen, die reihum an der Strasse entlang standen,
war links der Einfahrt ein Pavilion in den Hang gebaut, vermutlich waren bis dorthin Tische und Stuehle aufgestellt.
Alles wirkte wie ein Anwesen im Schwarzwald, mit Blick zum Bahnhof,
der in aehnlichem Stil gebaut war (ca 1900) und zur Lahn, wo zur damaligen Zeit ein beliebtes Freibad
-ganz aus Holz- mit Liegewiese war.
Spaeter starb der Inhaber der Gaststaette, seine Frau machte noch eine Weile weiter, war aber koerperlich bald nicht mehr in der Lage dazu.
Irgendwann hat jemand das Gebaeude gekauft und als Unterkunft fuer Zuwanderer eingerichtet.
Nach diesem Boom stand es leer.
Das dahinter liegende Gebaeude war eine Strumpf-Fabrik,
in der in den 60iger Jahren einige Frauen aus dem Dorf Arbeit fanden -
diese Halle steht ebenfalls schon lange leer und verfaellt schon laenger als die Waldeslust.
http://www.ansichtskarten-center.de/graeveneck/6294-graeveneck-lahn-gaststaette-pension-haus-waldeslust
http://www.akpool.co.uk/postcards/24021557-postcard-graeveneck-weinbach-restaurant-zur-waldeslust

Heute, am 19.3.2013 habe ich in "Der Stadtpfeifer auf das Jahr 1952" folgende Bemerkung des ehem. Landrates Dr. Schuster gelesen:
"Als sich im Februar 1949 die Moeglichkeit ergab,
in der Gemarkung Graeveneck das Gasthaus Waldeslust mit etwa eineinhalb Morgen unbebautem Gelaende zu erwerben,
griff der Kreisausschuss sofort zu; der Kreistag genehmigte einstimmig den Ankauf
und richtete ein Altersheim fuer Heimatvertriebene ein.
Als sich ergab, dass dieses Heim den berechtigten Anforderungen der Insassen raeumlich
und nach der ganzen Ausstattung nicht genuegte, waren die Kreiskoerperschaften einmuetig bereit,
das Altersheim aufzuloesen und die alten Leute in den besseren inzwischen erstellten Heimen
des Bezirkskommunalverbandes in Weilmuenster und Hardamar unterzubringen.
Dafuer baut der Kreis auf dem zur Verfuegung stehenden Gelaende eine Fabrikhalle
und hat diese und das Wohngebaeude an einen leistungsfaehigen Fluechtlingsbetrieb,
der bisher in Rod an der Weil notduerftig und voellig unzureichend untergebracht war,
zum Betrieb einer Wirk- und Strickwarenfabrik - mit Aussicht auf den spaeteren Ankauf - verpachtet.
Das Unternehmen wird demnaechst anlaufen.."
Ende des Zitates.

"Alwedi" Wirk- und Strickwaren Inhaber H. u. A. Morgenstern "Modische Charmeuse- und Interlock-Unterwaesche"
lese ich in den Kleinanzeigen des Stadtpfeifers von 1953 auf Seite 98
(Die Graevenecker Fabrik bei der Waldeslust)
Nachtrag: Die alte Waldeslust soll seit Mai 2013 wieder einen neuen Besitzer haben.
Auf Seite 81 des Jahrgangs 1953 steht : "Sichelbach" statt "Siegelbach" als Ursprung unseres Dorfes.
So wurde das auch bei uns ueberliefert.
Die "Zig euner" sollen den Ort angesteckt haben, weshalb er bis auf die Grundmauern abbrannte.
Das werden wohl eher die Burgleute gewesen sein, die dringend Gesinde und Hilfskraefte oder Handwerker gebraucht haben.
Das ist aber nur meine persoenliche Vermutung.
Uebrigens kommt der Ausdruck "Buerger" von im Schutze der Burg wohnend.

***

An dieser Stelle meinen Dank an die Stadtbuecherei Weilburg, die inzwischen "meine Bibliothek" geworden ist.
Gekaufte Buecher wandern nach dem Auslesen dort hin, wo sie mehr nuetzen als im eigenen Buecherregal!

In einer Elkerhaeuser Chronik stand "Schartenberg",
statt der heutigen Schreibweise "Schwartenberg", welcher heute der Familie Thome gehoert.

Ein Fundstueck aus der alten Villmarer Chronik:
"Hieraus geht genugsam hervor, dass der Zehnte erst zur Zeit der kurfuerstlichen Verwaltung
aus dem Rahmen der Villmarer Herrschaft geloest wurde.
Im Fuerfurter Pachtbuch finden sich von 1476 an die Pachtsummen des Grefenecker Zehnten,
die Junker Johann Brendel entrichtete, naemlich 1476 - 10Malter Weizen,
1477 - 11 Malter, 1478 - 13 Malter, 1479 und 1480 je 11 Malter, 1481 - 10 Malter.
1532 lieferte der Hof Fuerfurt 15, 1560 - 18 Malter Korn.
Im gleichen Jahr ward die Frau zu Graeveneck 9 Malter Korn schuldig.
Deswegen kann zur Zeit vor 1563 keine Rede von einer Veraeusserung der Gueter gewesen sein.
Also vergab der Kurfuerst die Rechte an die Herren von Brendel und die Herren Klueppel von Elkershausen als Erblehen.
Wie konnte seine Eminenz die ihm nicht gehoerenden Gueter vergaben?
Dies ist die dritte Frucht der kurfuerstlichen Verwaltung.
Diese obengenannten Eingriffe in die Mattheiser Rechte verursachen einen jaehrlichen Schaden
von 61 Malter Korn ohne die ausserdem damit verbunden Beeintraechtigungen.
Dabei darf man nicht vergessen, dass nach der Angabe des Kellners Johann Wenzel
dem Herrn Klueppel zu Elkershausen aus den Mattheiser Gerechtsamen zu Fuerfurt
und zu Graeveneck jaehrlich 26 Malter Korn als Pacht entrichtet werden.
Beim Koblenzer Gericht sieht man voll das Unrecht ein, man weigert sich aber ein dementsprechendes Urteil zu faellen.
Will man nun dem Recht nicht seinen freien Lauf geben oder soll es eine Gunstbezeugung fuer die Herrn Klueppel von Elkershausen sein,
die seit langer Zeit Lehnstraeger des Kurfuersten waren, fragt sich P. Matthias.
Wie aus Urkunden ersichtlich, erhielt Junker Daniel Brendel am 16. Sept. 1602
nach dem Tode seines Vaters Eberhard das Lehen.
Nach seinem Tode (1613) empfinden es Eustasius von Franckenstein,
Kaspar Luesch von Duerenstein, die Witwe Margarethe von Tronberg,
geborene Brendelin und Johann Borg Kaemmerer in Worms, genannt Dalbrueger,
des obengenannten Eberhard Schwiegersoehne, Tochter und deren Kinder"

Als auf der Graevenecker Burg der alte Graf lebte, bekam er oefter Besuch vom kleinen Volk, den Zwergen.
Als diese Zwerge einmal Hochzeit halten wollten, zogen sie des Nachts in den grossen Saal,
um das Fest standesgemaess zu feiern.
Als ob Erbsen kullerten, so huepften sie auf und ab beim Tanz.
Alte Leute schlafen nicht mehr so fest und werden leicht wach- so wurde im Schlafgemach der Graf geweckt-
er schlich zum Saal und rieb sich die Augen,
wie er das bunte, muntere Treiben sah, die kleinen Gesellen und Gesellinnen hin und her huepften.
Mit hoeflichem Bueckling trat ein als Herold gekleideter Zwerg heran und lud ihn ein, als Gast teilzunehmen.
Na, dachte der Graf, wenn ich schon mal wach bin, kann ich auch gleich mitfeiern..
Eine gar praechtig geschmueckte Zwergin forderte ihn zum Tanze auf - kaum konnte er mithalten,
das Alter steckte wohl schon zu sehr in den Knochen. Atemlos, hin und her in heftigem Schwung.
Nach einiger Zeit zog sich das Brautpaar zurueck, die Musik verstummte,
die kleine Gesellschaft schluepfte durch das Schluesselloch hinweg.
Am Morgen danach rieb sich der alte Herr die Augen - hatte er getraeumt oder wirklich getanzt?
So das kleine Volk ihm nicht wieder den Schlaf rauben sollte, lies er den Saal mit mit Teppichen auslegen.
So konnten die Zwerglein tanzen und froehlich sein.
Selig lag nun der alte Graf in seinem Gemach und traeumte von seiner verstorbenen Gattin,
wenn die Fiedeln und Schalmeien des Nachts im Saal aufspielten
und das kleine Volk lustig huepfte..


Allgemein: Die Besiedlung frueher Jahre war wohl recht duenn, dh. das "Heilige Roemische Reich Deutscher Nation"
wird wohl 15 Millionen Einwohner gehabt haben.
Koeln war dann mit 35.000 Einwohner die groesste Stadt.
Pest, Kriege, Raeubereien, Misswirtschaft oder besser adelige Ausbeuter (die auch noch ihre jeweilige Religionzugehoerigkeit,
ueber die der Glauben einstroemen konnte, aufzwangen)
brachten Leibeigene oder Unfreie, (naeheres im Anhang der Taunus Seite) aus denen -nicht nur unser- Dorf bestand,
bevor nach und nach im 18.Jhd. man sich aus dieser Umklammerung zu loesen begann.
Scheiterhaufen, hohe Kindersterblichkeit, keine oder sehr schlechte aerztliche Versorgung
mit langen, langen Arbeitszeiten und entbehrungsreichem, kargen Leben sorgten fuer meist nur kurze Leben.
Mit Bismark begannen sich die Zustaende zu bessern,
die Hygiene, die Gesundheitsvorsorge, Altersabsicherung und andere moderne Einrichtungen wurden geboren.

Wer die Geschichte las, weiss um das Vorgehen von den Herren,
wenn es darum ging, die Bevoelkerung zu knechten.
Erst seit dem fruehen Mittelalter waren die Menschen in den Kleinstaaten unfrei,
leibeigen und mussten tun, was ihr Adliger sagte, sie durften nicht ausserhalb sein,
nicht auswandern oder reisen, wozu sowieso das Geld gefehlt hat.
Sie zahlten gut 40% ihres Einkommens- der Zehnt ist nur oberflaechlich gesehen.
Sie durften nicht einmal heiraten wen sie wollten.
Die Pfarrer haben immer mit den Herren gespielt, desgleichen die Buergermeister,
die ausschliesslich vom Fuersten eingesetzt wurden, als verlaengerter Arm,
welcher eifersuechtig bei jeder Ernte darauf pochte, dass "korrekt" der Zehnt abgefuehrt wurde.
So kann ich mir denken, dass dieses Sichelbach oder Sigelbach oder Siglbach,
das noerdlich in einer Hochsenke des jetzigen Graevenecks liegt und Feld ist,
nicht zufaellig abgebrannt ist.
(Damals haben die Strohdaecher allerdings das uebergreifen der Flammen arg beguenstigt,
zumindest bei der engeren Bebauung des Mittelalters-
wobei diese kleine Doerfchen Sichelbach bestimmt noch aelter sein duerfte
und weiter auseinander in der Bebauung, wie das bei den Germanen so die Art war.
Also weit auseinander, in Form von Einzelgehoeften,
die auch jeweils die Scheunen von den Wohngebaeuden raeumlich getrennt hielten.
Ich denke, dass die Burg Graeveneck Personal oder Bedienste brauchte,
die Hand- und Spanndienste leisten..
wie praktisch, direkt in der Naehe ist doch ein Doerfchen!
Die Erbauer der Burgen waren skrupellose Gesellen, den Raeubern naeher als uns heute allemal,
da aendern auch keine spaeten Verklaerungen und Ritterspiele etwas dran ;)
- wie gesagt, erst nach dem 18.Jhd. wurde die Leibeigenschaft aufgehoben,
aber nur nach der Zahlung einer sehr hohen Abloesesumme an das Herrscherhaus,
was damals eine boese Verschuldung der Einwohner brachte.
Damals waren praktisch alle "Bauern" oder zumindest doch Kleinbauern,- kaum einer,
der ohne ein Stueckchen Land auskommen konnte. Eine geradezu elitaere Bauernkaste,
die sich nach dem 18.Jhd bis Ende der 1980iger Jahre, die nur sich selbst "fuer voll" nahm,
hat heute ihr Ende gefunden. Nur noch wenige Landwirte -Aussiedlerhoefe-
betreiben immer weitere Flaechenbebauungen.
Im Ort selbst ist eigentlich nur noch ein Vollerwerber, ein Nebenerwerbslandwirt
und ein ebensolcher mit kleiner Schweinezucht, sonst steht jeder ehem. Bauernhof leer.
Einer wird inzwischen als "Hofreite" genutzt - aber landwirtschaftlich kann man das ja wohl nicht nennen..
Wie auch immer, der Ort Graeveneck ist ja auch schon weit ueber 600 Jahre alt -
eine Identifikation mit dem alten Sichelbach ist bei mir dennoch und auf alle Faelle naeher,
als eine solche mit dem Ort, welcher vor der Burg auf der Felsspitze ueber der Lahn angesiedelt wurde
und der sich dann immer mehr erweiterte, vom typischen Strassendorf in ein Haufendorf.

http://www.benburgen.de/burgen-1/burg-gr%C3%A4veneck/
Burgrest Graeveneck

P DF des RP Giessen neue Bruecke Graeveneck

http://www.many-roads.com/xoda/Documents/Library/Mennonites_and_Amish/Prussian-Alsacian-Swiss-US%20Mennonite%20Histories/US%20Mennonite%20Histories/Tazwell%20County%20Amish%20Part%202.pdf
Peter Unzicker, born 1832 as Graeveneck. (Mennoniten Illinois USA)

Geschichtliches aus der weiteren Region.

Wer sich fuer weitere Themen interessiert, ist hier gut aufgehoben.

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Impressum

http://www.digplanet.com/wiki/Weinbach

http://www.feuerwehr-braunfels.de/nachrichten/Gasexplosion-erschuettert-das-Lahntal---Auch-die-Feuerwehr-Braunfels-wurde-alarmiert.2.366.html

***

Zum seeligen Abschluss dieser Seite darf ich noch eine feine kleine Wanderung oder groesseren Spaziergang (2,5Std) von Graeveneck aus empfehlen:
Wir gehen ueber den Steinbruch ueber die hohe Strasse, geradeaus im Waldeck auf der anderen Seite hinab den Hohlweg nach Freienfels. Ueber den Weinbach, an der Muehle aufwaerts, ueber die Weinbacherstr. hoch in das Dorf. Hinter dem Dorfbrunnen links zur Burg - eine Runde in dem alten Gemaeuer - dann um die Burg herum ins Weiltal hinab dem Wanderweg folgend. Unten auf der alten Weiltaltrasse recht und nochmal rechts einen guten breiten sanft ansteigenden Schotterweg um das Dorf, bis dieser rechts spitzwinklig abzweigt, um weiter bergan bis in die Dorfmitte zurueck zu fuehren. Oben im Dorf gehen wir halb links bis zur Gemeindehalle mit winzigem Glockenturm, dahinter die Strasse abwaerts bis zur alten Muehle im Tal, den gleichen Weg heimwaerts. Man kann in diesem Waldeck, wo der Hohlweg begann und wieder endet, nach rechts um die Kompostanlage herum, dann rechts am Waldrand entlang, den Trampelpfad kurz vor der hohen Strasse rechts durch den Buchenwald nehmen. Nach dem Trampelpfad kommt der Durchgang oder Waldweg, wo wir ueber die hohe Strasse geradeaus bis nach Graeveneck zurueck gehen.. ich denke mal, das sind gute 7km !

Wir haben immer nochmal eine neue Route fuer die Graeveneck-Wanderer:
(Lahnseite - Weilseite)
Diesmal geht es beim alten Friedhof geradeaus Richtung Bahnhof, aber rechts nach dem letzten Haus (Conrad) rechter Hand dem Hang in weiten Serpentinen entlang bis kurz vor einer Kreuzung im Wald. (links geht es nach Kirschofen, geradeaus aufwaerts zur Breitheck. Statt rechter Hand steil dem Archenholz aufwaerts - gehen wir diesmal geradeaus die Breitheck entlang ruhig bergan in ein paar Schleifen bis zur hohen Strasse. Diese wird ueberquert - zwischen "roter Stock" und Harnisch immer geradewegs den breiten Weg entlang, bis dieser leicht rechter Hand weiter am Hang entlang, dann leicht hangabwaerts fuehrt. (Hier ist es etwas feucht) Bald stoesst man auf das "L" des Lahnhoehenwegs, dem wir rechts folgen. (Im Zweifel immer dem guten Weg nach) Nun geht es bald wieder gemaessigt bergan, mit dem L bis zur T-Kreuzung, wo (beschildert) wir links abwaerts gehen bis zum Querweg den kleinen Tales. (Pflanzengarten) Dort rechts an der Foerster Horn Huette vorbei -immer tuechtig beran- ueber die hohe Strasse den Teerweg am Sportplatz vorbei ins Dorf zurueck.. (2 Stunden gute Gehzeit, ohne zu bummeln)

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Graeveneck - Premiumweg, 2,5 Std.
Wir gehen von der Mittelstrasse aus Richtung Sportplatz, an diesem vorbei durch die Gemarkung Sichelbach, bis zum Ende des geteerten "Gruener Plan" Weges, dort links den Waldweg, von welchem aus man ein ganzes Stueck die Sichelbach, dh. die Lage des Ur-Dorfes sehen kann. Anschliessend geht es halb rechts aufwaerts in den Weilburger Gemarkungswald, oben auf der Hoehe im Wald den geraden (ein wenig links halten) breiten Waldweg bergab bis zum Archenholz, wo sich die Wege gabeln: Links nach Kirschhofen, rechts in gewundenem guten breiten Weg Richtung Hohe Strasse. Kurz vor dieser gehen wir links den -ebenfalls guten- Waldweg zur Wanderhuette Kirschhofens. Dort geht es bergab durch Felder und Wiesen bis ins Dorf, dort immer weiter hinab durch den Ort ins Lahntal. Durch die Gaerten linker Hand den Leinpfad an der Schleuse und den beiden Wehren vorbei immer weiter bis zum Bahnhof Graeveneck, dort die Bahnhofstrasse aufwaerts zum Dorf zurueck.

Der Gang ist zwar laenger, aber recht moderat, ohne besondere Anforderungen- erholsam und vielfaeltig mit Weite, Wald, Wasser, Feldern, Wander-Flair. (Die 2,5 Std beziehen sich auf uns, wir sind Wandertouren gewoehnt - wer langsamer ist oder ein Kind oder Hund dabei hat, kann 3 Std. einplanen - d.h. ein Getraenk mitnehmen. Ueberhaupt sollte man vor einer solchen Tour etwas mehr als ueblich an Mineralwasser getrunken haben.



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Mir fiel auf, dass in Graeveneck viele Leute mit dem Namen "Oesterling" wohnen,
welche sehr interessante "Hausnamen" hatten:
Schusters, Schreiners, Schneiders, Baeckers - jeweils eben Oesterling, - vermutlich zur Unterscheidung.
Wie der Hausname des Bauers Oesterling war, weiss ich leider nicht.
Der Name Oesterling selbst soll von "Oestling" abfolgen, also jemand aus dem Osten,
der wohl zugezogen war und - offensichtlich viele Kinder hatte, die dann jene Berufe ausuebten.

Wer mehr Neues ueber Graeveneck sehen moechte, findet auch bei y outube einige kleine filmische Dinge.

Am 6. August 2017 - haben wir Boviste an der Gas-Station am oberen Ortsrand gesehen..

Ab und zu faellt mir mal wieder eine der seltsamen heimischen Ausdruecke ein,
die schon lange nicht mehr zu hoeren gewesen sind: "Schmackfeist", das bezeichnet einen Feinschmecker..

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Eine beendete E byaktion zeigt die Postkarte der Pension Pauly in Graeveneck:
https://www.picclickimg.com/d/w1600/pict/272810889494_/Gr%C3%A4veneck-Weilburg-ca-1959-Gasthaus-zum-Lahntal.jpg
Sehenswert allemal, damals schon mit Blumenbank und Fernseher in der Gaststube.

24.Oktober 2017:
Was ich fast vergessen haette zu erwaehnen ist die wunderbare Sache,
dass man heute noch im Dorf Leute trifft, die jederzeit zu einem Plausch aufgelegt sind.
Genau wie frueher - und so schliesse ich diesen Bogen nicht ohne Genugtuung..
Dorftratsch ist nicht nur Neugier, sondern auch Anteilnahme.