Landfotografie





Geschichtliches, Teil 11



Das naechste Buch lautet "Die veralterte Vorzeit" von Heribert Illig aus dem Jahr 1988.
Was so harmlos daher kommt, hat es in sich: Sprachlich eher eine akademische Katastrophe, inhaltlich aber brisant:
Die C14 Methode zur Altersbestimmung im archaeologischen Bereich wird dringend hinterfragt.
Auf einen ganz kurzen Nenner gebracht, kann man sagen: Die basierenden Strahlungseinfaelle aus dem Weltraum treffen nicht gleichmaessig auf die Erde und dieses sehr schwache radioaktive Material ist gerade mal 7,5kg auf die ganze Flaeche, was auch noch unterschiedlich stark einstreut - weniger an den Polen der Erde und auf dem Rest auch nicht gleichmaessig, was abhaengig von der Sternenkonstellation ist. So ergeben sich Jahrtausende an Differenz zur althergebrachten, aufeinander abgestimmten Forschungsergebnisse des 19.Jhds. !
Wer sich weitergehend dafuer interessiert, dem sei dieses Buch empfohlen, das bestimmt -wie fast alle Buecher, wenn sie nicht zu regional aufgelegt wurden- im Antiquariat werden finden lassen..
Auf Seite 81 wird von der Altersbestimmung ueber die C14 Methode noch einmal berichtet, wo die vielen Tempel Maltas alterstechnisch eingeordnet wurden - nicht etwa anhand des Stein- sondern anhand von organischem Fundmaterial innerhalb der Tempel. Man hofft, dass beides aus dem gleichen Zeitraum ist: -2000 bis -5000 Jahre vor unserer Zeitrechnung. Die Zylopenmauern, so der Autor, zeigen mit ihren Spiralmustern aber Richtung Tarragona und Mykene, die -850 und -500 Jahre alt vor Chr. gesetzt werden sollten.. Ein "kleiner" Unterschied !

Kelten und Roemer benutzen die Grabbauten der Megalithkultur wohl weiter, wie auf Seite 102-106 zu lesen ist.

Auf Seite 106 liest man: "Bretonische Stelen wurden haeufig durch die Christianisierung unkenntlich gemacht"
(Kulturschaendung wie in Afghanistan durch Muslime?)
Seite 123 schreibt von St. Patrick, dem grossen irischen Apostel, der wohl den Steinkult noch lebendig vorfand - er lies viele der alten Heiligtuemer zerstoeren oder entwerten.

Seite 128 berichtet von Forschern, die behaupteten, dass unter den Bestattungen neue "untergeschoben" worden sein sollen - freilich ziemlich unglaubwuerdig, wie auch der Buchautor meint.

Die Bronze-Schwerter sollen durch Haemmern gehaertet worden sein, so dass sich das spaetere Eisen-Material nicht so schnell durchsetzen konnte.

Seite 135 zeigt, dass die Linearschrift bereits 5000 Jahre vor Christus in Europa, besonders auf dem Balkan - bekannt gewesen sein soll.

Seite 162 "Alle Geschichte ist Gegenwart" und so meint der Autor, das sich selbst Erkennen und Erschrecken im Spiegelbild wuerde viel Mut erfordern, wohl auch beim Leser.. wie wahr ;)

Im naechsten Buch geht es um die Reisen an das Ende der Geschichte, von Alexander Stille - aus dem Jahr 2002.
Dieses Werk ist gut zu lesen und enthaelt allemal sehr interessante Details zur Geschichte, besser zur Archaeologie und deren Erkenntnisse. (Irgendwie kommt mir dieses ein wenig bekannt vor- habe ich es irgendwann schon mal gelesen? Egal, was gut ist, darf man ruhig zweimal lesen.)

Eine besonders schoene Stelle in diesem Buch erzaehlt von den Funden rund um die Pyramiden, von einer Baeckerei, einer Brauerei und einem Fisch verarbeitenden Betrieb, wo die Bauarbeiter sich ernaehrten - so schlecht scheint die Zeit nicht gewesen zu sein, auf jeden Fall, so der Autor, nicht so, wie man glaubend machen wollte - Forscher interessierten sich hauptsaechlich fuer die Koenigsgraeber, die Lebensumstaende der kleinen Leute waren jedoch "uninteressant"..

Wer weiss schon, dass auf den Pyramiden Schakale wohnen und dass Risse und Spalten darin sind, wo man sich hinab abseilen kann?

Im Buch ist auch ein recht deutlicher Bericht ueber ein Umweltschutzprojekt in Madagaskar - den man gelesen haben sollte. Hier sieht man, wie die selbstsuechtige Arroganz studierter Leute mit den armen Eingeborenen umgeht - ich koennte mir denken, dass es in anderen Regionen der Welt nicht viel anders sein wird.

Auf Seite 210 dieses Werkes, das eine ruhige Aufmerksamkeit erfordert, um ueberhaupt verstanden zu werden, beginnt das Kapitel:
"Der Mann, der sich erinnert!"
Die Story handelt von einem Forscher mit bewegter Vita und der Insel Kitawa, Ozeanien.
Dort herrschte eine Kultur der muendlichen Ueberlieferung, die nach Funden mit der Radiokarbonmethode auf 20.000 Jahre zurueck geht, die aber den Einfluss der Neuzeit nicht ueberleben wird.
"Wenn das Band der Generationen reisst, kann sich in wenigen Jahrzehnten eine Kultur aufgeloest haben."
Die Alten dieser Insel resignieren, wie wir heute, wenn fremde Scharen aus aller Herren Laender ueber uns fluten, wir aber durch den natuerlichen Prozess der durch die verbesserten medizinischen und wirtschaftlichen Gegebenheiten geringer gewordenen (auch notwendigerweise) Nachwuchses - weniger geworden sind. (Mehr Menschen haetten auch keine Arbeit gefunden: Die Rationalisierung frisst Kinder) Aus meiner Sicht wird die Vermehrung der Einwohnerzahlen ohne Arbeit, dh. die Personen in Alimentation zu einer flaechigen Verarmung fuehren, waehrend eine breitere Schicht von Besserverdienern das Rennen macht. Der so entstandere Pool an Billigarbeitskraeften wird zur Verslumung ganzer Staedte fuehren- die kleineren Orte und Doerfer werden aussterben, sozusagen "wuest fallen". Statt die Gesellschaft schrumpfen zu lassen, werden neue Menschen angelockt um den Wohlstand abzugrasen, den die Nachkriegsgeneration aufgebaut hat. Das ist volkswirtschaftlicher Selbstmord, ganz ohne Frage. Wie die Alten der ozeanischen Inseln resignierend in Stille zurueckgezogen leben, werden unsere Alten in den "Seniorenheimen" und "Altenresidenzen" von einer seltsamen Mischung an Personal mehr oder weniger freundlich versorgt. Von den eigenen Herrschern -aber auch von den eigenen Kindern und Enkeln- zum Abschuss freigegeben, gleichen sich die Schicksale der Kulturen des alten Ozeanien und denen des alten Europas im wahrsten Sinne des Wortes als "Fatal".

Wie aus der Geschichte zu lernen war, ist Religion von der spirituellen Form in eine "Amtskirche" uebergegangen und das in allen vier mosaischen Religionen. Religion ist - politisch gesehen - eher rechts anzusiedeln und somit waeren besonders glaeubige Leute erzkonservativ sektiererisch und intolerant - oder eben rechtslastig. Wer seine Religionszugehoerigkeit nach aussen zeigen muss, ist entweder unsicher oder radikal, - die Interpretation kann man sich selbst aussuchen. Ich finde, dass sich eine heimliche neue Rechtsradikalitaet in der Form der Sharia ganz klar und eindeutig gegen die freiheitlich demokratische Grundordnung stellt - und das MUSS genannt werden.

Mir ist klar, dass Somalia nicht viel mit uns Deutschen, schon mal gar nicht mit uns Hessen oder Voelkchen an der Lahn zu tun hat - dennoch ergeben sich interessante Parallelen! So erinnert die Story auf Seite 243 des oben erwaehnten Buches an die faktische Ausloeschung der Identitaet der Deutschen, was durch die spaetere "Wiedervereinigung", die gerne scherzhaft "Widervereinigung" genannt wird, keinesfalls besser geworden ist oder gar zu einem neuen Nationalbewusstsein gefuehrt haette. Dafuer haben schon die Parteien und Vertriebenenverbaende und Gewerkschaften und Siegermaechte gesorgt. Die neue Identiaet ist eine Schimaere aus der amerikanischen Kultur und einer sich staendig fuer das ganze Elend der Welt entschuldigende neue Gefuehl, das von den Opfern der vorherigen Diktatur immer wieder wie ein Kains-Mal aufgekratzt und blutend gehalten wird. Heute werden wir von der Globalisierung kolonialisiert und gelenkt, alte Werte oder gar Tradition ist nur noch ueberkommen. Fremd gelenkt und beeinflusst geraten alle Kulturen der Welt zunehmend in den Strudel der globalen Netze, die von den Unternehmen gehalten werden. Diese korrumpieren alles und jeden. Voelker werden ausgestorben (passiv) und als willfaehige Niedrigloehner jederzeit parat gehalten, waehrend Besserverdiener ihren Kindern das entsprechende Ruestzeug mitgeben koennen, damit diese auch ohne jede Eignung "es zu etwas bringen im Leben". Der demokratische Gedanke verschwindet wie die Kulturen unter dieser Sauce des Kommerzes. Marodierende Horden stroemen durch die Welt, Grosskriminelle, Syndikate, Banden, Zuhaelter, Mafiastrukturen bis zu Trickdieben versuchen Kasse zu machen. Das somalische Beispiel des "Sin-ley", das auf Kassetten aufgenommene gesprochene Gedicht ist dort das, was bei uns das "Social Network" ist- es wird geteilt, kopiert und ueberall hin geschickt, wo Somali leben - ueberall in der Welt. So wird dort kommuniziert und kritisiert und Kultur verteilt. Nun hat diese Land immer nur genommen, aber nie etwas geben koennen- ein typisches Beispiel fuer misslungene Entwicklungshilfe. Globalisierung, so das Buch, sei voellig unsinnig, wenn eine Uniformitaet statt Vielfalt herrscht.. dem habe ich nichts mehr hinzuzufuegen, ausser: Selbst lesen - es kommen Dinge zum Vorschein, die so nie in den Nachrichten standen !

Interessant ist dieses Buch, das darf man sagen - die Spanne der div. Artikel ist recht gross, so dass fuer jeden etwas dabei sein duerfte.
So habe ich z.B. gelesen, dass die letzte Herrscherin der Ptolemäer die bekannte Cleopatra war und dass die Septuaginta, die Vor-Form der Vulgata, der lateinischen Bibel, die vor unsereren spaeteren Bibeln war, von eben diesen Ptolemaeern 72 haebraeischen Gelehrten der Auftrag erteilt wurde, aus Torah-Texten diese griechische Bibel der Antike zu verfassen..
Aus dem Zusammenhang mit der verschollenen Bibliothek Alexandriens. (Nach Alexander dem Grossen)
Diese Ptolemaeer sollen sich gerne mit den Attributen der erloschenen Pharaonen geschmueckt haben, sahen sich aber als legitime Erben des alten Griechenlands.
Danach kamen div. Ueberarbeitungen der Bibel bis zur Lutherbibel, die dann erstmalig in deutscher Sprache zu lesen war, spaeter folgten "Einheitsuebersetzungen", die ueberkonfessionell (Von der katholischen und evangelischen Kirche getragen) - in Deutsch und in vielen anderen Sprachen - sein sollten..

http://www.taunus-zeitung.de/lokales/hochtaunus/vordertaunus/Naehe-zu-den-Nazis-war-ein-Schock;art48711,1677397
Freilich war der Adel in das N aziregime eingebunden, die hohen Offiziere und Generaele waeren oft mit Adelstitel dabei. Das duerfte keine neue Erkenntnis sein - neu ist, dass sich "dieses Haus" damit auseinander setzt, was andere "Haeuser" bisher vermieden haben.
Auch diese Zeit ist (zum Glueck) vergangen, ist Geschichte geworden und darf hier an dieser Stelle nicht vergessen sein.. alle, die damals "prominent" waren oder irgendwo etwas zu sagen hatten, haben mitgemacht: "Geld stinkt nicht" und da war man nicht nur auf einem Auge blind, egal ob das Kirchenfuersten oder weltliche Fuersten waren, Dichter und Denker, Kuenstler etc. - und sogar das ganze Ausland hat fleissig mitgemacht. Noch heute werden so viele Berichte und Filme ueber diese 12 Jahre gedreht, dass man den Eindruck von hofierender Bewunderung haben koennte, was mich sehr wundert.

In obigem Buch geht es u.a. auch um Details zur vatikanischen Bibliothek -
Die Haltbarkeit von Speichermedien wird aufs Korn genommen, es wird ueber die Verhaltensaenderungen seit der Einfuehrung des Fernsehens Analyse betrieben: Wie die Informationsquellen reduziert werden, die Besuche bei Freunden, Kino, Vereine, Wahlen, Kirche, dass weniger gekocht, aber mehr gegessen werde und sich praktisch die haptischen Dinge halbiert haetten. Die Analyse betrifft freilich auch den PC und seine Auswirkungen auf das Verhalten der Masse. (Intellektuelle sind da wohl nicht mit gemeint)
Mir hat dieses Buch viel Freude gemacht, euch hoffentlich auch - im Antiquariat ist es bestimmt zu haben..
Das Buch klingt aus mit Bemerkungen dieser Art: Mir hat das Fernsehen schon von Kindesbeinen Freude gemacht, ich gehoere zu der ersten "Fernseh-Generation" - dass fernsehen verdummt, kann ich nicht sagen, es werden eher die Sendungen sein, die man sich anschaut: Politik macht krank, Gesundheitssendungen machen hoffnungslos, das Wort zum Sonntag verarscht und bringt eher Wut, Serien lenken von der Arbeit ab und Tiersendungen entspannen, Krimis und Spielfilme sollte man als unwirkliche Phantasie begreifen, nicht als Anregung. Kochsendungen, regionale Berichte (Hessenschau, Flohmarkt) sind noetig, weil sie die Zeitungen ersetzen koennen, die sehr teuer sind, aber auch nur das nennen, was der Presserat freigegeben hat. (Filterpresse) Der Computer ist bei uns eher als Spielekonsole eingezogen, bei den Kindern - erst sehr viel spaeter bei uns Erwachsenen und da als Einkaufs- und Informationsquelle. (Alle Social Networks und Foren haben sich als Flopp heraus gestellt) So betrachte ich das Web heute als riesigen Almanach, an dem man passiv, aber auch aktiv teilhaben kann. (Ich bin Foerdermitglied bei Wikipedia, dem kostenlosen Portal, das alle fleissig nutzen.) An dieser Stelle der Hinweis, dass ich meine Texte on the fly schreibe, dh. es wird praktisch nicht korrekturgelesen - sollte sich Fehler einschleichen, bitte ich diese zu entschuldigen. Die Tastaturen halten bei mir nicht lange, sie geben recht fix den Geist auf- zuerst kann man die Buchstaben nicht mehr richtig erkennen, abgewetzt- dann setzt auch schon mal ein Buchstabe aus..

Die naechste Lektuere ist das Buch 2 der Selterser Schriftenreihe, "Beitraege zur Kirchengeschichte des Goldenen Grundes" von 1983.
1828 teilt die herzoegliche Landesregierung dem bischoeflichen Domkapitel zu Limburg mit, dass die Dekanatsbezirke nach den Amtsbezirken neu eingeteilt werden. "In der fuer saemtliche vereinigten Staaten zu Frankfurt gueltig" Das war eine echte Revolution, die der Kirchenverwaltung bestimmt nicht geschmeckt haben mag.
Der Bischof Blum schreibt 1854 zurueck: "es steht fest, dass die Dekane keine Beamten des Staates sind,sondern Diener der Kirche.. niemals seien sie als Diener des Landesherren zu behandeln.."
1915 hatte ein Kurgast in Niederselters, das zur Pfarre Eisenbach gehoerte, die Gelegenheit die alte Truhe aus Eichenholz mit den Archivarien der Kirche zu visitieren und eine Studie daraus zu machen.
Fuer eine kleine Gemeinschaft ist die Ueberlieferung seit dem Dreissigjaehrigen Krieg erstaunlich komplett, auf jeden Fall gab die Studie ein Buch von 349 Seiten, 1791 bis 1805 zusammengetragen von Philipp Peter Lauer, Ausgabe 1797.
Der Ort gehoerte im fruehen Mittelalter zum Aumenauer Zent, spaeter zur Grafschaft Diez, die spaeter erblich -ausser Neuselters- zu Runkel kamen. Grundherrlich gehoerte der Goldene Grund bis zum Jahr 1023 der Reichabtei St. Marimin in Trier. Spaeter entzog Heinrich II diesen Ort der Abtei und uebertrug ihn Molsberg zu Lehen, als der letzte dieser Edelfreien starb und die ganzen Vermoegen an den Erzbischof zu Trier vergab. Erst 1564 kam auch der Blutbann und die Landeshoheit von Diez zu Trier.
Die neu erbaute Pfarrkirche "Christophoruskapelle" inmitten des Dorfes war rundherum mit Wasser umgeben. Diese hatte bereits im 14Jhd einen "residierenden Altaristen".
Die "Taxa" ist die aelteste kirchliche Steuerliste des Erzbistums Trier, in der 1453 ein gewisser Alenhertwin von Oberselters eine jaehrliche Kornguelte an die Kapelle zu Niederselters verkauft hat.
"oder Nith Nemlich zu den 20 malter welche Von Alterß Eingewilliget Unndt Von ihnen zu erhaltung des Pastors deputirt worden wie Allhie bey gelegte Alte abcopirte designation auch außweysset, welche ich bekommen hab in der Verlassenschaft R.D. wilhelmi lyndeneß piae memoriae, qui olim etiam fuit ruralis de canus et pastor Villmariae, welche designation auch mit dem pfarr Registern über Einkommet, setze demnach für die 20 malter, wie mit Unbillig 10 malter korn"
Das war ein typisches Lesebeispiel aus jener Zeit - soviel zum Thema "Deutsch" und "Rechtschreibung"; Lateinkenntnisse sind dabei recht praktisch..
Diese Filialkapelle des hl. Christophorus ueberliefert auch die Einkuenfte des Pfarrers.
Sogenannte "Kaplanbenefizen" halfen der Gemeide, diese Aufgabe zu schultern. (Damals war der Quellenbetrieb ein gut gehendes Geschaeft in Niederselters)
"Zinssen und Grundgueldt" bildeten die Basis der Einkuenfte, gestuetzt mit einem Grundkapital von 400 Gulden aus der vorherigen Kirche, die von der Gemeinde stammen und so verliehen waren, dass Naturalien fuer den Unterhalt des Pfarrers zustande kamen.
1715 kaufte die Gemeinde ein Hofgut, das verlehnt wurde, mit Stolgebuehren (Stola, Beholzungs- Beweidungsrechte) belegt wurde. Manche Kirchen hatten einen Anteil an den Kirchenzehnten - andere wieder nicht.
So wird in den Analen der Wittumshof aufgefuehrt, wo sich der Paechter beklagt, dass er wegen des hiesigen Bleibergbaus nur die Haelfte des Heus abliefern koenne, desgleichen nur die Haelfte der Kuehe halten koenne.. diese Wittumshoefe waren bis in das 19.Jhd hinein ueblich.
Damals war die Dreifelderwirtschaft, Brache, Sommerfeld, Winterfeld,- was jaehrlich wechselte. Auf der Brache wurden zuweilen etwas Gemuese, Kartoffeln und Rueben oder Klee angebaut. "vom Fleiss des Bauern beim Duengen haengt der Ertrag an Heu ab"
Sogenannte "Drieschäcker" waren Felder, die eine Reihe von Jahren unbebaut liegen blieben. (5 oder 7 Jahre, dann ging die Bestellung genau so lange weiter, diese Felder waren meist aussen gelegen)

"Bona parochialia uti agros, prataet hortos deprehendi in valde abjecto statu.
Agri erant spinis, attribulis obrati, carents lapideis terminis,
a vicinis ex parte occupati, aliqui plane deperditi injuria temporum.
horti carebant tepibus. Ferne omnia reparavi diligenter et intra trienium impendi circiter,
ut omnibus parochia recuperavi.
Sadel Lands circiter, uti in specificatione bonorum annotatum est,
quibus ferme a 100 anis parochia caruit.
Spinas et tribulos Iradi feci, et ubi aliquid videbatur esse desertum in agro,
ex integro illud aptare feci: prata taliter exculta, ut ad 6 vel 7 currus simplices faeni accipiam et plures vaccas,
quam antecessor tamen ex gramine abuerim, qui vis anue 3 vel 4 currus faeni accepit.
Vindicavi hortum maiorem ante portam a servitute viae, quam praetendebant haeredes a sinistra parte ingressus,
et quod Antecessores hortum non circumdederant sepi .."

Nach dem 30j. Krieg (1632) war die Bevoelkerung in vielen Orten praktisch durch Krankheiten und Abschlachten ausgeloescht, der Rest war gefluechtet.
So konnte die Kirche einiges an Landflaeche fuer ihre Hofgueter dazu kaufen - ein weiterer Punkt, wieso das Kirchenvermoegen so angewachsen war.
Auf Seite 54 ist vom "Kirchenpatron von Niederselters auf dem Stoffelshof" die Rede.
"Die Guelte muss jaehrlich nach Martini ins Pfarrhaus geliefert, kontrolliert und gewogen und von den Debitoren auf den Speicher getragen werden."
Dort wurde alles in das Buch eingetragen - weiter mit einem schraegen Satz, der den Hochmut dieser Kirchenleute gut zeigt:
"Bei der Lieferung soll man: ich weiss nicht aus was fuer einem Grund, denen porrectoribus simul sumptis 40 Kr. rhein. welche sie durch trincken gleich verzehren, zu assigniren schuldig seyn." (Dh. nicht alles auszahlen, damit nichts versoffen wird)
Register mussten alle 1,5 "Menschenalter" (45 Jahre) aufgefrischt oder erneuert werden.
Ueberall waren Guelten drauf, wenn etwas vererbt oder versteigert oder gekauft wurde, musste der Buergermeister dem Gueltherren die Zinsquote angeben, damit -hier die Kirche- kraeftig abraeumen konnte. Der Pfarrei musste zum Bistum selbst Steuern abfuehren, diese Abgabepflichtigkeit hat freilich den Druck auf die Untertanen nochmal erhoeht. So nahm der Pfarrer fuer "Dimissionales" Geld dafuer, dass er eine auswertige Trauung "genehmigte". Der Pfarrer durfte doppelt so viel Vieh im Wald maesten, doppelt so viel Heu machen etc. nur die Schaeferei war fuer ihn gleich- allerdings mit dem Heimvorteil, dass er den Schaefer nicht bezahlen musste- das besorgte die Allgemeinheit.
Im Jahr 1786 ist berichtet, dass der Pfarrer des Ortes 209 rt und 18 Albus an Lohn bekam, durchschnittlich wurden Pfarrstellen mit 350 rt entlohnt.
(Ein Schaf oder Widder kostete damals 1/2 rt)
Das Kurfuerstentum des Erzbistums Trier ist mit seinem "Sendgericht" beruechtigt geworden, das der Kontrolle der Pfarrei, besonders wohl aber den Geldeinnahmen und Bestrafung von Buergern diente. Alle waren unter staendiger, strenger Aufsicht. Bei geringsten Regelwidrigkeiten (die Regeln stellte das Bistum auf) wurde man zum Sendgericht zitiert, persoenliche Freiheiten oder gar Extravaganzen waren arg eingeschraenkt. Jeder hatte unverzueglich anzuzeigen, wenn sich jemand etwas heraus nahm oder sich daneben benahm. Dann folgen im Buch einige Seiten von Originalberichten und peinlichen Verhandlungen ueber jede denkbare Kleinigkeit, die vor dieses Sendgericht kamen und akribisch aufgeschrieben wurden. (Das Buch wird dem Pfarrer als "Gute Nacht Lektuere" gedient haben) Das ging bis zur Kontrolle der Liebestreffpunkte der Jugend, nicht jede Beziehung war gewuenscht oder statthaft, ganz besonders Blutschande nicht - was freilich von den Kontrolleuren als Legitimation ausgenuetzt wurde. Das hat ein Denunziantentum gebracht: Jeder war auf der Hut vor seinem Nachbarn und Verwandten - uneinige Leute konnte (und kann man heute noch) leichter lenken!

Ein Pfarrer pruefte vor Amtsantritt die Vermoegensverhaeltnisse der Pfarre St. Christophorus, "er glaubte feststellen zu koennen dass ein schoener Gewinn in Niederselters vorhanden sei"
Ein Limburger Amtmann vermerkte:" Uebrigens ist die so sehr verarmte Gemeinde Niederselters, welche bei der aeussersten Anstrengung nicht einmal die Zinsen von ihrem grossen Schuldendienst bezahlen kann, nicht vermoegend, ein neues Pfarrgebaeude erst zu erstellen"
Wie kommt das? Nun, Das Pfarrvermoegen war etwas anderes als das der Pfarrgemeinde und das etwas anderes, als das der Gemeinde- die dieses Pfarrhaus auch noch bezahlen musste..
So mancher Pfarrer klagte, um mehr Geld zugestanden zu bekommen - es war ein Hauen und Stechen um die vielen kleinen Zueinkommen, fuer Gesang und Orgel und Laeuten und Kuestern, Schuldienste etc. um jede Holzlieferung wurde gefeilscht. Gloeckner und Kuester wurden auch von der Gemeinde bezahlt, nicht von der Pfarrei.
Die "Binationserlaubnis" musste jaehrlich beim Bischof beantragt werden - sonst durften keine 2 Messen an einem Tag gelesen werden. (Das war noetig, weil die Kirche zu klein war und die Gemeinde zusaetzlich eine Fruehmesse bekam)
1856 beschwerte man sich ueber das ungeeignete Subjekt des Gloeckners - der einen "unerbaulichen Lebenswandel" haette. (Er hatte lediglich eine evangelische Frau geheiratet)
1866 ist das Herzogtum Nassau von Preussen einverleibt worden.
Eine "gehorsamste Beschwerde gegen den Kirchenvorstand" gehoerte damals wohl zu guten Ton, auch wenn der Anlass Futterneid war: Es ging nur um die lockere Auslegung der Ausschreibung um die Mauer und Zaun um den Pfarrgarten..
Missmut wegen hoeherer Kirchensteuern fuer den Neubau des Pfarrhauses: "..dass diese Gefuehlszustaende bei der groesstenteils ungebildeten Masse nicht ohne rohe Ausbrueche .. bleiben wuerde.."

1886 wurde von 1800 Mark, 3 Jahre spaeter von 2100 Mark im Jahr an Pfarrer- Einkuenften berichtet.
Ein strenger Pfarrer lies nicht mal die Glocken zur Beerdigung eine "Protestanten" laeuten, die bis dahin noch keine eigene Kirche hatten- die kam erst 1897.
1909 kam die neue kath. Pfarrkirche. (Kosten 135.000 Mark) Danach stand die alte Kirche leer, ausgeraeumt und des Inhaltes verkauft- so hat der Gesangsverein, der seine 50 Jahr Feier in der alten Kirche halten wollte und vom kath. Pfarrer beim Bischof anfragen lies:
"Dem gesuch Eurer Hochwuerden vom 4.Juni um Gestattung, dass in der alten Kirche ein Wettsingen abgehalten werde, steht nicht zu willfahren. In einer konsekrierten Kirche duerfen derartige weltliche Festlichkeiten nicht abgehalten werden"
Punkt, - so sind sie, die studierten "Wuerdentraeger".
Pfarrer haben sich in gegenseitigem Briefwechsel mit "Hochehrwuerden" angeredet..

In ebendiesem Jahr 1896/7 soll ein Maurer 200 Mark im Monat verdient haben, ein Fass Bier 16 Mark gekostet haben, ein Anzug 60 Mark.

Pfarrer Kaiser hat vor dem 1. Weltkrieg ins Kirchenbuch geschrieben: "Nach wenigen Tagen nervenaufreibender Spannung kam die Entscheidung. Die Friedenverhandlungen unseres Kaisers sind mit einem Judasverrat vergolten worden. Am 1.8.1914 abends um 7 Uhr kam der Mobilmachungsbefehl." Bei seinem Gang durch die Stadt begegnete er Frauen mit verweinten Gesichtern, aber auch Entschlossenheit zeigt sich. Pfarrer Kaiser fuehrt ein Gespraech mit dem Brieftraeger Christ an, der sagt: Es ist des Wartens genug, so kann es nicht mehr weiter gehn, dieses ewige Hitzen und Drohen von Westen, Osten und Nordwesten. Wenn es denn sein muss, nun denn vorwaerts, in Gottes Namen. Diese Einstellung war kennzeichnend fuer das ganze deutsche Volk in der Zeit vor dem Ausbruch den 1. Weltkriegs.
Bei Martini faellt mir auf, dass dort die Abgaben eingesammelt wurden - ob die Martinsgans ihren Namen davon hat? Selbstverstaendlich nicht fuer die "Erzeuger", sondern fuer die Herren, ob das Kirchenleute oder Adlige waren, ist dabei egal - mir schwant, dass die Bauern sich kaum jemals eine von ihren Gaensen gegoennt haben werden, aehnlich wie mit der Butter, die auf den Markt kam. (GutsHERREN) mal ausgenommen.

"Gewidmet meinen Kindern und ihren Familien" steht am Anfang des Buches aus dem Jahr 1991 "Und gab doch niemals auf, Johanna - eine Lebensgeschichte" von Christine Meister.. meine naechste Lektuere.
Wie versprochen, hier meine erste Rezension, nachdem ich das halbe Buch auf einen Satz durchgelesen habe:
Eine bezaubernde Lebensgeschichte, wunderbar erzaehlte Zeitzeugnisse - eine unbedingt empfehlenswerte Lektuere -
Zuviel will ich nicht verraten, ausser der ISBN Nr: 3-923483-09-0
Als geschichtliche Relevanz darf bestimmt der Umstand geschildert werden, wieso der 1. WK zustande kam, denn das liest man eigentlich nirgendwo in aehnlicher verstaendlicher Klarheit:
Der Thronfolger Oesterr. Ungarns nebst Gemahlin fielen einem Anschlag zum Opfer.
Oesterr. erklaerte darauf Serbien den Krieg, das anschliessend durch den Kriegseintritts Russlands als Buendnispartner geschuetzt werden sollte.
Britische und deutsche Vermittlungsversuche scheiterten, so dass Deutschland, das einen Beistandspakt mit Oesterreich hatte, Russland den Krieg erklaeren musste. Nun waren die Franzosen Verbuendete Russlands..
"Gott erhalte uns den Kaiser".

"Heil Dir im Siegerkranz,
Retter des Vaterlands,
Heil Kaiser Dir!"

Dazu passt, dass unter diesem seltsamen Brandenburger Tor nur der "Merc edes Benzwagen des Kaisers hindurch fahren durfte"
Zu diesem Wahn passt, dass das Parlament "Reichstag" genannt wurde.
Patriotische Sprueche, Pathos, Stolz, Trommelwirbel, Niederlage an der Vielvoelkerfront und warum?
Nun, weil seltsame Pakte und Geheimverhandlungen - wie heute wieder - zu gegenseitigen "Hilfen" verpflichteten.
Ich wette, dass mit am Verhandlungstisch immer Vertreter der Waffenhersteller, heute Lobbyisten genannt, hockten und sich die Haende rieben ! (Diese Leute wurden auch nie und zu keiner Zeit als Kriegsverbrecher genannt)

Wir verharren noch eine Weile in andaechtigem Gedenken an die Opfer dieses Krieges, der so furchtbar vielen Menschen die Zukunft gekostet hat, bevor es mit den - zugegeben absichtlich vagen - Andeutungen zu diesem Buch weiter gehen wird:
Dort ist detailgenau zu lesen, wie man "organisierte", die Plagen des taeglichen Lebens, Aengste um die Zukunft, die Qualen der Geburt und die vielen, vielen kleinen Verfehlungen der Verwandtschaft so abliefen. Bei dieser Lektuere bleiben kaum Fragen offen, es wird auch nicht im Geringsten ausgespart, wie Deportationen stattfanden, was die Einwohner darueber wussten oder dachten, wie sie fuehlten.
Vielleicht sollte man dieses Buch zur Pflichtlektuere in den Schulen machen..
Es ist die Rede von dem seltsamen Tod ihrer juedischen Nachbarn, den hoehnischen Fremden, die diese abholten, von Behinderten, die in die Psychiatrie zwangseingeliefert wurden und bald darauf an Lungenentzuendung gestorben sein sollen. Offenbar wusste die Spionage oder die Fremdarbeiter (Gefangene,die ihren Arbeitsdienst ableisten mussten) mehr als die heimische Bevoelkerung, die genug damit zu tun hatte, ihre Familien durchzubringen - in einer Zeit, wo viele "Im Feld", vermisst oder gefangen waren.
Die Erlebnisse des Bombenkriegs auf unsere Heimat wird sehr eindringlich geschildert.
Eine Million Mark fuer einen Brief..
Tiefflieger schossen auf Frauen mit kleinen Kindern, absichtlich eine Schleife fliegend - auch wurden Gebaeude mit dem roten Kreuz auf dem Dach nicht verschont..
Besonders boesartig haben sich demnach die Englaender verhalten, die Russen und Franzosen sollen auch nicht viel besser gewesen sein, die Amerikaner hatten den Loewenanteil an der Kriegslast, halfen aber spaeter auch mit Mittel fuer den Wiederaufbau, was die anderen Alliierten nicht taten.
Aus dem Buch lernt man, dass ein Holocaust mit dem Vergeltungskampf nicht getilgt wird, im Gegenteil- es entsteht immer wieder ein neuer Holocaust, wenn das Volk der Taeter den Kampf verloren hat - "Taetervolk" wird allerdings stark relativiert, man liest darin die wahren Ursachen und Taeter heraus. (Die Bevoelkerung war nicht schuld, - immer nur die Partei(en) und die politischen Hervorkoemlinge und deren Mitlaeufer. Das alles deckt sich mit den Berichten meiner Eltern und Grosseltern.)
Der letzte Teil des Buches widmet sich dem Schicksal der engeren und weiteren Familie, Erbschaften und Rente, um koerperliche Einschraenkungen und Gebrechen des Alters, um den Zerfall und Aengste, - eben das, was jeden treffen wird. Einfuehlsam und doch drastisch berichtet.
Nochmal mein Fazit: Unbedingt lesenswert.

Mir gruselt es vor "liebe Genossen", vor den Nebelkerzen alter Tage, die auch heute noch in Gewerkschaften, Genossenschaften und linken Parteien vorgetragen werden. Das ist bestimmt nicht mein Ding, zumal das niemals ehrlich gemeint war. Jede Form von "sozial oder sozialistisch" bereitet mir Unbehagen, je mehr ich aus der Geschichte gelernt haben. Aber auch "national" und "patriotisch" u.aehn. ist mir sehr befremdlich. In der heutigen Zeit ist alles im Aufbruch und in Bewegung, was aber bleiben wird, sind die Lebensgewohnheiten der Menschen einer Region, die Phonetik, weniger die Mundart: Die Menschen wollen alle nur leben, sich durch Arbeit sinnvoll beschaeftigt wissen, um daraus eine Sicherheit zu haben - und um ihren Kindern etwas materielles und geistiges Erbe mitgeben zu koennen. Wie sich der politische Umstand nennt, duerfte denen, die nicht innerhalb dieser Organisationen aufsteigen wollen, ziemlich egal sein.

Die Kleidung oder Tracht (von tragen) spiegelte den sozialen Stand wieder und mit Schleier und Haeubchen altersgerecht gehalten gewesen, man ging mit Schleier oder Kopfschmuck oder spaeter mit Kopftuch nach draussen - wenn die Frau verheiratet war. Das ist wohl ein patriarches Ding, wie man in den religioes gepraegten Zuwanderern sehen kann.

In dem Buch "Volksleben in Hessen 1970" (aus welchem aber auch staedtisch - akademischer Hochmut schallt) beinhaltet viele Schilderungen diverser Gewerke in ziemlicher Deutlichkeit, auch was die Einkommen und taeglichen Arbeitsleistungen von 12-14 Std. anbelangt.

Zimmerleute berechneten und fertigten die Balken fuer ganze Haeuser praktisch wie Fertighaeuser - was ich sehr beeindruckend finde, zumal genug Berechnungen dafuer noetig waren.

Schreiner kamen erst seit dem 17.Jhd auf, weil damals die ersten Saegewerke entstanden, die Bretter schneiden konnten.
Die Spindeltreppen, die zuvor noch ueberall eingebaut waren, wurden durch gerade Treppen abgeloest.
Interessant waren die Truhen oder Laden, die bis Mitte des 19.Jhd die Kleidung aufnahm, schoen zusammen gerollt blieben die Stoffe in Form. (Spaeter kamen die Kleiderschraenke)
Auch hier war der Standesunterschied zu sehen - Intarsienarbeiten oder Bemalung.
Bis Mitte des 18.Jhds war der dreibeinige Stuhl in den Stuben daheim - (nur dieser stand auf den Boeden gerade)
Bevor das Schlafzimmer sich vom Wohnzimmer teilte, war das schlicht die "Stubb" - daneben gab es nur die Kueche und Diele.
Mitte des 19.Jhds kamen Polstermoebel auf.
Bis in die 1950iger Jahre behalf man sich mit "Bauernmoebeln", die eher zusammen gestoppelte Werke waren - nicht aus Tradition, sondern schlicht aus Geldmangel heraus.

Die Eichenholzfachwerke wurde gerne mit Kratzputz ausgekleidet, die es in zig Arten und Techniken gab- auch mit Malereien.
Die Arbeitsloehne der meisten Gewerke durfte man nicht berechnen, weil Arbeit eine Existenzhilfe war, keine gewerkschaftliche Groesse, kein "Anspruch".
In der Stube wurden Holz-Schindeln gefertigt, - wie bei allen diesen kleinen Nebeneinkommen mussten alle Familienmitglieder mit anpacken.

Im Jahre 1969 waren noch zwischen 2 und 14 % Trachtentraeger/Innen, welche aber schon aelter waren - durchschnittl. ueber 55 Jahre. Danach ist die Tracht immer weiter ausgestorben.

Der Maifeiertag ist der "Internationale Kampftag der Arbeiterklasse", er wird auch von Studentenverbindungen oder Burschenschaften mit dem Motto "Freiheit, Gleichheit und Bruederlichkeit" gefeiert - wobei die Buende eher rechtslastig wirken als demokratisch.

Bei mir landen Buecher ueber den Westerwaelder Basalt, ueber den 100j. Kalender, ueber das "Kirchspiel" div. Orte - ab und an finde ich darin durchaus brauchbare Dinge, die jene "kleinen Leute" betreffen, ueber die es auf meinen Seiten "Geschichtliches" geht. Waere da nicht der Unterhaltungsfaktor, kaeme dieses Vorhaben ein wenig der Suche nach der buchstaeblichen Nadel im Heuhaufen gleich ;) Darum hoffe ich, lieber Leser und liebe Leserin, dass diese Seiten nicht langweilig werden. Oft genug werden sie angeklickt, was mich doch schon sehr wundert, wenn ich ehrlich bin. (Eigentlich ist diese Materie doch schon ein wenig "steinig" fuer die meisten Leute.)

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