Landfotografie







Exkursion "Geschichtliches" (10. Teil)



Weiter im Text der Geschichte - die letzte von 4 Korrekturlesung der vorherigen 9 Seiten
hat mehr als eine Woche gedauert..
"Willkommen zurueck" im Sammelsurium der Texte aus alten Tagen,
die Wissenswertes, Kurioses und manchmal auch frohe Dinge, desgleichen viele
Randbemerkungen beinhalten.

Die Abschnitte sind so bunt durcheinander, wie mir die Buecher vor die Augen kamen,
die ich allesamt eher verschlungen als gelesen habe;
manche Erzaehlung aehnelt der anderen aus einer ganz anderen Ecke des Landes,
was mir die Aussage der Chronisten eher bestaetigt, als dass mir dies zum Ueberdruss
geworden waere - Geschichte muss nicht langweilig sein!

Lese-Splitter:

Der Pfalzgraf hatte das "Wildfangrecht", uneheliche und heimatlose Leute einfangen zu duerfen.
Die "Goldne Bulle" war von 1356 bis 1806 in Kraft - als eine fruehe Verfassung.
"Kanonisches Recht" - eine Sammlung Kirchengesetze, die eine ziemliche Komplexitaet hat.
Quasi ein Sonder-Recht im Rechtsraum !
Im Jahre 1556 - der Ottheinrich sei der Prototyp eines gebildeten deutschen Renaissance-Fuersten,
mit kostspieligen Sammelleidenschaften, der damals das Fuerstentum Pfalz-Neuburg an den Staatsbankrott fuehrte.

Im 12. Jhd kam die sogenannte "Buchreligion", die "scholastische Methode" der Inhaltsvermittlung der Bibel auf.

1070 tauchten die verschwundenen Digesten des roemischen Rechts wieder auf, ein Recht,
das eigentlich nie ganz verschwunden war.

Die Scholastiker ueberliefern, dass die Septuaginta,
wir erinnern uns an die griechische Version der Bibel-
schon um das Jahr 440 als "schwer verstaendlich" bezeichnet wurde.

Die Gemahlin des Kurfuesten FriedrichIII, Maria, schrieb 1564 an ihre Tochter Elisabeth:
"Aber ich klag euch herzlich und treulich, das es so ser stierbt zu Heydelberck,
das wir wieder müssen fliehen.
Mir sein izt iiij wochen an einem stuck umb gezogen, das wir und Heydelbercks enteusert haben,
und haben gemaint, es sol in den iiij wochen wider gut werden.
So wil es layder, got erbarms, nit sein.
Mir zihen izt die kunftig wochen gen Germerscham;
da werden wir ein weyle beleyben, bis Manheim ein wenig geflickt wirrt,
das mir da wonen konden. Die zwen blez haben wir, da es noch gut ist.
Wans da auch bös würt, so helf uns der allemechtig Gott,
mir steen in seiner Hant, mir konden nit entpfliehen."
(Germerscham = Germersheim, mundartlich richtig)

Das Wort "gemeiner Mann", das ja die Grundlage meiner Exkursion "Geschichtliches" war und ist,
betraf lt. Thomas Erastus den "gemeinen und armen Mann, den Handwercksmann."
Zur Ehrenrettung sei gesagt, dass sich dieser Arzt auch um minderbemittelte Patienten gekuemmert haben soll.
Aber er klagt auch ueber den Gebrauch von "chemiatricher Heilmittel"
und die im Paracelsismus virulenten und orthodoxen Theologen
haeresieverdaechtigen Verflechtungen zwischen Magie und Religion -
bewarf er mit Worten wie "grunzendem Schwein Paracelsius, Saeufer,
Teufelsbuendler und Atheisten, der alle Heiden und hoellischen Haeretiker an Gottlosigkeit uebertreffen wuerde..

Palimpestforschung begann im 19.Jhd. - zusammen mit der Palaeografie,
der Schriftforschung, versuchte man Schriften unter der Schrift zu erforschen.
Frueher war es ueblich, dass mit Bimsstein die Pergamente von der Beschriftung "geloescht" wurden,
um diese wieder neu beschreiben zu koennen.
Ganze Depots wurde so angelegt, um neue Buecher zusammen zu stellen.
Bei manchen alten Schriften hat man breite Raender gehalten,
die fuer Notizen oder kl. Schriftproben, Abmalungen von Grafiken etc. dienten.
Allerdings wurden von diesen Stellen auch Teile herausgeschnitten, um neue Blaetter zusammen zu setzen.

Alegorische Ueberhoehungen waren allgemein ueblich:
"..die Miniatur zeigt die sitzende Gottesmutter und das Jesuskind, vor der ein betender Adeliger
niederkniet, begleitet von einem stehenden Schutzheiligen. In der Mitte das Kurpfaelzische Wappen"

Im 11. und 12. Jhd sind "italienische Riesenbibeln" bekannt.
In reiner Handarbeit und schon fuer den Export hergestellt-
fuer Repraesentationszwecke und als fuerstliches Geschenk.

"die hellenische Kunst blieb auch in der Miniatur des psallierenden Davids,
eine bukolische Szene- der Musiker sitzt neben der allegorischen Melodia,
der hingelagerte nackte Berggott ist der Berg Sinai,
im Hintergrund lauscht das Echo dem musikalischen Vortrag der Psalmen.."
Ihhh - "psallierende" Engel - nun hoer' aber auf !
Heute wuerde man Kitsch dazu sagen..

"Denn christl. Religion ist nicht wie andere heidnische Religionen,
die von der menschlichen Vernunft selbst gedichtet sind - sie bedarf keiner Buecher und Lehr,
sondern Gott hat seinen heimlichen Willen von Christo und Vergebung der Suend
durch sein Recht geoffenbart und diese Offenbarung in ein Buch gefasset,
das soll man lesen, hoeren und lernen.
Darum sind studia in christlicher Religion viel hoeher von noeten, dann bei allen anderen Voelkern."
(Melanchthon 1545)

"Der gesamte Katechismus sollte 6x im Jahr an jeweils 9 Sonn- und Feiertagen
im Gottesdienst verlesen werden.
Ausserdem hatte man ihn so eingeteilt, dass er waehrend eines Jahres in den Nachmittagspredigten
am Sonntag einmal vollstaendig ausgelegt werden konnte."

Hippe = Sense.

Frueher waren die Heilberufe nicht unbedingt von Studierten ausgefuehrt, wie folgende Worte beweisen:
(Lohnitzer Kreuterbuch aus dem Jahr 1582)
"Es nimpt sich an der Artzeney
Jetzt jederman mit grossem gschrey/
Leyen/Priester vnd Dorffpfärrer/
Juden/Zanbrecher vnd Scherer.
Naaßweise Weiber/jung vnd alt/
Verdorbne Krämer gleicher gestalt/
Vnd ob wol ist am tag bekandt/
Ihr groß Betrug vnd Vnverstandt/
Vnd was sie treiben allerhandt/
Doch leidet mans vmbher im Landt."

Die laienaerztl. Hilfsmittel bekam man wohl in der Apotheke,
die jeder eroeffnen konnte, wenn er die Gunst des Herren hatte.
Gut genug fuer den "gemeinen Mann"

***
Aus dem handschriftl. Tagebuch Johann Casimirs 1581:
"Im Christmon (Dezember) darinn laß dir schlahen
/ Die houptader / und leg dich nahen.
Zu diner frouwen an ir brust /
Das weert vor frost / und bringed lust.
Din spyß sey ouch gewürtzet satt / vom Pfeffer / Imber und Muscat"

Heute:
Der Pfarrer Dr. sowieso raet, zum Aschermittwoch auf Alkohol oder Zigaretten
oder Fernsehen zu verzichten, die Ratgebersendung im Radio fragt dazu:
Worauf wuerden sie verzichten?
Nun, mich juckt etwas zu schreiben oder anzurufen-
dieses Jahr moechte ich darauf verzichten zu sagen-
auf die Religion, da verzichten wir gerne drauf !
Nun ist es nicht so, als wenn ich die Bibel nicht ganz genau durchgelesen
und mit Konkordanzen auf den letzten Blaettern versehen haette,
zig und zig vergleichende Schriften dazu, auch was andere Religionen anbelangt,
durchgeackert haette - so leicht habe ich mir die schlussendlich ablehnende Haltung nicht gemacht !

***

Im Jahre 1612 heiratete der erst 16j. Kurfuerst Friedrich V von der Pfalz
Prinzessin Elisabeth Tochter des englischen Koenigs Jakob I.
Dazu reiste er mit 191 Begleitern per Schiff den Rhein hinab,
bis er mit den 24 Barken auf der Themse gegen London ankam.
In den Folgetagen erkrankte der Prinz of Wales am hitzigen Fieber und starb 18j.
Die Vorbereitungen zur Hochzeit gingen aber schnell weiter.
Der engl. Koenig verlieh dem jungen Brautgemahl noch schnell ein paar Orden,
damit die Uniform schmucker aussah..
Hochzeitsbankette und Weihnachtsfeierlichkeiten gingen ineinander ueber - weisser,
silberbestickter Atlas, in Kupfer getriebener Brautzug , der in der Kapelle verewigt wurde.
Eine lateinische Rede in Cambrighe gehoerte wohl dazu.
Zu Ostern zogen die Schiffe wieder nach Hause, den Rhein hinauf:
Der Jubel der Bevoelkerung haette kein Ende gefunden.
Die Ladenburg als Residenzstatt nahm 300 Soldaten mit ihrem Feldlager auf,
2000 Festgaeste - der ganze Hochadel - Ritterspiele, Feuerwerke,
Festzug und Triumphbogen - allein 1540 Pferde waren zu versorgen..

1585 untersuchte der kurfuestliche Rat Freher die Bedeutung der Volksmeinung fuer die Rechtsfindung..
..in seinem Traktat die fama publica - vulgarem populi vocem et opinionem.
(Die Meinung des Volkes hat auch hinterher keine Rolle gespielt)

In einer Kampfschrift fuer die Reformation des Glaubens fand sich folgendes:
Mit dem Eheverbot des Papstes fuer die Priester waere der "hurey die thuer geoeffnet worden"

Die Wormser Judenordnung 1594-1614 schrieb das Tragen eines schwarzen Mantels
mit gelbem Ring vor, der die Juden deutlich kennzeichnete.
"Ungeziem musizieren" durften sie auch nicht.
Die Anfaenge der Juden in Worms reichen bis ins 11.Jhd zurueck,
um 1600 hatten sie nach Prag, Wien und Frankfurt die Stadt Worms
zu ihrer viertgroessten Kolonie erklaert.
Sie waren gleich drei Schutzgewalten unterstellt - dem Koenig,
dem Bischof und dem staedtischen Rat- so konnte man drei mal Steuern erheben !
Ostermorgen 1615 wurden sie in einer zuvor geplanten Aktion aus der Stadt getrieben,
ihre Haeuser wurden gepluendert, die Synagoge niedergerissen,
die jued. Graeber geschaendet!
Ein Jahr spaeter kamen sie unter dem Schutz des Kurfuersten wieder zurueck.

***
Auf das "Bergbauregal" stuetzte sich das landesherrliche Bergrecht,
das eher keiner Stuetze bedurft hatte- man ordnete an,
wie heute laengst auch wieder.
So gehoerte alles und das ganz automatisch dem Fuersten ,
der gnaedig Abbaurechte verlieh- gegen entsprechende Abgaben:
Selbst war er zu faul, dumm oder zu fein die Bodenschaetze selbst abzubauen,
deshalb war er froh, auf diese Weise doch noch absahnen zu koennen..

Das Buchwerk Georg Agricola (1494 in Glauchau Sachsen geboren)
war bis Mitte des 18.Jhds das Standardwerk fuer den Bergbau und die Metallverarbeitung.
(Lektuerenhinweis)

***
Der 30j. Krieg machte die Anfaenge der geregelten Waldwirtschaft zunichte-
die erst im 18.Jhd. wieder aufgenommen werden konnte.

Der Pfaelzer Kurfuersten sollen fast jeden Tag zur Jagd gegangen sein,
ihrer Lieblingsbeschaeftigung gefroent haben.
Sie schmueckten sich gerne mit "Trophaeen" und ruehmten sich, moeglichst viele Tiere abgeballert zu haben.
Johann Casimir soll die Bezeichnung "Jaeger aus Kurpfalz" bekommen haben,
so arg hat er es damit getrieben.
Der Kurfuerst hat Dedekind Grobianus - Buch als geeignet angesehen, fuer die Unterrichtung seines Sohnes.
Ritter vom Thurn sorgte mit einem Buchwerk fuer die Belehrung der adeligen Maedchen,
sie sollen fleissig beten und fasten, sich ihrem kuenftigen Ehemann keuch bewahren,
anderen verzeihen koennen, Verstaendnis fuer den Naechsten haben,
sie sollen sich vor den Folgen der Eifersucht hueten, nicht den Jaehzorn des Mannes hervorrufen,
nicht den Hunden mehr Zuneigung schenken als den Armen,
in der Kirche nicht schwatzen, ihren Mann nicht betruegen,
den Einfluessen von Unwuerdigen nicht nachgeben,
auch wenn ihr Mann sie schlecht behandelt hat...

Im Buch ueber die hoefischen Essgewohnheiten, einem Kochbuch aus dem 16.Jhd steht:
Eines der 2000 Rezepte ist Olla potrida, wo 90 Zutaten fuer gebraucht wurden.
In dem Buch stehen Vorschriften der Zubereitung des gemeinen Ochsen,
einem dem gemeinen Mann erlangbaren Tier..

***
Ein Angriff auf die Phalanx der Lateiner ist das in deutscher Sprache geschriebene Fachbuch:
Ryffs Cenfectbuch - eine apothekarische Fachschrift fuer die laien-medizinische Praxis.
(Fuer den "Hausvater" als Standardwerk, nicht als Ersatz fuer medizinischen Rat gedacht)
Im Jahr 1567 erschienen durch diesen geschmaehten Vielschreiber, wie es heisst.
Dort ist erstmalig die Rede von "Latwergen" in diesem 8 baendigen Werk,
das mit Pflanzenpulver, das mit Honig oder Zucker zu einer Art Paste
als Ueberzug ueber schlimm schmeckende Arzenei propagierte..

1589 erschien in deutscher Fassung die Schlangenmonographie des Polyhistors Konrad Gessner,
in welcher u.a. von Meerschlangen die Rede ist, die dreihundert Fuss lang waeren
und unter deren Bogen ein Schiff hindurch fahren konnte.
Groessere Schiffe wuerden abgewuergt und untergehen lassen, so dass das Tier die Seeleute fressen konnte.

Die Apotheken waren oft weit weg und schwer erreichbar -
so lag es Hieronymus Brunschwig im Jahr 1500 nahe, Destillate fuer den Hausgebrauch
zu erfinden, die auch sehr erfolgreich gewesen waren und beim
"gemeinen, armen Mann" begeistert angenommen wurden.
Die ausdestillierten Drogen oder Heilkraeuter waren keine fertigen Heil- sondern eher Hilfsmittel.
Diese Mittel wurden von Alchemisten ausgedacht und ausprobiert-
das waren keinesfalls immer studierte Leute, sondern oft Laienpharmazeuten.
1638 kam eine Schrift heraus, die erstmalig eine Form der "medizinischen Polizei" anfragte,
um Scharlatanen den Boden zu entziehen.
Leonard Thurmeisser zum Thurn war Arztalchemist und recht umstritten in der Fachwelt.
Der Autodidakt und gelernte Goldschmied hatte sich in medizinisch-pharmazeutischen, alchemischen,
metallurgischen und astrologischen Gebieten reiche Kenntnisse erworben.
Er tat zeitweise im Berg- und Huettenwesen seine Dienste
und stieg zum Leibarzt des Kurfuersten auf.
Er arbeitete kaufmaennisch - industriell mit vielen Unternehmungen, vom Betrieb chemischer Laboratorien,
Arzneimittel, Druckereien, Bankgeschaeften, Salpetersiedereien bis zum Talismannverkauf..

10. Jar ein Kind / 20. Jar ein Juengling, / 30 Jar ein Mann, / 40 Jar wohlgetan,
/ 50 Jar stillstan, 60 Jar Abgan, / 70 Jar dein Seel bewar,
/ 80 Jar der Welt Narr, / 90 Jar der Kinder Spot,
/ 100 Jar nun glad dir Got.
(Deß Menschen Circkel und Lauff)

Das Reißbuechlein soll geistliches Geleit mit auf den Weg geben:
(Pfarrer Sachs 1569 Hofprediger in Graefentonna)
..der groesste Feind ist der Teufel, der durch die Welt zieht um Unglueck zu stiften.
..wie Ruebezahl im Boehmischen Gebirge die Wanderer vom rechten Weg abbringt.
..aber auch durch Gottlose, die betruegen und stehlen gilt es zu erkennen.
..man darf nicht anderen Menschen auf Treu und Glauben begegnen.
..man muss sich auf das innere Ruestzeug verlassen- das Gebet.
Trotzdem sollte der Wanderer eingedenk sein, dass der Mensch sterblich ist,
er muß durch Buße auf den Tod gefasst sein und sich Gottes Willen ergeben.
Ausser leiblicher Speiß soll auch die geistliche Seelenspeise dabei sein- das Evangelium.

***
Beschreibungen von Pilgerfahrten erzaehlen von dem "heiligen Land",
wo in der Wueste am Sinai, wo der Berg Horeb bestiegen wird,
im Katharinenkloster genaechtigt wurde und der Weiterritt nach Kairo
wo am riesigen Sultanspalast Menschen verkauft worden sind, wie unvernuenftige Tiere!

Die meisten Pilger werden wohl zu Fuss unterwegs gewesen sein.
Selbst die Evangelisten und Juenger waren so unterwegs,
meistens hunderte von Meilen in ihrem Leben !

***
Zurueck zu den Ausfuehrungen der Bibliotheka Palatina, wo von den Handkopien der Bibel
und der Evangelien die Rede ist.
Ein Hauptschreiber und Schreiber B, einem Lehrling und dem verantwortlichen Schreiber,
der abschliessende Korrekturen anbringt.
Die Zeichnungen sind vom Hauptschreiber und dem Lehrling,
sowie von sieben Malern und drei Meistern und vier Assistenten..
Das Scriptorium war ein wichtiger Ort in jedem Kloster, nach den Regeln des heiligen Benedikt gefuehrt
(bete und arbeite, ora et labora) -
nach dem 12.Jhd, als das Schrifttum stark zunahm, waren auch Weltgeistliche,
Notare, Berufsschreiber aus dem Kleriker und Laienstand, Lehrer,
Schueler und Studenten an den Kopien beteiligt, um die staerkere Nachfrage zu bedienen.
In Wachstafeln wurde die Negative geritzt, alles sollte so originalgetreu wie moeglich sein.
In Rahmen eingespannte Haut mit div. Bearbeitungsschritten
(glaetten durch Tuffstein, haltbarmachen mit Kreide, Kalkwasser etc.)
gab das wertvolle Pergament ab.
Es wurde mit kl. Einstichen "liniert".
Mit Stahlfedern wurde ausgekratzt, mit Gaensefedern geschrieben.
Die Tinte wurde in kleinen Rinder-Hoernern gelagert.
Holzdeckel und Baender fuer die Buecher wurden gefertigt:
"De his quae ad scriptorem pertinent:
Omni conveniunt scriptori quatuor:
anser, Taurus, ovis, spina, si notet illud homo.
Anser dat pennam, cornu fit des bove, pellem fert ovis, incaustum promere spina solet."
Silvam et Saxum Festimentum det.

Die Buchbinderlade und das dazu entsprechende Buchbinderhandwerk nahm hier seinen Lauf.

Es sind sogar genaue Anleitungen zur Herstellung von Tinte ueberliefert:
Im April Holz von Dornen schneiden, bevor die Vegetation einsetzt,
Buendel davon machen, 3-4 Wochen im Schatten trocknen lassen,
dann mit dem Holzhammer klopfen, bis die Rinde geschaelt werden kann.
Diese in ein Fass Wasser geben, 8 Tage stehen lassen, bis das Wasser den Rindensaft heraus gezogen hat.
Dann das Wasser in einen ganz sauberen Topf geben und kochen.
Immer etwas Rinde nachgeben und das Wasser durch einkochen reduzieren bis es dick und dunkel wird.
Nun ein Drittel Wein zugeben und in neue Toepfe geben und so lange kochen,
bis es an der Oberflaeche eine Haut zieht.
Dann die Toepfe vom Feuer nehmen und in die Sonne stellen,
bis sich die dunkle Tinte von dem roten Satz trennt.
In Saecken und Blasen hat man den Sud in der Sonne getrocknet
um dann jeweils etwas davon entnehmen zu koennen:
Mit Wein gemischt, ueber dem Kohlenfeuer frisch erhitzt, mit etwas Atramentum dabei.
(Schwaerze)
Falls die Tinte "aus Nachlaessigkeit" nicht so recht schwarz geworden ist,
nimm ein Eisen von etwa Fingerstaerke, das im Feuer gluehend gemacht wird
und in die Tinte geworfen gehoert..

Die Darstellung von Menschengestalten mit Tierkoepfen
geht auf eine sehr alte christliche Tradition zurueck, wie es heisst.

***
Manchmal habe ich den Eindruck, als ginge es um Radio Eriwan -
im Prinzip ist alles christlich, was einst heidnisch oder besser vorchristlich war..

Vergoldete Prachteinbaende mit wertvollen Schnitzereien und Malereien bildeten ganze Bibliotheken.

Vor der Kunst der Buchdrucker waren also die Vervielfaeltiger-Werkstaetten,
die ziemlich viel zu tun hatten,
damit moeglichst vielen Gelehrten und Schulen das Wissen zur Verfuegung stehen konnte.

Wie bei allen Dingen - es kommt immer noch mal was nach-
meine Lektueren sind ja nicht abgeschlossen, sondern ich lese fleissig weiter!

***
"Und der HERR redete mit Mose in dem Gefilde der Moabiter an dem Jordan gegenueber Jericho und sprach:
Rede mit den Kindern Israel und sprich zu ihnen:
Wenn ihr ueber den Jordan gegangen seid in das Land Kanaan,
so sollt ihr alle Einwohner vertreiben vor eurem Angesicht
und alle ihre Saeulen und alle ihre gegossenen Bilder zerstoeren und alle ihre Hoehen vertilgen,
dass ihr also das Land einnehmet und darin wohnet;
denn euch habe ich das Land gegeben, dass ihr's einnehmet.
Und sollt das Land austeilen durchs Los unter eure Geschlechter. "

Diese obigen Zeilen veranlassen mich anzuregen, diese Religion entweder zu modernisieren
oder zu verbieten: Undemokratischer und unmenschlicher geht es ja wohl nicht,
wenn "der Gott" alle Einheimischen aus ihren Haeusern zu vertreiben befiehlt!
(Man kann und man darf es sich nicht so bequem machen und sagen:
"das ist eine alte Ueberlieferung und ist bestimmt nicht so boese gemeint gewesen.."
Oh doch, Religion war schon immer sehr unfriedlich und konnte schon immer handgemein sein.
Die Anstifter oder Aufruehrer mit obigen Texten gehoeren eingesperrt, damit der Wahn ein Ende hat.

***
Ein paar Splitter der alten Zeit entdecke ich immer noch:

Im Jahr 1452 hat Papst Nikolaus V den Koenig Portugals Heinrich ausdruecklich dazu "ermaechtigt",
die "Laender der Unglaeubigen zu erobern, die Einwohner zu vertreiben oder zu versklaven".
(Da haben wir gleich das naechste Negativ-Beispiel, wenn "der Stellvertreter Gottes auf Erden",
der Papst zu solchen Untaten antrieb- was soll man bitte von dieser Religion halten?)

***
Die alten Hochkulturen der Roemer und Griechen beruhten auf der Arbeit von Sklaven
- Aristoteles:
Sklaven gibt es von Natur aus, zu recht gehoeren sie anderen, um gedankenlos Befehle auszufuehren..
(Dieses Denken wollte man schon immer den einfachen Leuten vorschreiben -
dann kam die Arbeiterbewegung und die Emanzipation der Frau auf..)

***
So stand 1732 im 64 baendigen Universallexikon aller Wissenschaften und Kuenste (aus Halle) :
"Man hat die Africaner schon von Alters her vor unverschaemte und untreue Menschen gehalten,
anbei sind sie grausam, meyneidig, tueckisch, leichtsinnig, geitzig und Gotteslaesterer"
"dazu als Kriegsleute ohne Herz und Geschicklichkeit,
dass es also diesen Portugiesen eine grosse Menge derselben
unters Joch zu bringen mit wenigem Volke moeglich gewesen ist."

Und wie sie gewuetet haben, die Portugiesen - Millionen und Abermillionen sind umgebracht worden
um die Menge Laender des indoozeanischen Raumes zu occupieren.
(Das aber kann jeder im Geschichtsunterricht hoeren, sofern das der Lehrer will)

Wer sich fuer Datenspeicherungen, Buecher und den Sinn und Unsinn
von Wissenerhalt und Ueberlieferung interessiert,
fuer den habe ich hier eine interessante Ausarbeitung gefunden:
"Wie die Menscheit ihr Kapital an Koennen und Wissen vergeudet",
in Kapitel des Buches "Am Puls des Planeten" von Wolf Schneider,
ISBN 3-455-1120-3 aus dem Jahr 1999 .
In ebendiesem Buch ist dieses Kapitel, das ich hier empfehle, von der Seite 165-186 zu finden.
Das Wissen der Menschheit fuer immer aufbewahrt?

Das schon erwaehnte und empfohlene Buch "Am Puls des Planeten"
hat auf den Seiten 225-253 noch ein besonderes Schmankerl -"Globalisierung",
das eines von anderen, sehr interessanten und in einer Blog-Form
abgehandelten Themenstruktur ausgefuehrt ist.

***
Das Plattdeutsch war frueher kleinraeumig und fest an einen Ort gebunden,
ein, zwei Orte weiter sprach man deutlich anders.
Heute scheint diese enge Form des Dialektes zu sterben, zugunsten einer erweiterten Regionalitaet:
Heute kommt der Mensch weiter in die Umgebung, zuweilen taeglich, wenn es sich um Pendler dreht.
So ist eben das Platt unseres Dorfes inzwischen eher ein fraenkischer Dialekt Frankfurts geworden
- mit mehr oder weniger Einsprenkelungen der alten Mundart.

***
Nun ist mir auch klar, wie die Leute frueher die Tonnengewoelbe-Keller gemacht haben:
Der Hohlraum wurde zuletzt freigeraeumt, bis nach der Aushaertung des Moertels
blieb der Bogen und die Mauern links und rechts erst einmal ruhend.
Man nahm Bruchsteine aus der Umgebung, grub zwei Graeben und rundete die Erde darin ab, dass eine Negativ-Form entstand.
Dann wurde diese Rundung uebermauert, dann darunter frei geraeumt
und ein huebsches Tonnen-Gewoelbe war fertig..

***
Ich schrecke vor nichts zurueck, um mich in die Geschehnisse alter Tage hinein zu versetzen:
Nun sind auch schon Romane dabei, die allerdings auf Berichten basieren:
Nora Berger (Pseudonym) schrieb 2009 ISBN 978 3 8289 9549 9 den Roman "Bratkartoffeln und Rote Beete",
der auf Tonbandaufnahmen der Eltern jener Autorin beruht und vom brutalen Kriegswinter 1944/45 erzaehlt.
Ein wahre Geschichte, wie sie packender nicht sein kann..
Deshalb hier meine ausdrueckliche Empfehlung, um zu mehr Verstaendnis fuer Fluechtlinge zu kommen.
(Was damals sehr viel anders war, als die der neuen Fluechtlinge, die sich dort in Europa niederlassen,
wo es das meiste Geld gibt, wo man am besten leben kann.)
Auf 442 Seiten erfaehrt man, wie sich junge Leute durch die Kriegstage retteten und sich -wider Erwarten- doch noch fanden.

***
Aus den Briefen einer Fuerstin erfaehrt die Nachwelt schon einiges ueber die Sitten
und Gebraeuche bei Hofe, aber auch ueber das spezielle Familienleben dieser Schicht.
Der Kanzlei- und der persoenliche Stil einen Brief zu verfassen unterschied sich wohl,
wobei einer Frau nur der zweite zugestanden worden ist.
(Jeweils Privatbriefe betreffend)
Um 1760 kostete die Befoerderung eines Briefes von Frankfurt nach Berlin 6 Groschen,
so viel, wie ein Tageslohn eines Zimmermanns war..
(ca zehn Tage war der Brief unterwegs)
Freiherr von Knigge:
"Ich tadle nicht, dass ein Frauenzimmer ihre Schreibart und ihre muendliche Unterredung
durch einiges Studium und durch keusch gewaehlte Lektuere zu verfeinern suche,
dass sie sich bemuehe, nicht ganz ohne wissenschaftliche Kenntnisse zu sein;
aber sie soll kein Handwerk aus der Literatur machen;
sie soll nicht umherschweifen in allen Teilen der Gelehrsamkeit."

(Tut mir leid, aber das war ein Mistvogel- auch wenn die Zeiten damals "andere" waren.
Zitate oder "Empfehlungen" des Herrn Knigge waren mir schon immer zuwider -
nun weiss ich auch warum..)

Der Adel achtete immer auf "standesgemaesse" Heiraten,
selbst niederer Adel war nicht gut genug, ganz gleich ob Liebe im Spiel war oder nicht.
Kant, Hegel, Fichte und Schleiermacher hatten alle ihre eigenen Ideen zu diesem Thema,
was denn nun geeigneter sei fuer eine ehel. Verbindung,- Liebe oder Sicherheit
oder Zuneigung oder schieres Arragement der beiden Elternteile,
meist aus dem Zweck der Guetersicherung heraus.
Man erwartete von der Frau die Sorge um das Wohlergehen des Gatten,
was heute von bestimmten Gruppen als abwegig oder falsch angesehen wird.
(Vom Gatten erwartete man im Gegenzug Sicherheit und Fuersorge)
Schon 1791 hat sich Emilie von Berlepsch in ihrem Eheratgeber
gegen die Aufopferungspflicht der Frauen gewandt,
gegen die Maennerbezogenheit der Gesellschaft,
das "tauge nur noch fuer den Orient".

Der Graf von Weilburg:
"Da Leute untergeordneten Standes schlecht auf einen Zoegling
von der Art meines Sohnes einwirken, so wird der Gouverneur Sorge tragen,
ihn davon fern zu halten, und soll er daher stets bei seinem erzieher
oder in der Umgebung seiner Eltern sein.."

Noch am Anfang des 19.Jhds waren Briefe das, was spaeter die Zeitungen waren -
man informierte sich auf diese Weise, was im weiteren Umfeld bei Verwandten
und Bekannten geschah, aber auch darueber, was woanders in den Gazetten stand.
Wer ueber wen, Klatsch und Tratsch, Kriegsgeschehnisse und Buendnisse,
Ergebnisse von Verhandlungen und so weiter.
Das konnten sich freilich nur die Betuchten leisten.
Damals war es ueblich, dass sich die feine Schicht gegenseitig kleine Geschenke schickte oder mitbrachte.
Stoff, Schreibutensilien, Tabatieren, Schnittmuster, Kleidung, Huete, Schmuck,
Medaillons, Musikstuecke, Portraits, Dosen, kleine Huendchen ;)
- so wird es ueberliefert aus dem Briefen der Herzogin.
Man hat sehr darauf geachtet, dass die Exklusivitaet des Adels
nie in Frage gestellt wurde durch Vermischung oder gar Verbuergerlichung.
Das hat man z.B. durch die Hofgesellschaften belegen koennen,-
die Dienerschaften und Bevoelkerungsschichten ausserhalb des Schlosses
"wurden kaum wahrgenommen",
wie erzaehlt wurde und wenn die Fuerstin davon schilderte,
dann mit einem "Blick von oben herab und mit herablassendem Tonfall".
So wurde ein Geschehnis ueberliefert, wo Bauern in einen Ballon stachen,
vor dem sie sich fuerchteten.
"--die Bauern haben sich schrecklich gefurcht, ..
endlich hat sich der aller beherzte dazu gewagt und mit der Hacke hinein gestossen"

***
Man kann fuer das 19.Jhd sagen, dass die liebende Ehefrau und Mutter
als Ideal im Buerger des Biedermeiers, im gehobenen Buergertum aber eine Aristokratisierung
des Verhaeltnisses entstand, wo Gouvernanten die Kinder erzogen,
distanziert von den Eltern.
Davon hat sich die Weilburger Fuerstin gruendlich unterschieden..

Descartes, Voltaire, Rousseau und Montesquieu traten schon frueh fuer eine Beseitung
des Absolutismus ein und fuer eine Gewaltenteilung,
allerdings noch mit konstitutioneller Monarchie.
Wen das interessiert, kann ich dort laenger einlesen.
In den ca 350 absolutistisch regierten Fuerstentuemern Deutschlands konnte man den umstuerzlerischen Tendenzen
erst einmal schnell und leicht Einhalt gebieten.
Napoleon bezichtigte die Jakobiner des Anschlags gegen ihn,
der die modernen Gedanken durchsetzen wollte - und,
wie wir heute wissen, auch durchgesetzt hat.
Wer weiss schon, dass Beethoven seine 5. Symphonie dem Napoleon gewidmet hatte?
1807 schrieb Napoleon aus Fontainebleau:
"..Was aber das deutsche Volk am sehnlichsten wuenscht, ist, dass diejenigen,
die nicht von Adel sind, durch ihre Faehigkeiten gleiche Rechte
auf ihre Auszeichnungen und Anstellung haben,
dass jede Art Leibeigenschaft und vermittelnde Obrigkeit zwischen dem Souveraen
und der untersten Volksklasse aufgehoben werden.."

In dieser Zeit wurden sogar einige Kirchen -meist kleinere- niedergelegt, dh. abgerissen, einige groessere wurden zu gemeinnuetzigen Zentren umfunktioniert, der Insignien beraubt.

Die "Mediatisierung" , dh. die Abfindung der alten Obrigkeit
brachte diesen grosszuegige Privatbesitze, mit lokalen Steuer,- Polizei- und Gerichtsrechten.
Die Beseitigung der Reichsritterschaften fing mit dem Paragraph 25 der Reichsbundakte ueber die Buehne.

Das hat aber wenig mit meinem Thema
"wie lebten die gemeinen Leute der alten Zeit" zu tun,
weshalb mir eine Vertiefung dazu unnoetig schien.

***

Calvarienberg1 + C2 + C3 + C4 + C5 +
C6 + C7 + C8 + C9 + C10 +
C11 + C12 + C13 + C14 + C15 +
C16 + C17 + C18 + C19 + C20 +
C21 + C22 + C23 + C24 + C25 +
C26 + C27 + C28 + C29 + C30 +
C31 + C32 + C33 + C34 + C35 +
C36 + C37 + C38 + C39 + C40 +
C41 + C42 + C43 + C44 + C45 +
C46 + C47 + Calvarienberg48

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Es kam, wie es kommen musste:
Ich finde immer noch Buecher ueber die Historie oder historische Buecher,
wo einige Passagen interessant fuer diese Seite sein koennen -
deshalb also noch Nachtraege:

Waehrend des Spaziergangs fiel mir eine interessante Parallele der alten zur neueren Zeit auf:
Wenn Zwangsarbeiter in den deutschen Fabriken
(andere Laender haben das aehnlich gehandhabt, das muss ich betonen, damit ein Ungleichgewicht entsteht)
schuften mussten, die Gefangene (Soldaten) waren und die man in der Nachkriegszeit
entschaedigt hat oder noch immer dabei ist, dieses zu tun:
Die Leibeigenen und Frondienstler der ganz alten Tage sind fuer ihre Lehns- Gebietsherren,
Fuersten oder Fuerstbischoefe ebenso zwangsweise verdungen worden und ..
haben bis heute (freilich deren Nachkommen) keine Entschaedigungsleistungen bekommen !
Die Adelshaeuser und die Kirchen sind noch heute greifbar
und koennten sehr wohl diese Wiedergutmachung zahlen..
(Das vererbte Hab und Gut der Vorfahren haben sie schliesslich auch einstecken koennen,
warum also nicht auch fuer die vererbten "Altlasten" aufkommen?)
Gleiches muss gleich behandelt werden !
Begruendung: Die Menschenrechte sind nicht zeitlich gebunden und gelten fuer alle.
Die damals vorhandenen Gesetze sind allesamt ohne Mitwirkung des Volkes gemacht,
Gebiete gegen allen Gemeinbesitz und germanischen Grundrechtslagen
gewaltsam besetzt und innerhalb der Feudalen verteilt worden..
einfach so, als waere die ganze Welt ihnen, den Starken,
die mit den gedungenen Soldateska alle Gewalt in der Hand hatten.
Deshalb darf man Adelstitel nicht mehr laenger dulden
und sollte diese Leute endlich fuer die Untaten ihrer Ahnen zur Verantwortung und auch zur Kasse bitten!

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Sprueche:
Kurt Tucholsky:
"Die Leute blicken immer so veraechtlich auf vergangene Zeiten,
weil sie dies und jenes -noch- nicht besassen, was wir heute besitzen.
Dabei setzen sie stillschweigend voraus, dass die neue Epoche alles das habe,
was man frueher gehabt hat plus dem neuen.
Das ist ein Denkfehler.
Es ist nicht nur vieles hinzugekommen, es ist auch vieles verloren gegangen,
im guten und boesen.
Die von damals hatten vieles noch nicht, aber wir haben vieles nicht mehr."

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Eine Hausinschrift moechte ich den hier Lesenden nicht vorenthalten:

"Wenn dieses Haus so lange steht, bis Hass und Neid der Welt vergeht,
so steht es nicht nur kurze Zeit, so steht es bis in Ewigkeit!"

"wer sich nicht selbst zum besten haben kann, der ist gewiss nicht von den besten.."

"Ich sage dir, ein Kerl, der spekuliert, ist wie ein Tier auf duerrer Heide,
von einem boesen Geist im Kreis herumgefuehrt und ringsumher liegt schoene, gruene Weide"
(Goethe, Faust)

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Eine besondere Buchempfehlung waere diese:
"Bevor die Roemer kamen"
Ein aelteres Werk, das man im Antiquariat suchen muss.
Erschienen im Econ Verlag Duesseldorf, von Rudolf Poertner geschrieben, aus dem Jahr 1961-1963
(noch ohne ISBN-Nummer)
Hier wird auf lesenswerte Weise veranschaulicht, wie Ausgrabungen entstanden sind,
mit vielen Schlussfolgerungen und Fund-Erklaerungen.
Die Einzelheiten -auch nur andeutungsweise- aufzulisten, wuerde den Rahmen dieser Seite sprengen.
Deshalb empfehle ich interessierten Lesern und davon darf ich hier ausgehen, die Anschaffung dieses Buches.
Anfaenglich etwas steif verfasst, weitet sich der Inhalt zu einer lockeren
und trotzdem aufschlussreichen Erzaehlung mit vielen Einlassungen.
Fast 500 Seiten stark.
"20.000 Jahre vor der ersten Zivilisation im Zweistromland gab es in Mitteleuropa
hochstehende Hoehlenzeichnungen und Kultur-Rituale.."
Dieses Buch ist wohl deshalb so gut, weil diese Wissenschaft 1961 noch nicht so fest etabliert war,
noch vor nicht allzulanger Zeit nahm man an, dass die Tongefaesse "Naturtoepfe" seien,
die Gott geschaffen habe..
deshalb habe ich mir im Antiquariat dieses Buch in Sammlerqualitaet gekauft.
(Amazon, 3 Euro plus Fracht von 3 Euro)
Immerhin schon ueber 50 Jahre alt und sehr gut fuer Fragen der Enkelchen geeignet,
wenn diese in der Schule ein wenig weiter gekommen sind.

Dieser Autor schrieb noch einen Waelzer-
Mit dem Fahrstuhl in die Roemerzeit.
Eine Sonderausgabe davon habe ich mir gleich gesichert und freue mich schon darauf..
Die erstaunliche Fuelle an Recherchen und die Menge an Erkenntnissen,
die man aus diesem Buch "Bevor die Roemer kamen" erlesen kann,
ist schon als sehr erwaehnenswert zu nennen, auch wenn man (wie ich)
schon sehr viele derartige Werke gelesen hat..

(Selbstverstaendlich sind in meinem Zimmerlein die Moeglichkeiten begrenzt, so dass diese Buecher
allesamt -nach dem Lesen- in Buechereien oder zur Tochter gegangen sind, die eine entsprechend
grosse Buecherwand besitzt. ***

"Jeder Mensch hat einen bestimmten Kreis,
in welchem er auf unnachahmliche Weise wirken kann"
Johann Wolfgang von Goethe.

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Ein wenig habe ich noch aus dem Buch "das Herzogtum Nassau" von 1857 nachzutragen:
Das "ungebotene Ding" wurde spaeter "Grafending" genannt, ein Zeichen,
dass die Einwohner schrittweise entmuendigt worden waren:
Wo nur Grafen dingen, hat der Einwohner nichts mehr zu melden.
Dann folgten die Zentgerichte, Eigen- oder Hubengerichte, abgesichert durch den Koenig und den Kaiser.

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Dieses grosse Binnenmeer, das bei Bingen (Rhein) einen Verschluss hatte
(100 Fuss hoch, wir erinnern uns, s.o.)lies die Lahn bei Stauffenberg (Giessen)
in dieses Meer fliessen, bei Aschaffenburg muendete der Main in diesen See,
der das Mainzer -Becken bildete.

Das Weilbacher Schwefel-Heilwasser wurde zur Genese der mit Kupfer oder Blei,
Essigen oder Branntwein gefaelschten Weine empfohlen;
Wein, Essig und Branntwein faerben sich, mit zwei Theilen Schwefelwasser vermischt,
truebe, wenn sie mit Blei oder Kupfer gefaelscht wurden und bilden einen schwarzen oder gruenen Niederschlag.
Mit Blei verfaelschter rother Wein und Essig aber verlieren ihre schoene Roethe und werden schmutzigbraun..
selbst Champagner wurde damals (bereits) mit Cognac verfaelscht.
(Heute nennt man dieses Auffuellen Dosage, was ich fuer ein Fakeprodukt halte,
bei welchem der Geschmack des ehrlichen Weines vor der Versektung verhunzt wird.)

Der mainzer Bisthumsverweser Balduin von Trier lies die Stadt Frankfurt abschneiden
durch seine Truppen und durch Festungsanlagen - damit sein Handel und Wandel staerker wuerde-
das Gegenteil war der Fall.
Es zeigt aber immer mal mehr, wie gierig der Klerus war.

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Efeu = Eppich oder Eppo, als Verkleinerung fuer Eberhard. (altes Wort dafuer)

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"Waehrend Todesstrafen in der altdeutschen Rechtspflege zu den Seltenheiten gehoerten,
wurden sie mit der Einfuehrung des roemischen Rechts so haeufig,
dass der Herr von Eppstein 1494 von Frankfurt sogar den Scharfrichter verlangte,
um einem Bauern den Kopf abzuschlagen, weil derselbe in einem herrschaftlichen Bach Krebse gefangen hatte."
(Der Mann kam frei, weil der Frankfurter Rath einen Rechtsbeistand bestellte)

Obiges Beispiel zeigt, dass das roemische Recht mehr drastische Nachteile hatte,
als das alte deutsche Recht zuvor.

Ein Eselsfest wird in der (Bad) Sodener Chronik erwaehnt:
Mit einer "Musikbande", Wettrennen, Eselsrittern, Bajazzen, Paniertraeger,
dem Eselsmajor nebst Treibern, "Personal zum Sacklaufen", Mastklettern,
Brei-Essen, mit Siegerpreisen, die fuer alle sichtbar ausgestellt wurden.
Taenze, Purzelbaeume, mit Kurgaesten und bunten Wagen.

"1726 hatte es einen verlaufener luederlicher Mensch, Namens Wirrwatz, dahin gebracht,
dass er durch ein Dekret von Mainz zum Adjunkten des protestanischen Pfarrers von Sulzbach ernannt wurde.
Die Gemeinde welche ihn verabscheute, lies sich von dem Consistorium zu Frankfurt
ein Zeugnis seiner Untuechtigkeit ausstellen, supplicirte bei Mainz gegen seine Anstellung
und verweigerte seine Annahme. Aber sie fand kein Gehoer.
Es rueckte vielmehr eine Compagnie mainzer Soldaten, den Adjunkten an der Spitze, nachdem die Maenner Sulzbachs entflohen waren,
vor die Kirche, liesen die Thueren durch Schlosser sprengen und setzten unter Trommeln und Pfeifen den neuen Geistlichen ein.
Unterdessen hatte sich die Kirche mit Frauen und Maedchen gefuellt und diese riefen:
"Wir wollen den Wirrwatz nicht!" Der Diener Gottes aber begann sein Amt mit einem Ausdrucke,
welchen Goethe nur seinem Goetz von Berlichingen in den Mund zu legen wagen durfte.
Nicht lange jedoch konnte sich ein solcher Mann halten.
Er musste die Flucht ergreifen, sogar ihn die Macht der Bajonette nicht mehr schuetzte."

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Das Hexengericht.
Du alter Thurm, wie fuehle mein Aug ich hier entzueckt,
Seit dich mit Laub und Kuehle der Freiherr hat geschmueckt!
Die Felder, Hoehn und Matten zeigst du in heitrem Schein,
Und nur ein trueber Schatten umschwebt noch dein Gestein.
Der Wahn der Herrenrichter verschlang der Opfer viel;
O dass auch hier den Dichter erschreckt sein grausam Spiel!
Da hockt die Engelgleiche, die blind hinab er stiess,
Sass da, wie eine Leiche, im tiefsten Thurmverlies.
Ihr Wangenpaar, gleich Rosen, der purpurreiche Mund,
Der Augen suesses Kosen, ihr Busen, zart und rund:
Das waren Zauberschlingen, das war ein Hexenspiel,
Darin verloren gingen verliebter Herzen viel.
Soll laenger ihr Verderben sie treiben noch ? O nein,
Sie muss als Hexe sterben, sie soll gerichtet sein!
Im Thurm sieht man sie schmachten, an Ketten schwer gebannt;
Die Folterraeder krachten, bis sie die Schuld bekannt.
Ruft sie fuer sich als Zeugen den ganzen Himmel an;
Der Wahn laesst sich nicht beugen, sein Spruch ist abgethan.
Viel Volkes laeuft zusammen, gerichtet sie zu sehn;
Es lautet ihr Verdammen, den Feuertod zu gehn.
Schon brennt sie, da verhuellet sich schwarz des Himmels Zelt;
Es blitzt, der Donner bruellet, als ende heut die Welt.
Kam von dem Wolkenlenker das Wetter hergefuehrt? -
Umsonst ! Es bebt kein Henker, es wird kein Herz geruehrt.
So starb sie hin unschuldig, und bald mit heitrem Schein
Sah wieder stillgeduldig der Himmel selbst darein.
Doch zieht seit jener Stunde, als Mahnung, ernst und her,
Ob jenes Huegels Runde nun kein Gewitter mehr.

(Aus der Chronik Herzogthum Nassau 1857)

Desgleichen die Sage aus Frauenstein bei Wiesbaden:

"Vor langen Jahren kam ein junger Mann daher in ritterlicher Tracht.
Der hatte ein Weiblein bei sich, schoen und zart, aber wie's schien, von dem lange Wege uebermuedet.
Bleich waren ihre Wangen und ihr Haupt hing auf des Fuehrers Schulter, seitwaerts die schoenen, gelben Locken.
Scheu blickte der Geleiter um sich; er schien jeden Menschen zu fuerchten.
Doch jammerte ihn des Maegdleins, und er wollte sie zu einer sicheren Huette fuehren,
wo die zarten Fuesse ausruhen koennten.
Dort unter der epheubewachsenen Burg steht ein einsames Haus, den alten Burgherrn gehoerig.
Darin wankte der Arme mit seiner theuren Last.
Der Mann des Hauses nahm ihn freundlich auf.
In der Stube drinnen aber sass der Burgherr.
Mit scharfem Blicke fasste der Finstere den Eintretenden in's Auge;
schleunig stand er dann auf und winkte seinem Dienstmann hinaus.
Der Fremde, nichts Gutes ahnend, wollte weiter, aber die halbohnmaechtige Geliebte bat ihn, dass er bliebe.
Da trat der Wirth mit freundlichem Gesichte wieder herein,
bot den Labetrunk und erquickte das Herz der beiden Ermatteten.
Mit einem "Vergelt Dir's Gott!" wollten sie am Abend weiter;
aber draussen vor der Thuere standen des Burgherrn Geharnischte,
die beide ergriffen und auf die Feste fuehrten.
"Willkommen, schrie dem Gefesselten der tueckische Burgherr entgegen, willkommen, Du Raeuber!
Dein Brautbett ist fertig. Fuehrt ihn hinab und richtet ihn.
Meines Bruders Tochter ist's, die Du raubtest, und Kunde hatt' ich, ehe Du kamest,
von Deiner Gestalt und Deinem Ansehen!"
Da ward der edle Juengling gebunden und hierher gefuehrt und, wo diese Linde wurzelt, floss sein Blut.
Das Fraeulein ging in's Kloster, lies aber auf das blut ihres Geliebten, ehe sie schied, diese Linde pflanzen.
Seitdem ist es, als ob ein Leben in dem Baume waere, das nicht ersterben kann,
und Niemand wagt es, ein Nestlein abzuschneiden,
oder eine traubige Bluethe zu brechen, weil er fuerchtet, es wuerde Blut herausfliessen."

30 Fuss Umfang soll die Linde gehabt haben, unter deren Krone die Gemeinde
zu dingen (Thing, Ratsversammlung) pflegte und wo man sich noch heute nach dem Gottesdienst traefe..

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Keine geschichtlichen Betrachtungen ohne auf die Zukunft zu schielen..

Wie werden sie wohl gelebt haben, die Ahnen in ihren dunklen Waeldern,
bevor die "Christianisierung" kam und bevor die "edlen Herren" das Land an sich rissen?
Ruhig, ohne Druck von aussen, mit dem Vorsteher, der aus ihrer Mitte,
aus dem Aeltestenrat oder Thing gewaehlt wurde.
So ein Ort haette "Asenborn" oder "Obershausen" oder "Niedershausen" genannt sein koennen,
je nachdem, wo dieses Nest lag, auch Hochdorf oder Grunzhecke.
Wir sind in einem solchen Dorf - Staedte waren den deutschen Urvoelkern verhasst - schon oft gewesen,
wenn auch in der Neuzeit,- auf unseren vielen ausgiebigen Wanderungen in Taunus und Westerwald,
in der Rhoen und am Rhein.
Noch heute spuert man die tiefe kuehle Ruhe der alten Fachwerk- oder Lehmbauten
mit ihren kleinen Unterstaenden, Waschkuechen oder Viehhorte,
die heute eher Audis und Benze beherbergen, auch Rasenmaeher und Kinder-Trampoline.
Die Umrankungen mancher Wand sind -wie frueher- aus Efeu oder Wein bis in die Giebel,
die Hoefe sind mit grossen Zauntoren -mehr oder weniger gangbar- abgeschlossen.
In einigen Anwesen scheint das Geld ausgegangen, nur noch ein alter Mensch inwendig zu sein,
der keine Instandsetzung mehr betreiben oder bezahlen kann.
Ruhig liegt der Ort da, ab und an laeutet die Kirchenglocke, bellt ein Hund - maeht jemand den Rasen.
Fast Grabesstille in allen Strassen. Die Geschaefte sind laengst ausgestorben, die Scheiben zugeklebt.
Die Wirtshaeuser sind meistenteils verwaist, selten wird noch mal eins betrieben und wenn,
dann ist es erst abends geoeffnet; inzwischen betrifft das auch die vielen ausl. Betreiber
alter einheimischer Gaststuben, die in den 1970iger Jahren sich dieses Gewerbes annahmen.
So manche Umfriedungsmauer macht "dicke Backen", so mancher Zaun hat schon bessere Tage gesehen.
Sehr viele Haeuser haben eine Scheune dabei, die durch einen flacheren Anbau,
der Hofkueche oder Stall mit dem Wohnhaus verbunden ist.
Farbe blaettert, Putz fiel ab, Gras waechst aus dem Dach der alten Scheune,
die schon Jahrzehnte nicht mehr benutzt worden ist.
Alte Geraetschaften stehen im Hof unter, blanke Tuffsteinwaende bilden die Wand des Nachbarhofes,
woran diese Unterstaende angeschlagen sind.
Manchmal sieht man noch Reste der "Mistkaute", eine Ummauerung der Vertiefung im Hof,
wo der Mist und die Jauche aus dem Stall ihre voruebergehende Aufbewahrung hatte,
der Duenger fuer die Felder in der alten Zeit.
Gras waechst aus dem mit "Katzenkopf-Pflaster" ausgelegtem Hof, eine Katze rollt sich in der Sonne
- ein ausgeuferter Johannisbeer-Strauch, ein kleines ungepflegtes Blumenbeet,
das aber tapfer weiter seine Blueten zeigt.
Eine klapprige Bank im Hof, ein kleiner Tisch davor, eine Emaille-Schuessel mit Milch fuer die Katze,
ein Well-Plastik-Vordach mit Stuetzkonstruktion aus Eisen-Wasserleitungsrohren, daran haengt ein Regenschirm.
Direkt gegenueber ist ein altes Anwesen von einer wohl jungen Familie gekauft worden,
ein seltenerer Gluecksfall im Dorf, den man an den moderneren Zaeunen,
an den Solaranlagen und an den neuen Fenstern, aber auch am Spielzeug auf dem Rasen erkennt,
der frueher mal Hof war.
Aus der Scheune ist das Wohnhaus ausgebaut worden, das alte Bauernhaus
wird wohl abgerissen werden oder zum "Buero" umgebaut,
wenn die Bank wieder Gelder zur Verfuegung stellt.
Die Aufschrift auf dem groesseren Wagen in der Einfahrt laesst an einen Firmenwagen denken-
hier verdient wohl noch einer gutes Geld, fernab,
irgendwo in einem Industriegebiet oder in der Stadt.
Man sieht tagsueber kaum jemanden auf der Strasse, abends ist dagegen viel Verkehr - jeder faehrt, keiner laeuft.
Am Wochenende wird eingekauft oder man faehrt mit dem alten Traktor zum Holzmachen,
dh. ein neues Hobby im Dorf - Oldtimer, die wohl das Motorrad abgeloest haben,
sind auch oft zu sehen. Geldanlage oder Freizeitartikel?
Die "Speckguertel" vieler Orte sind weitaus praegender geworden, als die zwei, drei alten Strassen,
die den eigentlichen Ortskern stellen:
Prunkbauten, von denen in Orten, die nahe an wichtigen Ausfallstrassen liegen,
deutlich zahlreicher sind als in Doerfern fernab der Arbeitgeber.
Als Wanderer meiden wir solche Gebiete, weil sie wahrhaft keine Freude machen.
Ein alter Ortskern, der eine Besichtigung wert ist, ist recht selten geworden.
Wir denken so manches Mal an die alte Zeit, an die geschichtlichen Ueberlieferungen,
auch an Sagen und Legenden, die in den nebelverhangenen Waeldern deutlich naeher sind,
als in der Stube, wo der PC steht.
Man versteht die Geistergeschichten, die von Hexen und von Erlkoenigen kuenden -
da taucht auch schon ein Schild auf: "Druidenstein".
Unser Gebiet im Herzen Hessens ist von langen schmalen Wiesentaelern durchzogen,
um die weiter Waelder sind.
Schroffe Abhaenge und Schluchten oder Fluesschen versperren den Weg, zwingen in langen geschlungenen Wegen
rund um die Huegelketten, die leicht 4-800mtr Hoehe erreichen.
Man ist fast endlos unterwegs, trifft keine Menschenseele ueber Stunden,
obwohl das Ziel von der Hoehe aus zum greifen nah schien..
So spuert man sie noch, die gute alte Zeit, in der es nicht um Kriege,
Religionsterror, Bombenanschlaege, Asylsuchende, Harzer und wer weiss was alles - ging.
Damals waren andere Probleme draengend:
Hunger, Krankheiten, Seuchen, Kindersterblichkeit und pressende Obrigkeiten.
Wir wandern weiter und erklimmen die Hoehe, der Weg fuehrt an dem "Must have" der Neuzeit vorbei:
Am Tennis-, Golf,- oder Sportplatz, erkenntlich an den vielen Parkplaetzen und hohen Zaeunen.
Das Wanderer - Symbol taucht wieder auf, fuehrt an den heute so haeufig zu sehenden "Hofreiten" vorbei,
die wie Pilze aus dem Boden kamen in den Wald..
..endlich wieder im Wald!
Ueber unseren Koepfen sind viele Kondens-Spuren von Flugzeugen zu sehen,
die zum Moloch oder Finanzmetropole Frankfurt wollen oder von dort kommen.
Hier oben auf den Hoehen sind wir weit weg von allem, interessanter Weise auch vom Fluglaerm -
waere da nicht die Freizeit mit den Privatfliegern, die sich in der Luft tummeln,
sowie das Wochenende oder ein Feiertag da ist.
Deshalb gehen wir immer in der Woche, da ist die Ruhe..
Frische Graeser, leuchtende Farben, Vogelstimmen, plaetschernde Baeche - bis zur naechsten Strasse,
wo -wieder verstaerkt am Wochenende- Motorrad-Raser das ganze Tal bis auf die Hoehe hinauf erschallen lassen.
Ohne Katalysator, ohne auf irgend ein Tempolimit zu achten - "ich brauche Spass, ich geb Gas!"
Ohne Katalysator auch die Flugzeuge im Himmel.
(Was Lobby doch ausmachen kann..)
Das alles kannten die Alten nicht, die damals die Doerfer bauten, ihr Tagesablauf war noch ganz anders.
In den 1950iger Jahren bin ich aufgewachsen, habe gerade noch den Rest dieser Zeit erlebt:
Kein Auto, kaum ein Motorrad- und wenn, dann ein 125-195ccm Motorchen.
Morgens hoerte man nur das Klirren von Ketten und Geschirr aus den Staellen, wenn gemolken wurde -
die Geraeusche von den gierig fressenden Schweinen, ein Hahn kraeht.
Das Licht in der Schreinerei geht an, dort sind die Tueren und Fenster offen,
"Absauganlagen" kannte man noch nicht, genau so wenig wie Kunststoffe bei Moebeln.
Inwendig roch man Firniss, Leim und Holzspaene- eine interessante Mischung fuer uns Buben,
die immer wieder raus geschickt werden mussten.
Der Spengler dengelte das Blech zusammen, die Schmiede war erst spaeter in Betrieb,
wenn die Bauern mit den zu reparierenden Flugschaaren und Geschirren kamen.
Der Schuster war ein Spaetaufsteher, dafuer arbeitete er bis in die Dunkelheit,
wie der Schneider in seinem Haeuschen.
Kleine und Kleinstauftraege waren die Regel, kaum jemand lies einen Schrank
oder gar ein ganzes Schlafzimmer oder einen Anzug machen..
Alles wurde "geaendert", der alte Schwarze wurde mal mit Hosenumschlaegen,
mal ohne gestaltet, mal repariert oder das Revers modernisiert.
So ein Anzug musste Jahrzehnte halten, so ein Kleidungsstueck wurde sehr geschont
und war noch richtig teuer, echte Handarbeit.
Die "Schaffe-Geher" sind schon zum Zug gegangen, den Kilometer vom Dorf bis zum Bahnhof,
wie alle der 6 Arbeitstage die Woche.
Dabei unterhielt man sich, traf sich an der Strassenecke, damit immer die gleiche Gruppe zustande kam.
Der Bahnhof war noch mit Personal besetzt, es gab eine Toilette und ein paar Automaten,
fuer den Bahnsteig mussten Besucher, die Fahrgaeste abholen wollten, eine Bahnsteigkarte kaufen.
Ein Kontrolleur knipste die Karte im Zug, wo die Fenster noch mit Lederriemen abgesenkt wurden
und man die Rauchschwaden der Lokomotive riechen konnte.
Hier im Lahntal gibt es einige Tunnels, wo der schrille Pfiff des Zuges schallt.
Die Lokomotive faehrt mit durchdrehenden Raedern und boesem Gezische und Gestampfe an,
bis die Raeder greifen und die Fahrt beginnt.
Die Schaffegeher gehen dann vom Bahnhof der Kleinstadt zu den Geschaeften und Betrieben,
in die Verwaltungen und Werken, die hier angesiedelt sind.
Wieder treffen sie in Grueppchen zusammen, die vielen kleinen Bediensteten aus einigen Doerfern,
die an der Bahnstrecke liegen.
So manchesmal geht "die Konkurrenz" zusammen den taeglichen Weg -hin und auch wieder retour.
Im Dorf sind die Kinder am Fruehstuecktisch, Mutter macht die Pausenbrote
und packt sie sorgfaeltig in Butterbrotpapier und dann in die Alu-Box,
die in den Schulranzen gehoert.
Ganz aus Leder, meistens nicht neu, wurde das Ding zur nahen Dorfschule geschleppt.
Der alte Kuechenherd war laengst angemacht, mit einer alten Zeitung und Holz-"Schliwwern",
einem dicken Holzstueck obendrauf.
So wurde das Wasser im "Schiff", einer rechteckigen Vertiefung mit Deckel an dem Herd-Rand warm, -
manigfaltig tauglich, mal zur Rasur, mal zum Waschen oder Spuelen.
Mutter setzte die "dick Supp" auf, damit Mittags die Kinder mit ordentlich Kohldampf zulangen konnten.
Ein einfacher Laster kam gefahren und holte die Milch von der "Milchpritsch" ab,
die in grossen Kannen darauf stand.
Jeder Bauer brachte seine Milch dort hin, die dann in die Molkerei gefahren wurde,
ein paar Orte weiter. Im Gegenzug wurde Butter und Kakau oder Quark geliefert.
Kakau und Milch konnte man in kleinen Pfandflaschen fuer wenig Geld in der Schule kaufen,
was viele Schueler gerne machten.
Es wurde regelmaessig Mittags gegessen, um 11 Uhr laeuteten die Glocken,
das war das Zeichen fuer die Bauern, langsam mit der Arbeit aufzuhoeren und
nach Hause zu gehen, wo das Essen puenktlich um 12 Uhr auf dem Tisch stand.
Danach hielten die Bauern Mittagsruhe, die "Schaffegeher" hatten diesen Luxus nicht,
die Mutter auch nicht- nach dem Spuelen kamen die Hausaufgaben-Fragen von den Kindern..
Die Grossmutter ging regelmaessig ins Dorf, wo das Konsum und der Metzger und der Baecker war,
auf dem Rueckweg holte sie vom Bauern die noch kuhwarme Milch direkt ab
und hielt ueberall ein Schwaetzchen..
Der Grossvater war im Krieg "gefallen" oder "vermisst", in einem Krieg,
den niemand gewollt hat und trotzdem mit "Hurra" begruesst wurde,
weil die Propaganda -damals wie heute- griff.
So war nur der Urgrossvater und die Urgrossmutter fuer uns Kinder da,
Mutter arbeitete in Haus und Garten, ja ein richtiger Garten,
wo allerlei Gemuese die Versorgung unterstuetzte- Vater kam erst lange nach der Daemmerung nach Hause,
da neu gebaute Haus wollte bezahlt werden.
Die Urgrossmutter kochte Saft und Obst ein, desgleichen Gurken.
Der Urgrossvater schaffte eine Zusatzversorgung mit Ziegenmilch und Hasen oder Huehnern und Eiern,
was in fast jedem Haus gemacht wurde - auch ohne ein Bauer zu sein.
Seine Arbeit konnte er schon frueh nicht mehr ausueben, er war selbstaendiger Maurermeister
und lebte in dieser Zeit eher von Kleinauftraegen.
Inzwischen sind die Bauern wieder auf dem Feld, die Baeuerinnen sind im Stall und misten,
der Schreiner laed sein Werkstueck bereits auf den Handwagen und faehrt diese zu den Kunden.
Guelle laeuft aus den Hoefen in die Rinne der gepflasterten Hauptstrasse,
hier und da liegt ein Kuhpfladen auf der Gass' -
weil die Tiere zur Weide getrieben wurden.
Da fliegt ein Dutzend Gaense um die Ecke zur Fuetterung mit Kleie und gekochten Kartoffeln -
ein paar Huehner haben sich wieder auf die Strasse verirrt und picken hier und da..
Wir Kinder sind mit den Hausaufgaben fertig- so oder so- und spielen im nahen Wald
oder im Bach oder im Garten, manche treffen sich zum "Fang den Hut",
andere huepfen mit dem Seil oder Gummi-Twist bis zur Ermuedung.
Wir Buben haben uns Pfeil und Bogen gebastelt und ueben Zielschiessen
oder experimentieren mit Papierfliegern oder dem Brennglas etc.
Die ersten "Schaffe-Geher" kommen heim, manche haben etwas aus der Stadt mitgebracht,
was die Angehoerigen oder Nachbarn in Auftrag gegeben haben.
Die Bauern waren noch lange draussen auf dem Feld, Vater half die Maschine zu reparieren,
weil das seine Arbeit war. (Job sagte man erst sehr viel spaeter dazu)
Die Mechanisierung war schon im Gang, nun kam die Motorisierung der Landwirtschaft in Fahrt,
was eine echte Pionierleistung fuer die vielen kleinen Bauern -
und erst recht fuer die Hersteller - war.
Die Geraete fielen oefter mal aus, durch Fehlbedienung
oder durch noch nicht so ganz ausgereifte Fertigungsqualitaeten bedingt.
Ich habe sie noch gesehen, die beiden Alten, die ganz schwarz gekleidet
auf dem Bock ihres grossen Leiterwagens mit Heu hockten, sanft die Peitsche schwingend,
gezogen von zwei ruhigen "Fahrkuehen", die unsere Dorfstrasse hinab rappelten.
Die gemeindlichen Bekanntmachungen wurden an den Strassenecken "ausgeschellt" ,-
ein aelterer Dorfbewohner schwang die Handglocke
und las dann mit lauter Stimme vor, was auf seinem Zettel stand.
Der Dorfbrunnen plaetscherte und stillte den Durst der heimkehrenden Tiere,
die dann wieder in die Staelle gingen.
Elektrisches Licht wurde noch sehr sparsam eingesetzt.
Abend fallen alle totmuede ins Bett..

Es war ganz einfach eine andere Zeit, man hatte noch Zeit und die nahm man sich auch -
kaum jemand, der sich "gestoert" fuehlte, kaum ein Gewerk,
wo sich der Kunde als "Verbraucher" fuehlte.
Die Reste dieser Zeit sind in den Orten noch zu sehen,
man spuert beim Durchwandern deren einstige Bedeutung.
Manchmal sehe ich noch ein Blechschild mit Reklame von damals,
eine laengst erloschene Firma wirbt fuer ihr Speiseoel oder Waschmittel -
manche hat jedoch ueberlebt und ist noch heute ein bekanntes Symbol fuer Wuerze.
Als nach und nach die ersten Autos kamen, waren sie noch richtig bestaunt
und bildeten immer und immer wieder Diskussionsgruppen von Maennern,
die fachmaennisch in den Motorraum schauten und ihre Einwaende vorbrachten..
Heute sind die Autos sehr viel schneller und staerker und .. lauter geworden,
damals galt ein ruhiger Wagen als erstrebenswert, heute ist es die Beschleunigung, die begeistert.
"Sportlich" nannte man das, wenn ein Auto "tiefergelegt" war..
die Zeit des Huehnerschrecks kam mit Geknatter auf zwei Raedern in die Doerfer.

Bei zufaelligen Begegnungen am Gartenzaun bei den Wanderungen durch das Land,
wo auch mal nach dem rechten Weg gefragt wird, kommt so manche Sache
aus der "guten alten Zeit" wieder kurz in Erinnerung, wo alle schmunzeln.
Das "Hessekaetchen" (Kaethe) in ihrer Schwaelmer Tracht und dem grossen Weidekorb
am Arm ist mir noch in Erinnerung,- sie fuhr mit dem Zug und lief
in die Doerfer um ihren selbstgemachten Hand- und Kochkaese zu verkaufen.
Der Orts-Baecker trug seine Backwaren zu bestimmten Tagen zu seinen Kunden,
wo sie an der Haustuer aussuchen konnten:
Apfeltaschen, Pudding-Teilchen oder Plunderweck, Streuselstueckchen
oder ein laengliches Mischbrot oder ein rundes dunkles Bauernbrot?
Die Haustueren standen meistens offen- die Frauen arbeiteten im Beet oder im Hof am Zuber..
Waschmaschinen hatten nur die ganz Reichen, im grossen Topf auf dem Herd
wurde die Waesche eingelaugt und gekocht, spaeter ausgewaschen, gerubbelt und getrocknet -
eine ziemliche Plackerei, besonders bei kleinen Kindern -
die Plastikwindeln waren ja noch nicht erfunden und so mussten die Stoffwindeln
sorgsam ausgekocht und gewaschen werden.
Ab und zu sehe ich noch einen grossen beheizbaren Waschkessel in einem Hof stehen, meistens mit Blumen bepflanzt.
In Dillenburg ist ein Museum, wo man diese Dinge schoen gezeigt bekommt- allemal sehenswert!
Im Hessenpark in Neu Anspach im Taunus ist ein voll eingerichtetes Museumsdorf zu sehen, - allemal sehenswert!

Aus Eschborn ist ueberliefert, dass Arsen eine vergoetterte Priesterschaft
der odinschen Naturreligion gewesen waeren.
Die Esche (Eschbaum) war damals hoch verehrt aus dem nordischen Nagdrasil, dem Baum der Vergangenheit,
der Gegenwart und der Zukunft.
Die Wallkirche wurde an diesen Ort gebaut, wohl wissend, dass heilige Orte besetzt werden mussten,
um das Jesuskind unter die Leute zu bringen.

Thiuda = Volk (Thing oder Ding-Versammlung, zu Ring und Ding gehen..)

Der Altkoenig im Taunus soll eigentlich Altring geheissen haben, nach den keltischen Befestigungsanlagen,
Richt-Staette und Kultplatz.

Wovon lebte man damals - hier am Beispiel von Oberursel im Vordertaunus,
auf einem Vorhuegel des Taunus, eher schon bald in der Frankfurter Talsenke:
Mahl- Schleif- Loh- und Schneidemuehlen am Urselbach, Handwerk, Kupferhaemmern,
eine Strumpffabrikation und Stockfabrikation, Regen- und Sonnenschirmen
(Waldenser und Pikarder)
- bekannt waren auch die Kesselhersteller und Haarschneider,
Obstbau und Landwirtschaft dieses Staedtchens, einem der aeltesten Deutschlands.
Kastanien gibt es noch heute dort im Vordertaunus und Mirabellen etc.
Das uralte Gasthaus mit dem Holz-Baeren am Eingang wurde im Buch von 1857 schon erwaehnt,
so weit ich weiss, steht es heute noch.
Frueher musste jeder daran vorbei, der von der Saalburg nach Frankfurt fuhr -heute faehrt man eine Autobahn.
Die heilige Ursula in ihrer "Flenelz" (weinerliches Gesicht) aber auch Ur-Sel
oder Ur-Sala nach den Karolingern, waere die Herruehrung des Ortsnamens,
aber auch Ur-Swell (Quell) waere moeglich.

"Wer durch Stierstadt geht und wird nicht geschmissen,
Durch Bommersheim und nicht von den Hunden gebissen,
Und durch Weiskirchen und wird nicht verspott,
Der hat wahrlich grosse Gnade bei Gott!

1816 wird berichtet, dass unter Herzog Wilhelm I die Beamten, Pfarrer und Schultheissen
des damaligen Amtes Atzbach, 102 Personen an der Zahl,
1752 Gulden und 2 Kreuzer bei ihrem Festmahl vertilgt haetten.. (Das grosse Fressen?)

Die Reifenberger sind eines der aeltesten Geschlechter Deutschlands,
die Eselsohren im Wappen fuehrten, weil einer ihrer Ritter den Kampf auf einem solchen Tier fortsetzte,
weil sein Pferd gefallen war.

Oberst Friedrich von Reifenberg, gestorben 1595, wird als der denkwuerdigste seines Geschlechtes erwaehnt.
Dieser hat im Laufe seiner Karriere dem Kaiser, den Englaendern, den Hessen und den Franzosen gedient.
Er nahm seine Stammburg drei Mal im Sturm.
1545 ging er in Diensten Sachsens nach England, dann diente er im Schmalkaldischen Bund,
er wurde bei der Schlacht bei Muehlberg geaechtet, bei einer Kopfpraemie von 4000 Gulden..
1548 fluechtete er in die Schweiz, wo ihn der Kaiser Frankreichs berief.
Mit dem Landgraf von Hessen und dem Kurfuerst Moritz von Sachsen
nahm er den Ehrenberger Engpass in Tyrol, -
dort entkam der Kaiser knapp der Gefangenschaft, weil der Friedrich von Reifenberg in der Truppe
-wegen rueckstaendigem Sold- einen Aufstand anzettelte.
Trotz des Passauer-Friedens belagerte er mit dem Landgrafen Albrecht von Brandenburg
die Stadt Frankfurt, ging dann wieder in franzoesische Dienste,
und focht ruhmvoll gegen Spanien, wo der Frieden von Cambresis kam,
er sich mit dem Kaiser aussoehnte und wieder in den Westerwald zog,
wo er im Alter von 80 Jahren verstarb.
(Als Greis, wie man damals sagte - heute waere das ein Senior oder "aelterer Herr" gewesen)

In den Chroniken wird von Meeresschnecken im Rhein berichtet,
die wohl noch aus den Binger-Zeiten stammen, hinter dem sich dieses Binnenmeer befunden haben soll.

Die Rheingauer Freiheit war verbrieft, niemand war irgendeines Herren Leibeigener -
bis 1525 Erzbischof Albert kam und diese wieder weg nahm.
Der Bauernkrieg auf dem Wacholder, der mit heiliger Waffengewalt die Leute unfrei machte..
..eine sehr "christliche" Sache, das muss man sagen !

Im Main- und Nidda-Gau waren schon 770 Weinberge bekannt, bevor der Weinbau an den Rhein kam..

Der Glanz von Weinfesten und Straussenwirtschaften ist heute fast erloschen (schrieb man 1857!),
weil immer mehr Winzer Tagloehner geworden waren.
(nach ein paar Missernten z.B.)
So gingen die Weinberge in den Besitz immer groesserer und immer reicherer Leute ein.
Der "rationelle Weinproduzent", so stehts geschrieben,
immer weniger Verstaendnis fuer die traditionellen Feierlichkeiten hat..
Heute ist nur noch am Wochenende Ausschank,
auch wenn sich ein paar groessere Winzer darauf besonnen haben,
die privaten Konsumenten anzulocken.
Stahltanks, "Eigenreserve-Zugabe" statt ehrlicher Wein, viel Technik, noch mehr Chemie..

Man schrieb, dass die wohlhabenden Gegenden reichere Kirchen und somit auch besser Glocken gehabt haetten,
die entsprechend feierlich "Bonum Vinum" und "Vinum malum" toenten,
waehrend die einfachen Kirchenglocken eher "Baembelwein" riefen..
vom Turm ein "Baembelwein und Baembelwein" erscholl..
(..diese Lautmalerei halte ich fuer sehr treffend)

Weizel: "Man wuerde sich sehr taeuschen, wenn die Bewohner dieses Paradieses
fuer so gluecklich hielt, als es die Gegend zu verbuergen scheint.
Es ist hier, wie allenthalben.
Die Sterblichen haben sich ungleich in den Genuss und in die Arbeit getheilt.
Alle diese Menschen, die das ganze unabsehbare Land wenigstens zweimal im Jahr
umwuehlten und noch ueberdies sechs verschiedene Arbeiten in jedem Weinberg verrichten,
haben den geringsten Anteil an dem Boden, den sie mit ihrem Schweisse duengen.
Im Allgemeinen bekommt daher, wie man zu sagen pflegt,
der den Wein, nicht zu trinken, welcher ihn pflanzt,
und mehrere Fehljahre hinter einander haben auch an liegenden Guetern vermoegende Familien
schon in den Zustand der Duerftigkeit versetzt, wenn nicht gar an den Bettelstab gebracht.
Ein Glueck nur, dass die Lebensfreudigkeit des Rheingauers, vermoege seines leichteren Sinnes,
jene Zaehigkeit besitzt, die sich eben so treffend in der Fabel vom Bettler
und dem Tode ausspricht, als eine Anekdote vom Melancholischen.."

Geblieben sind die ewig gleichen Wuensche der Leute:
Das ewige oder bessere Leben im jenseits, mehr Geld und ein langes, gesundes Leben..
ob frueher oder heute- daran hat sich nichts geaendert,
damit arbeitet der Glauben und davon leben Versicherungen.
Man sucht das "Paradies" und vergisst das Leben, man schaut auf Reichtum
und freut sich nicht daran, was man hat.
Man hofft auf das Glueck und erfreut sich nicht der Gunst, die man geniest.
Man will noch laenger leben, weiss aber bereits nach der "Midlife-Crisis"
kaum etwas mit sich anzufangen, was als sinnvoll bezeichnet werden koennte..

Archaeologen sind sich immer sicher, wenn es um Holz-Pfosten-Reste geht:
Damals wurden diese angeglueht, dh. angekohlt- damit die Faeulnis kein leichtes Spiel hatte.

Claudius Civilis soll einzelne Gefangene seinem kleinen Sohn als Zielscheibe
fuer seine Pfeile und Wurfspiesse zur Verfuegung gestellt haben..

Christliche Graeber wurden ueber heidnischen Graebern gemacht,
ueber einem Grab wurde ein Huegel aufgeworfen,
an dem feierliche Totenmahle gehalten worden sein sollen.
Reste von ankauten Tierknochen wurden gefunden- lt. den dort gefundenen Muenzen im Jahr 383 herum.

***
Dabei faellt mir ein, dass Gott seinen Sohn wohl nicht schuetzen konnte
oder wollte, er ihn der Kreuzigung lies - der guetige Gott des Mosaischen Bundes,
dem schon mal ab an "Soehne geopfert" wurden.
Tabus darf es bei einer umfassenden Geschichtsbeleuchtung nicht geben !

Die Roemer am Rhein fanden allerlei Religion und Goetterkulte vor,
die jeder daheim frei ausueben durfte - solange man oeffentlich Juppiter huldigte
und opferte, sich nach aussen hin also "roemisch" gab.
Deshalb war die christl. Religion auch so in Ungnade, weil sie die einzige
mit dem "Alleinvertretungsanspruch der Wahrheit und des einzigen Gottes" war
und noch immer zu glauben scheint.
Das Christentum, so wird ueberliefert, duldet keine anderen Religionen neben sich.
(Intolerant? Koexistenzen waren und sind verpoent.)

Die Roemer hielten auch viel von Traumdeutung und zahlten viel Geld dafuer,
es soll Feldherren gegeben haben, die ihre Strategie danach bauten.

Einen schoenen Satz wollte ich Dir, geneigter Leser, nicht vorenthalten:
"Natur, Herkunft und Beruf dieser Glaubensmittler machen es verstaendlich,
dass die zunehmende Religioesitaet zunaechst in der breiten Masse
ein gesteigertes Beduerfnis nach Zauber und Magie erzeugte -
und es machte sich von selbst, dass diese Schattenseiten der intensiveren Glaeubigkeit
rasch auch in Kreise aufstiegen, die an sich durch ihre Bildung haetten gefeit sein sollen.."
Meine Guete, wie hochnaesig..

Geschichte ist vergangen, nicht mehr zu aendern.
Die Zukunft ist im Dunkeln, schon weil wir kaum etwas beeinflussen;
trotz freier Wahlen und dass wir in der Mehrzahl sind, haben die Trick-Reichen das Sagen!
So bleibt nur das eigene Beispiel,
das in der Geschichte der Menschheit stets fast ohne Wirkung blieb -
dieses "fast" muss dennoch sein - einer der Gruende fuer diese Seite,
die evtl. noch weitere Pfruende erschlossen haben koennte:
Ein Buchantiquariat hat mir zugesichert, noch viele Ortschroniken in den Regalen zu haben.
Ich solle Zeit mitbringen, so wurde mir am Telefon gesagt..

Immer wieder tauchen Geschichtssplitter oder Kurioitaeten auf,
immer wieder lese ich von "Heidenpfennigen", von denen selbst aus dem Mittelalter berichtet wird.
Die Orte am Rhein sind voll davon.
In Boppard (wohl aus neuerer Zeit) steht in einer Unterkunft zu lesen:

" ROM. SGOET. TER. VOS. IN. D. SI.
VERS. CHV. UNDE. N. VEC. BIS.
UEB. ERDI. OH. REN. VERSU. N.
KEN. IN. DR. ECC. NURA. MORUN.
D. BACCUS. D. AS. LUS. T. IGE.
PAR. KREUZ. FIDEL. WIEVORTA.
U. SEN. D. I. AR. "

(Roms Goetter, wo sind sie? Verschwunden, weg,
bis ueber die Ohren versunken im Dreck.
Nur Amor und Bacchus, das lustige Paar,
ist kreuzfidel wie vor tausend Jahr)

***
"Dioezesen" sollen romische Verwaltungsbezirke gewesen sein, vergeleichbar der Gaue im Germanischen,
bevor die roem. kath. Kirche diesen Begriff aufnahm.

Ich lese von Grabsteinen und Altaeren, die damals in Stadtbefestigungen
und Befestigungsanlagen verbaut wurden - als billiges Steinmaterial.

Schon roemische Siedler sollen wie die Fluechtlinge nach dem WKII
"hausten in einem Raum, in dem gekocht, gewohnt, geschlafen und gearbeitet wurde",
wie es heisst.
"Die Sonne spendete Waerme, die Erde verweigerte Nahrung und Trank nicht
und wenn des Tages Arbeit den schlimmsten Hunger bezwungen hatte,
krochen die Menschen in ihre steinernen, lichtlosen Wohnhoehlen ein."

1807 fand man eine versunkene Toepferwaren-Fabrikation,
die wohl "hundert Fuhren Scherben" uebrig gelassen hatte ..
und die ehemalige Fabrik-Kasse mit fuenf Zentnern Kupfermuenzen,
die damals geschwind und pragmatisch eingeschmolzen worden sein sollen..

***

Wer sich um die Kraft von Autosuggestion, Parapsychologie und Glauben einlesen will, ist mit

"Das Licht von Drueben" von Dr. med. Raymond A. Moody, Autor vom "Leben nach dem Tod"
Rowohlt-Verlag ISBN 3 498 043 153

"Leben nach dem Tod" von Dr. Moody,

"Blick hinter den Spiegel" -ebenfalls Dr. Moody

gut bedient.

Hier wird eindeutlich klar, wie Glaube und Unterbewusstsein und Macht ueber Menschen
zu einer Einheit verwachsen kann, wie der Zusammenhang zwischen Seher,
Schamane und Priester - aber auch Arzt,- Selbst- und Wunderheilungen eng zusammen haengen:

"Die Macht ihres Unterbewusstseins" von Dr. Murphy ist ganz unbedingt zum Thema "Geschichtliches" passend!
(Allerdings auch ueber die "Denke" der USA-Bewohner, die es "geschafft haben" erfaehrt man einiges,
nee, ich habe das Buch in der Mitte abgebrochen..)

Paracelsus (1493-1541) soll gesagt haben:
"Ob der Inhalt deines Glaubens nun falsch oder richtig ist, die Wirkung ist die gleiche.
Glaubte ich irrigerweise an eine Statue des heiligen Petrus, wie ich an den Apostel selbst geglaubt haette,
so wuerde dies - Glaube oder Aberglaube - in beiden Faellen die gleichen Fruechte tragen.
Der Glaube selbst ist es, der die echten Wunder wirkt.
Und zwar wird er in jedem Fall dieselben Wunder wirken, mag es nun der wahre Glaube oder ein Irrglaube sein."

***

Ein paar Dinge sind noch nachzutragen, die historisch zu uns geschwappt sind -
aus dem griechischen und aegyptischen Raum - "unsere" Priester und Fuersten
und Gelehrten waren davon durchdrungen, so gehoeren diese Dinge auch hier her:

"Odran sollte zum Schweigen gebracht werden, als er ein Geheimnis entdeckt hatte -
der heilige Columba schloss dessen Mund fuer alle Zeiten,
indem er Erde auf dessen Mund werfen lies,
als Odran sich lebendig begraben lies um den Himmel zu befragen.
So konnte er nichts mehr ausplaudern"

Die Verspottung der Kirche, statt Amen "I-aaah" zu sagen und die Stories mit den Eseln -
mal aus Aegypten, mal jener, der Christus trug, als Narrentum zu sehen.
Der Esel der die Narretei traegt, das Christentum, ist belegt.

So ist auch das Zeichen der Augenbinde in aehnlicher Weise symbolisch ueberliefert fuer Christen,
die Symbolik der Fische kommt aus der Astrologie, wo Fische fuer Fuesse stehen.

Das Wasser (Nil) war praegend im Isiskult, bald unter der Jungfrau Maria ebenso.

Man sagt, dass aus dem aegyptischen und dem juedischen Kult das Christentum entstanden sei.

Kali entstand wohl aus einem Kult-Tanz mit mehreren Menschen,
die im Gleichtakt beteten und mit musikalischer Begleitung,
bis der Betrachter viele Arme und Beine und Haende sah- das erklaert einiges.

Eva und die Schlange- dieses Tier stand fuer die spinale Wirbelsaeule,
die grossen Nervenbahnen, die im "Apfel", die spinale Frucht enden.
Malus ist lateinisch und bedeutet gleichzeitig "Boeses" und "Frucht" -
geschwind war Eva und der Apfel gefunden.

In den griechischen Sagen wird man dem Irrsinn leibhaftig-
Gott Zeus wird von einer Ziege genaehrt, aus "dank" bricht er ihr ein Horn ab,
fuellt es mit einem Pulver, das seinem Besitzer jeden Wunsch erfuellt.
Griechen sind immer gut fuer so was..

Auch sei das, was aus den Zitzen und Bruesten kam, nie Milch gewesen,
sondern eine quecksilberaehnliche Fluessigkeit der Erkenntnis -
so wie das Wort "Fliegenpilz" nicht von den Insekten, sondern von der Eigenschaft entliehen ist..
es entsprach "dem weissen Licht der Sterne und der Jungfrau".
Der Paracelsus wird als "irregeleitetester Narren aller Narren" bezeichnet.
Kiffer, ueberall Junkies.

Oktober 1307 wurden vom franz. Koenig die Tempelritter konzertiert zerschlagen -
aus deren Resten erwuchsen die Rosenkreuzer, die nun ueberall daheim sind.

Die Darstellungen von senkrecht gewundenen Schlangen sollen die Bisexualitaet vieler Goetter ausdruecken.

Liebe sei nicht anderes als die Erkenntnis der Wahrheit in der Seele einer anderen Person,
wer das als Lustobjekt begreife, waere das eine Verwechslung von Liebe und Besitz,
was schaedlich sein koenne..
(so die esoterische Ueberlieferung) es haenge von den beteiligten Seelen ab,
ob es zum groessten Glueck oder groessten Kummer wuerde..

Die Zahl Drei taucht ueberall auf, in Symbolen und Erzaehlungen,
Wunden und in der Geisthaftigkeit- weil sie von einem fruehen Schisma der Zahl 1
eines "einfaeltigen, amtsenthobenen Priesters" in die "richtige" Richtung fuehren sollte.

Sieben Grade der Rosenkreuzer, Homoeopathie, Freimaurer, Goethe, Schiller und Wieland
werden quasi zusammen genannt.

Thot, Seth, Aegypten, Daemonen, Hundekopf, Unterwelt, affenkoepfige Goetter,
der Narr, der Esel, Drogen, Gifte, blauer Eisenhut, ein offener Sarkophag
(ohne Deckel), der als "Fleischesser" bekannt war, mit einer stark aetzenden Wirkung,
die Fleisch innerhalb von 40 Tagen verzehrte - weckt Assoziationen,
wie die Symbolik des "Schweins des dritten Tages",
das eher eines des zweieinhalben Tages war, das geopfert wurde..

Auch der griech. Philosoph Platon war ein Eingeweihter der Aegyptischen Schule!
Es steht geschrieben, dass wir nach wie vor nach Einweihung rufen, instinktiv wuessten,
dass unser Leib nicht die wahre Heimat sei -
wir wuerden danach trachten, dieses Gefaengnis zu verlassen,
das fuer unser "waessriges Plasma" ist. Irrwege? Vermutlich.

Der Name "Florenz" kommt von Bluete - geistige Erleuchtung bezeichnet man ebenso.

Die Lehren der Wiederauferstehung Christi werden in Zusammenhang mit den 7 Stufen gebracht-
er haette also gerade die 2. erreicht..

Theosophen = Theologen und Philosophen, eine doppelt schlimme Sorte.

Im Vatikan sollen 35km lange Gaenge sein, mit unzaehligen Buechern,
von denen - so ist zu lesen - die wenigsten mit der esoterischen Tradition des Christentums zu tun haben.
Seltsame aegyptisch-griechischen Ueberlieferungen ueber die "Jungfrau der Welt"
sind sehr viel aelter als das Christentum ..
..selbst das inbruenstig gebetete Schlusswort "Amen" soll von dem Aegyptischen Gott Ammon sein.
Ich lese, dass Engel "die dichte Materialitaet der Erde und der Menschen"
nicht erfassen koennen:
Bei den Menschen sei die Liebe kaum entwickelt, bei den Engeln in Reinheit.
Dass "Engel hier und dort und ueberall sind", gehoert zu der Vision des "heiligen Grals".
600 Millionen Menschen glauben - ganz selbstverstaendlich - ein die Reinkarnation!
In Mesopotamien ermittelten die Priester auf einer esoterischen Grundlage
den Wert von Gold und Silber, indem sie die 360 Grad des Sonnenkreises heran zogen.
13 ein halb Einheiten Silber waren eine Einheit Gold.
Diese Einstufung lief also nicht nach der Seltenheit der Metalle..
Freimaurer-Symbole, Winkel, Tempelritter, aegyptische Priesterschaft,
Gott Ptah, der den Menschen aus Erde schuf..

Wir sehen: Man kann keine Seite "Geschichtliches" oder eine ueber das Leben
der "kleinen Leute" machen, ohne auf diese seltsamen Dinge zu treffen..

Die Raute als magisches Symbol findet sich in vielen Kirchen - ein direkter Hinweis auf Freimaurer?
Die Abbildung des Narren, gerne Floete spielend, ist oft mit offenem Gewand vorn und hinten im Schritt.
! Ein Banner aus dem 15.Jhd. aus Dijon nennt eine Bruderschaft Mere Folle -
die Koepfe der Gelb und Rot gekleideten Clowns umarmen einander so,
dass einer dem anderen einen Kuss auf den Allerwertesten geben wuerde.
Angeblich geniesen beide einen Furz des jeweils anderen. "Furznarren". !
Ich lese von der "gruenen Sprache". Argot
Man daemonisierte Goetter eroberter Regionen gerne - so kam Mephisto, der Teufel,
der Satan und Belzebub zustande..

Die Mondgoettin Isis erschien als Dualitaet mit ihrer Schwester Nephthys,
die "weinenden Schwestern" mit Wiederauferstehungsritual.
Isis ist fuer eine Geburt ohne sexuelle Vereinigung bekannt geworden.
Das Symbol des mittig offenen spitzen Bogens sieht man allerorten in den Kathedralen,
manchmal mit der Maria, machmal mit Jesus darin.
Manchmal mit der Spitze auf den Haenden Mariens, die jene auf den Schoss legt.
Symbolik der Jungfraeulichkeit, bei geoeffnetem Muttermund, - so die Fachleute der Parapsychologie.

Petrus der Fels, Ecksteine in Kirchenbauten,
die mit seltsamen Teufelsabbildungen versehen sind bringen Archaeologen und Kleriker in Erklaerungsnoete.
Dabei ist die Symbolik wohl eine "Sprache der Voegel".
Gabriel der Erzengel entspricht dem hellen Mond, haebraeisch Lilith,
die Mutter des Lilin oder .. Daemonenbrut !
Deshalb traegt er immer Lilien bei sich.
(Ob wohl daher das Geschlecht der Bourbonen -und manche andere Haeuser auch- Lilien im Wappen hat?

Die Roemischen Saturnalien gestatteten Sklaven in die Rolle ihrer Herren zu treten,
um jenen so den Spiegel vorzuhalten..
In England nur am 1. April gemacht, aus Frankreich kommend eingefuehrt..
beim "Fest der Narren" trugen Priester Masken in Form eines Fischkopfes,
andere waren mit dem Schweif eines Esels oder einem schuppigen Fischschwanz geschmueckt.
Als Priester fungierende Maenner rissen die Sohlen von ihren Schuhen
und verbrannten sie in Faessern, was die Kirchen mit einem "unheiligen Gestank" gefuellt haben muss..

Die seltsame Uebereinstimmung der "schwarzen Madonna" oder "schwarzen Jungfrau"
mit der Isis ist recht deutlich.. eine grosse Idee - Matri deum,
magna idea - i-dea (Goettin)

Wer hat den groessten esoterischen Tempel erbaut?
(erbauen lassen, selbst wird er das Ding wohl kaum gebaut haben)
Dort ist das freimaurerische Ornament zu erwarten,
die Frau an der Seite Koenig Salomons ist die Koenigin von Saba, eine sehr dunkle Dame.

Die Astrologie versucht mit Konstellationen zu erklaeren,
warum die Geschichte so oder so schicksalhaft verlief..
hier gehoert schon eine gehoerige Portion Narrentum dazu, von dem Hermes schon sagt, dass er geliebt wuerde..
schon im 7.Jhd klagte die Kirche ueber Ausschreitungen beim Fest der Narren und deren Eselsverehrung..
er, der Narr, reist auf dem Pfad des pathein, wo der Uneingeweihte nur selten erkennt,
welche auswegloses Labyrith das gewoehnliche Lernen sei,
es koenne eine wachsene Seele nie befriedigen ;)

Das Wort "Magier" sei auf den Sanskrit- Begriff "ma" zurueckzufuehren -
das halte ich fuer an den Haaren oder Sprachwurzeln herangezogen..
bei der Lektuere esoterischer Buecher muss man den Spreu vom Weizen zu trennen lernen.

Der Kabbalist ist die Person esoterischer Lehre der Juden, die Kabballa.
"Die Absicht, eine Tasse Tee zuzubereiten, erscheint moeglicherweise nicht als magischer Akt,
da dabei jedoch unbewusst die elementaren Geister herauf beschworen werden,
handelt es sich tatsaechlich um Magie.
Niemand kann ohne die Hilfe der Salamander Wasser erwaermen.
Das wasser selbst ist der Lebensraum der Undinen.
Die Tasse, die anderen Utensilien und die Teeblaetter gehoeren dem Reich der Gnomen an,
waehrend der Dampf unter der Herrschaft der Sylphen steht.
Sobald der Schleier reisst, enthuellt sich die wahre Bedeutung selbst banal scheinender Handlungen.."
Nun ist es raus, die kifften!

In biblischen Laendern war es verboten, Pferde als Lasttiere zu benutzen,
deshalb ritten die meisten Leute auf Eseln.

Man stritt sich wohl lange um eine richtige Uebersetzung der Zeilen
eines esoterischen Textes der Vision des Johannes von Parma.
Gelehrte taten sich sehr schwer damit und kamen zu Ergebnissen, die ich fuer falsch halte.
Die schlauen Leute reklamierten das "seltsame, ungelenke Latein"
dieses "8. Generalministers der Freimaurer".

Dilexi secreta loca
Qui in arbore erant
Hostic factus est luminosus
Lapis cibus ante animalis
Et recedens de suprema rami
Arbor radicibus evulsa in terra
Quod ita domus ipsa fumabat.

Ich wuerde das so uebesetzen:
Ich vergesse die verschwiegenen Stellen im Baum,
es blitzt feindlich, tierisch und unerbittlich schlagen die Zaehne,
er faellt vom hoechsten Zweig bis in die Wurzel und kracht zur Erde,
damit es im Haus raucht..

***
Da unser Land lange von den Roemern besetzt war, wird es wohl manche interessieren:
Die 7 Nachtwachen nannte man crepusculum, vespera oder vespertinum, conticinium,
intempestum, gallicinium, matucinum, und diluculum.

Das Gilgamesch-Epos geht wohl ins 4. Jahrtausend v.Chr. zurueck,
zum Koenig Gilgamesch, dem 5. Herrscher nach der Flut.

Das haebraeische Wort haggiblim wird in der Bibel als Steinbehauer uebersetzt,
Giblim der Name im Freimaurer Katechismus -
es soll die Bedeutung des Winkels als Symbolik haben, Giblin koennte von der Stadt Gabel kommen,
die Gabaliter lieferten die Steine fuer den Tempel Salomons.

In der Germanen-Geschichte liest man immer wieder vom roten Ocker und Henna.
Dieses ist aber auch als Jenseits-Farbe, die des Blutes oder das Symbol des Lebens.

Immer wieder ist zu lesen, dass Verstorbene "daran gehindert werden,
aus dem Grab als Geist zu entkommen", entweder durch Fesseln oder Enthauptungen
oder mit dem Anzuenden ihres Hauses, in das sie haetten "zurueckkehren" koennen.

Wer sich weiter dafuer interessiert, kann das Buch "Kontakt mit dem Jenseits"
von Armando Pavese erstehen, das 1997 aufgelegt wurde.
Neue Lektueren sind eingetroffen:
Nostradamus vom Bassermannverlag,
Das geheimnis des Todes vom Bechermuenzverlag, Spiritismus, Geheimnisse des Unbekannten,
Nah-Todeserlebnisse und Jenseitsvisionen
von Carol Zaleski und Kontakt mit dem Jenseits.

Man ist der Meinung, dass durch die Erfindung von Ritualen und mystischen Handlungen
die Aengste vor dem Dunkeln und vor dem Tod leichter bewaeltigt werden konnten.
Mal wurde den Toten zu Ehren ein Fest gegeben, das im Ablauf der Ernte war,
dann wurden diese "spirituellen Gaeste" wieder verjagt mit Gerassel
und Gebimmel und mit einem feurigen Scheiterhaufen.

Die alten Aegypter dachten, dass man Goetter taeuschen und manipulieren koenne,
in anderen Religionen war von einem absoluten oder absolutistisch herrschenden Gott die Rede.

In den Pyramiden sind eine Art Abschussrampen verbaut, sie dienten dazu,
die koeniglichen Seelen der Pharaonen beim Sternenbild des Sirius (Isis) kam,
damit sie sich als Osiris mit diesem vereinigten sollten.
Bei einfachen Sterblichen war das wohl nicht noetig.
Diese Rampen sind auch in Suedamerika recht raetselhaft und wurden von Daeniken ganz anders gedeutet.

Immer wieder ist von tanzender und musizierender Weise der transzendenden Maechten
zu naehern und so mit Ritualen einen gewissen Nebel der Mystik die Mitbewohner an sich zu binden - die Rede.

Die Erfindung der Kirche - der Teufel, war gut tausend Jahre am Werk,
der eigentlich als Symbolfigur gegen heidnische Goetter gerichtet war,
die damit diffamiert werden sollten.
Der "heilige Augustinus" musste sich anhoeren:
Gott haette das niemals zugelassen, dass es solche boesen Dinge gaebe..
aber vom 15.-18.Jhd. wurden dennoch im Namen des Teufels und des Gottes
300.000 "Hexen" auf den Scheiterhaufen verbrannt und zuvor grausam gequaelt.
Andere haben die Meinung vertreten, dass es unnuetz sei,
sich den Befallenen zu widmen und besser gleich mit dem Teufel eine Einigung zu suchen..

Die Synode von Milet hat im Jahr 1692 verfuegt,
nach dem Tod des Bischofs dessen Palast zu verschonen
und nicht wie bislang ueblich durch die Bevoelkerung auspluendern und ausschlachten zu lassen,
wovon selbst die Fensterrahmen nicht verschont worden sein sollen,
Stuehle und Einrichtungsgegenstaende wurden geklaut, das Archiv angezuendet.
(Das soll selbst bei Paepsten so gemacht worden sein)
Das deckt sich mit der alten Ansicht, dass so die Toten nicht mehr zurueckkehren
und Unheil anrichten koennten..

1647 entstanden in England die Zitterer, die Quaeker,
1747 war ein Ehepaar mit dem Propheten Cavaliers in Frankreich dabei die Sekte der Shakers zu gruenden,
die in ekstatischen, zitternden Visionen die Leute zu ueberzeugen.
1774 siedelte diese Gruppe in die USA aus, mit ihren dunklen Visionen,
Stimmen aus dem Jenseits und religioesen Verzueckungen, Wunderheilungen.

Der Wunder- und Teufelsglaube half bei der Austreibung bei Zahnschmerzen und Heimsuchungen..
dazu gab es bestimmte Atemtechniken, die einen Sauerstoffmangel im Blut
und so zu Halluzinationen fuehrte, die als "sehen" gedeutet wurden.
So erschien schon mal der leibhaftige Jesus Christus vor dem Anlitz.

Noch 1979 war die katholische Kirche der Ansicht, dass es fuer Suender die Strafe gaebe,
dass diesem der Anblick Gottes vorenthalten wuerde..

Ein oesterr. Arzt war ueberzeugt davon, ein magnetisches Fluidum zu haben,
dabei hat er wohl die Hypnose erfunden..
obwohl er eher an die Unterhaltung mit Verstorbenen und nicht mit dem Unterbewusstsein
mit dem Probanten dachte.
Ein Rival gruendete diesen Gedanken, wo die Anhaenger, die wohl auch mit den Quaekern zusammen waren,
mit Anfaellen, Zittern, Lachkraempfen und aehnlichen Symptomen,
die eine "Befreiung" ausdruecken sollten.
Tausende machten dabei mit, die Bewegung soll bis zu einer Million "Adepten" gezaehlt haben.

Der Klabautermann, der schwarze Mann bis zum Candyman,
vom Teufel zum Erzengel und Nikolausi -
die Phantasie hat schon immer die tollsten Spruenge gemacht,
wenn die Leute zu viel Zeit hatten oder dumm genug waren, einem Priester,
Prediger,Rabbi, Muhezzin oder Schamanen zu glauben.

Ich lese, dass die Reinkarnation "automatisch und ohne persoenliche Ruecksichten"
erfolgen wuerde und dabei auch kein Gebet oder Reue nuetzen wuerde..
die christliche Auferstehungslehre sei etwas anderes, trotzdem spricht Nikodemus von Jesu:
Amen, amen, ich sage dir:
Wenn nicht jemand von neuem geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen..
das hoert sich sehr nach Haarspalterei oder Identitaetskrise an.
Ausserdem haette man "keinen befriedigenden Beweis gefunden,
dass die Verstorbenen mit uns kommunizieren koennen"

Homosexualitaet war in gehobenen Kreisen eine relativ verbreitete Gewohnheit,
sie waehnten sich so im "Einklang mit einer idealen psychologischen und spirituellen Dimension des Menschen"
eher befinden, als einfache Leute, die diesen Intellektualismus nicht anerkannt bekommen,
"New Age" sozusagen ;)

Manche meinen, der Spiritismus sei die Zerzetzung des Christentums -
wobei alle Religionen wie der Spiritismus arbeiten:
Das Ziel ist es klar und eindeutig, auf einem Luftgespinst ein Einkommen zu begruenden,
das sich gewaschen hat.

Beschwoerungssitzungen, so schreibt einer, seien eher fuer sinnentleerte Nichtstuer,
die nichts mit ihren Abenden anzufangen wuessten.
(Genau so gut koennte man das auch mit dem Gottesdienst am Sonntag ..
beide sind gleichwohl Beschaeftigungstherapie.)

Astral-Leiber, Geistesebenen, transversaler Synkretismus, Spiritismus, Telepathie,
Psychopathologie, Psychiologie, Magie und Religion haben verflixt enge Grenzen zueinander,
reine Haarspaltereien und - wie oben - interessante Moeglichkeiten ein hohes Einkommen zu generieren!
(In Suedamerika ist der Spiritismus, der alle Details der Bibel ganz anders erklaert-
eher als das echte Christentum angesehen, von Angehoerigen aller Schichten,
selbstredend auch bei "Weissen", nicht nur bei "Farbigen", wie es oft unterstellt wird.
Immer und immer wieder lese ich, dass man den "Analphabeten" oder
Ungebildeten deutlich gegen den "Intellektuellen" herabzusetzen sucht.)

"Eine Frau hat an Gott geglaubt, die Religion aber nie praktiziert,
sie war gleichgueltig gegenueber Gott, der deshalb nie in ihr Leben trat"
Seit wann ist die Zwiesprache mit dem Goettlichen nur in der Kirche
oder in Gebetshaeusern moeglich, nur weil der Prediger das sagt?
("Ihr sollt euch keine Bildnisse machen und Altaere aus behauenen Steinen !"
Altes Testament)
Das ist also eine typische Falscheinschaetzung hochgebildeter Leute,
die auch nur ihr kleines, engen Denkschema haben - wer sagt, dass das eine das andere
Ding ausschliessen muss? Ueber den Tellerrand schaut ein Akademiker am schwersten!

***
http://www.robotergesetze.com/2013/06/todeszahlen-deutschland/
In 193 Jahren sind wir Deutsche ausgestorben?

Das Jenseits, so wird behauptet, habe keine "pysikalische Ebene".
Wissenschaft und "praktizierende Glaeubigkeit" geht meines Erachtens nicht zusammen.
Der latente Trend mit Fremdworten um sich zu werfen, macht auf jeden Fall
keine wahreren Erkenntnisse als das beim Glauben und seinen selbstentwickelten "goettlichen Eingebungen und Vorgaben" ist.

Fuer mich ist keine Trennung zwischen Seele (fuer die Koerperlichkeit)
und dem Geist (von Gott eingetan) vorhanden, sondern es kann vielmehr so sein,
dass sich zwischen den elektrischen und chemischen Reaktionen im Hirn etwas entwickelt,
was das "Ich" werden wird, nachdem ein goettlicher Funke diese Konstruktion gestartet hat..
Wer sagt, dass nicht evtl. eine noch unbekannte Dimension existent ist,
die sich den physikalischen Regeln nicht zu beugen scheint?

Andere sprechen von einer "silbernen Schnur",die den Geist an den "Astralleib"
und an den Koerper bindet, die man leichter loslassen kann,
wenn man an ein Leben nach dem Tod glaubt..

Die Einschlafhilfe Religion ist bald zu einer eher hierarchische Ebene geworden, mit vielen "Vorgesetzten".

Interessant ist die hohe Zahl spiritistischer Gruppen in Italien, einem Land mit hoher Kirchenglaeubigkeit.
"..wuerde man den Glauben nicht mehr haben, wuerde an seiner Stelle nur Angst herrschen"
- klar, dass ein Liturge so antwortet.
Der Erzbischof Kardinal Martini meint, es sei unmoeglich mit den Toten zu kommunizieren.

"Cannalers" nennen sich die neuen Spiritisten, Seher und Lebensberater,
die im "New Age" eine Art Dach gefunden haben, einen Sammelbegriff,
der ehemals "Medien" genannt wurde.
Der Spiritismus darf als Fortsetzung der Reformation gesehen werden, zu einer Zeit,
als das Telefon erfunden wurde und die Emanzipation ihren zarten Anfang nahm -
mit zuweilen sexuellen Befreiungshandlungen, wie ich lese.
(Emanzipation der Frau, nicht die der kleinen Leute allgemein)
Die "freie Liebe" wurde schon 1872 propagiert, z.B. von der Spiritistin Vicoria Woodhall,
Tennessee - lange vor den seltsamen Hippies.
Der Forscher Sidgwick widmete sich der PSI Forschung, er meine einmal:
"manchmal sage ich mir, ich glaube an Gott, und andere Male kann ich nicht mehr sagen als -
ich hoffe, dieser Glaube ist richtig, und ich will und muss so handeln, als ob es so waere."
Er hat ein ganzes Leben danach gesucht, ob die christliche Lehre wahr ist
oder nicht und er hoffte dabei, dass sie wahr waere.

Hier sehen wir Religion und Forschung und Spiritismus zusammenwachsen
als das was die Gruppe der Fuehrer in Wahrheit will:
Macht ueber die Massen.

Sir Arthur Doyle wurde von einem Reporter gefragt,
ob denn die Geister im Jenseits ihren Hobbies nachgehen wuerden..
Vermutlich sei es so, meinte der Schriftsteller,
der Reporter bohre weiter: Ob sie evtl. Golf spielen?
"Ich habe sie nie davon sprechen hoeren" war die Antwort.
Die Schlagzeile am naechsten Tag war dennoch:
"Doyle sagt, im Himmel wird Golf gespielt!"
Das zeigt mir immer wieder, wie wenig man den Zeitungen und Presse Glauben schenken darf-
eine patzige Ueberschrift und am Ende des Artikels hat der Berg eine Maus geboren..

https://de.wikipedia.org/wiki/187_%E2%80%93_Eine_t%C3%B6dliche_Zahl
Multikulti, das Drehbuch stammt uebrigens von einem Lehrer.

Jenseitsreisen und Visionen sind wohl eher das Produkt des eigenen Gewissens,
das mit moralischen Lehren erzogen wurde.

So mancher notorische Maerchenerzaehler hat seine schlechten Traeume als Visionen verkauft,
als Eingebung oder Wundersehung.
"Mohamemed sei auf magischem Flug auf der Himmelsleiter von drei Engeln besucht worden,
die seine inneren Organe gereinigt haetten..
er sei danach am himmlischen Tor von seinen Vorlaeufern - Adam,
Johannes der Taeufer und Jesus, Joseph, Hennoch, Aaron, Moses und Abraham -
willkommen geheissen worden.
Dann stieg er zum goettlichen Thron auf, wo Gott Mohammed als Freund begruesst hat.
Er gewaehrt, worum ihn Mohammed bat, die Zahl der Pflichtgebete zu verringern,
um ihn dann als ersten Weltpropheten zu den Menschen zurueck zu schicken"

Das alte Testament hat das Gilgameschepos vereinnahmt, spaeter wurde ihm das Jesukind eingewebt,
dann kamen die Mohammedaner s.o. dazu.
Die juedische Glaubensauslegung ist demnach naeher am Ursprung des Gedankens,
ging aber arg den eigenen Ausschmueckungen nach.
Das, was man als Nahtod-Erfahrung oder himmlisches Gericht oder spirituelle Welten betrachten mag,
ist wohl nichts anderes als die Abrechnung des eigenen Gewissens mit uns selbst,
was eben auf diese moralische Erziehung gruendet.
Wer aus diesem End-Prozess gerissen wird, kann so manches erzaehlen - eben aus seinem Ich.

***
Ein engl. Moench den 8.Jhds war die Nacht schon tot, als er sich Morgens vom Sterbebett erhoben haben soll..
Drythelm erzaehlte seiner Frau von der jenseitigen Welt.
Er sei von einem Mann von leuchtendem Angesicht und heller Kleidung in ein riesiges Tal gefuehrt worden,
Auf einer Seite lohendes Feuer, auf der anderen Seite Schnee und wuetender Hagel.
Unzaehlige missgebildete Seelen seien dazwischen hin und her geworfen worden.
(Aehnl. gibt es auch in der Brueckenversion)
Das sei, so der seltsame Mann, nur eine voruebergehende Staette fuer die,
welche auf dem Sterbebett bereuten,
die durch Messen, Gebete, Almosen und Fasten noch erloest werden koennten..
Dann geht es weiter zu einem uebelriechenden Verlies,
wo mit Zangen und Hohngelaechter die Seelen immer wieder hinab gestossen wuerden..
Ploetzlich sei er jenseits der Mauer gewesen, auf einer bluehenden Wiese,
suessesten Gesaengen, berauschenden Dueften, die ihn umhuellten.
Dort erblickte er ein Licht, das so hell war, wie er es noch nie sah.
Er wurde zurueck geschickt, trotz dem er gerne haette bleiben wollen.
Er musste zurueck ins Leben und das Versprechen abgeben, ein gottgefaelliges Leben zu fuehren.

***
Der Kreuzritter Owen erzaehlt von einer Hoehle, die erst klein,
dann unergruendlich weit gewesen sein soll.
Dort hat er zwoelf weiss gekleidete Kahlkoepfe getroffen, die wie Moenche ausssahen.
Sie warnten und rieten, den Namen Jesu als Schutzgebet aufzusagen.
Dann haette sich ein Gebruell erhoben, das grauenvoll alles boesen Getiers der Welt darstellte.
Durch das Aufsagen des Namens Jesu soll er seinen Verstand behalten haben.
Dann folgten die vier Staetten der Bestrafung, mit allen erdenklichen Folterinstrumenten.
In letzter Minute wird er von zuengelden Flammen emphor gehoben, weil er wieder den Namen rief.
Glitschige Bruecken und schreiende Daemonen, bis zwei Bischoefe
(der von Limburg wird nicht dabei gewesen sein)
fuehrten ihn dorthin, die keine Nacht, keine Finsternis, keine Hitze, keine Kaelte hat.
Das Licht des Eingangs zum Paradies habe alle drei erleuchtet
und er habe ein suesses Gefuehl der Freude in seinem Koerper und in seinem Herzen gehabt,
die Zeit verging in einem Augenblick - er musste das Kreuz tragen und Pilger werden,
dem Kreuzritterum abschwoeren und fortan ein reines Leben fuehren.
Er wurde zum Zisterziensermoench Gilberg von Louth.

Andere werden von Daemonen geschuettelt, sterben und werden wieder erweckt, um obigem Zweck zu dienen..

Andere haben dabei ihren Koerper von aussen gesehen, der Spirit
(Geist, der Lebensfaden des Koerpers) wurde von der Seele getrennt.

Die Seele sei so klein wie ein winziger Vogel gewesen, der gerade aus dem Ei geschluepft ist.
Dann waere ein Koerper aus Luft und Licht gekommen, ohne geschlechtl. Merkmale,
nackt und kindhaft, ohne soziale Identitaet, gezeichnet von der
Farbe seiner Laster und habe die Seele aufgenommen.
Als gute Taten sah man -u.a.- die Ehrlichkeit im Bezug auf die Abgabe des Zehnten -
nicht unguenstig fuer die Moenche ;)
Der Fuehrer durch diese Welten habe den rigoros Gottes Gesetze einfordernden Daemonen
die Werte der Seele, die Gnade und Busse entgegen gehalten.
Der Schutz der Fuehrer habe die gleiche Notwendigkeit, egal ob man im Jenseits als Sterbender,
Traeumender oder in Trance betreten wuerde !
Die islamische Tradition habe eine Redundanz nach der anderen,
der Moment des Todes bedeute Probe als auch Vollzug der Strafe,
im Grab eine strenge Befragung, wobei das Ergebnis der Pruefung am Tag
des juengsten Gerichts bereits feststeht..
Von Feuer wird in diesem Zusammenhang nur als Strafe gesprochen.

Man sagt, dass diejenigen, die vom Tode zurueck kamen, nie wieder gelacht oder gespottet haetten..
..manche seien mit einseitigen Schmerzen, Kopfweh ueber Monate oder Gedaechnisverlust zurueckgekehrt.
(Fuer mich klingt das nach Schlaganfall)

Im Mittelalter haette das Sterben soziales Erlebnis bedeutet, eine Gelegenheit zum Zusammensein der Familie,
mit Geistlichen, Verwandten, mit unsichtbaren Gaesten, Gebete und Liturgie.
Dabei wurde der Nachlass geklaert, es wurde vorgelesen.

Unglaube sei eine Deformation des Willens oder eine Krankheit, so argumentierten die frommen Demagogen.
Der hl. Anselm meinte dazu, dass ein Narr der sei, der sagt, dass in seinem Herzen keinen Gott gaebe.

Wer reinen Herzens sei, dem seien Vision und Beweise fuer solche Dinge nicht noetig, meint Gregor der Grosse.

Da gibt es noch die "Schmetterlingstheorie", die das Leben der Menschen
mit denen der Schmetterlinge vergleicht, die sich bekanntlich verpuppen,
zur Raupe werden und schliesslich als Schmetterling davon flattern..

Psychologen erzaehlen vom Depersonalisationssyndrom, wenn Sterbende erzaehlen,
dass sie sich ausserhalb des Koerpers befunden haetten.

Es sei ein Schutz der Seele vor dem Sterbeprozess, eine Losloesung vom Geist des Koerpers,
der Schmerzen empfindet, wenn sich die Organe nach und nach verabschieden.

Heute beschreibt man den Tod eher wissenschaftlich, als ginge es um ein Elektrogeraet..
(Was mit Sicherheit nicht richtig sein duerfte)

Die Betroffenen wuerden Frieden, Waerme, veraendertes Zeitgefuehl und Schmerzlosigkeit empfinden,
so der Befund aus vielen Berichten, die zuweilen von Leuten stammen,
die bis zu ihrem direkten Tod noch pausenlos alles erzaehlen konnten..
fernab typisch amerikanischen Uebertreibungen ist wohl uebereinstimmend zu sagen,
dass die Sterbende leichter gehen, wenn sie selbst loslassen konnten.

Manche sprechen vom hellen Licht, andere von einer Art geistiger Nabelschnur, die den Koerper zurueck laesst.

Die Berichte von Jenseitsreisen "heiliger" Leute sind nicht zuletzt aus didaktischem Grund gemacht worden -
das bringt der Glaubwuerdigkeit ganz erheblichen Punktabzug, wie ich meine.

Die Nahtod-Berichte sind sich aehnlich und der Art, dass eine Panik,
wie beim Ertrinken oder Herzinfarkt waere, dann der Tunnel des Lichts,
Waerme, Geborgenheit, ein "eigenartiges Gefuehl alles zu wissen was es gibt".

Der seltsame Kardinal von Koeln laesst die Glocken laeuten, 23.000x in allen Kirchen seiner Gemeinde-
fuer die 23.000 toten Fluechtlingen im Mittelmeer in den letzten 15 Jahren.
Keine Glocken, wenn eben diese Gruppen (Muslime) sich in ungeheueren Mengen selbst abschlachten,
in ihren eigenen Laendern und nun wollen sie alle zu uns kommen, um genau so weiter zu machen?
Zumindest verkleiden sie sich wie immer.
Nochmal: Die werden sich nie aendern oder gar anpassen oder sonstwie zivilisieren lassen,
da bin ich mir sicher - aus deren Lebensweisen ist der Fluchtgrund entstanden.
Ich weiss freilich auch kein Patentrezept in dieser Sache und kann nur konstatieren, mehr nicht.
Oder sollte doch das Vorbild des Christentums, der Kirche,
was ja frueher ebenso grausam gegen die Bevoelkerung vorging, angefuehrt werden?

Man sagt, es geschehe eine "Blitzdia-Show" beim Sterben, wo nicht der Reihe nach,
sondern alles zusammen gezeigt und verstanden wird.
Eine Art gut / boese Gegenueberstellung, wo jeder sein eigener strenger Richter sein wird.

Nach der talmudischen / midraschischen Lehre sollen Ungeborene die Torah im Mutterleib erfahren,
nach der Geburt wuerde ein Engel ueber den Mund fahren und dieses Wissen in das Unterbewusstsein schicken ;)
und das allumfassende Wissen (der Talmud??) waere erst einmal versiegelt.

Unsere Mediziner haben eigene Vorstellungen, wann das Leben offiziell erloschen ist
und wann Organe entnommen werden koennen -
bei einem normalen Tod ist das nicht denkbar, weil sich die Organe nach und nach verabschieden, dh. absterben.
Ich denke, dass der Zeitpunkt des Todes individuell unterschiedlich ist -
mal wird die Seele sich von Geist (Koerper) spaeter, mal frueher loesen;
bei einem Schlaganfall ist das eine seltsame Sache, -
bis zum "finalen Schlag" wird sie wohl kaum warten, sondern schon vorher weg sein.
(Wir hatten einen schweren Pflegefall im Haus)
Man hinterfragt Nahtod-Erfahrungen von Leuten, die unter dem Einfluss von Medikamenten standen,
von denen es mehr als genug gibt, bis zu Rauschgiften.
(die, wie der Name schon sagt, einen Rausch oder seltsame Traeume machen)
Aber auch Sauerstoffentzug (Hypoxie) kann hallozigen wirken!
Die Aktivierung des limbischen Systems durch Endorphine etc. kann Erfahrungen bringen,
die sich mit den Nahtod-Erfahrungen durchaus vergleichen lassen.
Opiate als Pathogenese von Visionen?
Die klassische Vorstellung von Traumbildern und der Naehe des Schlafes zum Tod, waere nochmal zu ueberlegen.
Dann ist wieder die Rede vom "Kurzschluss im Gehirn" -
was wohl elektrisch und nicht aus Gruenden einer verstopften Blutzufuhr kaeme-
man weiss im Grunde nichts, so viel auch geschnippelt und geschnitten wird.

Freud meinte dazu, dass der eigene Tod unvorstellbar waere,
den eigentlich niemand glauben kann, weil jeder von seiner Unsterblichkeit ueberzeugt sei..

Der Geist koenne den Tod seines Koerpers nicht akzeptieren, deshalb sehe sich dieser separat,
er phantasiert Unsterblichkeit und fluechtet sich in "ozeanische Troestungen".
(Wozu auch Religionen gehoeren - die seit den Schamanen zum Menschen gehoeren,
somit auch zur "Geschichtlichen Exkursion" meiner Seite)
Ich denke, dass diese Troestungen als eine Form des "sich-tot-stellens"
bei manchen Tiergattungen annaehern koennte, um die Realitaet des Zerfalls schlichterdings zu ignorieren.

Soweit die wissenschaftlichen Einlassungen, von denen wir wissen,
dass sie erst einmal nichts akzeptieren, was war und ist,
was geglaubt wird oder angenommen oder geahnt oder ueberliefert wird -
nur der reproduzierbare Beweis hat Gueltigkeit, der Zweifel wird aber immer noch erhalten bleiben,
trotz Wissenschaften, die sich -nachweislich- oft genug und auch schnell genug widersprechende Resultate bringen..

Wie war das gleich mit Vivaldi, der wegen "erwiesener Unfaehigkeit" vom Konservatorion flog?
Oder Einstein, dem man nichts zutraute und dem man -bis heute- seine Theorien nicht widerlegen konnte?

Zurueck zu den Nahtod-Erfahrungswelten:
Sollte im Geist (nicht im Hirn) Visionen einprogrammiert sein,
die uns das Sterben leichter machen sollen und wenn ja,-
warum, wenn es doch nichts danach gibt, warum sollte die Natur etwas gemacht haben,
was ohne Sinn und Funktion waere?
Ergo muss es ein "Leben" nach dem Tode geben.
(meine pers. Schlussfolgerung;
allerdings ohne jeden dogmatischen Religionsbezug, den man wohl getrost vergessen kann..)
Wenn nun der Geist - wie schon durch Rueckkehrer oft genug bewiesen -
auch ohne Hirn und ausserhalb des Koerpers funktioniert, sind dann die Wunschvorstellung
jedweder Art als "persoenliches Paradies" gedacht, dh. somit auch das von Kirchen,
Religionen mit ihren Heilsversprechungen oder ist die Spiritualitaet das,
was die Religion -nach dem Tod- ersetzt?
Ein endloser, ganz persoenlicher Traum, dessen halber wir so viel Wissen (Phantasie trainieren!)
wie moeglich in uns aufnehmen sollten, bevor der Tod kommt
und wir aus der Wissens-Sammelei heraus gerissen werden?
Inwiefern sich dieses Wunschprogramm visualisiert oder gar instrumentualisiert
als konkreter Kontakt mit verstorbenen Angehoerigen oder dem geliebten Haustier
(wie ich schon gelesen habe),
ist freilich unserem Glauben oder unserer persoenlichen Phantasie ueberlassen.
(Hier bin ich geschwind in den "ewigen Jagdgruenden" bei dem Peter gelandet ;) )
Sollte das Hirn nur Sender / Empfaenger sein, der dem Geist eine zeitlang dienen muss?

Das Wort Euthanasie setzt sich aus dem griechischen Wort "eu" und
welches gleichbedeutend ist mit - gut, richtig, leicht, schoen-
und dem ebenfalls griechischen Wort "thanatos", welches fuer Tod steht, zusammen.
Den Vorgang des Toetens nennt man auch "Einschlaeferung".
Einschlaeferung sogenannter "Euphemismus" (Beschönigung), keine Narkose, sondern ein Einschlaefern im Sinn von Toetung.

Nach dem Buch von Stephen Skinner "Nostradamus" (Bassermann 1995/98)
ist das Christentum eine juedische Sekte mit griechischer Einfaerbung..
255 v.Chr. wurde die Septuaginta verfasst, in Alexandrien in griech. Sprache;
die "Gnostiker" mit ihren 10 Himmeln sind da nur ein folgerichtiger Wahn,
den die Analen erfassten. (Bibel-Urschrift)

Der Koran wurde 632 n.Chr. geschrieben.

Im Buch "Nostradamus", das oben erwaehnt ist, kann man einen interessanten Artikel ueber Ezechiel lesen.
Mormonen sollen in einem unterirdischen Tunnel Daten von 80 Millionen Gestorbenen aufbewahren-
die bis zur genetischen Nachvollziehbarkeit reichen sollen.
(Ungefragt, die Angehoerigen wissen wohl nichts davon)
Man nimmt an, dass sie damit irgendwelche Gemeinsamkeiten oder Abstammungen auslesen wollen.
Adventisten meinen, dass der Samstag der eigentliche Ruhetag des Herrn sei,
deshalb waere Gott den Christen auch boese, weil sie den 7. Tag nicht heiligen.
Heilande, Marsgeister, Beschwoerer, Jesus-Nachfolger, Gottes-Stellvertreter,
Propheten und Messias - Nachfolger, Hippies, Drogen, Sex und Glauben
gehen arg eng zusammen, wie Leute, die aus den Beatles -
Songs "persoenliche Botschaften" herauslesen wollen..
Zyklen, Planeten, Naturkatastrophen und Astrologie, Meteorologie und Horoskope gehen Hand in Hand,
bis zum "Beweis der div. Verschiebungen des Magnetpoles der Erde,
die in den Gesteinsschichten festgebacken sind.."
Haha, die haben wohl in ihrer Kindheit keine Magneten zum spielen?
Lyme Borreliose bekaeme man heute so oft, weil die Wohngebiete dicht an mit Zecken verseuchte
Waelder gerueckt waeren - vom Vogelflug, Fuechsen und frei laufenden Katzen
haben diese "Forscher" wohl noch nie etwas gehoert?

Nochmal die Empfehlung im Buchantiquariat das Buch "Bevor die Roemer kamen"
(Poertner) aus dem Jahr 1962 zu kaufen,
dann kann ich mir naehere Erlaeuterungen in dieser Sache sparen..

Mir faellt auf, dass immer weniger Leute sich die Funktionen von Technik erklaeren koennen -
egal ob das im multimedialen Bereich oder im Auto oder Wettervorhersage
bis zur Stromerzeugung oder Energiewende ist.
So folgt wohl auf die fehlende Durchblickung dieser einzelnen Positionen immer haeufiger
der Glaube an die Funktionalitaet;
der Technik-Glaube macht ein Art System-Analphabetismus,
wo der "Verbraucher" nur noch "abnicken" kann.
Es wird kaum noch einer beweisen koennen, dass die Behauptung des Kundendienstes falsch ist
oder dass jener uns ueber den Tisch ziehen will, wenn die Rechung zu hoch wird,
da nur noch ganze Baugruppen getauscht werden.
Dieser Technik-Glaube geht rund um alle Lebensbereiche, vom Gesundheits-
ueber den Nahrungsmittel- bis zum multimedialen Bereich.
Forschung und Wissenschaft wird immer komplexer und undurchschaubarer -
"Lebensmitteltechniker" und Genforscher - nicht zuletzt die Juriskratie und
Politik bilden in sich richtige Festungen der Undurchdringlichkeit fuer den einfachen Menschen -
aber auch fuer jeden, der diese oder jene Fachrichtung nicht gerade studiert hat.
Das Wissen der Menschheit waechst sprunghaft an -
was freilich gut ist, wenn es zum Guten eingesetzt wird!
An die Stelle von einem rudimentaeren Wissen um alle Dinge des taeglichen Lebens
tritt immer schneller ein allgemeiner "es wird schon richtig sein" - Glaube.
Man glaubt, es wird schon stimmen, was auf den Beipackzetteln steht.
Das gleiche Prinzip wie damals, als nur wenige Leute lesen und schreiben konnten,
wo der Pfarrer aus der Schrift vorgelesen hat..

Niemand wird mehr als seine persoenliche Sparte und ggf. noch ein oder zwei Randzonen
davon genau bestimmen koennen - immer mehr Menschen werden nur noch wenige Geraete oder Systeme
oder Software oder was auch immer - auch nur grob erklaeren koennen:
Was das fuer eine Aufgabe sein kann, auf neugierige Fragen der Enkel eingehen zu wollen,
kann ich aus eigener Erfahrung sagen!
Beispiel:
Wozu ist dieses Wasserbecken im Dorf neu gemacht worden?
Nun, das macht der Kulturverein, er will alte Dinge erhalten und pflegen.
Aha, und wozu?
Nun, weniger dass sich die Touristen und die Kinder daran freuen - sondern aus historischen Gruenden.
Was sind historische Gruende?
Die Sache war losgetreten, erst die Erklaerung um das Wort "Historie",
dann um die Dorfvergangenheit, dann um den Viehtrieb, weiter zu den Katzenkopfsteinen
rund um den Brunnen - dann zum Basalt, zu der Bearbeitung der Steine,
zum Vulkanismus, zum Erdmantel...
Desgleichen passiert, wenn ein Geraet an die Steckdose kommt und erklaert wird,
warum Strom gefaehrlich ist- woher kommt der Strom,
wie entsteht er und wie wird er dort ankommen, wo wir ihn vorfinden -
warum sieht man den Strom nicht?

"Mein Opa ist ein fanatischer Erklaerer", so hat mich unser Enkelchen "rezensiert"..

Nein, man muss sich die Zeit nehmen und immer so weit erklaeren,
wie die Fragen gestellt werden - egal in welchem Bereich auch immer.
Unbequem, gewiss, aber noetig.

Man nimmt an, dass die Paradies - Legenden in den Religionen aus der Zeit
der grossen Tierwanderung vor der Eiszeit her - stammen,
wo buchstaeblich gebratene Taeubchen in den Mund geflogen sind.
Allemal eine so interessante Theorie, dass ich sie hier nicht vorenthalten wollte..
(Aus dem Buch "bevor die Roemer kamen")

Dabei kommt mir der Gedanke an Aluminium, das bekanntlich eine geringe Molekulardichte aufweist,
deshalb viel leichter als Eisen ist, das eine hoehere Dichte hat - und erst recht
Silber und Gold..
Fuer Wasser sind diese Metalle undurchdringlich,
vielleicht verhaelt es sich mit dem Diesseits und Jenseits aehnlich?!

***
Schon zur Altsteinzeit hat man Bildnisse von Tieren und Feinden durchbohrt,
um jenen damit den Garaus zu machen oder zu schaedigen.
Eiszeitliche Hoehlenmalereien hat man nur in Europa gefunden, sonst wohl nirgendwo.
Deshalb denke ich mal, dass zumindest der Homo Sapiens diluvialis, der neue Mensch seine Wiege hier hatte.

"Viele Generationen hindurch hatten sie, solange noch die goettliche Abkunft
in ihnen wirksam war, den Gesetzen gehorcht und die Goetter,
deren Nachkommen sie waren, geehrt.
Ihre Gesinnung war aufrichtig und wahrhaft grossherzig;
gegenueber allen Wechselfaellen des Schicksals sowie im Verkehr miteinander zeigten sie Sanftmut
und Weisheit; Tugend galt ihnen mehr als jedes andere Gut,
sie sorgten sich nicht um ihr wohlergehen und machten sich nichts aus Gold und anderem Besitz,
den sie eher als eine Buerde betrachteten; sie neigten weder zu Ausschweifungen,
noch raubte ihnen ihr Reichtum die Besinnung..
Als jedoch dieses goettliche Erbteil in ihnen zu schwinden begann,
indem es zu stark verwaessert wurde und die menschliche Natur die Oberhand gewann,
da wurden sie unfaehig, ihr Glueck zu ertragen, sie entarteten,
und jeder, der noch Augen hatte zu sehen, erkannte, wie schmaehlich sie sich veraendert
hatten, seitdem sie ihre schoenste und kostbarste Gabe verloren hatten;
wer aber selbst kein Auge fuer das wahre Glueck mehr hatte, dem erschienen sie
immer noch edel und gluecklich, als sie bereits von Habsucht und Machtgier erfuellt waren.
Als jedoch Zeus, der oberste aller Goetter, der Gerechtigkeit walten laesst
und der solches sehr wohl zu sehen vermag, erkannte,
dass ein einst ehrenvolles Geschlecht voellig herabgekommen war,
beschloss er sie zu ihrer Laeuterung zu strafen.. "
( Platon, Wikipedia )

Hier geht es weiter mit ein paar Empfehlungen:

Ein feines Buechlein: "Entdeckungen im Limburger Land",
vom Nassauische Presse Verlag 2010 ISBN 978-3-7973-1181--8 erzaehlt von Sehenswuerdigkeiten der Heimat,
von Arbeit und Alltag im alten Hessen-Nassau. Exkurs-Tipps zum Erwandern.

"Abenteuer des Geistes", ein Werk mehrerer Autoren von 1961
hat auf Seite 74-86 von Loren Eiseley den Beitrag
"Der moderne Mensch aus dem Blickwinkel eines Entwicklungstheoretikers" -
der allerbeste Schluss-Stein zur Geschichte, den ich mir vorstellen kann.
Ueberhaupt ist dieses Buch, das noch im Antiquariat zu haben ist, aeusserst lesenswert.

Auf Seite 96 bis 106 dieses Buches ist ein Artikel mit dem Titel:
"Fluch der Konformitaet".
Hier wird versucht zu erklaeren, warum Demokratie nicht nur politisch,
sondern als Ausdruck einer Teilhabe gebraucht werden kann.
(Ob nun das amerikanische Beispiel greift, wage ich zu bezweifeln)
Der freie Fall von Kultur hat keine Begrenzung, weil die Kontrolle der Politik fehlt,
die unsere Wirtschaft lenken und leiten sollte.
Es fehlt bereits die Philosophie dazu.
(Ergo kann dieser freie Fall bis in die Steinzeit zurueck fuehren, weil keine moralischen Grenzen sind)
Diese sollte eine der ganzen Bevoelkerung akzeptierbare Art haben,
nicht nur einer Schicht. Amerika ist bestimmt weniger Lehrmeister als Beneideter oder gar gehasstes Volk
(am meisten aus der arab. Ecke)
zumal der Wohlstand durch dauernde Kriege und (Wirtschafts) Spionage,
heimliche Besatzung und selbst heftige Umweltbelastungen ignorierte etc. erreicht worden ist.
China plagiiert offensichtlich, Amerika heimlich, zum Teil durch Innehalten von Schluesselposten.
Heiligt der Zweck wirklich jedes Mittel?
Ich denke nicht - Zivilisation ist etwas anderes.
Erwischt uns das Schicksal der alten Griechen?
Panthenon gegen Baseball-Platz?
Das hochgelobte alte Griechenland hat die Haelfte seiner Bevoelkerung, Frauen und Sklaven,
nicht an seiner so tollen Demokratie teilhaben lassen.
Eine Vorbildfunktion ist somit bestimmt nicht gegeben,
zumal Jahrtausende vorher die germanischen Staemme laengst eine "Emanzipation" hatten,
ohne diese gesondert zu loben. (Mitte Europas, nicht in Griechenland)
Echte Demokratie haben die Griechen somit eher nicht erfunden - lediglich das Wort,
nicht den gedanklichen Begriff von Gleichberechtigung.
Zu den Baseball-Besuchern:
Ob diese in der Lage sind, genuegend politische Bildung oder Durchblick oder Wissen zu besitzen,
um ueberhaupt eine sinnvolle Abstimmung machen zu koennen, wage ich zu bezweifeln.
Bildung muss nicht gleichbedeutend mit Aufklaerung sein !
Das trifft auf unsere Massenveranstaltungsbesucher in gleicher Art zu.
Was ist nun das "griechische Beispiel an Kultur" ?
Bankrott und wieder zum naechsten Bankrott.
In dem Buch ist die Rede von "primitiven Germanenstaemmen" - und es wird das Angelsaechsische gelobt.
Aber: Woher stammen die Englaender, woher die Amerikaner ;) - - es sind unsere Vettern!

Zum Universum:
Ich denke, dass den bisherigen Theorien noch eine weitere zugefuegt werden koennte:
Wer sagt, dass dieses ein Anfang und ein Ende hat?
(Eine Bewegung sehr wohl)

Es kommen immer nochmal Lesesplitter, die zum Thema passen und die ich "Dir",
geneigter Leser, liebe Leserin, nicht vorenthalten moechte.. die Zeit habe ich dazu..

Zum Universum: Ich denke, dass die Struktur des Atoms ein Ebenbild der Funktion des Weltalls sein koennte.

Seite 141 "Drogen,die das menschl. Bewusstsein veraendern"
Ein wenig stiefmuetterlich wird die Droge Glauben behandelt, die -oh ihr Pharisaeer und Philister-
ueber die Menschheit ausgekippt habt, aus ganz bestimmtem Grund. Abhaenigkeit und Rausch
bis zur Hoerigkeit ist bei der Religion immer gegeben, eine raffinierte Verdummung,
die mit koerpereigenen Opiaten funktioniert.
In diesem Beitrag :
"Viele Menschen verabscheuen ihr eigenes schwitzendes Ich" (Ich nicht)

Seite 180-190 behandelt "Kunst und Leben", beklagt die monotone technisierte Arbeit,
hebt dagegen die Kunst hervor, aber auch die Arbeit vergangener Zeiten,
die haptisch und ganzheitlich wertvoll war.
Politik sei inzwischen als eine Kunst angesehen, als eine Wissenschaft,
die den Menschen Rahmenbedingungen vorgibt. Haerter ausgelegt kann man sagen,
die Politiker haben nach allen Regeln der Kunst manipulieren gelernt.

Im Bestreben ein klein wenig Mut zur Lektuere geben zu koennen,
mit einem Augenzwinkern zum Positivismus,
kommt unverdrossen ein Buch nach dem anderen in meine Haende, um durchforstet zu werden..
Die Seite 202 des Buches "Abenteuer des Geistes" befasst
sich ein wenig mit Alexis von Tocqueville mit dem
"Teamwork, Demokratie, Sozialisten und Schicksal".
Jener schlussfolgerte, dass die 1830iger Jahre so wenig "hervorragende Maenner" hervorgebracht haetten,
weil eine "zunehmende Diktatur der Mehrheit" dafuer verantwortlich sei..
"Amerika wurde weder von den Indianern, noch von den Wikingern,
die im zehnten Jahrhundert kamen,
sondern von Christoph Columbus fuer die Menschheit entdeckt!" (Seite 216)
Der Maler Henry Feseli sah bei Michelangelo die Groesse, das Kind, das Weib,
die Gemeinheit, die Missbildung ohne Unterschied der Groesse ausgedrueckt.
Liebe unter den Menschen (Paare mal ausgenommen) ist immer mit dem Makel
der Unehrenhaftigkeit befleckt- ein Schelm, der das verneint.
Seite 233 "Die verlorene Dimension in der Religion"
Hier sieht man den Verlust des von oben herab, zu Gunsten der horizontalen, dem selbst Erreichten.
Statt religioeser Belehrung ist mehr und mehr die eigene Suche nach dem Ich und dem Sinn getreten.
Peter von Zahn, der beruehmte Reporter hat den Artikel "Der abenteuerliche Geist der neuen Welt"
geschrieben und darin:
"es waren nicht die Indiander, die den vergangenen vier Jahrhunderten ihren Stempel aufgepraegt haetten,
auch nicht Tier und Pflanze der neuen Welt.."
"die Frau verlor ihre traditionelle Haltung als Arbeitstier und unterwuerfige Gefaehrtin des Mannes.."
Er meinte, dass Europa "eingeklemmt sei" in der Tradition
und "was in der alten Welt unmoeglich schien .. das Land der Reinen,
ein Reich Gottes auf Erden..
sie waren froh, der Kaiserlichen Soldateska entkommen zu sein..
sie begannen die Mauern Zions neu zu errichten"
"die Englaender geben die staerksten Einfluesse, dort hat der Intellektuelle die laengsten Erfolge darin,
seine Worte so zu setzen, seine Gedanken so zu ordnen, dass sie richtig und leicht verstanden werden.."

Es war ein lesenswertes Buch, nicht langweilig.
Immer und immer wieder wird meine These stimmig, je mehr solche Bemerkungen auftauchen:
"die Mauern Zions neu aufbauen".. Religion sollte frei waehlbar bleiben,
aber nicht subventioniert sein, keine Priester aus staatl. Mitteln bezahlt, im Gegenteil,
Religion und ihre Einnahmen aus den Glaeubigen sollten wie jedes Unternehmen besteuert werden !
Es ist an der Zeit diesem Wahnsinn eine Barke zu setzen.

Aus dem Jahr 1967 ist das folgende Werk, "Lob der Provinz", ein Darmstaedter Lesebuch.
Auf Seite 122-124 "Altes Maerchen" und auf Seite 125-127
"Ein Mann aus Deutschland besucht Onkel Sam" - die letzte Story ist Ende der 1960iger Jahre geschrieben,
das darf man nicht vergessen.
Inzwischen ist unser kleiner Fleck auf der Landkarte "wiedervereint" und
trotzdem das 2. oder 3. staerkste Wirtschaftsland!
Das Buch macht mir schon ein wenig Freude auf Heimatdichter,
die mir ehedem bestenfalls ein Kopfschuetteln abgerungen haetten...

Weiter in unserem Buch- wo auf Seite 148-161 "Neubeginn aus dem Nichts" lesenswert war,
auf Seite 180 - 183 "auf einer irischen Insel", Seite 221 - 225
Unzufrieden durch den erweiterten "Lebensspielraum"?
Und auf Seite 262 - 265 "Bohemen", die Vorlaeufer "alternativer Lebensformen"?

Weiter geht es im Buch "Lob der Provinz":
Seite 300-303 Wie seltsam, "Deutsche draussen",
wie meine Remigration oder virtuelle Wirklichkeit auf dieser Seite.
Seite 327-331 "Gefahr des Missionierens".
Hier sehe ich eine Uebereinstimmung mit der heutigen Bemuehung um "Entwicklungshilfe",
die oft gegen den Willen der Empfaenger geht.
Seite 350-357 "Abiturientengespraech 1946" - eine lesenswerte Geschichte.
Seite 364-368 "Das Hinterland im Vormarsch", Seite 369-372 "Die Stadt".
Seite 385-385 "Traktat des Beifalls".

Nun ist es durch, das Darmstaedter Lesebuch.
Irgendwie kam mir dabei der Gedanke, dass man endlich die Kriegstreiber
jedwelcher Art gegeneinander in der Arena antreten lassen sollte.
Das wuerde viel Leid ersparen.



Erfreulich:
Ein Stapel alter Historienbuecher und Chroniken ist mir "in die Haende gefallen" -
dieses Thema ist mir bedeutend lieber,als mich mit den heutigen Zustaenden zu befassen.

Die Streiflichter aus meinen historischen Buechern sind immer wieder einen Eintrag in diese Seite wert:
"Die Maler ergoetzten sich an den heu-erntenden Bauern"
"Spinnstuben- hier entstanden Struempfe fuer die im Felde weilenden Truppen.."

***
Bilder in den alten Ortschroniken zeigen kraeftige Burschen der Turnvereine,
dunkel gekleidete Frauen beim gemeinsamen Stricken, Strassen mit Schotterbelag,
bei denen nur ein Rinnstein die Fluten lenkt - und das im Ort selbst.
Selbst auf Ansichtskarten sieht man Haeuser, von denen flaechig der Putz faellt,
Stuetzbalken mit morschen Stellen, Palisaden - Zaeune mit fehlenden Rippen,
ausgelatschte Treppenstufen, Arbeitsklamotten in lausigem Zustand, schmutzige Kinder, - nee,
die "gute alte Zeit" war mit Sicherheit fuer die meisten Leute nicht rosig.
Man kannte es halt nicht anders, es war die Normalitaet.
Die kleinen "Tante Emma Laeden" waren die Regel, noch bis Ende der 1960iger Jahre abgeschlossen,
vereinzelt bis in die 1970iger Jahre.
Bei der letzten Wanderung haben wir eine noch existente Werkstatt gesehen:
"Motoreninstandsetzung Israel".
Das sind heute Raritaeten, die unter Denkmalschutz gestellt gehoeren.
So manches alte Blechschild erinnert
und laed zum Nachdenken ein. Direkt gegenueber das mehrstoeckige herrschaftliche Palais,
wo man den Reichtum nur so lachen sieht. (Auch heute noch)

Blechschild
Blechschild
Blechschild
Blechschild
Blechschild
Blechschild

Ein Heftchen aus Beilstein erzaehlt vom Kuhgeld, Schneidhammel, Wiesenzins,
Mastgeld fuer Schweine, Gult- und Zinshuehner, Jaegerhafer,
Muehlenschweine, Gultbutter, Dienstgelt - Abgeltung fuer Hand- und Spann- und Frondienste,
die nicht mehr leibhaftig, sondern nur als geldl. Abgabe erhoben wurden.
Die Unvernunft der Fuersten presste so arg, dass erst 1820 wieder so viel Land bestellt wurde, wie 1618 !

1593 hat ein Meister, der zeitweise den Henker stellte, zwei Ehebrecher enthauptet
als er 1616 vier Diebe gleichzeitig haengte, bekam er 25 Gulden:
"Martin soll mit dem rad zerstossen und zerbrochen werden,
die Seele Gott dem Allmaechtigen, das Fleisch den Voegeln des Himmels befohlen sein"

Lustiger ist da schon die Erzaehlung vom Lehrer, der den oft wegen Krankheit ausfallenden Pfarrer vertreten hat:
Er griff bei der Nachricht der neuerlichen Erkrankung geschwind die meist auf dem Kuechentisch
liegende Bibel und eilte zur Kirche, wo die Gemeinde schon wartete..
Er spielte die Orgel, hechtete zur Kanzel und ... oh Schreck,
er hat in der Eile das Kochbuch seiner Frau gegriffen !
Er war nicht verlegen, zumal die Bergpredigt gerade das Thema seiner Klasse war
und so konnte er eine lebendige Auslegung bieten!
Die Leute waren begeistert: "Su gout hot de Perner net gepredicht"
Nun ist nicht ueberliefert, ob seine Frau nach der Bibel ebenso gut gekocht hat, wie er predigte ;)

Es wird noch einiges auf diese Seite kommen, Geduld - die alten Buecher muessen erst noch durchgelesen werden ;)

Im Jahr 1349 "entledigte" sich Wetzlar von den Juden,
die fuer die Pest verantwortlich gemacht worden waren - durch Verbrennung !
Es bekaempften sich lutherische und reformierte evangelische Christen.
Nach vielen Jahrhunderten ging 1803 die Geschichte dieser Stadt als freie und unmittelbare Reichsstadt zu Ende.
Nach dem WKI kamen viele Ukrainer nach Wetzlar, die im ehemaligen Straflager
in Bueblingshausen in Baracken angesiedelt waren.
(Diese Ecke ist ganz reizvoll und gut fuer einen Spaziergang geeignet)
Nach und nach - es kam der WKII dazwischen - entstand eine ausgedehnte Einfamilienhaus-Siedlung.
Nach dem verlorenen Krieg kamen 20.000 "Deutsche" aus Ungarn und aus dem Sudetenland
und aus dem weiteren suedosteurop. Raum nach Wetzlar.
Ende der 1960iger wurden von den Industrieunternehmen 3000 "Gastarbeiter" angelockt,
meistens Tuerken, die dann irgendwann ihre Familien nachholten.
Die Altstadt war gerade nach dem Krieg und den verheerenden Zerstoerungen aufgebaut,
die urspruenglichen Bewohner zogen jedoch lieber an den Stadtrand.
So fanden die Gastarbeiter dort ihr neues Zuhause, das schon 20 Jahre nach dem Wiederaufbau
restaurierungsbeduerftig wurde.
Wetzlar hatte Ende 1970 nur noch 57% Protestanten, frueher 92% und 29% Katholiken -
frueher 5% und zusaetzlich noch 14% "sonstige Religionen" zu verzeichnen.
Schon 1979 war der Auslaenderanteil 10,2 %, meistens tuerkischer Herkunft, angewachsen.

Diese Zahlen fand ich ganz interessant, weil gerade an dem Beispiel Wetzlars
die Nachkriegssituation plastisch wird.

Bekannte Familien haben schon zu allen Zeiten ihre Angehoerigen auf weltliche,
aber auch auf klerikale Posten und Poestchen gehoben.
Man nennt das wohl Vetternwirtschaft.
Zu den verteilten Resourcen gehoerten Muehlen- Schmiede- und Hammerwerksrechte,
die dem jeweiligen Landesherrn oblagen.
Schultheiß oder Notar konnte nur werden, wer auch genuegend Geld hatte-
schon aus "Haftungsgruenden"- also noch ein Pfrund fuer die guten Familien.
Durch Heirat und Erbschaften kam der naechste Schachzug, der allerorten ueblich war.
Oft genug wurden phantasiereiche Bezeichnungen fuer gut dotierte Positionen erfunden:
"Amtsmaennin" (1766) oder "Kammerrat" oder "geheimer Rat", "Holzpfalzgraf", "Resident" etc.
sogar Leute, die von Amts wegen als "schwachsinnig" unter Vormundschaft gestellt wurden, haben diese Aemter besetzt.
Solche Leute sollen besonder huebsche Nachkommen gehabt haben, wie man lesen kann.
Die Kinder kamen schnell und starben schnell.
Brentano soll 5 Kinder gehabt haben und als 38j. Witwer eine 17j. Maximiliane Laroche
(gegen ihren Willen, aber mit Einwilligung ihrer Eltern)
geehelicht haben - bis diese - ebenfalls 38j. gestorben ist,
hatte sie 12 Kinder - manche reden davon, dass in seinem Haus 20 Kinder gelebt haben sollen.
Diese "geistige Elite" hat viele Dichter bei sich zu Hause begruesst,
die sich alle in deren Geld und Ruhm sonnten - und die wohl auch verkoestigt wurden -
Goethe gehoerte auch dazu.
So mancher gequirlte Mist und Tagtraeumereien haben auf Papier ueberlebt.
(gotwin oder das Bild der steinernen Mutter)
Clemens Brentano hatte den leibhaftigen Kurfuersten zum Paten - wie praktisch,
so standen alle Tueren offen und das Leben war frei von den kleinen Sklavereien,
denen sich die normale Bevoelkerung jeden Tag aussetzen musste.
Geld regiert die Welt - damals wie heute!

***

Eine besondere Lektuere als Empfehlung:
"Das war die gute alte Zeit in Wetzlar", Band 2
(Den ersten Band suche ich noch)
- Verlag Wetzlardruck, Ursula Dette, ISBN 3-926617-08-X Erscheinungsjahr 1990 .
Dieses Buechlein muesste zur Genuege im Antiquariat zu finden sein.
Sehr interessant wird vom Leben der einzelnen Gewerke und das Leben in deren Familien zu erfahren sein,
ein Muss fuer alle Freunde der oertlichen Geschichte, aber auch sehr erfuellend fuer allgemein Interessierte.
(Bei neueren Buechern empfehle ich diese zu erstehen, dann gibt es bei den Zitaten daraus
auch keine Urheberrechtsprobleme)

"Hessen gefaelscht" Orte eigener Wahrheit in Hessen von 2002 ISBN 3-89445-308-7
ist ein sehr saftiges Stueck Buch, das ich jedem nur empfehlen kann.
Wehe, wenn ich auf die unternehmerischen Versuche der Gewerkschaften sehe..
einer von vielen Beitraegen, deren Inhalt ich nicht verraten will !

In diesem Werk lese ich von der Gruendung des Hessentages 1960, (lt Buch)
der die Integration der Fluechtlinge bewerkstelligen sollte.
Wiki Hessentag
Die Tochter der heiligen Elisabeth von Marburg, die Sophie von Brabant
soll 1248 Hessen fuer ihr damals 3j. Soehnchen gegruendet haben -
alles Lug und Schein, wie im Buch zu lesen ist.
Heute seien wir Hessen "so weltoffen, dass mehr von uns in aller Welt leben als in Deutschland"
(Was durch Fluchten vor Krieg und Seuchen kam)
Von den USA bis Brasilien sind sie verstreut worden.

Heute, 50 Jahre nach der Gruendung dieses Integrationstages ist es wieder so weit,
dass Menschen zusammengebracht werden sollen oder muessen.
Nach meiner persoenlichen Erfahrung bleiben tiefe Kluften,
mir ist bislang noch kein tiefergehender Kontakt zu Neubuergern gelungen.
Den meisten Leuten, die ich oder wir kennen, geht es ganz genau so:
Vieles passt ganz einfach nicht zusammen und Kulturen halten sich immer separat,
wenn die neue gemeinsame Heimat nicht verbindlicher angenommen werden muss,
koennen auch deren Mitglieder nicht im Heute ankommen.
Religion ist ein Teil der Kultur, der immer separat bleiben wird, um keinen Gelaendeverlust zu erleiden.
Wenn ich doch nur mal 100 Jahre spaeter durch ein "Zeitloch" blicken koennte !
Ich vermute, dass sich so viel veraendert haben wird, dass man nichts mehr von dem erkennt, was mal war.
Die schlimmsten Science Fictions Phantasien waeren denkbar, vermutlich aber keine geeinte Welt,
vermutlich nicht mal geeinte Kontinente, wohl aber Neutronenschlaege,
die weite Teile der Welt ins Chaos stuerzen -
Amerika bereitet sich offziell auf "Sonneneruptionen" vor, die jede Elektronik sogleich zunichte machen -
oder uebt man schon fuer die neue Bombe, die der Ueberbevoelkerung mancher Regionen
ein grausiges aber schnelles Ende bereiten koennte, was auch der Oekologie des Planeten die Rettung waere?
(Statt den Anfang zu machen und ein paar Schritte zurueck zu drehen, auf die irre Fliegerei zu verzichten)
Oder hat die Bibel recht?
(Forsche nicht nach dem, was dir verborgen, es ist sowieso schon zu viel, was du wissen darfst!)

http://www.mobileslandschaftsmuseum.de/spuren/steeden.htm
Die praehistorischen Kalksteinhoehlenfunde aus Steeden / Lahn sind nur noch im Museum zu sehen.
http://www.geller-grimm.de/museum/samm040.html
Aus wirtschaftl. Gruenden wurden mit dem Massenkalk auch gleich die Hoehlen weg-gebeutet.
http://altsteinzeit-hessen.de/?page_id=56

Hermann Josef Roth hat ein Buechlein dazu heraus gebracht:
"Siegerland, Westerwald, Lahn und Taunus, Geologie, Mineralogie und Palaeontologie -
mit Exkursen. Ein Wegweiser fuer den Liebhaber"
von 1983, ISBN 3-440-05216-8 das gut geschrieben und erklaert, wie unser Untergrund beschaffen ist.

Noch spezieller ist ein Heftchen des Weilburger Disterweg-Verlages von 1921
"Wie unsere Weilburger Heimat entstand" von Prof. Dr. Freybe,
seines Zeichens Studienrat an der Landwirtschaftsschule zu Weilburg.
Dieses Heft erklaert in ausfuehrlichster und eingaengigster Art und Weise
die geologischen Besonderheiten unserer Heimat.
(Hier bleiben keine Fragen offen)

Heiliger Geist, Kreuz-Bimbam und Vierfaltigkeit!
Das Buch "Hessen gefaelscht" von Martin Maria Schwarz und Ulrich Sonnenschein
behandelt "Orte eigener Wahrheit in Hessen" vom Jonas Verlag 2002 ISBN 3-89445-308-7
Dieses Buch sei dem dringend empfohlen, der Zweifel hat(te) an der Geschichte.
Nur soviel will ich verraten - es sind haarstraeubende Faelschungen seitens der Klosterbrueder
ob ihrer "Erbschaften" und Vermoegen, aber auch vom "guten" Landgraf Friedrich II,
von 17000 verkaufen Hessen-Soldaten an die Englaender, die gegen die aufsaessigen Nordler kaempfen sollten.
Von einem Uriasbrief ist die Rede, davon, dass tote Soldaten mehr Geld abwarfen als lebende oder verletzte.
Viele sollen nicht in die Heimat zurueck gekommen sein.
Der guetige Fuerst hat sich von 21 Millionen Thalern fuerstliche Dinge bauen lassen,
Prachtstrassen und das heute so gefeierte "Friedericianum", wo man die "Documenta" feiert..
mehr will ich nicht verraten, nur soviel:
Das Buch lohnt die Anschaffung allemal, das nun schon aelter ist
und bestimmt in genuegenden Exemplaren guenstig auf dem Markt zu haben sein duerfte!

Der interessierte Leser und die nachsichtige Leserin werden schon bemerkt haben,
dass ich mich mehr auf Buchempfehlungen verlegt habe:
Die Materie hat Ausmaße angenommen, die mir vorher kaum bewusst waren..

Weg mit diesen Gedanken - hin zum naechsten historischen Buch:
"Eine handvoll Welt, der Oberlahnkreis" von 1967..
(ohne ISBN Nummer, das hat der Kreisausschuss herausgegeben)
Das Buechlein ist schon recht empfehlenswert, aber eher fuer schon tiefergehende Geschichts-Freaks..
Im Jahr 1002 bekommt Worms (Bistum) vom Kaiser Heinrich II die Stadt Weilburg
-"mit jeglichem Zubehoer, Knechten und Maegden, Plaetzen, Gebaeuden, bebautem und unbebautem Land,
Weiden, Koppelweiden, Waeldern, Jagden, Mastungen, Wassern, Muehlen, begangen und unbegangen,
Ausgaengen und Wiedergaengen, Gesuchtem und zu Suchendem, auch dem koeniglichen Banne"

"Die geistlichen Herren aus Kurtrier verstehen es immer besser,
ihre Rechte notfalls auch mit Waffengewalt durchzusetzen"

Die Hochzeit des grafen Johann Ludwig Adolf mit der Graefin Christina Luise
von Ostfriesland verschlang 50.000 Gulden - im Jahr 1726.
Zum Vergleich, als 1719 der gesamte Besitz der Raubritter Klueppel zu Elkerhausen verkauft wurde:
Erloes der Burg mit allen Gebaeuden, 320 Morgen Gaerten und Aecker, 330 Morgen Wald,
Wiesen, Weiher, Jagd- und Fischereirechte, die Zehnte und Guelten der zugehoerigen Orte,
12 Kuehe, 4 rinder, 2 Stiere, 4 Kaelber, 100 Haemmel, 110 Schafe, 21 Schweine - 26.000 Gulden!

Man liest immer wieder, wie arg diese Fuersten geprasst haben..

1792 zerbrach das morsche "Roemische Reich deutscher Nation",
es wurde von den Franzosen alles ausgesaugt und ausgeblutet, aber es reichte nie um deren Gier zu befriedigen,
damit sie vom Angriff abliesen.
Jedes Dorf hatte 500 Laib Brot zu liefern, so dass bald kein Korn oder Brot mehr aufzutreiben war.
"Das Elend war mit keiner Feder zu beschreiben, dann kam auch noch die Viehseuche,
die Gegend war durch und durch verarmt"

Die urspruengl. germanische Stammesverfassung war auf einfachste Weise demokratisch,
nur Hoerige durften nicht waehlen.
Das war allerdings bei den alten Griechen auch nicht besser.
Die fraenkische Grafschafts- oder Gauverfassung setzte einen Gau- oder Zentgrafen ein,
der das schwache Koenigstum zu unterstuetzen hatte.
Der Koenig stuetzte sich nicht auf sein Heer, sondern auf eben diese Struktur seiner Verwalter,
die eine Willkuerherrschaft gegen das Volk aufbauten, es pressten und unter harten Fron stellten.
Zu melden hatten die kleinen Leute ab da nichts mehr.. im 16. Jhd. war der freie Bauer Geschichte,
die Gaugrafen pluenderten in den Nachbarbezirken, zettelten staendige Fehden an,
um ihren Lebensstil zu finanzieren.
Die Fron war hat, die Ernten oft sehr schlecht, so blieb den "Schuldnern" nichts anderes uebrig,
als ihr Land zu verpfaenden.
Bis zu 3/4 der Arbeitskraft wurden als Abgabe entrichtet.. auf das restl. Viertel musste halbjaehrliche Kopfsteuer, Butteil (Gutteil)
und Besthaupt und Nachsteuer (je 10%) entrichtet werden.
So einfallsreich wie die heutigen Fiskalen waren die Adligen schon immer.
(Die Luxusvillen der damaligen Despoten bewundern wir heute auf Ausfluegen und Wanderungen, bei Besichtigungen.)
Erst im 18.Jhd. setzen Wirtschaftsfoerderungen ein, die Sense in der heutigen Form
wurde erst 1780 im Westerwaldraum eingefuehrt, wie die staerkere Brechung des Bodens.
(Bearbeitungsmethode) Kleeanbau und Stallhaltung der Kuehe, was dreimal effektiver war als die Weidewirtschaft.
Aus Frankreich eingefuehrte Strumpfwirker sollten die heimische Wirtschaft aufpeppen, zusammen mit der Schafzucht,
welche die im 30j. Krieg abgestorbene Pferdezucht ersetzen sollte.
Im 17. und 18. Jhd merkte man schon, dass selbstaendige Bauern hoehere Ertraege hatten als welche in Leibeigenschaft.
Wie tief die Entmuendigung die Menschen praegte, spuert man noch heute, wenn man von denen da oben spricht.

Die Fesselung an die Scholle wurde 1810 aufgegeben.
Nun wurde auch der grosse Grundbesitz des Adels besteuert.
Die Abloesung des Zehnten kam erst ab 1840.
Immerhin wurden noch 166 verschiedene Abgaben im Amt Weilburg eingetrieben..

1873 loesten die hohen Praeparationsleistungen Frankreichs
an Deutschland eine Schlammlawine oder Krise aus,
die viele Wirtschaftszweige ruinierte, sie zuvor schon schwaechelten.
Die Chronik schreibt:
Es faellt schwer sich vorzustellen, dass gewichtige Massengueter auf Pferdefuhrwerken
zur Lahn oder bis zum Rhein befoerdert wurden.
Diese waren der Bahn noch lange erbitterte Konkurrenten,
bis 1910 wurden noch Erze zum Weilburger Bahnhof gefahren.

Mitte des 19.Jhds. zogen ganze Kolonnen aus dem Westerwald an Maurern und Tuechern
ins "Niederland", in die Gross-Staedte an Rhein und Ruhr.
Auf diese Weise konnten sich die Arbeiter einen schmalen Streifen Land zuhause leisten,
um die Familie besser ernaehren zu koennen.

Wovon haben die Leute damals gelebt?
(64 Gemeinden mit zusammen 29.000 Einwohnern)
864 Tageloehner hat unser Kreis Oberlahn im Jahr 1832 verzeichnet, 3049 Gutsbesitzer,
234 Leineweber, 233 Wirte, 113 Branntweinbrenner, 204 Kleinhaendler, 168 Schneider,
38 Nagelschmiede, 53 Baecker, 6 Bader, 40 Bierbrauer, 1 Bildhauer, 5 Buchbinder, 2 Buechsenmacher,
5 Buchbinder, 8 Dreher, 7 Faerber, 26 Fuhrleute, 14 Glaser, 93 Grobschmiede, 4 Huettenwerker,
3 Haemmerwerker, 1 Hanfreib-Mueller, 8 Kalkbrenner / Ziegelmacher, 51 Kuefer, 5 Lohgerber,
24 Makler, 85 Maurer, 2 Messerschmiede, 59 Metzger, 54 Mueller, 5 Muehlaerzte, 25 Musikanten,
9 Nadelmacher, 20 Oelmueller, 4 Papiermueller, 1 Saeckler, 7 Sattler, 6 Schieferdecker,
3 Schiffer, 12 Schlosser, 1 Schneidmueller, 67 Schreiner, 151 Schuhmacher,
4 Seiler, 1 Staerkemacher, 3 Siebmacher, 13 Steinhauser, 26 Strohdecker, 8 Tuchmacher,
1 Uhrmacher, 79 Wagner, 1 Walkmueller, 1 Weingutbetreiber, 20 Zimmerleute..

Damals waren genau so viele Orte zuvor "wuestgegangen", wie oben noch verzeichnet.
Die guten alten Rittersleut veruebten staendig Angriffe auf das jeweilige Nachbargebiet
und pluenderten auch mal geschwind das eine oder andere Gehoeft oder kleinen Ort.. viel
leicht waere es besser gewesen, diese Typen statt der Woelfe zu bekaempfen?!

275 Weinberge verzeichnete Weilburg im Jahr 1620 !
Heute sind wieder 1-2 neu entstanden, dieses Hobby findet immer mehr Liebhaber.

1880 ist durch die kuenstl. Duengung der Feldertrag um 170% gestiegen..

Im Jahr 1800 betrug die Milchleistung einer Kuh im Jahr 650ltr,
1950 schon 2200ltr und 1966 bereits 3400ltr. 6700-7800ltr in der heutigen Zeit..

Im Jahr 1800 war der jaehrl. Doppelzenterertrag an Getreide pro Hektar 8,5dz,
um 1950 waren es 24dz, 1966 - 36dz, heute 70dz !

Im Jahr 1800 brachte der Hektar Land 92dz Kartoffeln, um 1950 waren es 274dz,
1966 ca 300dz, heute 470dz ! (Heute schreibt man dt fuer Dezitonne)

Die Waldwirtschaft war immer in der Hand der Bauern, davor in Almende allen gehoerig,
erst spaet entwickelte sich die geplante Forstwirtschaft mit der Lehre vom Waldbau.

Frueher hatten viele Bauern in unserer Gegend ein Zubrot durch Eisen -
sie suchten Eisensteine an der Oberflaeche und schmolzen dieses in einfachen Rennoefen.
Das Resultat wurde vom Schmied weiter verarbeitet.

Im Jahr 1872 wurden 1 241 687 Tonnen Eisenerz an der Lahn gefoerdert!

Das Kalkwerk Steeden foerderte gut 400.000 Tonnen Weisskalksteine, die fuer die Chemie,
zur Herstellungen von Farben, als Zusatz fuer Gummi, Soda etc. gebraucht wird.
Ebenso zur Wasserreinigung, Bodenstabilisierung, zur Zellulose- und Papierherstellung,
fuer die Verhuettung, Kosmetik, Klebstoffe..

"Die hessischen Frilinge" ist ein Heft von 1968, von Dr Jakob Henseling, seiner Frau gewidmet..
..die Buecherei hat immer noch mal Ueberraschungen parat,-
seit 12 Jahren ist auf Computer-Register umgestellt worden, nur noch ab und zu findet man Buecher,
die noch nicht dahingehend eingelistet wurden.
Bei der letzten Buecherabholung habe ich gleich drei solche Exemplare entdeckt -
inzwischen bin ich wohl dafuer bekannt, solche Exemplare magisch anzuziehen!
(dh. 12 Jahren hat die noch keiner lesen wollen)
Es geht um einen altsaechsischen Volksstand, sozusagen der Mittelstand zwischen dem Adel
(Edelfreie, Edelling) und den Zins- und Fronabhaengigen, die kaiserl. Recht von
775-809 n. Chr. Erwaehnung fanden. Die Latzen waren Freigelassene, der Stand darunter.
In den alten Urkunden waren neben den nobiles eine hohe Zahl an liberi und ingenui,
baeuerlicher oder ritterlicher Herkunft, nach der alten staendischen Dreiteilung.
Die drei Grade der Freiheit, die schoeffenbar - Freien oder Grafschaftsfreie,
die Edelfreien und die freien Ritter, die noch eigenen Besitz erhalten haben.
Die Pfleghaften (Stuhlfreie) waren die altfreien Bauern mit nur noch geringem eigenen Grundbesitz.
Die Landsassen, ehedem Latzen genannt, hatten keinen Grundbesitz und keine oeffentliche Rechte.
Beispiel aus einer Urkunde: Degenhard qui dicitur vrilinc anno 1225.
Im alten Chattenland im Norden Hessens nannte man die Freien "Vrie".
Erst Karl der Grosse sorgte fuer deren schleichendes Ende- indem er (Sachsenkriege)
Freie aus dem Elberaum ins Frankenreich umsiedelte.
Dort waren die Freien bevorzugte Helfer der Aebte - was freilich geschwind eine Unfreiheit oder Abhaengigkeit brachte.
Oder sie kamen auf Koenigsland, mussten dem nun fremden Koenig Pacht zahlen (Koenigsfreie)
- spaeter blieb nur mehr der Namenszusatz "Freie".
Noch heute kuenden Ortsnamen "Frielingen, Frielingshausen, Frielingshofen, Frillendorf, Frielingsdorf etc."
von der einstigen Herkunft.
Daneben "Fronhausen" oder "Koenigsbusch" von Abhaengigen, die das Land teuer pachten mussten
und darueber hinaus noch fronpflichtig waren.
Nach der Niederlage des Koenigs wurden die Koenigsfreien ebenfalls Abhaengige,
da ja der Koenig seinen Besitz verlor.
Edler Mann - Vrien Herren, Vriling, Knecht.
Frielinge durften Waffen tragen.

Das naechste Buch ist eine Lebensgeschichte, beginnend im 1. Weltkrieg.
"Eine geliehene Familie" von Hans Georg Feth. 1997 ISBN 3-7655-3692-X packend
geschrieben und wohl eine sehr gute Empfehlung, wenn man die damaligen Lebensumstaende gut verstehen moechte.
In diesem Buch wird erstmalig beschrieben -und ich habe viel gelesen und gesehen,
wie damals geraeuchert wurde:
Der Kamin war ummauert und mit einer Klappe versehen.
Dort wurden die zu raeuchernden Stuecke eingehaengt.
Durch die Umlenkung des Kamins - in dieser Zeit durfte nur Buchenholz verbrannt werden -
wurde das Fleisch oder die Wurst quasi automatisch zur Raeucherware,
ohne dass durch direkt darunter entzuendetes Saegemehl ein Risiko waere.
(Nadelholz hat zu viel Harze, die haetten den Geschmack gruendlich verdorben)
Kurz, es lohnt sich allemal dieses kl. freundliche Buch zu kaufen.

Aus dem Jahre 1943 stammt der Bildband "Das Deutsche Volksgesicht" von Erna Lendvai - Dircksen.
78 Aufnahme zeigen Charakterbilder, Haeuser, Orte und Landschaft.
Die Leute an der Lahn schauen so auf jeden Fall nicht aus,
vermutlich waren die Chatten gar nicht so weit im Sueden zu finden- sondern eher bis Kassel / Edersee ?
Gen-Analysen waeren in dieser Sache schon recht interessant, das muss ich sagen.
Mir fiel auf, dass anhand eines Blicks in ein Gehoeft
so einiges bei weitem nicht so gut war, wie man ein solches Anwesen heute restauriert:
So sind einige Stellen der Gefache herausgefallen oder abgeplatzt,
eine kleine Tuer unter dem Treppenaufgang haengt schief,
die Stufen beidseitig des Aufgangs zur Haustuer sind ausgelatscht,
was deutlich bei der zweifluegligen Haustuer wird- wo die Maeuse drunter herlaufen koennen, ohne die Ohren anlegen zu muessen.
Man ging wohl immer durch den rechten Tuerfluegel.
Oberhalb der dunklen Tuer ist ein weisser Ornamentbogen als Oberlicht in deutlichem Kontrast.
Das Dach ist schon zigmal ausgebessert worden, eine Regenrinne konnte
ich weder beim Wohnhaus noch an der Scheune sehen.
(Vermutlich gab es nur in den Staedten oder Gutshoefen Regenrinnen mit Fallrohren)
Huehner auf dem krummen Pflaster des Hofes, aus dem Gras waechst und wo ein grosser alter morscher Wagen
vor sich hin rottet - genau in einer Senke auf dem Hof, die wohl auch Mistgrube ist.
Blumen an einem Fenster, dafuer faellt die Farbe am Rahmen ab, dem Fenster daneben fehlt diese ganz -
darueber ist bei einem Fenster das Glas und der Trennsteg anders geraten.
Das Mauerwerk des Treppenaufgangs ist nur teilw. gemauert, teilweise nur aufgesetzt, was man sieht-
es setzt ich allenthalben was.
Das Gelaender ist krumm, eine kleine Kellertuer am Fusse der Treppe ist bestimmt nie gut zu oeffnen gewesen,
oben hat sie im Liegebalken, der zwischen Fachwerkstaendern und Sockel ist,
einen sehr provisorischen Sturz in dem schon immer krummen Balken.
Der halb aus der Erde gemauerte Kellersockel hat auch schon Risse - die aber ausgeschmiert wurden.

Ein "Volksgesicht" kann man heute nicht mehr erkennen, die Menschen sind inzwischen schon so durchmischt -
frueher sind die Leute nicht so weit weg gekommen, so mancher heiratete innerorts oder aus dem Nachbardorf ein.
Heute kommen die Vermischungen von weit her, laengst schon aus fernen Laendern,
nicht nur aus Deutschland oder aus unserem Hessenland.
Fuer solche Studien oder besser Beobachtungen kann man heute jede groessere Versammlung
- z.B. Einschulung von Erstklaesslern irgendwo in einer x-beliebigen Schule - nehmen.

Waehrend der letzten Eiszeit ist unsere mittelhessische Gegend zwar eisfrei geblieben,
hatte aber 8 Monate im Jahr Schnee und Kaelte, der Boden war nur spaerlich aufgetaut- aehnlich wie in Sibieren heute.
Rosskuemmel - Laser trilobum - liebt Kalkboeden - damals als Kuechengewuerz gebraucht.
Kalmus, eine roehrichtaehnliche Wasserpflanze koennte ebenso als Gewuerz gebraucht worden sein.
In unseren Breiten treibt diese keine Fruechte aus, sondern verbreitet sich durch abbrechende Rhizome,
woraus auch das Gewuerz gewonnen wurde. Acorus calamus.
Zuerst breitete sich nach der Eiszeit
(die Samen halten sehr lange in Suempfen)
niedrige Weiden und Birken, dann Hasel, spaeter Eichen, Ahorn, Ulme, Linde ausgebreitet haben,
die auch unseren Taunus bedeckten - bis im Jahr 1800 erstmals Fichten gepflanzt wurden,
die sich um 1500 anfinden zu verbreiten.
1964 sind die letzten Eichenlohe im Wetzlarer Raum geschaelt worden. (Lederproduktion)

Heute weiss man: "Wand" kommt vom Flechtwerk, der Begriff "winden" und "flechten" - bis zur Wand.
Damals waren Waende aus Weidengeflecht, das mit Lehm ausgeschmiert wurde..

Seltsam klingende Solitaer - Baum - Namen, die gerne an markanten Stellen
zwischen den Strassen zu finden sind, haben ihre Bezeichnungen aus alten Tagen:
Die Siegfriedseiche soll nach einem Oberfoerser benannt sein, der sich um den Erhalt und Pflege
div. Eichenarten kuemmerte, - "Totemann-Eiche", hier soll sich ein Schaefer am Baum erhaengt haben,
die "Fruehstueckseiche" - hier sollen die Fuhrleute gerastet haben.

Der dichte Buchenwald, der echte Bewuchs, wirkt auf Wanderer anders als lichter Buchenbestand,
wo das 30mtr hohe Blaetterdach nur noch 1/60 des Lichtes durchlaesst..

Buschige Zitterpappeln mit ihren silbrigen Kaetzchen wurden gerne dort gepflanzt,
wo der Wald gegen Windbruch geschuetzt werden sollte.

Esskastanien und der Tulpenbaum (!) - je 30mtr hoch -
sollen schon vor der Eiszeit in unserer Gegend heimisch gewesen sein.

Der Wacholder ist ein Busch, als einziger dieser Art kein Baum.
Seine Fruechte (zum Wuerzen deftiger heimischer Wildarten) sind eher den Zapfen verwandt, als dem Beerenobst.
Seltene Bestaende wurde 1951 bei Bodenrod (Wetzlarer Raum) wurde viel gerodet,
damit die Fluechtlingsbauern ihr Feld zugeteilt bekommen konnten.
Leider war die Aktion sinnlos, weil ohne Hirn gearbeitet wurde:
Die Bodenkrume war so duenn, dass an Ertrag nicht zu denken war.
Danach wurden wenigstens 2500qm unter Naturschutz gestellt, dass der seltene Wacholder erhalten blieb.

Sanikel (Sanicula europaea) und Haselwurz (Asarum europ.) und Salmonssiegel
(Polygonatum multiforum) sind mittelalterliche Heilpflanzen.
Sanikel bei Erkaeltungen, leicht giftig
Salomonssiegel als Brechmittel, das aehnliche Maigloeckchen ist hochgiftig.
Deshalb ist bei alten Heilmitteln immer aeusserste Vorsicht angesagt,
am besten Kraeutermischungen aus der Apotheke kaufen !

Kreuzdorn war ein bekanntes Abfuehrmittel alter Tage. (Die Beeren davon)
Ueberhaupt waren manche Pflanzen mit "Bindung an den Menschen" an alten Gemaeuern bis heute zu entdecken,-
z.B. Immergruen, Moschuskraut, Osterluzei, Herzgespann, der Deutsche Ziest, Kugeldistel oder Goldlack,
teils als Heil- teils als Zierpflanze angepflanzt, der "Igelsame"
(lappula echinata) konnte als Kulturrest in Huehnergehegen gefunden werden -
als Beimischung im Futter.
Von dort breiten sich die Pflanzen aus..

Die naechste alte Lektuere ist "Die Stimme des Menschen" von 1961,
mit dem Inhalt: Briefe und Aufzeichnungen aus der ganzen Welt 1939-1945.
Ich werde sehen, was darin fuer meine Seite relevant ist und ob das als Lektuere anempfohlen werden kann.
Ich bin erschuettert, wie sehr sich die Zeiten aehneln,
wie sehr die damaligen und heutigen Machthaber sich sklavisch an die Industrie schmiegen -
immer nach der Suche nach mehr "Profit" - egal wie, egal ob dabei Menschen sterben oder nicht.
Nochmal: Politik gehoert dringend unter die Kontrolle der Bevoelkerung
und nicht durch Persilschein mit Vollmacht versehen.
Die Religion(en) gehoeren besteuert und nicht noch bezahlt vom Staat, sie sind ein Quell ewigen Aergers,
Zanks und Kriege. Besonders die Seiten 222 bis 226 von Eric Knight, USA,
in Menston 1897 geboren, im Januar 1943 "gefallen" - haben mich beeindruckt.
Der Bezug zu unserer heutigen Zeit ist sehr deutlich !
Schnell werde ich dieses Buch nicht lesen oder durchgeforstet haben, dafuer ist es zu arg und deutlich.

In diesem Buch findet man auch Ueberlebendenberichte aus Hiroshima,-
erschuetternd und nur dem zu empfehlen, der starke Nerven hat. Fakt ist, es war ein Holocaust!

Irrtuemer der Geschichte kommen immer durch die Machtmenschen, nie durch die Bevoelkerung,
die man damals so wenig wie heute fragte.
Das wird mir immer deutlicher, je mehr historische Buecher gelesen worden sind -
da sehe ich eine drastische Uebereinstimmung mit heutigen Massenhysterien,
ob in Mekka ob bei der Massenflucht nach Europa - wirklich schlimm daran ist,
dass diese Dinge manipuliert oder gewollt sind.
Das gemeinste Ding ist heute die Gleichschaltung der Presse, was man frueher Propaganda nannte
und das latent verbreitete Schmieren von Entscheidungstraegern, das man heute "Zuarbeit" bis "Lobbyismus" nennt.
Diesen Satz nehme ich als Ueberleitung zu den Bemerkungen zur Zeit.

Anmerkung:
Die Autoren der Buecher sind schon lange tot, wenn aber nachfolgende Rechte tangiert worden sein sollten,
bitte ich um Abklaerung per E-Mail, damit die entsprechende Zeile aus meinen Seiten heraus genommen werden kann.
Ansonsten gelten die Angaben in meinem Impressum.
Manche Buecher kann man im Antiquariat oder beim beliebten Versand A..... fuer wenig Geld bekommen.



Der alte Hirte.

Ein Hirt mit lichten Schafen
zieht still ins Abendrot hinein
und spielt ein Lied.
Da schlafen die Wälder ein.

Und wie sie leiser rauschend
im weiten Rund zur Ruh sich wehn,
bleibt müd ein Wanderer lauschend
am Wege stehn.

Die Wolken glühn versunken
am dämmerblauen Gipfelsaum,
Ihm wird, er wäre trunken
und Alles Traum.

Er sieht ins Dunkelklare
wie tief in Sagenzeit hinein,
als müßt's die wunderbare
Urheimat sein.

Es zieht geheime Kreise
das Lied aus Mondesferne her.
Er folgt der alten Weise
und kehrt nicht mehr.


Hans von Hammerstein, Oesterreich, geb. 1881 gest. 1947, an den Folgen der Kriegshaft




(Geschichtliche Nachlese und Buchempfehlungen)

Die Ball - Runde.
Vergleichbar mit einem Ping-Pong-Ball waren die kleinen Gehoefte,
vergleichbar mit einem Tennis-Ball waren die kleinen Doerfer
der alten Ureinwohner.
Dann kam der Fuerst mit eiserner Gewalt und formte einen Fussball daraus,
sein Gebiet wuchs aus eigener Willkuer.
Nun kam der gute Hirte, der Christ,
der missionierte und den Fussball neidete,
mit aller List und Tuecke den roten Winter- Fussball bastelte..
..der Raenke spielend eingesetzt wurde und heute noch wird.
Spaeter folgte der Medizinball des Kaisers, der alles andere dominierte.
Dieser Medizinball ueberrollte irgendwann so hochmuetig alles andere -
er verstrickte die Kleinen in Kriege, die keiner mehr verstand.
Der naechste Ball war der Huepfball des Diktators,
nochmal groesser und sprunggewaltiger -
bis er an die Mauer knallte.
Dann kamen die Rubgy - Baelle der Besatzer,
denen ein neuer grosser Plastik-Ball der Nachkriegsrepublik folgte.
Der zweite Plaste - Ball der DDR kam,
bis die beiden Kunststoffbaelle eine seltsame Einheit waren -
eingestopft mit anderen Plastikbaellen in ein grosses Netz, das Europa heisst.
Inzwischen hat sich dieses Ding zu einem riesigen Heissluftballon aufgeblasen,
dessen Geblaese keinen Ausschalter hat....

Ein paar Geschichts-Aufarbeitungen werden wohl noch kommen,
die Stadtbuecherei hat immer nochmal was fuer mich .. wart
en wir's ab, evtl. tut sich noch was auf.

"Vom Ursprung und Ziel der Geschichte" (Karl Jaspers 1966 Piper Verlag Muenchen)
ist das naechste Werk, das ich durcharbeite.
Es liest sich nicht so gut, hat viel pseudoakademische Wolken, aber auch interessante Dinge- z.B.
lese ich von einer japanischen Sekte, die seit dem 13. Jahrhundert existiert.
Diese hat bereits die gleichen Vorgaben wie die Lutheraner oder Evangelen in ihrem Programm.
(Keine magischen Formeln, keine rettenden Taten, keine helfenden Gebete
-nur Dankesgebete- kein Zoelibat zu "Amida". (Seite 31)
Von "Achsenzeit" ist im Buch die Rede, einer Zeitspanne,
in der alle grossen Religionen und Denker und Entwicklungen entstanden waeren. 800-200 v.Chr.
Das Buch geht davon aus, dass sich der Mensch in den letzten 100 Generationen
(7000 Jahre) nicht signifikant veraendert hat, man als
o im Grunde des Wesens noch immer der gleiche Typ mit gleichen geistigen Anlagen waere.

Meines Erachtens kam seit der Reformation und der Entdeckung Amerikas ein Schub geistiger Entwicklung,
der im 18. Jhd. Geistesgroessen und Entdeckungen brachte, die es bislang nicht gab.
Dann folgte die Technik mit der Elektrizitaet und Dampfmaschinen, die Industrialisierung und...
der 1. Weltkrieg. Unweit davor zerbrach der Adel, der zuvor das Machtmonopol hatte, zusammen mit dem Katholizismus,
der durch die Reformation bereits geschwaecht war..
Der Zusammenbruch folgte schnell, ein holpriges Neuerwachen mit der Technik und Industrialisierung,
wieder mit dem Wahn, alles beherrschen zu koennen, kam der totalitaere Herrschaftsstaat mit einem noch grausameren,
fast mit Automaten gefuehrten Krieg hoher techn. Entwicklung, die zum Nachteil der Menschen ablief -
mit fatalen Folgen der fast totalen Vernichtung weiter Gebiete.
Die Technik verfuehrte zu einem Allmachtswahn, der schon religioesen Charakter hatte.
Es folgte - wie wir alle wissen - der Wiederaufbau und die Neuorientierung als Demokratie
oder zumindest als "konstitutionelle Demokratie", wo der Waehler quasi einen Persilschein
den gewaehlten Vertretern / Partei abgab, was heute noch gilt, 70 Jahre nach der Kapitulation.
Wie wir heute die immer schneller fortschreitende Technisierung bewaeltigen,
die auch noch weltweit Einzug hielt - liegt an uns, an den vielen Millionen kleinen Leuten,
die den Politikern und deren "Foerderern" den Spiegel vorhalten muessen.
Nur durch eine sehr viel tiefer greifendere Demokratisierung - und die damit verbundene politische Bildung der Massen -
sind weitere Kriege und Religionsterror - der durch den jeweiligen Anspruch
die alleinige Wahrheit zu besitzen kommt - zu verhindern.

Im Gedanken an obige Lektuere wird die Frage aufkommen:
Ist Arbeit wertbar oder sollte sie gleich gewichtet werden?
Geistige Arbeit im weitesten Sinne darf nicht ueber manueller oder "niedriger" Arbeit gestellt sein,
wenn sie nicht elitaer uebersteigert sich an einem Entry festklammern will oder soll oder darf.
Ob Maschinenbediener, Handlanger, Geistlicher oder Selbstaendiger, Erfinder oder Wissenschaftler,
Banker oder Flugkapitaen - ohne die Kanalarbeiter oder Putzfrauen oder Kundendienstler -
oder was auch immer an Beispielen faehig ist - duerfen nicht zur graduellen Wertung fuehren,
eigentlich auch nicht pecuniaer, will man die Gesellschaft als menschlich oder zukunftsweisend besehen.
Das ist nicht unbedingt kommunistisch, als vielmehr lebenssinnlich zu verstehen, nach den Menschenrechten einzig haltbare Ideologie.
Selbstgemachte Feudal-Treppen von Geistschaffenden sind menschenrechtlich schiere Verachtung
des Naechsten. Nein, nicht die Arbeit durch Muskeleinsatz oder "monotone Verrichtung"
ist das Problem, sondern die Instrumentalisierung durch eben diese Feudalisten geschaffene Herabstufung
schoepferischen Handwerks zur Maschinenarbeit - beides, ob Handwerk oder Fabrikarbeit
dient allen, die Ethik der Wertschaetzung ist die Crux.
Forschung forscht um des unendlichen Fortschreitens halber,
nicht unbedingt um ein bestimmtes Ziel zu verfolgen - sie hat ihr Wissen auf Schulen erlangt,
die von den "Gemeinen", den kleinen Leuten - mit ihrer Haende Arbeit - bezahlt worden ist.
Selbstaendige fischen aus diesen Forschungserkenntnissen ihre Ansaetze, aus denen Ideen
und Vermarktungsstrategien und Arbeit erwachsen.
Aus ebendiesen Produkten und ihrer gelungenen Markteinbindung kann Technik manigfaltigster Art -
wozu auch neue Geraete zur verbesserten Forschung kommen -
aber auch Lebenserleichterungen und sichere, resourcenschonende Ernaehrung der Massen entstehen.
Das unternehmerische Wagnis muss freilich gesondert honoriert werden, das forscherische Tun
und das organisatorische (gleich welcher Ebene) eher nicht.
Grundsaetzlich ist jeder Mensch gleich viel wert und sag mir keiner,
dass die Erfindung der Atomenergie den Menschen weiter gebracht hat, ausser dem Abgrund.
So ist es mit vielen chemischen Produkten und mit der Raumfahrt bis zur Satellitentechnik..
Wichtig ist, dass der Mensch einen Sinn im Leben findet, Freude und Zukunft hat -
alles andere ist zweitrangig, auch die Forschung und sei sie noch so fundamental an der Entwicklung taetig.
Im Gegensatz zum religioesen oder - wie im Buch gemeint - griechischem Denken,
muss immer weiter nach neuen Loesungen gesucht werden, dieser Argumentation schliesse ich mich gerne an.
Akademisch geschriebene Buecher treiben mir zuweilen die Nackenhaare hoch!

Im Fernsehen kam eine Sendung ueber Biodiversifikatoren, Leute also,
die sich dem Erhalt unserer alten Nutztierrassen verschrieben haben.
Aus dem Hobby heraus zur Profession.
Wie der Name "Nutztier" sagt, sollen die Tiere nicht in einer Art Zoo gehalten werden,
sondern geschlachtet und genutzt werden, so wie es das Zuchtziel war.
Allerdings leben die Tiere bis zu diesem Zeitpunkt natuerlich in ihrem Trieb, Fressen und Tagesablauf -
was man von der heutigen "Fleischerzeugung" nicht sagen kann.
Das Bentheimer Schwein und das Hinterlaender Rind soll so wieder an Bestand gewinnen,
nachdem es weltweit fast ausgestorben war.
(Ich kann mich an frueher erinnern, wo diese Tiere auch bei uns auf dem Dorf gehalten wurden -
ganz sicher schmeckte das Fleisch damals vielfaeltiger und nicht so schlapp
- die Kuehe gaben sehr viel weniger Milch,- hatten aber besseres Fleisch und sie waren weniger oft krank,
im Sommer draussen auf der Weide, wo Kuehe eben hin gehoeren..)
Diese Biodiversifikatoren gehen ohne schlechtes Gewissen an die Wurst,
weil sie zur Arterhaltung beitragen und zum gewachsenen laendlichen Bild der Region.
Geschlachtet wird allerdings beim Metzger in der Naehe, der auch die Wurst liefert,
nicht mehr auf dem Hof, wie frueher.

Nochmal zu "dasigem" Buch (Vom Ursprung und Ziel der Geschichte),
wo auf Seite 133 von "den Massen" referiert wird, die auf "tiefstem Bewusstseinsniveau lebt"..
"halbes Wissen fuehrt zum Unglauben, ganzes Wissen zum Glauben" ;)
"Zukunft kann nicht erforscht werden", lautet die Frage der Seite 180,
"es kann kein philosophisches Geschichtsbewusstsein geben ohne Zukunftsbewusstsein".
Eine sperrige, aber lesenswerte Lektuere, bei der man nur langsam vorwaerts kommt.

Auf Seite 205 wird von einer politischen Elite geschwaermt, die als eine Aristokratie
staendig aus der Gesamtbevoelkerung ergaenzt wuerde -
waehrend die Herrschaft der Masse als "Ochlokratie" bezeichnet wird.
Worte aus dem Ur der demokratischen Idee sind heute schwerlich zu gebrauchen,
weil sich seit den alten Griechen eine ganze Menge entwickelt hat.
Die "Herrschaft der Massen" entsteht durch die Mehrheiten nach der Wahl..
nun koennte man denken, dass einerseits jede voelkische Mehrheit als abzulehnen (Poepel)
sieht oder andererseits bereits eine "Koalition", die gebildet wird,
um eben diese voelkische Mehrheit -zumindest einer derer, die zur Wahl gingen- zu erhalten?!
Hier sehe ich einen typischen akademischen Konflikt.
Die durch ochlokratische Tendenzen entstehende "Tyrannis" waere in beiden Faellen gegeben.
Der Sinn der Demokratie, so das Buch, schuetze eben davor.
Nun dreht der Autor am Rad: "..
aber zuvor, da die Bevoelkerung nicht weiss, was sie waehlt.
Zufallskluengel an der Macht, versagende Parteien, die statt Organe des Volkes zu sein,
zu selbstgenuegsamen Organisationen mit routinierten Parlamentarieren eher geistig Subalterne emphorbringen"
Gut, das Buch ist schon 1966 heraus gebracht worden - als Fundgrube zur historischen,
ja archaeologischen Aufhellung von Demokratie durchaus tauglich.
Vermutlich sogar zur Enttarnung der Denke dieser Leute, die uns lenken.
Aber: Man kann als Einzelner sowieso nichts aendern - und eine Gruppe wird sich kaum noch finden lassen,
die auch nur aehnliche Interessen haette ;)
In diesem Sinne sollte man ruhig Blut wahren und abwarten, wie sich dies oder das ergibt -
die da oben werden schon mehr als genug Ideen in der Schublade haben,
dass sie auf meine oder unsere Vorschlaege garantiert nicht angewiesen waeren..
(wobei auch dieser Schreiberling gemeint ist, der sich seltsam genug ausdrueckt)

Auf Seite 268/269 wird vom "Nihilismus" gesprochen, einer jede Religion oder Gott ablehnender Haltung.
Zeitgleich geht der Autor davon aus, dass jedem Menschsein eine Anerkenntnis des Goettlichen waere -
dh. nicht jeder, der keiner Religion angehoert, kann als "unglaeubig" eingestuft werden,
solange er sich denkend zeigt.
Seite 284 oben nennt "das eigene Nichtwissen preiszugeben im Gehorsam gegen ein auferlegtes Wissen"
- das war einmal ein Fundamentalirrtum, lieber Autor..
(Siehe "Hoernertrugschluss")
Seite 311 unten erklaert, dass in der Geschichte immer wieder
"hoechststehende Voelker oder Kulturen von Barbaren zerstoert wurden"
(Blueht uns das gerade wieder?)
Es gibt eine empirische Erlangung von Geschichte und eine philosophische, so der Autor.
Erst wenn Empirie und Philosophie sich gegenseitig staerken, bliebe genug Raum fuer die Freiheit..
ich sehe das aehnlich, es hat aber weniger mit der Freiheit,
als vielmehr mit der plastischen Gestaltung von Geschichtsverstaendnis zu tun.
Soweit dieses Buch.

Das naechste Werk beschreibt 850 Jahre Merenberg, eine Chronik, zusammengestellt 1979.
Dort ist zu lesen, dass erst mit Mitte des 18.Jhds. eine geregelte Fortwirtschaft bestand-
davor konnte jeder Eigner nach Gusto abholzen und aufforsten, wie es beliebt.
"Waldfrevel" wurde sofort angezeigt vom -meist nicht ausgebildeten,
aber vom Fuerst eingesetzten- Foerster:
Wer Gras am Waldrand oder an den Wegen holte oder lose Aeste sammelte, wurde hart bestraft.
Wenn Kinder dies taten, bekamen deren Eltern die Strafe, als haetten sie die Verfehlung selbst getan.
Die Kinder wurden vom Schulmeister nochmal gesondert bestaft.
Viele der alten Gemarkungsnamen lassen noch heute deren ehem. Nutzung oder Besitzer erahnen.
Die Frondienstler waren oft niederen Adels um die Burg Merenberg.
Auch hier wuetete der 30j. Krieg mit gleicher Haerte, wie ueberall im Land.
Als es wieder besser ging, kam die Erbteilung und zersplitterte die Felder
und Gaerten und Flurstuecke bis zu 100qm (4 Ruten) Groesse,
bis Reformen diesen Zustand verbesserten, wo keiner von leben konnte.
1893 war eine so grosse Duerre, dass die Erlaubnis erteilt wurde,
im Wald junge Triebe zur Viehfuetterung zu holen.
Schon damals haben sich Leute an Aktien verzockt:
Reiche Schaefer nahmen von den Bewohnern recht hohe Gebuehren fuer die Hute
und Aufzucht und Fuetterung der dort eingestellten Schafe.
Die russischen Wertpapiere wurde in deren Revolution wertlos und somit war alles futsch -
-WERTPAPIERE - die Ursache fuer Spekulationen und Krisen, damals wie heute-
die Weiden waren weg, die Schafe und auch das Geld.
Die Ziegen waren zwar nicht beliebt, so die Chronik, sie gaben aber Milch und..
Zicklein, die das Fleisch gaben.
Diese Tiere hielten den Bewuchs der Gemarkung frei - so heisst ein Gebiet noch heute "Ziegenberg".
1879/80 war so ein strenger Winter, dass die zuvor so muehsam vermehrten Obstbaeume erfroren: 89237 Stueck!
Die uralte Wehrkirche kann man heute noch immer bewundern, die im Friedhof des Ortes Merenberg steht,
noerdlich Richtung Westerwald, ca 500mtr von der Burg entfernt.
Dort soll ein wuestgefallener Ort Appenkirchen gewesen sein, weshalb die St. Jakobs-Kirche
heute noch "Appenkirche" genannt wird.
(Heute noch ohne Stromanschluss, ein urtuemlicher Ort,
der frueher eine bekannte Wallfahrtskirche gewesen sein soll.
Der Glockenreiter soll im 16. Jhd. durch Blitzschlag abgebrannt sein- die Brandspuren im Gebaelk
seien heute noch zu sehen, heisst es.
Im Ort ist noch eine Kirche, die aus den behauenen Basaltsteinen der Burg erbaut worden ist.
"Wuestgefallen" kommt durch Seuchen, Ueberfaelle, Mord und Totschlag, aber auch durch Kriege und ..
in Absicht durch den nahen Adel, der Bedienstete um sich herum brauchte..
Die Nachrichtenuebermittlung im heimischen Raum wurde durch schnelle Laeufer
aufrecht gehalten - bis ins 19.Jhd. hinein !
Erst dann kamen die regelmaessigen Postverbindungen, spaeter durch die Postkutsche.
1877 soll Merenberg auf diese Weise daran angebunden gewesen sein, an die geregelte Postzustellung.
Erst zu Anfang des 17.Jhds. ist in Merenberg eine erste Schule gegruendet worden.
Die Kinder der Randgemeinden mussten dorthin zu Fuss gehen - heute unvorstellbar.
So wie dem Lehrer ging es auch den Pfarrern, die ohne Landwirtschaft kaum haetten leben koennen -
sie waren gleichzeitig Organist, Dirigent, Gesangslehrer, Gloeckner, Kuester
und bekamen fuer diese Dienste jeweils ein paar Muenzen, auch fuer Hochzeiten, Taufen, Beerdigungen etc.
Zu Ostern gab jedes Kind ein bemaltes Ei in den Korb fuer den Lehrer,
sonst mussten regelmaessig Holzscheite mit zur Schule gebracht werden..

Das naechste Buch lautet: "Weilmuensterer Land in alter und neuer Zeit", von 1987.
Auf Seite 61 sieht man ein vorher - nachher Bild der Bachverrohrung in Weilmuenster.
So mancher bauliche Frevel fand zwischen 1960-1970 statt.
Auf Seite 77 ist die Rede von einem "Zainhammer",
wo zwischen 1408-1615 im Metallstab-Hammerwerk Staebe zur Muenzherstellung gemacht wurden.
Ende des 19.Jhds waren noch einige lange Drahtseilbahnen zum Transport von Erzen im Einsatz,
die zu den Verladestationen der Bahn liefen, spaeter kamen "Rumpelbaehnchen" dazu..
Auf Seite 108 liest man davon, dass sich die Postkutscher
ueber die zu grob bestueckten Strassen beschwerten, die oft nur festgefahrener Boden waren -
so gab es schon mal den einen oder anderen Achsenbruch.
"Vorspaenner" in den Orten halfen den Kutschern, die Fuhre aus den ueblichen Matsch-Stellen zu ziehen.
Manche Strassen seien bei nasser Witterung nicht befahrbar gewesen.. bei uns regnet es recht oft.
Seite 118 zeigt den "Freiwilligen Arbeitsdienst" in der Zeit hoher Arbeitslosigkeit -
irgendwie ist das heute aehnlich, auch wenn es etwas anders bezeichnet wird - oder?
Damals hat man mit dieser Einrichtung Arbeit kuenstlich geschaffen, wenn diese auch schlechter bezahlt war,
als regulaere Taetigkeit - sie half den Leuten ueber die Zeit und lies viele Rodungen
und Kultivierungen in der Landschaft entstehen, auch der Wegebau kam voran.

Der Laubmann von Langenbach, ein alter Brauch (auf Seite 137-141) ist aus "heidnischer" Zeit.
Frisches Maiengruen zeit den Fruehling an, das der aelteste Junge des letzten Schuljahrgangs angelegt bekam -
in der Morgenfruehe zog die letzte Schulklasse in den Wald, um das Gruen zu schneiden.
Mittag kamen sie mit einem Tannenbaeumchen und einem Birkenbaeumchen zurueck - mit bunten Papierblumen geschmueckt.
Der schwerfaellig tappende "Laubmann" ging mit den Schulkindern durch den Ort,
wo an einigen Punkten Lieder gesungen wurden:
"Der Winter ist vergangen, nun will der Lenz uns gruessen, gruess Gott, du schoener Maien..
Dabei sammelten die aeltesten Maedchen Speck und Eier von den Bewohnern.
(Der mit Laub geschmueckte Junge wurde am fruehen Nachmittag in den Ort gefahren,
weil er den beschwerlichen Weg durch das Dorf noch machen musste)
Spaeter wurden Autos angehalten, sie durften sich mit etwas Geld "freikaufen"..
Nach dem Umzug wurden Speck und Eier gebraten und fuer die Kinder begann das grosse "Eieressen",
- diesen Brauch moechte man zu Pfingsten gerne beibehalten.
Ich habe bei den heutigen Menschen so meine Zweifel, ob das gelingen wird.
Seite 151 beschaeftigt sich mit dem Backes, den alten Gebraeuchen um das Brot -
das habe ich schon oefter auf diesen Seiten beschrieben.
Die Folgeseiten zeigen viele schoene Bilder von der Ernte alter Tage, Beschreibungen und auch Muehlen,
Vereinsleben und - was mir auffiel:
Die Klassenfotos nach dem Krieg zeigen frohe Gesichter oder Laecheln,
wo in den Jahrzehnten davon duestere Mienen das Bild bestimmen.


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