plaetzchenwolf - Gräveneck Bemerkungen 2022.




Bei uns zuhause. 2022 - "Nachgetragenes".



Mit diesem Jahr möchte ich jedwede Bemerkungen zu externen Dingen einschlafen lassen oder schlicht beenden und mich nur noch meinen Rezepten und Kochereien und kleinen Wanderungen widmen- nach dem 70. Lebensjahr werden mir immer mehr Dinge einfach lästig und über. Ich danke schon mal für die Aufmerksamkeit und wünsche Euch, geneigte LeserInnen Gesundheit und Zufriedenheit...

Ab und zu fällt mir nochmal ein denkwürdiger Spruch von früher ein..

"isch glawe, deji kimmt vo de Babaijermill" (Ich glaube, die kommt von der Papiermühle) Früher wurden Lumpen gesammelt, um davon Papier zu machen.. damals gab es auch noch "Wutgiggl" (wütende Hähne) und Zappelphilippe, heute Ahds - Kinder.

Wie auch immer, das Leben auf dem Dorf ist heute (2022) anders als früher in den 1950igern, ganz ohne Frage, Flüchtlinge damals aus deutschen Gebieten und später Flüchtlinge aus aller Welt. Die schleichende Verstädterung, die weitere Verakademisierung und dann kamen die Jahre der neuen Völkerwanderungen nach der Grenzöffnung der DDR - immer deutlicher schrumpfte das alte Dorf in seinem ureigenen Bestand. Alte Leute sterben weg, die einst starke Bauernschaft ist zu wenigen Nebenerwerbsbetrieben gekommen. Wobei ich deutlich das Vereinsleben außen vor lassen möchte - diese Art der geselligen Feierlaune ist nicht unser Ding. Mir geht es um die allgemeinen Kontakte, wenn man im und um das Dorf geht, die nur noch einzelne Hoffnungsschimmer haben. Es ist nicht meine Art zu jammern und so ist eben die Neuzeit mit eigenen positiven Punkten dabei: Deutlich weniger Kircheneinfluß und deutlich weniger Politik, dafür eher BBQ und Garten und Kinder, weniger Pendeleien und dafür mehr "Homeoffice". Was nochmals arg zugelegt hat: Es läuft praktisch nur noch der Hundefreund - ansonsten wird praktisch jeder Meter gefahren, auch wenn es nur eine Querstraße weit ist! Wir ziehen uns -ideologisch- noch weiter auf unsere "Hallig" zurück als zuvor, denn die Entfremdung ist uns zu heftig geworden. Mehr als eine handvoll Leute sind nicht mehr geblieben, die ab und an mit uns ins Gespräch kommen. Der früher so selbstverständliche Gruß der Dorfbewohner untereinander hält sich noch einigermaßen, ist aber wohl schon auf die Hälfte geschrumpft und wenn man diese Leute in der Stadt trifft, grüßt keiner mehr. Das war einmal deutlich anders.

Die neue Zeit hat deutlich mehr Luxus und Komfort und Geld zu den Dorfbewohnern gebracht - ob man heute jedoch zufriedener oder glücklicher ist als früher, das glaube ich nicht.

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Unsere gestrige (27.2.22) Nah-Wandertour zu viert und mit Hund waren 17.800 Schritte oder 12 Kilometer in aller Ruhe und mit Vesper auf einer Bank mit guter Fernsicht über die Lahn zu Falkenbach hin. Wir gingen durch das Unterdorf (Gräveneck) nach Fürfurt, vor dem Weier rechts ins Tal, beim Willi herum bis zu den Treppen, rechts um den Friedhof herum - hier ein Minz-Likörfläschchen für jeden - die Höhe nehmend, wo kurz vor der schmalen Straße besagte Bank steht. Leberkäsebrötchen, frisch aufgebrühte Teebeutel div. Sorten, Gürkchen, Wandereier und danach rote und grüne Weintrauben. Und das bei strahlendem Sonnenschein, wenigen hübschen Wolken - und 7Grad Celsius. Danach nahmen wir dieses Sträßchen aufwärts bis hinter den Busch auf der linken Seite, wo ein wenig zu sehender Wiesenweg unter der Reihe Aussiedlerhöfe entlang führt. Am 3. Hof gehen wir rechts aufwärts, linker Hand über dessen Grund zur Einfahrt "Hohe Straße". Hier gehen wir auf der linken Seite der Hohen Straße nach rechts, dort steht ein Schild "Anlieger frei", wo ein geteerter Weg ins Neubaugebiet Weinbachs geht. Wir nehmen freilich den vorher abzweigenden Wiesenweg am Knick und gehen dort geradeaus, bis es nur noch nach rechts abwärts zum Neubaugebiet geht. Man kann dort hinter oder ober der letzten Häuserreihe entlang gehen und sieht dort den Leuten quasi in den Garten. Danach kommt die Zufahrt von der Hohen Straße nach Weinbach und die Zufahrt zum Nahkauf. Dort gehen wir vorbei und gehen über die Höhe parallel zur Hohen Straße, - also ganz kurz den geteerten Weg "Roter Stahl", überqueren die Hohe Straße und gehen nach rechts einen Wiesenpfad bis zu den Gasabsperrhähnen auf der Höhe. Dahinter kann man entweder durch den Wald zu den Aussiedlerhöfen, von dort ins Tal nach Gräveneck oder hinter den Gashähnen nach rechts und dann links über den Steinbruch retour ins Dorf gehen. Dreieinhalb Stunden sind wir unterwegs gewesen - ein schöner Tag! (Ohne Nachrichten) 11-14.30 Uhr

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Die nächste Nah-Tour wird von Gräveneck über den Steinbruch, über die Hohe Straße hinweg am Wald entlang geradeaus bis hinab nach Freienfels führen, dort um das Altenheim, den Radweg unter dem Burgfelsen, dort den Fußweg nach oben bis zur Burg, diese besuchen, von dort gegen die Fließrichtung am Ronsbach aufwärts , rechts über den Bach, gleich wieder links - immer gegen die Wiese haltend und dann vor einer Feldscheune mit Betonstützen aufwärts bis zur Höhe. Dort trifft man auf den geteerten Weg von Weinbach nach Freienfels- genau in der Biegung gehen wir links in den Wiesenweg, linker Hand liegt der Hochbehälter. (Wegestern) Unser Weg geht rechts bis zur neuen Bank. Hier nehmen wir unsere Vesper.-Danach geht es geradeaus bis VOR der Grillhütte links aufwärts, auf der Höhe den Wiesenpfad bis hinab Richtung Weinbach, wo man links die Kastanienbank sieht. (wir kamen rechts vor dieser heraus) Den geteerten Weg rechts abwärts - aber kurz kurz, dann geht ein malerischer Pfad den steilen Felshang hinab zur Pfortengasse. (Diesen Magerwiesenpfad sieht man schlecht! An der ev. Kirche vorbei weiter aufwärts die Kirchbergstraße hinter der Bebauung führt rechts durch die Felder der Weg unterhalb des kleinen neuen Industriegebietes der Weg fast waagrecht am Wiesen - Feld - Hang Richtung Norden, kurz aufwärts bis zum Parallelweg zur Hohen Straße rechts - wie bei der vorhergehenden Tour zurück ins Dorf.

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Noch eine Tour von der Grävenecker Brücke rechts ganz kurz in den Wald, dort gleich links in den Wald bis über die Straße zum Schwartenbergerhof, über die Lichtung aufwärts , linker Hand in den Wald bis zur Straße von Falkenbach nach Wirbelau. Dort kurz rechts halten auf der Straße abwärts, bis zur Spitzkehre, dort mittig links hinab zum Wirbelauer Bach- mit der Fließrichtung durch Gemarkung und Wäldchen bis zum Seelbach. Über die Bahnhofstraße zur Taunusstraße (Südostseite des Ortes) und schnurgerade diese bis zum Abzweig und Hinweis "Bahnhof Arfurt" gehen und mit dem Zug zurück nach Gräveneck.

Flurkarte wird nötig sein, weil sich seit ein paar Jahren einige Wege geändert haben.

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13. März 22 sind wir von Gräveneck über den Steinbruch geradeaus über die Hohe Straße am Wald entlang nach Freienfels. Dort unter der Burg her und zu dieser hinauf, am Ronsbach entlang bis etwa Fremds Hof, dort aber links am Wald entlang (nicht auf dem geteerten Weg) das Halbrund am Waldrand bis zur Grillhütte Weinbach. Dort wird gevespert. Dannach gehen wir ein wenig retour, rechts und wieder rechts, geradewegs abwärts zur Kastanienbank. Hier geht ein wunderschöner gewundener Pfad über den Fels hinab zur Pfortengasse, von da zur Ortsmitte, hinter der Kirche entlang aufwärts die Kirchbergstrasse bis fast an die Grävenecker Straße, dort rechts am Wiesenrain entlang bis parallel zur Hohen Straße retour nach Gräveneck.

Dauer: Fast 5 Stunden, davon 1/2Std. Pause Kilometer: 12,45km 20.000 Schritte. Sonnenschein 11 Grad Celsius.

Hier leitete ich gerne zum großen Wander -Thema weiter, das etliche Seiten einnimmt.

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Maps hat gut 25 Pools gezeigt, die unser Ort inzwischen hat (2021)

Vatertag 2022: Die Zeiten ändern sich- heute fahren Traktoren umeinand' -
die einen sind historische Fahrzeuge, die von Nichtlandwirten gefahren werden,
(langsam fahrend,aber davon gibt es wohl 15 Stück im Ort)

Echte große Bauerntraktoren rasen heute wie verrückt und rücksichslos,
auch wenn eine Gruppe Fußgänger mit Hund zur Seite springen müssen, um nicht in Gefahr zu geraten.
(Meine Frau und ich sind vor etlichen Jahren von einem Traktorenausleger getroffen und in den Graben gefegt worden.
Der Nachfolger dieses Bauern ist heute der schlimmste Raser.
In seinem Verkäuferberuf ist er scheißfreundlich, auf der Straße das Gegenteil davon.)
Vielleicht soll man nicht voreilig zur Seite gehen, sondern gemächlich, damit der Raser bremsen muss..
..neue Freche habe wir heute mehr als genug- die sich gerne außerhalb der Verkehrsordnung bewegen, in einer Art Narrenfreiheit.

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Diese bunten Stäbe um die Maisfelder im Frühjahr haben einen kleinen Glaskörper in sich,
der einen üblen Duftstoff verdunstet, welcher die Wildschweine vom Feld halten soll.
So der Jagdpächter auf meine Anfrage.
Offenbar wirkt das, denn es sind keine Schäden mehr zu verzeichnen gewesen..
(Stinkt nach Aas)

Ende 2023 soll die Grävenecker Brücke neu gebaut werden, 2 spurig und für 40 Tonner geeignet sein, so lese ich am 6.6.22
Der Zuständige des Verkehrsministeriums will das Projekt durchziehen,
ohne zuvor die Situation der Durchfahrtbereiche der Orte Wirbelau und Gräveneck geklärt zu haben.
Sozusagen in Folgeprojektierung?
Nun darf man raten, ob jene Leute die Situation vor Ort überhaupt selbst und mit eigenen Augen gesehen haben..
Man könnte wohl an der Kläranlage rechts in den Hang aufwärts eine Umgehungsstraße neu bauen: L3452
- Gaudernbacher Weg - über die Spitzkehre Grabengebück hinter dem Friedhof entlang
über den Kirchweg zur Hauptstraße, kurz vor der Kläranlage..

Die enge Straße mit den steilen Felsen zwischen Brücke und Bahnhof,
mit anschließender Spitzkehren und engen Kurven bis Gräveneck wäre auch noch ein Punkt, der teuer werden wird.
Wie weit die Aufmauerung zum alten Schinngraben hin die 40 Tonner aushalten kann,
müsste auch noch geklärt werden.
Freilich wäre ein Neubau der Bahnhofstraße von der Kreuzung Wingertstraße durch den Schinngraben bis zur Brücke denkbar..
Der Straßenabschnitt zwischen Wirbelau und der Brücke ist auch sehr eng und unübersichtlich..

Oder man läßt -als Alternativlösung- den Brückenneubau ganz und gar bleiben, reißt die Brücke ab und schlägt die Mühle
und den Schwartenberger-Hof Villmar/Aumenau zu. Das wäre allemal billiger und umwelttechnisch sinnvoller.

Aber das werden die Götter in der Hauptstadt wohl alles besser wissen..

*** Sept. 23 ist der Brückenneubau oder auch nur der Abriß noch immer nicht begonnen.

Inzwischen habe ich mich von dem Vorhaben, die div. Feierlichkeiten zum 625 Jahr Fest zu besuchen,
(Was meine Frau schon verwunderte)
verabschiedet und meide weiterhin jedwede Vereinsteilnahme, aus prinzipiellen Gründen. (Freiwillige Unterordnung mag ich nicht, sie auch nicht..)

***

Ob Ostern oder Pfingsten, es wird auch an Feiertagen geklopft, gesägt und geschraubt, mit Traktoren und Quads herum gefahren und die Wäsche aufgehängt. Die Zeiten ändern sich und nur noch wenige gehen an solchen "hohen" Feiertagen in die Kirche, während Bier- und Wein- und Apfelwein- Sport- und Oktoberfeste etc. neu entstehen. Einige treffen sich wohl zum Feiern -ob regelmäßig oder sporadisch, auch an Straßenfesten. Die Kirmes wird wohl bald in den Hintergrund geraten, wie damals das Waldfest, das abgeschafft worden war. (Angeblich aus Hygienegründen, ich vermute auch, weil dort am Bauwald keine Parkplätze und Toiletten sind) So verwaiste die Tanzfläche im Wald, wo man in diesem Jahr (April) eben zwei Bänke und ein Tischlein aufgestellt hat. Davor ist ein Stein "TFG", was man als "Traktorfreunde Gräveneck" deuten könnte. Der Wald schaut überall schlimm verwahrlost aus, was seit der studierten Beförsterung und der Massenfliegerei (Waldsterben) zu beklagen ist.

Die meisten Feiertage sind kirchlich, d.h. wenn immer mehr Leute aus der Kirche austreten oder sich sonstwie nicht mehr damit verbunden fühlen, treten auch diese "hohen" Festtage von der Bühne ab. Kirche, das sagt der Kardinal Wölki gerade erst, sei kein Rechtsstaat und der ehem. Bischof von Limburg Ka mphaus meinte: "Kirche ist und kann nicht demokratisch sein". Das veranlasste uns zum Austritt. Wie ich in meinen längeren Ausführungen zur Geschichte erläutert habe. Diese Erkenntisse entstammen aus einer Unzahl an entsprechenden Buchwerken und Chroniken und soll hier nicht weiter interessieren.

***

Da mein Großvater im Krieg an der Ostfront "gefallen" ist, genau gesagt bei Breslau, blieb mir nur die Erinnerung an meinen Urgroßvater.



(Rechts stehend, mit meiner Urgroßmutter -links stehend, mittig meine Eltern am Hochzeitstag. Damals war die "gute Schürze" die Zierde der Hausfrau.)

Schließen möchte ich diese Seite mit unseren Beobachtungen bezüglich der Förster / Jäger und deren Helfer / Bauern und anderen Grundbesitzern: In etlichen -meist zufälligen- Gesprächen mit ebendiesen Leuten wurde uns klar gemacht, daß diese Gruppen keine Jogger, Hunde-Leute, Spaziergänger und ähnliches Publikum auf den Wald- und Feldwegen sehen möchten. Man fühlt sich durch "müßige" Benutzer belästigt. Man habe schließlich, so der Tenor, den Feldwegeerhaltungsverband in regelmäßigen Beiträgen bezahlt und somit gehöre das Nutzungsrecht dieser Klientel. Weit gefehlt, sage ich da nur, denn früher gab es keine Wege zwischen den Feldern, das ist alles erst viel später gekommen und wurde von der Allgemeinheit bezahlt - eben von dem Gros der Bevölkerung, die letztlich auch die hohen und unerklärbaren Zahlungen der EU an die Bauern leisten muß. Ohne Bevölkerung würde man die Bauern und die Jäger und auch die Förster nicht brauchen - die Natur braucht diese Leute auch nicht. Wir haben es mit Überbleibseln aus der Feudalzeit zu tun, die ich an dieser Stelle hinterfragen möchte...

Ende




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Thema:
Das veränderte Dorf


30. Streiflicht Kartusche

Zuhause zwischen Taunus und Westerwald:
Glockengeläut, Hundegebell, Kinderlachen,-
irgendwo hämmert, sägt und klopft oder brutzelt jemand,
ein anderer mäht den Rasen - unterlegt von vielfältigem Vogelgezwitscher.
Einige Leute halten wieder Hühner.

Hier auf dem Land ist immer genug zu tun,
die Arbeiten in Haus und Garten sind ein ewiger Kreislauf -
mehr noch wichtige Ablenkung und Entspannung.
Mit Ruhe und Lachfalten gemacht, wird der Weg zum Ziel !

Der "Plaetzchenwolf" -der Namenspatron der Homepage- ist längst in die ewigen Jagdgründe abgerückt -
unvergessen taucht er dann und wann mal wieder auf einem Bild auf -
und ein wenig unheimlich fließt die Lahn..

Gemächliche Betriebsamkeit in einem kleinen Dorf
im Weilburger Land, das rundum von Wäldern, duftenden Wiesen und Feldern umgeben ist:
Meine Seite steht für das Leben auf dem Land, wo man auch mal Fünfe gerade sein läßt -
Kommt's heut' nicht, kommt's morgen, übermorgen ist bestimmt auch noch ein Tag..

Die Enkelchen spielten dort am Wald, wo schon seit Generationen die Kinder
spielten - unter dem alten Baum, der auf dem Fels über dem kleinen Bach tront, der so hohe stabile Wurzeln hat, dass sie eine richtige Höhle bilden.
Gibt es einen besseren oder gar geheimnisvolleren Ort?

Heute ist alles steriler geworden, die Kinder werden rund um die Uhr von Helikoptermüttern bespaßt -
und von Event zu Event gekarrt und ständig beaufsichtigt und kommandiert.

Im Dorf geht man traditionell mitten auf der Gass' -
der spontane Plausch gehört als "Entschleunigung" ganz einfach dazu.
Grillfeste mit Holzkohle sind beliebt und gehören dazu.

Man spricht über Neuigkeiten,
über die eigene Gesundheit oder jene von Nachbarn und Bekannten,
kommentiert auch mal so manche Meldung aus den Nachrichten,
die nur noch Kopfschütteln oder Schulterzucken hervorrufen, denn die Hauptstadt mit ihren seltsamen Leuten ist so weit weg wie der Mond:

Hier läuft halt alles ein wenig anders, meistens auch zufriedener und ruhiger !

***

Von Mutter hörte ich als Kind oft den Spruch:
"Le bœuf - der Ochs, la vache - die Kuh, fermez la porte - die Tür mach zu."
Den hat sie von einem französischen Soldaten, der als Gefangener bei dem Bauern im Dorf als Knecht zwangsverpflichtet wurde.
Sie tat dort das, was man "Landjahr" nannte, also auch Zwangsarbeit..
..erst in diesem Jahr 2022 höre ich in einem zufälligen Gespräch, daß es der Jugend -beide Geschlechter- nicht schaden würde, um wieder Ordnung zu lernen - wäre die Wehrpflicht oder der Zivildienst noch da.. (zu diesem Thema wollte ich mich nicht äußern)
(Heute wird behauptet, es gäbe sehr viele Geschlechter, die nicht "binär" seien. Ob das ein Auswuchs falscher Vermischung des Genpools ist, werden Fachleute besser wissen)
Die Politik will, daß auch Rentner bis über 70 ein freiwilliges Pflichtjahr leisten. Kurios: "Dienstpflicht - wenn schon, dann für alle, auch für Rentner" Angeblich "engagieren" sich Jugendliche heute schon, und zwar freiwillig. (haha, das glaubt der Schreiberling sicher nicht wirklich)

***

Was sich geändert hat in den sieben Jahrzehnten, die ich im Dorf lebe? Nun, früher hatten die Häuser sogenannte "Hausnamen", wie Meiers, Murtze, Geismar oder Bindebergers- und immer kamen neue Meiers, Murtzes, Geismars oder Bindebergers, weil die Eingeheirateten sich gleich verhielten - angeleitet von der mittleren und von der alten Generation im Hause. Man tat das eben, was im Hause Tradition war und nur ganz vorsichtig kamen neue Dinge dazu. Heute ist das ganz anders geworden - es gibt nur noch ganz wenige Großbauern in der Region, die Bauernhöfe im Dorf sind nicht mehr bewirtschaftet, die Kleinbauern sind ganz ausgestorben. Die Häuser werden nach und nach verkauft und wer Pech hat, wohnt plötzlich neben Koreanern und Türken, Albanern oder Russen, Polen und Rumänen oder Bulgaren. (Es gibt auch genug seltsame Einheimische oder schräge Städter im Dorf) Nur in den allerseltensten Fällen sind freundliche Kontakte gegeben. So werden aus Grundstücken abgeschottete Sprach- und Kulturinseln, aus dem Dorf wurde eine Pendler-Schlafstätte, mit sozialem Gefüge wie in der Stadt. Der Zerfall des alten Dorfes begann bereits mit den -deutschen- Kriegsflüchtlingen nach dem WKII, dann kamen seltsame "Deutsche" aus Russland und so dauert der Zuzug bis heute an, wo man alle "Ethnien" in einem 800 Einwohner-Ort sehen kann - fast immer ohne Gemeinsamkeiten. (Wenige Vereine versuchen etwas zu schaffen, was faktisch nicht oder nur selten geht: Integration- denn dieses Gemenge ist bereits so verdreht, daß kein Mensch mehr weiß, in welche Kultur man sich "integrieren" soll.. Deshalb wird es -bestenfalls- nur noch Interessensgruppen geben können, jedoch kaum nachbarschaftlichen Konsens, höchstens bei den Alten.)
Aus jeden Prospekt, aus TV und Presse, von Plakatwänden herab wird Propaganda für Multikulti gemacht.. man nährte eine Schlange am Busen und legte sich krumm, damit diese studieren konnte. Das ist nun die Blüte daraus. Das Dorf ist tot, es lebe das Dorf: Jeder trachtet darauf, so gut wie möglich ausgestattet zu erscheinen - aus dem Kampf um das tägliche Brot ist eher ein Prestige geworden. Man merkt schon: Wer alt ist, spricht von der guten alten Zeit. Ob die tatsächlich so gut war, liegt an der sozialen Schichtung - oder schlicht am Geld - gestern wie heute - oder philosophisch betrachtet kam mit der Bildung die Buntheit und das Geld und die Hochnäsigkeit und der Distanzbürger - jeder für sich - und so hat man es gerne: Uneinigkeit läßt sich leichter lenken! Für uns Naturfreunde bleibt die herrliche Landschaft und das Gefühl von ländlicher Freiheit, so man sich das leisten kann. Früher grüßte man sich untereinander, das gerät immer weiter ins Abseits - langsam und zersetzend. Die Kinder werden heute wieder ideologisch beeinflusst und Kritiker dieser Dinge als "gestrig" oder gar als "rechts" diffamiert. Etlichenorts bildeten sich seltsame Interessensgemeinschaften heraus - wohl aus den Kontaktbeschränkungen der Corona-Zeit, die weniger der Tradition oder dem alten Dorfe frönen, als vielmehr dem Alkohol. Jeder kompensiert die Zeit ein wenig anders -immer weniger mit politischem oder aus vereinsmäßigem Interesse - wer singt heute noch oder treibt Gymnastik in den Turnvereinen? Außer Fußball (ein Wettbewerbs-Sport) bleibt da nicht mehr viel. Ich denke, daß sich diese Situation in allen europäischen Dörfern ähnlich zeigt. Die Städte sind derweil stark in Richtung Getto und Slum unterwegs, weil fremde Kulturen sich klumpen - mit dem Gegenpol Business-Viertel. Wer es sich leisten kann, wohnt im Penthouse oder zieht in den Speckgürtel um die Städte.. oder aufs Dorf. Die Leute lassen die Nachbarn einfach sein wie sie wollen und ziehen sich ins Private zurück- jeder lebt für sich, wie auf einer Insel, aber das wollten wir ja wohl so haben.. das freiwillige Mitmachen in der seltsamen "Covid-Pandemie" hat einen erschreckenden Grad an "Zivilgehorsam" an den Tag kommen lassen, was weiter isolierte und den latenten Bevormundern mehr Macht gab. (Ich habe mich immer gefragt, wie damals -vor dem WKII- dieser verheerende Kadavergehorsam möglich gewesen ist, heute wird mir die Sache klarer) Immerhin hat dieser Irrsinn dem "Homeoffice" geholfen und spart Kraftstoff und hilft der Natur durch aktiven Umweltschutz. So hat jede Medaille zwei Seiten. Im einundsiebzigsten Lebensjahr sollen diese Betrachtungen ein Ende haben und mich "reif für die Insel" gemacht haben..

***

Wer die ländliche Freiheit sucht, findet sie auch:
Nur noch wenige Leute betreiben einen Gemüsegarten, die meisten haben Zierpflanzen und Blumen, schöne Rasenflächen und Grillplätze, Teiche und Sitzecken - der Garten wurde zum erweiterten Wohnzimmer mit Kinderspiel- oder Hobbyecke. Man macht es sich schön, draußen ums Haus herum. Ein paar Leute halten Ziegen, Hühner oder Pferde - mehr als ein Dutzend alte Traktoren sind im Ort, die ohne Landwirtschaft herum tuckern - und stinken und Krawall machen - fast zehn Hobby-Holzplätze - Campingplatz und Feier-Treffs - und sehr viele Hundehalter - auf dem Land geht vieles, solange man seinen Nachbarn nicht auf den Zeiger geht..

Immer mehr Menschen, die im Dorf wohnen, kennt man nicht, man fremdet als Eingeborener sozusagen selbst aus. Manche Neubürger aus Ländern haben sich Vereinen angeschlossen, die allermeisten werden fremd bleiben, schon weil sie keinen Kontakt wollen. Übrigens ist im Jahr 2022 die Kirmes weg, sie wurde in "Dorffest" umbenannt und fängt erst Samstag an, nicht schon Freitag, wie das ehedem war. Egal, wir gehen sowieso nicht hin, genau wie zu diesem peinlichen "Oktoberfest" a la Bayern, mit allen typischen dortigen Spezialitäten - wo wir mitten in Hessen sind !
(Angepriesen auf Plakaten mit Ausrufezeichen, die im Rudel auftreten: !!!!)
Es ist mir ein langer Weg gewesen, mich gefühlsmäßig vom alten Dorf zu trennen, daß nur eine eine Handvoll Gesprächspartner bleiben wird. Das geht aber etlichen Alterskameraden ähnlich - nur wenige finden sich leicht mit diesen Veränderungen ab.





Ach ja, es geht immer weiter:
Wir waren so froh, daß nun auch in Weinbach und Ortsteilen "anonyme" Bestattungen angeboten werden,
da hören wir unterwegs von meiner Schulkollegin:
"Ach, ihr würdet euch in das Massengrab legen lassen?"
Wir waren erschüttert und ich meinte:
"Na ja, da hat man wenigstens Kontakte"
So ist das, wenn man die Leute praktisch nur noch bei der Arbeit auf dem Friedhof trifft..
Mit 72 Jahren schließe ich dieses Thema Dorf und Gräveneck ab:
Da interessiert mich nicht einmal mehr, wer welches Haus verkauft oder gekauft hat.
Von den 780 Einwohnern haben wir kaum mehr als eine Handvoll nennenswerter Kontakte-
so überlebt sich das Dorf und wird zur Pendler-Schlafstätte.
Die neuen "Deutschen" sind sehr laut und wenig rücksichtsvoll, es geht laut zu wie auf dem Basar oder Großbaustelle,
sogar am Wochenende und Sonntags -
ungehemmt in fremden Sprachen, die in heftiger Lautstärke erschallen.
Seit der Wiedervereinigung des Landes verändert sich das Leben bei uns immer rasanter-
aber nicht zum Vorteil, wie ich finde.
Der Fortschritt ist zum Wegschritt geschrumpft.
Das Leben verfließt so schnell, daß man sich über nichts mehr aufregen sollte!



***

Meine Grävenecker Brötchen krümeln nicht und sind trotzdem knusprig.
Die ganze Wohnung duftet wie in einer Backstube.
Wer die Darbietungen und Preise in den Bäckereien leid ist, wird hier schnell zum "do it yourself" kommen.

***





Nachtragskartusche

Eine kleine Philosophie


Wer älter geworden ist, wird das kennen- langsam, aber sicher kommt alles immer fremder vor. Die Zeit verändert sich jedoch und das ist das einzig Beständige im Leben. Jedweder Ärger mit Nachbarn oder dem Straßenverkehr, dem irren Flugverkehr, seltsamen Anordnungen von "oben" kann man am besten versuchen im eigenen Kopf auszublenden. Die Zustände aufhalten kann man nicht, ändern kann man auch nichts an externen Dingen um sich herum. Also einfach ausblenden und nach kurzer Zeit der Gewöhnung ist das durchaus zu schaffen. Alles ist eine Frage der Übung und wenn diese innere Lektion geschafft ist, wird man gelassener und duldsamer. Wenn man dann noch unter einem Nachbarn leidet, der sofort sein außen angebrachtes Radiogerät einschaltet, wenn er irgend jemanden im Garten sieht- laut und über viele Stunden, daß man die Nachrichten bis an das andere Ende unseres Grundstücks versteht, nervt das. (übrigens sogar während des Kirmeslärms)

*** Man hätte es doch besser "Dorffest" als Kirmes benennen sollen:

22.9.23, der Tag danach. Die vier Tage Ballermann statt Kirmes wie früher, grausige Bässe bummern wie Kriegshall bis ganz tief in die Nacht. Normal ist das nicht. Kirmes sollte kein Dauer-Besäufnis sein, sondern familiäre Freude und etwas Andacht- mehr nicht. Dieses Fest wird das gleiche Schicksal erleiden, wie das alte Waldfest, wenn nur noch Ausnahmesituation und Zudröhnen geschieht!

PS: Ich bin- sehe ich mir diese Auswüchse an, für ein Verbot von Traktorfahrten außerhalb der angemeldeten Landwirtschaft. (Abgase, Lärm: 25km/h Schlupflochfahrzeuge und "Oldis" müssen endlich aus dem Verkehr gezogen werden, wenn sie nicht abgasentgiftet sind. Wenn man drinnen sitzt, in diesen Oldtimern oder darauf, wie bei Motorrädern und Traktoren - riecht man es nicht, wohl aber als Anwohner oder Spaziergänger- manchmal bleibt einem die Luft weg..; Dafür gibt es Taktorenklubs und Museen, die Straßen sind nicht geeignet, um als Selbstverwirklichungsplattform herhalten zu müssen- das gilt für Motorräder und alte Baustellenfahrzeuge ganz genau so. Flugzeuge haben auch keine Abgasentgiftung, gehören aber zu den Großverbrauchern - ein pikantes Thema! )

Froh zu sein bedarf es wenig und wer froh ist, ist ein König !

Am Sonntag, den 10.9.23 kam ein netter junger Holländer, der gerade bei Verwandtenbesuch in Aumenau weilte - zu uns, um über seine Recherchen bezüglich seines Buches "Doe de groeten aan Kees" (Kees Heemskerk een leven als dwangarbeider in Nazi-Duitsland.) Wir haben uns sehr freunlich unterhalten, ich habe von meinen Erfahrungen zum Thema Geschichte erzählt und richtig gestellt, daß ALLE Nationen rund um Deutschland herum schon immer deutlich nationalistischer gewesen sind, als wir. Jeglicher Segen kommt von oben und nicht aus der Bevölkerung, die immer machtlos gehalten wird. Nazis sind National-Sozialisten und die sind in den USA, in Frankreich und England - nur um drei Beispiele zu nennen, mindestens eben so dramatisch einzustufen. Man schaue sich einfach mal den Flaggenkult und den Text der Nationalhymnen an.. dann habe ich dem Besucher das Buch 650 Jahre Gräveneck mit etlichen meiner Einlagen zu diesem Thema als Dauerleihgabe überreicht. So hat er die besten Informationen in der Hand, die man bekommen kann.. meine Angehörigen waren sehr erstaunt über diesen Besuch. Unser Sohn spricht zudem Holländisch, was ihm sehr gelegen kam. Ich meinte dazu: Es kann jederzeit sein, daß eine Frau aus Ghana vorbei schneit, die ist öfter in Deutschland- sie ist eine Ausgewanderte, mit der ich über längere Zeit Mailkontakt hatte: Sie wollte Tipps zur Weinbereitung aus den Früchten ihres Gartens in diesem afrikanischen Land, die ich leicht geben konnte. Grundsätzlich aber hat sich das Dorf sehr gewandelt, ich erkenne es kaum wieder und ziehe mich zurück auf uns selbst. Da die Homepaage nun (10.11.23) fertig ist, die letzte Kartusche geschrieben, enthalte ich mich fortan jeder Bemerkung zu allen Dingen jenseits unseres Zaunes. Einfacher ist das! Der Kontakt mit den Bewohnern ist auf ein Rekordtief gesunken, was sich noch verdeutlichen wird, wenn die restlichen Alten auch noch weg sind.
*** Ende dieser Betrachtung ***


https://graeve neck.de/bildergalerie-graeveneck-in-frueherer-zeit/

Bilder der alten Paulywirtschaft als Kartusche
22.12.23: Riesiges Gehupe -sogar mit LKW-Fanfare-, Blaulicht, Feuerwehrfahrzeuge, Rettungswagen
und viele Traktoren und Sonderfahrzeuge - was ist da los, es ist schon dunkel draußen?
Es ist kein Katastropheneinsatz, sondern Jux und Gaudi der Vereinsfreaks, ein Narrenumzug noch vor Karnevall, schön illuminiert mit viel Phantasie -
mit Lichterketten der buntesten Art geschmückt, durch die Gassen zogen.
Was immer die geübt oder für was immer die auch demonstriert haben mögen,
es wird mir wohl verborgen bleiben, es waren auch Anhänger an einigen Traktoren, auf welchen Leute saßen..

***
Es sind auch mehr Fahrspuren im Gelände und sogar auf bestellten Feldern zu sehen,
als je zuvor- die Zahl der Auffälligen hat
-seit den extremen Anordnungen von oben- sehr zugenommen:
Sind nicht zugelassene Fahrzeuge und Parken auf den Gehwegen Selbstverwirklichung?
Geld für Blödsinn scheint genug da zu sein..
Man sollte sich zurück ziehen, um keinen Streit zu riskieren;
denn das Dorf ist recht seltsam geworden
seit dieser Zeit von Corona und Ampelregierung nochmal deutlich mehr.
Damit ziehe ich mich auch von dem Gedanken zurück, auf dem Laufenden zu bleiben zu wollen.

***


"Wetter-App" meldet: "Warnung vor extremer Kälte" und meint damit 3-4 Grad Plus !
(Wir hatten Ende November sehr viel tiefere Temperaturen, aber das war früher.
Wir sind auch keine solchen Weicheier gewesen und "vegan" kannte auch niemand..
..keine Heizung und keine Doppelglasfenster,
sondern Eisblumen - damals hat man den Küchenherd angeheizt,
das war die erste Arbeit..
überhaupt war für Arbeiterfamilien nur die "Holzklasse" vorgesehen.)
Genug davon..


***2024 ist der Dorftratsch wohl gestorben, von sich aus sagt niemand mehr irgendwas...
falls man mal jemanden fußläufig treffen sollte, ist nur noch das Wetter ein Thema ***