plaetzchenwolf - zwei.



Gräveneck Seite 2





"625 Jahr-Feier 2020"

Vorwort: Durch Zufall fand ich den Hinweis im Web, dass die urkundliche Ersterwähnung vor 625 Jahren
mit einem Auftakt zu den Feierlichkeiten im Dorf eine Wanderung zu interessanten archäologischen Fundstellen
in der Gemarkung stattgefunden habe - das wurde wohl nur im Tageblatt bekannt gegeben.
Da wir die Zeitung nicht abonniert haben und auch nicht abonnieren werden, muß man sich eben selbst kümmern,
der Mundartabend soll das 2. Event gewesen sein,
das anlässlich dieses Jahres von dererlei Ereignissen durchzogen sein soll.
(lt. Bodo, meinem Schulkameraden, der mir eine Kopie dieser Vorhaben zukommen lassen will,
welches ich im Anschluß abtippe und nachfolgend der Webgemeinde zur Verfügung stelle:
Ich weiß, dass Auswanderer diese Seiten lesen, um sich über Neuigkeiten der alten Heimat zu informieren.
An dieser Stelle einen freundlichen Gruß - nicht nur nach nach Kanada !)
Von den Bergwerks- und Tagebautätigkeiten ist noch einiges bekannt, die Burg ist nur noch in traurigen Resten,
mit blauen Wasserfässern unpassenderweise im Web zu sehen.
Wo die große Burgscheune stand, wurde ein Privathaus errichtet-
viel Interesse hat man wohl nicht an den alten Zeiten, wie man an der mißlungenen Ausbesserung
der immer weiter zerfallenden Bruchsteinmauer oberhalb des Mühlenteiches sehen kann.
(eine der vielen akademischen Fehlleistungen)
Die Zeit geht eben immer weiter.. vielleicht sollte man die Mauer ganz in Beton ausführen lassen
und mit den Bruchsteinen verblenden?
Muß alles Alte unbedingt erhalten werden?
Was sollen die vielen großen alten Scheunen, die nicht mehr verwendet werden?
Was wird aus der Pauly-Wirtschaft, die ein Schandfleck mitten im Dorf ist - wovon es noch ein paar Beispiele gibt?
(Nachtrag: 2021 ist sie weg, die alte Wirtschaft)
Was passiert mit den stillgelegten Friedhöfen, die in ein paar Jahrzehnten
vermutlich kaum noch einer als solche kennt?
Ich denke, daß sich die Jungen für den "alten Kram" nicht mehr interessieren,
aber die Antwort kennt wohl nur die Zeit und die macht bekanntlich nur vor dem "Teufel" halt.
(Der eine Erfindung der Kirche ist- und uns nicht mehr tangiert)
Aus dem uralten Bauerndorf oder Straßendorf wurde ein Misch- oder Wohngebiet für Bauern und Grubenleute,
kleine Handwerks- und Ladenbetriebe, nach den Schließungen ein Wohnort für Pendler, mit wenigen Arbeitsplätzen im Ort selber.
Die Bauern sind nur noch drei und dann auch noch nur im Nebenerwerb tätig.
Das Dorf hat sein Gesicht gründlich verändert, es ist im Ganzen gepflegter, wohlhabender geworden.
Es läuft schon lange keine Gülle mehr in den Rinnsteinen der alten Hauptstraße,
die Katzenkopfpflaster sind durch Asphalt ersetzt worden, die Bürgersteige dagegen hübsch gepflastert.
Was blieb ist der gute alte Dorfklatsch- heute in Form ziemlich offener und freundlicher Unterhaltung
und Plaudereien wenn man sich unterwegs trifft.
(Weniger aus Neugier, mehr aus Anteilnahme, die wir Kinder der 1940-1950iger Jahre halten -
heute verknittert zwar, aber guter Dinge)
In diesem Jahr soll der Friedhof an der Mittelstraße abgeräumt werden,
die Grabsteine entfernt und als Park umgewidmet werden.
(Anschließend rattern Kinderrädchen darauf herum)
Was mit den Mauern und der Leichenhalle passiert, wird sich zeigen.
Hätten wir nicht so viele vernünftige Leute, die jene Urnenwand oder "Katzengräbchen" nutzen,
die kaum Platz beanspruchen, wäre der neue Friedhof im Krautfeld vermutlich auch schon überfüllt.
Es gibt noch immer religiöse Bedenken gegen eine Feuerbestattung.
(Ich habe die Bibel gründlich gelesen und keine Stelle darin finden können, die diese oder jene Bestattungsform "vorschreibt")
Erstaunlich viele Leute haben ihre Häuser renovieren lassen, was den Gesamteindruck des Ortes hebt -
leider wird alles durch die Unmenge an parkenden Fahrzeugen wieder kontaminiert,
was ansonsten eigentlich hübsch ausschaut.
Man sieht vor lauter "Schwimmpanzern" die gepflegten Vorgärten kaum mehr,
statt daß die Leute kleine Wagen kaufen und ihre Garagen nutzen, stehen die riesigen Fuhren überall im Weg herum.
(Die kleinen Autos sind in der Relation zu teuer, also nimmt man lieber Leasing in Anspruch und kauft so groß wie möglich:
Wider alle Vernunft)
Auffällig sind die schlechten Straßen, die durch den Heckmeck um die Straßennutzungsbeiträge
für die Anwohner zur kräftigen Belastung werden können,
die so manche sozial schwächere Bewohner nicht mehr schultern können.
Der Festplatz ist schon zigmal in Bearbeitung durch Firmen gegeben worden und immer hat es nicht so recht funktioniert.
Heuer soll wieder neuer Rasen eingesäht werden - wenn keiner gießt, wird das wohl wieder nichts werden.
(Nachtrag 2021 - es ist wieder nichts daraus geworden)
Niemand kommt auf den Gedanken, daß Rasen wohl doch nicht der Weisheit letzter Spruch ist.
(Nachtrag 2021- ein dusseliger Baseballkorb prangt nun dort-
niemand der Entscheidungsträger wußte wohl, daß dies ein Hallensport ist- mit entsprechenden Böden)
Ich finde, daß man kein Festzelt braucht, es kann auch alles im Stehen stattfinden, wenn es um die 625Jahr-Feier geht.
Sitzbänke nur für die ganz Alten, Wurst aus der Hand und auch das Getränk-
für die Musik sorgen die heimischen Musiker und Sänger- das sollte eigentlich reichen- oder?
Keine Fahrgeschäfte und ähnlichen Juxkram..
..der auf dem Geburtstag der Kirche (Kirmes) nichts verloren hat-
aber das ist eben nur meine persönliche Ansicht als notorischer Nicht-Feierer.
Wie auch immer, die 625 Jahr - Feier des Dorfes bezieht sich auf den Namen Gräveneck,
also auf die Ansiedlung nahe der Burg.
(Es waren wohl noch keine Aräologen auf der Sichelbach-
mit Sicherheit käme dabei heraus, daß der Ort schon seit tausenden von Jahren besiedelt war..)
Dann folgte die Weiterführung der alten Hauptstraße, der heutigen Lahnstraße, wo bäuerliche Betriebe und ein paar Handwerker wohnten.
Also das Unterdorf, das schon Bränden zum Opfer fiel und kaum mehr den Ursprüngen gleicht,
schon mal überhaupt nicht dem Ursprungsort "Sichelbach" hinter dem Sportplatz in dem kleinen Hochtal Richtung Kirschofen.
Was ich damit andeuten möchte, wäre die Möglichkeit diese 625Jahr-Feier ein wenig mehr historisch zu feiern,
als eine Kirmes/Disco, so wie die 600 Jahrfeier, also mehr als Straßenfest?
Wie auch immer, wir werden es erleben.
Die alten Tage sind heute fast vergessen, die jungen Leuten werden sich wohl nicht mehr dafür interessieren.
Die Genealogie und Altertumsforschung ist sowieso mehr ein Hobby alter Knaben..
Die erste Kirche war eine Kapelle und stand unterhalb der Burganlage, oberhalb des Fußweges oberhalb des Mühlteichs.
Dort waren eben die Anfänge des heutigen Dorfes.
Ich will damit keine 2. Ritterfestspiele hervorheben, sondern nur ein wenig über die ganz alte Zeit nachdenken lassen -
wo eben kein Luxus, sondern Entbehrung und harte Arbeit war:
Erst nach der Mitte des 19.Jhds., ein paar Jahre vor der Reichsgründung in Frankfurt
konnten sich die Bauern und Dienstleute vom Grafen in Weilburg freikaufen
aus der Leibeigenschaft oder dem Lehen.
Also vor ca 168 Jahren.
Bis zu dieser Zeit wurden Leute "ausgehoben", (wie Krähennester) um Wehrdienst und Straßendienste zu leisten..
die Schulkinder gingen im Sommer barfuß, weil Schuhe teuer waren,
in so manchem Haus wird eine einfache Hafersuppe gereicht haben müssen..
keine Spur von literweise Bier zu einem Fest oder teurem Schlemmen.
Ich kann mich noch gut an die frühen 1950iger Jahre erinnern, wo ich mit meinem Urgroßvater in Paulys Wirtschaft ging,
dort wo vor der alten Schule und Spritzenhaus eine Schiffschaukel, 3-4 Stände nahe dem Brunnen aufgebaut waren.
Mit dem Enkel ging der selbständige Maurermeister eben in diese Wirtschaft und spürte,
daß bestimmte Tische für die "Honoratioren" bestimmt waren.
Er wurde fix weg komplimentiert nach hinten der Gaststube.
Er hat damals Rippchen mit Kraut gegessen,
ich bekam heiße Fleischwurst mit Butterbrot und eine Limo spendiert
und er hat sich ein kleines Bier gegönnt, bei diesem einmaligen Besuch in jedem Jahr.
Das Geld war knapp, Großvater war "gefallen" und die Familien mußten zusammen stehen.
Damals habe ich noch keine Frau in der Wirtschaft gesehen, außer der Wirtsfrau.
Vor dem Frühschoppen ging man in die Kirche, wo die müden Bauern auf der Empore ihr Nickerchen machten..
"hanc ruinam minitantem", die der güldene Herzog neu erbauen ließ.
Heute wird niemand mehr gezwungen der Glaubensgemeinschaft anzugehören,
damals war das ganz anders:
Man mußte das glauben, was auch der Landesherr glaubte.
Und wehe es versäumte jemand diesen heiligen Kirchgang, dann gab es hohe Geldstrafen
und Anträger waren damals nicht nur der Pfarrer, sondern auch der Schultheiß und seine Helfer.
Wieviel aufgeschlossener ist die heutige Zeit geworden, wo alle frei sind und die Frauen emanzipiert,
wo Demokratie Einzug hielt oder zumindest sein sollte!
Ich finde, daß genau das der Kern der 625 Jahr Feier sein könnte:
Zufriedenheit und Bodenhaftung und Zusammenhalt, auch außerhalb der Vereine.
(Die übrigens eine Übernahme aus dem Fränkischen sind- Vereinswesen gab es zuvor nicht in der Region,
aber das ist schon sooo lange her, daß davon nur noch die Geschichtsbücher erzählen.
Mit diesen Themen habe ich mich fast 5 Jahre lang befasst, aber aus einem ganz anderen Blickwinkel heraus zu beleuchten versucht.
Das Jahr 1395 hatte eben - wie alle Jahre -
so seine Begebenheiten, aber das steht auf einem anderen Blatt, vorstellen kann sich wohl keiner so recht ..
625 Jahre sind eine sehr lange Zeit und deshalb muß ich eben unbedingt - ausnahmsweise -
einmal an einem solchen Dorffest teilnehmen:
Es wird für mich wohl das letzte Mal sein, denn bei der nächsten Feier
dieser Art wäre mein 94. Geburtstag - es dürfte eher eher unwahrscheinlich sein,
die 650 Jahrfeier usque ad annum 2045 erleben.) Ende des Vorwortes.

Im neuen und sehr lobenswerten ASW Heft der Gemeinde (Aktionsgemeinschaft selbständiger Weinbacher)
lese ich die Bekanntmachung der Kommune bezüglich des Haushaltsberichtes, der schwarze Zahlen schreibt.
(..aber nur, weil einige Gebühren erhöht wurden und Zuschüsse vom Land geflossen sind)
Die Formulierungen auf Seite 1 und 10-13 haben mir sehr zugesagt und Hoffnung
auf mehr dieser neuen Bodenhaftung und erstmaliger Freundlichkeit seitens der Verwaltung gemacht.
Wie lange diese Kreide anhält, wird sich Mitte des Jahres zeigen,
wenn über die Straßenkosten für die Anwohner beschlossen wird.. die etlichen Leuten böse zukommen.
(Nachtrag 2021: Eine gemeinsame Umlegung dieser Kosten wurde abgelehnt vom Gemeinderat- aber ein Kredit für die Opfer eingeräumt)
Auf Seite 5 des Heftes 1/2020 erzählt von der "archäologischen Wanderung" am 19.1.2020, die wir leider verpasst haben.
Man berichtet auf dieser Seite von Funden, die beim Bau der Ferngasleitung 2007 zutage traten -
aus der mittleren Bronzezeit (1600-1400 v.Chr.) und der vorrömischen Eisenzeit
(Jahr 800 bis zur Zeit Christi-Geburt)
Charakteristische Hügelgräber mit Scherben von Keramikgegenständen, aber auch Reste von Ringschmuck,
Armringen oder Gewandnadeln und Messer.
Am 31. Mai soll eine "Weinwanderung" von 2,5km - die Hälfte unserer täglichen Hunderunde -
die Geschichte des Weinbaues in der Gegend erläutern und sogar Proben bieten.
Am 27. Juni ist der Sport-Aktionstag mit Bierfest am Abend..



(Quelle offizieller Texte: Bodo Paul)

Wir haben uns die "Weinwanderung und Weinfest" und den "Bauernmarkt" ausgesucht,
wo wir gerne erscheinen möchten.
(Die Historie ist mir- s.o.- bekannt, richtige Mundart haben wir nie gesprochen, haben auch keine Affinität dazu.
Die Kirmes ist nicht unser Ding und sportlich sind wir auch nicht..)
Deshalb wird von meiner Seite nur von drei Events berichtet werden können:
Weinwanderung, Bauernmarkt und von der Abschlußveranstaltung mit Bildern und Filmen.
Ein paar Bilder wollte ich an dieser Stelle gerne einpflegen.
(Leider sind keine Startzeiten bekannt gegeben worden;
wer etwas weiß, kann mir das gerne per Mail oder TF mitteilen)

Die geschichtliche Kurzfassung im Tageblatt war freilich zu oberflächlich ausgefallen,
aber das interessiert nur den Geschichtsinteressierten, weniger den zufälligen Leser.
Nun kommt -nahe der Bushaltestelle- ein Themenplatz zur Installation,
mit Skulptur zweier Bergleute mit echter Lore, mit welcher man auf die Bergwerksvergangenheit hinweisen möchte.
Eine gute Idee.
(Das "Glück auf" auf der Willkommenstafel scheint mir übertrieben)

(Unser Ort hat nur 813 Einwohner - Stand Oktober 2018)

Durch die Vorsorge wegen der befürchteten Coronavirusepidemie ist der am 28.3.2020 angesetzte Heimat und Mundartabend gestrichen worden.
Diese fast weltweite Pandemie hat sogar unsere Freude am Dorftratsch verebben lassen,
weil nun keiner keinem zu nahe kommen soll - 2mtr Abstand sagt man und dabei ist
noch nicht einmal eine "Ausgangssperre verhängt" worden,
sondern nur allgemeine Vorsichtsmaßnahmen der Regierung.

Es geschah am 1. April ca 12.45 Uhr (nein, es ist kein Fake!),
wir gingen die Bahnhofstraße am Anwesen der Gerda R ehn vorbei und sahen einen leibhaftigen Graureiher
mitten auf dem Gartenland herum stelzen..
wenn diese sehr großen Storchenvögeln nun schon mitten im Dorf landen,
brauchen wir uns nicht über die fast ausgestorbenen Amphibienarten zu wundern..
zumal an der Lahn auch jede Menge Schwarzreiher ansässig sind, da haben kleine Tiere keine Chance.
Die Nilgänse kacken die Botanik ebenso zu - beide Arten sollten endlich bejagt werden!
(Wir haben einen Plastik-Reiher am Gartenteich stehen; auf diese Weise hält man die Großvögel fern,
denn wo schon ein Reiher ist, fliegt der andere weiter..)
(Nachtrag 2021: Ein Graureiher fühlte sich von seinem Plaste-Kumpel angezogen..
also haben wir diesen Fake standrechtlich in der Tonne entsorgt und Gitter in den Teich gelegt)

Das Rätsel ist gelöst: Seit längerer Zeit hören wir in der Nacht Geschepper von Blechdosen aus den gelben Säcken,
die danach zerrissen an den Mülltonnen stehen:
Die Aussenkamera hat mehrfach einen Fuchs gesichtet und aufgenommen. (2.April)

An dieser Stelle möchte ich nochmal an die schwere Gasexplosion
( www. google.com/search?q=gasexplosion+gr%C3%A4veneck&rlz=1C1CHBD_deDE877DE877&oq=gasexplosion+gr%C3%A4veneck&aqs=chrome..69i57.5520j0j8&sourceid=chrome&ie=UTF-8 )
im Jahre 2007 erinnern, wo ein ähnlicher Zusammenhalt im Ort war, wie heute in der Corona-Krise.

Neu ist, daß der Weg über den Tunnel oberhalb der Weckertmühle zum Leinpfad wieder begehbar ist.
(mir blieb nur ein wenig nachschneiden von Brombeeren etc.)
Das ist ein wunderbarer Rundweg von Gräveneck über den Leinpfad nach Fürfurt
und dann an den Bahngleisen entlang bis es aufwärts bis vor den Weiher geht.
(Dort links aufwärts)
Oder vom Campingplatz über den Leinpfad ins Unterdorf, von dort über die Wingertstraße,
Haus Conrad bis hinab zum Bahnhof.


( Das 2. Bild ist vom April )

***

Meine ganze Homepage ist eigentlich ein "Blog" und so soll es bleiben:
Wir schreiben den 23.Mai 2020- zaghaft beginnt das öffentliche Leben wieder,
wenn auch mit Abstand und Mundschutz -
aber noch immer sind Museen und Märkte oder Veranstaltungen gestrichen,
verboten oder wie auch immer still gelegt unter der Corona Egide.
Vermutlich werden in diesem Jahr alle obigen Veranstaltungen nicht statt finden.
Schade, und das wegen der Reisebranche im weiteren Sinne, die als Verursacher der Pandemie gilt.
Wir persönlich haben -dem Internet sei der Dank- eine hervorragende Versorgung
und dabei neue und deutlich bessere Qualitäten kennen gelernt, als im Supermarkt oder Fleischtheke.
Selbst der Käse ist deutlich besser geworden - alles online bestellt und fix geliefert,
aus der Heide oder vom holländischen Käsemarkt oder aus Österreich, aus Frankreich,
Irland, Dänemark, Russland, aus Italien, Spanien oder Süddeutschland.
Da mag im Laden das Mehl ausgegangen sein oder der Zucker rationiert-
wir backen fleißig unser Brot und Brötchen selber- mit kiloweise Trockenhefe.. (eingefroren),
ohne den muffigen Bäckerkram - und dem edelsten Pecorino, den man sich vorstellen kann..
(Kiloweise), Kaschkaval aus dem Kaukasus, Südtiroler Bergkäse oder solchen vom Hochmoorhof und Leberwurst aus Russland,
feinste Oliven in Mengen und andere Spezereien, Knappereien und Olivenöl aus Marokko.
Wir haben gelernt mehr für bessere Qualitäten zu zahlen.
So eine Pandemie hat auch ihr Gutes:
Sogar Wurst und Fleisch sind viel besser geworden, weil die Metzgereien
über das Internet direkt mit dem Kunden kommunizieren und so ihre abgwürgten Verkaufsebenen kompensieren können.
Nun warten wir alle auf das Ende des Wahnsinns und hoffen darauf,
daß auch die (direkte) Demokratie oder echte Mitbestimmung (erstmalig) Einzug halten wird:
Das Land ist stark und es wird sich auch von Covid19 wieder schnell erholen und ein deutlicher Vorreiter in Europa sein.
(Wie immer)
Viele alte Hüte (Gewogenheiten) werden über Board geworfen werden - und das ist gut so!
Der nahe Kauf macht die Versorgung in dieser seltsamen Gespenster-Krise sehr erträglich,
ja man gewöhnt sich sogar daran.
Vor Vereinen gruselt es uns mehr als vor Corona..

Ansonsten merkt man in Gräveneck nichts von der Pandemie, (wenn man einmal davon absieht,
daß ein Scherzkeks den Gruben-Figuren Covid-Masken angelegt hat)
wie man nichts von Politik mitbekommt - es ist alles wie immer -
weil wir schon seit über 2 Jahren kein öffentlich rechtliches Programm mehr konsumieren,
kein TV Programm privater Art und keine Zeitung im Abonnement haben -
ein gewaltiger Vorteil dieses Landlebens im Ruhestand,
wo Meldungen eher nur zufällig im Web zu finden sind, beim Abholen von Mails!

***

2020 wird wohl keine der oben angepriesenen Feiern abgehalten, selbst das Schwimbad in Weinbach bleibt geschlossen -
aber 2021, mit dem Hinweis: "625 plus 1"
(Das habe ich zufällig über das Internet erfahren)


"Georg und Josef" - Denkmal der Eisenerzgrube am anderen Lahnufer















Es gibt immer mal wieder was Neues, so ist die Ortsdurchfahrt heute deutlich schöner als früher geworden.

Mitte September wird die alte Pauly's Wirtschaft saniert, man meint, daß dort der gleiche Investor tätig sei,
wie schon zuvor bei dem ehemaligen Raiffeisen - Gemäuer.
Gut so, wieder ein Schandfleck weniger !
Überhaupt werden einige Häuser z.Zt. neu zurecht gemacht und bewohnt.
So trifft man ab und an neue Leute beim täglichen Hundespaziergang.
Diese Entwicklung finde ich allemal gut für das Dorf, weil dadurch die Immobilien allesamt wertiger sind;
ein ungepflegtes Umfeld lässt die Preise purzeln !



Ein paar Bilder habe ich geschwind gemacht, denn diese Hohlräume sollen wohl verfüllt werden. Rechts davon ist noch eine Treppe nach oben zugemauert.










Ansichtskarte von 1960 im Original erstanden
Diese Karte klebe ich in das 600Jahr-Buch ein, wo schon einige seltene Ablichtungen sind.
Die katholische Kirche -links oben- kann ich nicht erkennen, wohl eher die neue Volksschule.
Das Ehepaar Pauly hat noch etliche Jahre direkt bei uns hinter dem Gartenzaun gewohnt, in der Wingertstraße, wo sie neu bauten.

Interessant ist zu hören, daß Heinz noch wusste, wie die Wirtschaft vor dem Rotunden-Anbau aussah:
Dort, wo die Durchfahrt zm Nachbarn ist, war ein Schweinestall.
Statt des Anbaus war dort die Einfahrt hinter die Wirtschaft und zur Scheune.
Dort war Wirtschaftstür und hinter dieser ein Lädchen und die Gaststube.
Man konnte von den Kellern, die auf den Bildern zu sehen sind,
tief hinab bis zum Weinkeller und Silo unter der Anlage.
Übrigens, so Heinz weiter, sei ein Eis- und Bierkeller an der Weggabelung Wüstding / Weckerts Mühle im Hang gewesen.
(Der Mühlteich wird wohl im Winter das Eis geliefert haben.
Heute hat man diesen Stollen wohl zugeschüttet, es stehen die Mülltonnen der unteren Anwesen davor.)
Meine Überlegungen zu dieser hohen Bruchsteinmauer unter der ehemaligen Scheune der Wirtschaft sind dahingehend,
daß man ganz einfach den zur Straße abfallenden Hang mit einer hohen Mauer eingefasst hat,
um eine gerade Fläche zur alten Hauptstraße (heute Lahnstraße) zu haben.
In diesen Hang grub man die Höhlungen und Schächte, die somit nur halb ausgeschachtet
und dann mit Rundbögen (Gewölbe) vermauert wurden.
Sehr wahrscheinlich vor dem Bau des Haupthauses, das ebenfalls div. Keller hat.
Zugefüllt mit dem Aushub und aufgefüllt, dann als Krone eine Stein- oder Betonschicht erhielten,
was eine gerade Hoffläche brachte.
(Begründung: Links von der Bruchsteinmauer, a.d. Nachbargrundstück ist der Hangverlauf noch zu sehen.)
Darauf wurden dann Scheune und Anbauten errichtet. Die Leute waren früher nicht dümmer als heute !

Es gibt gewiß noch ältere Schandflecken - aber grundsätzlich ist im Ort einiges getan worden - gut investiert !

Nachtrag: Heute lebt die Anna aus dem Krautfeld schon lange nicht mehr, die immer sagte:
"Ich bin zeitlebens, die ganzen 50 Jahre lang - eine Fremde geblieben".
(Sie war -wie wir auch- in keinem Verein. Frisch zugezogene -deutsche- Leute
sind dagegen sehr schnell "integriert" - ob das erstrebenswert ist oder nicht,
lasse ich der persönlichen Einschätzung.
Fremdländische Zugezogene leben wohl grundsätzlich und absichtlich isoliert)

***

Nachgetragen:
Der Weg über den Tunnel zum Leinpfad ist wieder begehbar, bis auf eine schmale Passage gut zu gehen.
Empfehlenswert ist der Weg vom Leinpfad aufwärts eher,
weil man dabei nicht so leicht auf den Steinen ausrutschen kann.

***

Spannend finde ich, daß jeder stille hält und keiner was sagt- deshalb schreibe ich es hier:
Als Frühaufsteher kann man durch unsere Fenster im 1. Stock (alle ohne Roll-Laden)
wunderbar die Gegend betrachten - alles ist dunkel in Gräveneck, wie nach einem Atomschlag -
nur über den Hügeln nach Weinbach und nach Wirbelau oder Weilburg hin sieht man Licht.. wie seltsam!
Deshalb haben wir zur Straße hin am Haus LED Lichter angebracht, die jene Düsternis besiegen.
(nur am Wochenende sind die Straßenlaternen die ganze Nacht an- auch das ist seltsam;
aber unsere Weltenherrscher werden es wohl wieder besser wissen!)

***


(Die alte "Pauly's Wirtschaft" im Umbruch, das Bild kann man vergrößern mit + weil diese zwei Bilder für diese Seite viel zu groß wären.. )
Freitag, den 5.2.2021 um ca 14.30 Uhr ist das Gebäude planmäßig in sich zusammen gesunken, die Abrissfirma hat ganze Arbeit geleistet. Nun ergibt sich für uns ein neuer Anblick aus dem Giebelfenster:



Die Zwischenstufen:




***

Zufällig habe ich die alte Grubenbahn-Brücke zur Grävenecker Aufbereitung entdeckt: https://www.kerkerbachbahn.de/startseite/lahntalbahn/bf-gr%C3%A4veneck/

Der Graureiher wurde wieder mitten im Ort gesehen- nun haben wir seinen Rastplatz entdeckt:
Der kleine Teich bei Lohr's, dort wo das südliche Feeling ist..
Bei uns ist ein Graureiher aus Plastik am Gartenteich aufgestellt, damit die Goldfische und Gründlinge überleben.

(Der Plaste-Reiher wurde etwas später in der Tonne entsorgt,
weil doch tatsächlich ein echter Kollege dort gelandet war..)

***

Raum für Nachträge:

Durch die Bekanntheit meiner Homepage sind auch schon mal Nachfragen gekommen,
die letzte von der holl. Nordseeküste - Ahnenforschung sozusagen.

***

Mitten im Februar 2021 haben wir zwei Störche oberhalb des Steinbruchs im Feld gesehen.
Die Graureiher landen inzwischen überall im Ort an Hausteichen zum Fishing..

Bevölkerung der Gemeinde Weinbach Stand 12.2020: 4.391 EW
Weinbach selbst 1.250
Gräveneck 781
Elkerhausen 677
Blessenbach 556
Edelsberg 554
Freienfels 434
Fürfurt 139

***

Nirgendwo deutlicher als bei Fotografien spürt man den zeitlichen Wandel,
es ist alles nur eine Momentaufnahme.. ob Gebäude, Landschaft, Mensch!

Wir sagten immer "Wäschbach" dazu, offiziell lautet der Name "Schottenbach" - naja, mir soll es recht sein,
dem kleinen Bach wohl ebenso..







Eigentlich wollte ich mit der Gräveneck-Seite längst fertig sein - aber:
Wo fängt der "Bericht" oder die "Neuigkeit" an und wo hört sie auf?
Die einzige Konstante ist die Zeit und.. die Veränderung!
Es wird mir nicht gelingen, bei irgendeiner meiner Unterseiten einen Schluß-Strich zu ziehen,
ohne im Hinterkopf den Gedanken an ein Versäumnis zu haben.
Sind es die alten Bäume, die alten Menschen, die alten Gebäude, die einen Ort in seinem Gepräge halten?
Eher nicht.
Denn die Erinnerung an Vergangenes ist nur in der letzten Generation lebendig,
zu schnell wird das Leben der Groß- oder Urgroßeltern weg und vergessen sein.
Nicht einmal mehr die Grabsteine sind erhalten, sie wurden dem übermächtigen Aufräumgedanken geopfert,
welcher in den Behördenköpfen steckt, dabei aber die eigene Konzentration
auf das Wesentliche und Bodenhaftung zu vergessen scheint:
Heute hat wohl gut die Hälfte der Erwebstätigen studiert und so ist auch die Anspruchshaltung explodiert,
die "klein klein" oder "Bescheidenheit" grundsätzlich ablehnt.
(Man könnte alte Grabsteine in die Friedhofsumrandung einfügen, als Denkmale sozusagen,
wäre da nicht der verordnete, aber lächerliche Datenschutz)

Also wird alles, was über einen vorgegebenen Ermessensspielraum hinaus in das Leben der Menschen geht,
ausgelassen oder weggeschnitten oder kollektiv vergessen-
was bleibt sind "geschichtlich relevante" Sachen der Überlieferung,
wie "Schlachten" und "Feldzüge" - wobei keinesfalls solche mit dem Pflug gemeint sind.
Jahreszahlen von Herrschern und Gesellschaftsformen der oberen Zehntausend,
Klassenkämpfe, Kriege, Emanzipation und wer weiß was noch -
die Lebensweise der kleinen Leute gibt es nur noch in den Märchenbüchern oder im Heimatmuseum..

***

Ein Dorf mit Eingeborenen oder Einheimischen
ist - aus meiner Sicht - längst gestorben, selbst wenn die Vereine noch ein paar Leute binden können -
die 625 Jahrfeier - hätte sie stattgefunden - wäre bestimmt nur noch ein Abgesang geworden:
Der sich ausdehnende Speckgürtel der Metropolen verändert das Ambiente von Westerwald und Taunus -
es geht immer weiter hinaus aufs Land, was dort heftige Veränderungen durch hohe Ansprüche bringt
und die Lebenshaltungskosten in die Höhe treibt:
Hohe Einkommen machen hohe Preise - selbst die kleinen Großgemeinden haben ein teures Personalkarussell
abgesegnet durch das Land, unverrückbar instrumentalisiert wie im Vatikan.
Nun müssen Anwohner zahlen, wenn die Straße neu gemacht wird,
sowie Regenwasserabgabe ("Niederschlagswassergebühr", kein Witz!) und Hundesteuer
(Pferde sind noch immer gratis- wie seltsam),
alle Gebühren wurden teurer - keine Handreichung ist mehr umsonst-
und trotzdem die Kommune vom Land ständig Gelder bekommt,
scheinen die Steuern nicht mehr zu reichen-
an den Wäldern wird gespart und Wohlhabende schießen darin herum.. gegen Pachtgebühr.
Der Apparat zeigt zunehmend feudalistische Züge und will bezahlt werden.
Die Habenseite ist klar dort, wo es den Bewohnern heute erstaunlich viel besser geht als früher,
durch die Sozialgesetze sogar schnittlich gesehen.
Explizit denke ich an die Geschichte des Westerwaldes, wo Annegred Hild das Buch schrieb:
" Armut ist ein brennend Hemd."

***

Inzwischen gehen Häuser, die im Ort verkauft werden, in der Mehrzahl an Fremde.
Inzwischen werden neue Häuser nur noch von Fremdarbeitern gebaut.
Es hat sich viel verändert in den 70 Jahren, wo ich hier lebe.
Wo viel Licht ist, ist bekanntlich auch viel Schatten!

(Aus diesem Grunde gestalten wir unsere neuen Wanderungen nur noch ohne Ortsquerungen,
schier im Land und Flur, auch wenn das Umwege bedeutet:
Die Spinnereien der seltsamen Bewohner sind uns zunehmend zuwider geworden oder anders herum:
Man trifft kaum noch normale Menschen, jeder will mehr sein als der andere.)
Nachfolgende Tour ist eine letzte Ausnahme:

***

Kurzwanderung XXXIV
Gräveneck - Edelsberg - Gräveneck.
Gegangen am... von bis.. Kilometer: Wetter:

Wir gehen am Sportplatz vorbei den Fahrweg zur Hohen Straße,
überqueren diese geradewegs hinab in den Wald, den man Pflanzengarten nennt,
vorbei an der Förster Horn Hütte zur Linken.
Vorbei an den Felshöhlen, die ein Geocacher-Geheimnis haben,
(wo wir gelegentlich auffüllen),
dann den Weg rechter Hand oberhalb der alten Weiltal-Bahntrasse im Hang nehmen.
Dieser geht direkt nach Freienfels.
Wir gehen am alten Bahnhof und Altenheim vorbei über die Straße und in die Weiltaltrasse hinein.
Dort sind rechter Hand hohe Felsen.
Dem Weg folgend kommt man zur Fußgängerbrücke Weiltalweg durch die Wiesen nach Edelsberg.
Hier die Hauptstraße bis Ortsmitte, dort links in die Hofstraße.
Von dort über den Hahlbach am oberen Wäldchen bis zum Parallelweg der Straße "Kubacherweg",
diese von oberhalb des Bauernhofes abwärts bis über die Weilbrücke in Freienfels,
dort am Bahnhof links den Weinbach entlang bis Weinbach (roter Stahl)
den Fahrweg rechts aufwärts bis zu den Feldern.
Links der Waldhecke geradeaus aufwärts, dort auf der Höhe rechts und dann links
auf dem Feldweg bis über die Hohe Straße, dort am Gas-Absperrhahn
entweder geradeaus (bis zu dem Fahrweg der Aussiedlerhöfe, dort rechts abwärts)
oder nach rechts und am Hauptfeldweg links zum Ausgangspunkt Gräveneck zurück gehen.

***





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23.2.2021 - gleich 2x Kalif Storch, sie sind aber weiter gezogen nach ein paar Tagen