plaetzchenwolf - Schattenseite 7


Schattenseite 78





Gedanken im Alter. wo man Zeit hat über alles nachzudenken..

Auf der Startseite habe ich eine Bemerkung geschrieben:
"Ganz wichtig war mir die Zuversicht und der Optimismus,
nicht das "must have", "Prestige" oder auch nur der Bekanntheitsgrad,
denn in meinem Alter zählen langsam aber sicher andere Werte,
wie Gesundheit, Zufriedenheit, Freiheit und Einigkeit."

Dazu fällt mir immer wieder ein oder auf, daß Menschen Menschen Vorschriften machen - es mag nun der Betrachtungsweise jedes Einzelnen obliegen, wie weit man das als vorsorglich oder als Manie begreift !

Sicherlich sind Regeln des Zusammenlebens nötig, daraus wurden Gesetze und diese werden immer enger, restriktiver, bevormundender, herrischer - es wird hohe Zeit für einen Schnitt oder Zäsur:
Was ist wirklich nötig, was muß sein und was kann weg.

Die Freiheit des Einzelnen muß sich unter die der Gesamtheit unterordnen, das leuchtet mir ein - aber ohne Vorbildfunktion der Macher geht das nicht. Und genau da sehe ich die Crux !
Erst wenn Gerechtigkeit greift und sich keiner durch anwaltliche Hilfe aus einer eigentlich strafbaren Handlung vor einer Strafe entziehen kann, wird daraus eine gerechte Sache. Leider ist dem absolut nicht so.

Erst wenn obige Faktoren berücksichtigt oder durchgesetzt werden, kann eine Einigkeit und Zufriedenheit entstehen.
Zuversicht und Optimismus kommt aus der echten Mitbestimmung
und nicht aus Frust nach den -wieder einmal vergeblichen- Wahlen!

Über die Gesundheit brauche ich nichts zu schreiben, dieses Thema ist längst hinlänglich klar.

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Ei das ist doch noch gar nicht so alt!
Dieser Schreckensruf folgt bei uns immer, wenn etwas kaputt gegangen ist.
Nun sind die beiden Dachfensterchen dran - die Dichtungen zerleddern langsam, aber sicher.
Das Ausbessern hilft zwar eine Weile, aber..
Ich werde um den Handwerker nicht herum kommen.
Meine Frau sagt gerade:
"20 Jahre sind eine Ewigkeit bis aus dem Kind ein Erwachsener geworden ist,
für das Kind dauert diese Zeit nochmal viel länger - aber so eine Küche ist geschwind ebenso alt..
die Zeit vergeht für uns "Alte" eben deutlich schneller."

Habe ich nicht erst neulich den Flur gestrichen?
"Neulich" ist eben auch schon 10 Jahre her.
Und so geht das mit dem Auto, den Klamotten im Schrank - die allerdings öfter "alt" geworden sind.
Eigentlich könnte man an einem Haus alle 20 - 30 Jahre das Dach, die Haustüre, Fenster und
Teile der Fassade erneuern lassen. Wer aber hat das Geld dazu?
Mit Geld alleine ist es nicht getan, denn Handwerker wüten wie die Wildschweine, nehmen
meistens keine Rücksicht und wenn sie schon beim Nehmen sind, langen sie tüchtig zu.
Man könnte den Eindruck gewinnen, so ein Klempner will so viel wie der Oberarzt verdienen!
Sparsamkeit ist eine Tugend und was deutlich schneller abnimmt als ich, das ist unser Sparschwein.
Dabei war ich nie versessen auf eine "standesgemäße" Limousine in der Garage, beileibe nicht -
sonst wären wir längst "in den roten Zahlen" - denn Geld ist nicht beliebig vermehrbar,
zumindest bei den allermeisten Menschen nicht..
Ich könnte noch zuverdienen, wie das so viele ältere Zeitgenossen tun -
aber leider nimmt man den anderen Leuten, die noch dringender Geld -für rudimentäre Dinge- brauchen,
den Job weg -zudem schaut es blöde aus, wenn ich die Zeitung austragen muß,
um ein vollkommen dichtes Dach gegen neue Ziegel mit Glanzeffekt austauschen lasse..
Das klingt witzig, aber genau das machen nicht wenige Hausbesitzer bei uns auf dem Land.
Dazu kommen neue Regenrinnen, Gaupenverblendungen, Schornsteinverkleidungen etc.
und geschwind ist die Hypothek so hoch, daß nur ein gutes Pferd darüber springen könnte -
und das kostet wieder viel Geld.

Das Leben ist nicht einfach, wenn man's doppelt nimmt !

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Kartuschen - Thema: Sommerlicher Ei-Teller mit Salat

Heute habe ich einen Eisberg-Salat im Angebot gekauft, der verarbeitet werden soll. Also gibt es Rühreier (Beste Sorte, vom Hof, 5-6 Stück für 2 Pers.) mit etwas Schinkenspeck - der mußte ebenfalls "weg", ein paar Salzkartöffelchen (ohne Salz) dazu und das Essen ist fertig:



Dieses Essen kann man auf vielfältige Weise würzen - ich habe eine halbe Zwiebel in Olivenöl angebräunt, Schinkenspeck-Würfelchen dazu - die Eier eingeschlagen und etwas stocken lassen, bevor sie gewendet wurden. Etwas Dillspitzen, Salz und Pfeffer dazu und auf kleinste Flamme geschaltet. (Bitte niemals zu lange braten - das Eigelb soll noch etwas flüssig bleiben!) Die Kartoffeln sind bald gar. Der Salat? Nun etwas billige Salat-Maio mit guter Milch verlängern, etwas Mostrich (bayrisch süßer Senf) dazu, etwas Salz - gut verrühren. Und frische Petersilie - viel braucht man nicht, um eine wirklich überzeugende Salatsauce zu schaffen. Ach ja- ein paar Oliven waren auch noch im Kühlschrank - die sind -einfach so- im Salat verschwunden. Käse hätte auch gut gepaßt- es war aber keiner da, der "weg mußte"! (Was diesen Schinkenspeck anbelangt- daran ißt man bekanntlich recht lange - und zu lange sollte dieser nicht im Anbruch sein. Es kommt übrigens gut an, wenn der Schinkenspeck in der Salatsauce "kongruiert", also sich "thematisch" wiederholt.. der Esser nimmt das nur am Rande wahr, ist aber angenehm überrascht..

Die Fotografie zeigt dieses Essen, das auf einem Pizza-Teller serviert wurde..
Ich wünsche guten Appetit !



Die Sonderthemen-Ecke hat immer noch ein paar Überraschungen parat ! Lektuere






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Heute gibt es Schnittlauch - Knödel mit Reste - Sauce.
Die Reste aus der Kühltruhe sind: 1 Beutelchen Champignons und 1 Beutelchen gekochte Bauchfleischstücke.
Ich brate zwei Zwiebeln an und 2 Knoblauchzehen, lösche mit etwas Wasser ab, gebe die "Reste" hinein,
etwas Butter, Salz und einen Schuß Cognac.
Das Wasser für die einfachen Kartoffelklöße halb und halb von "g ut und g ünstig" habe ich am Morgen schon abgemessen und dann kam ordentlich getrockneter Schnittlauch und etwas Dill hinein, damit diese Kräuter schön durchziehen können.
Die Knödel habe ich dann so gemacht, wie auf der Packung beschrieben - die Hälfte der rohen Klöße habe ich eingefroren, für ein späteres Essen.
Nicht vergessen Salz in das Knödelwasser zu geben, nicht kochen, nur sieden lassen.









Kartuschen - Thema: Sinnlichkeit des Kochens 3. Teil

Dieses Thema habe ich schon öfter angespielt
und so darf das auch bei dieser Serie
der sinnlichen Entspannungsübung "Kochen" nicht fehlen !

Diese "70iger Jahre Spiegeleier-Brote" waren damals sehr in Mode,
besonders bei jungen Paaren die meistens keine Ahnung von "Küche" hatten -
aber Hunger hatten sie trotzdem..

Nun habe ich pro Person 1 Scheibe selbstgebackenes Brot
auf die Teller gelegt- Männer nehmen zwei Scheiben- und dann werden die Brote etwas belegt:
Diesmal nehme ich statt Wurstscheiben nur Schmelzkäse-Scheiben.
Nun wird der Salat gemacht, der als Beilage serviert wird:
Eine halbe Flasche Knoblauch-Grillsauce (von der billigen Sorte) kommt in die Schüssel,
dann kommt der in schmale Streifen geschnittene Chinakohl dazu,-
alles gut unterheben und fertig.

Nun nehme ich 125gr (fertig zu kaufen) Schinkenwürfelchen
mit etwas Rapskernöl in die Pfanne,
schlage pro Person 3 (gute) Eier hinein, streue etwas Dillspitzen darüber,
etwas Pfeffer aus der Mühle und auf die Eidotter eine winzige Prise Salz.
Bei kleiner Hitze werden die Eier genau so gebraten, wie man sie will:
Eiweiß fest, Dotter noch recht fließend, aber nicht mehr ganz flüssig.
Mit dem hölzernen Pfannenheber kommen die Spiegeleier nun auf die Brotscheiben,
damit der Käse schön schmilzt - der Salat findet neben den Broten
seinen Platz oder kommt in einem separaten Schälchen dazu.



Das hat nicht lange gedauert und hat Spaß gemacht;
mit einfachsten Mitteln ein schmackhaftes und sättigendes Essen
auf den Tisch zu bringen, das immer wieder gerne angenommen wird..

Guten Appetit.



Bio, Alternativ, Grüne und Öko sind "Fakemeldungen" ! Lektuere "Ich wünsch dir Liebe ohne Leiden, eine Hand die deine hält.." Udo Jürgens..





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Das blaue Thema:
Heute gibt es Sauer Broj !

Seit Jahren
setze ich mich für den Erhalt der Sauer Brüh (Sauer Broj) ein:
DAS wohl beliebteste ESSEN der "guten" alten Zeit dürfte ungefähr am Mittellauf der Lahn entstanden sein.
Vermutlich aber ist dieses Rezept schon sehr viel älter und wurde erst später mit exotischen Gewürzen verfeinert.
Dazu wird man keine Kartoffeln, die es ja noch nicht gab, sondern einen Kanten derben Brotes gegessen haben.
Statt Brötchen werden die Leute
damals eher altes Brot in die Suppe getan haben.
Man muß diese Sauer Broj einfach mal gegessen haben !
Diese "Brühe" -es ist eher eine festere Suppe-
ist bekömlicher als man denken sollte.

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2020 Kartusche: Hessischer Apfelwein

Die Jungen sagen "Äppler" zu einem gespritzen Apfelwein, den man als "sauer Gespritzten" (mit Selterswasser aufgefüllt) oder als "süß Gespritzen" (mit Limonade aufgefüllt) in der Gaststube Hessens bestellen kann. Gerade bei Radfahrern und Wanderern ist dieses Getränk als Gespritzter sehr beliebt, denn man möchte nicht angetrunken unterwegs sein.

Der richtige Ausdruck kommt aus Sachsenhausen, einem Stadtteil Frankfurts, wo man Äppelwoi dazu sagt, wenn dieser herbe Wein voll bis zum Eichstrich des "Gerippten" gefüllt wird. Kellerkühl, wie sich das gehört, ausgeschenkt aus einem blau-grauen Steinkrug, wie Anno dunnemals.



Na ja, touristische Seiten gibt es genug, die dieses Thema noch ausführlicher schildern - aber es ist eben auch Kommerz dabei und das will ich auf meinen Seiten nicht zeigen. Fakt ist, daß -lt. Chronik- die "Straußenwirtschaften" auch hier rege besucht wurden und immer wo ein solcher Strauß außen am Haus angebunden war, sah man auch Tische, Stühle und alles was zum Ausschank dazu gehörte: Diese Dinge wurden immer weiter gereicht, wenn der jeweilige Keller (buchstäblich) leer getrunken war.

Der hessische Äppelwoi unterscheidet sich vom Cider ganz gewaltig, der süß und nicht sauer schmeckt.
(Hier irrt Wikipedia ausnahmsweise mal ganz gewaltig - in Hessen wird nichts mit CO2 angereichert, zumindest nicht bei der traditionellen Produktionsmethode)

Wie auch immer, ich bin in einer Lohnkelterei die Hälfte meiner Kindheit herum gekrabbelt und habe alles haarklein mitbekommen, was mit Obstweinen zu tun hat.

Die Leute des Ortes brachten ihr Fallobst von den Wiesen dort hin und tauschten dieses gegen frisch gepressten Saft, der Zuhause eingeweckt oder für die Gelee-Produktion oder als Wein vergoren wurde- davon hat man den ganzen Winter gezehrt. Alles war Handarbeit, von der Baumpflege bis zu Lese, denn gepflückte Äpfel hat man im Keller auf Lattenroste - auf denen Zeitungspapier kam, gelegt und so hielten die Früchte sich bin nach Weihnachten. Damals wurde NICHTS weggeworfen und so kam man wohl auf den Gedanken, aus dem Fallobst Wein zu machen.

Das Obst wurde gewaschen, kam in eine Mühle, wo alles mehr oder weniger grob gemahlen wurde. Diese Maische kam in die Weinpresse, ein großes Ding mit mehreren Lagen Tücher und Bretter darin und einer Spindelstange in der Mitte. Oben war eine dicke Mutter mit Löchern drin, in welche lange stabile Hölzer kamen, mit deren Hilfe man den oberen Holzdeckel und alle anderen darunter langsam nach unten drückte. Der Saft lief in eine massige Gußeisen-Rinne, die emailliert war (damit der Saft nicht korridiert) und von da per Trichter und Schlauch in die Gärballons oder andere Gefäße, die mitgebracht wurden..

Übrig blieb ein stabiler trockener Presskuchen, der Trester.

Der Trester wurde nicht weggeworfen, den holten die Bauern für ihre Schweine - vielleicht war das Schweinefleisch früher so viel schmackhafter als heute, wo nur noch Einheitsfutter gegeben wird? (Früher fütterte man alles was irgendwie eßbar war, auch Rübenschnitzel aus der Miete und altes Brot, Gemüseabfälle)

Wie auch immer, in Frankfurt liebt man den Speierling, das ist eine Zugabe von einer seltsam bitteren Frucht, die ich persönlich noch nie irgendwo gesehen habe.
Bei uns nimmt man KEINEN Speierling, sondern läßt dem Apfel pur und rein die Kraft.
Man darf davon ausgehen, daß diese Vergabe aus Gründen der besseren Haltbarkeit kam.

Ich mache meinen Äppelwoi, den man hier auf dem Land eher Äppelwei nennt, gerne selbst. Nicht aus preislichen Gründen oder weil ich zu viel Obst hätte und obwohl wir eine hervorragende und bekannte Kelterei in der Nähe haben - es ist einfach nur aus dem Grund getan, weil man Gärverhinderer zusetzen muß, um Wein -ganz generell- haltbar zu machen. Ohne dieses Haltbarmachen ist ein Wein - ganz generell - heute nicht mehr vermarktungsfähig: Er gärt immer weiter und würde eine einfache Flasche zum Bersten bringen können und zudem den Restzucker in Alkohol verwandeln, was den Wein letzlich immer saurer werden ließe. Wem aber diese Haltbarkeitsstoffe in den Magen und in den Kopf drücken, sollte sich die kleine Weinproduktion in den eigenen (kühlen!) Keller holen.

Deshalb hole ich mir von dieser wunderbaren Kelterei den Apfelsaft in 1ltr Flaschen**, der nur durch kurze Sterilisation haltbar gemacht wurde und setze daraus meinen Apfelwein an. Dieser ist fix genug weggetrunken - also sind Haltbarkeitsstoffe und andere Chemie nicht nötig. Der Wein ist richtig erfrischend und lecker. (Auch als Gespritzter im Hochsommer)

**aber nur zum Trinkgenuß, für den selbstgemachten Apfelwein reicht der einfache Apfelsaft vom Diskounter (100%, aus Konzentrat - den Unterschied schmeckt man beim Apfelwein NICHT.

Ich hoffe ein wenig Licht ins Dunkel gebracht zu haben und wünsche viel Freude mit dem neuen Hobby..
(Früher hatten wir noch eigenes Obst, heute lohnt sich das nicht mehr; die Bäume und Sträucher waren zu wenig und die Gerätschaft überaltert.)
Obige Links sind mir als Fördermitglied Wikipedias erlaubt.

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Impressum

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Seit der Römerzeit wird in der Apfelweinregion zwischen Main und Taunus die Streuobstwiese gepflegt,
auf welchen bis zu dreitausend Tierarten heimisch sind.
Ökologisch sind die Hochstamm-Bepflanzungen von Äpfel, Birnen, Pflaumen, Speierling, Mirabellen und Eßkastanien wertvoll,
zumal der Boden unter den Bäumen mit allerlei Fruchtarten bebaut oder durch Weidewirtschaft doppelten Ertrag abwarf.
Aber nicht nur in den gemäßigten Lagen des Taunus-Südhanges gedeihen gute Äpfel, sondern auch bis in den Westerwald,
nur bis zur einer gewissen Höhenlage.
Der Lahn- und Rheinwein soll hier diesmal nur am Rande erwähnt werden, er ist sowieso überall bekannt.
Der Apfelwein oder Appelwoi wird "gepetzt oder geschläucht" in Schankkrug, dem Bembel -aus Westerwälder Ton, blau lasiert-
gereicht, dann in das "Gerippte", ein konisches dickwandiges Glas mit Rautenstruktur gefüllt und kühl getrunken.
Ganz wichtig in Hessen: Immer bis zum Eich-Strich füllen!
Dieses Ensembel soll noch aus dem Mittelalter stammen - und so fühlt sich das auch an, wenn man daraus trinkt.
Der Appelwoi also, wird "Stöffche" genannt, was nicht von "Stoff" kommt, sondern von Stouf - Becher.
Jener Speierling wird der Maische vor der Gärung zugesetzt, um den Apfelwein länger haltbar zu machen, so lese ich- mir ist allerdings eingängiger, daß der Speierling NACH der Gärung zugesetzt wird..
An dieser Stelle darf erwähnt werden, daß diese Art Apfelwein aus der Zeit stammt,
wo Rübenzucker unbekannt war und so der Saft pur und netto zur Vergärung gebracht wurde-
freilich war der Zuckergehalt der Frucht nicht immer gleich hoch und so gab man den Haltbarkeitsmacher Speierling,
der dem Wein eine leicht bittere zur ohnehin schon säuerliche Note gibt.
Speierling
Es ist also aus der Not eine Tugend gemacht worden.