plaetzchenwolf - Wandertour Frisch im Hintertaunus
Landfotografie




Wandertour Frisch im Hintertaunus




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PS: Dieses Broetchen hat nur einen Euro gekostet: "Darf es das Endstueck sein?" Jaaaaa.. !
(Gegen dieses Supermarktangebot kann man die ganze Gastronomie in die Tonne kloppen -oder?)


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Mit dem meteorologischen Herbstanfang gegangen am 21. September 2016
Eine neue Runde von ca 20km, wie immer..
aber 7 Stunden (eine halbe Stunde festgebabbelt,
also 6,5Std Gehzeit, mittlere Schwere, zwei kraeftiger Anstiege auf der Tour.
(alles in allem mittlere Kondition) Uns hat diese Wanderung besonders gut gefallen,
auch wenn einige "alte Bekannte" an Weggabelungen zu sehen waren)

Dabei treffen wir immer wieder "alte Bekannte",
wie die Landsteiner Muehle oder einen alten IIIer Wanderweg,
die man schon mal besucht hat.
Die Touren streifen, tangieren oder kreuzen Strecken, das gehoert dazu,
wenn man sich vorgenommen hat nicht allzuweit mit dem Auto zu fahren
um eine neue Wanderung zu machen!
(Bis jetzt hat uns das in keiner Weise irgendwie gelangweilt,
weil Jahre dazwischen liegen
und sich immer mal etwas in der Natur oder der Bebauung veraendert hat)

Parkplatz ist in Gemuenden, direkt am Sattelbach in einer Sackgasse -
die fuer Fussgaenger eine schoene Bruecke hat.
Wir gehen also drueber und gegen die Fliessrichtung am Bach einen wunderschoenen Weg,
der an Weiern muendet- hier muss man ein wenig aufpassen
und um eine Felsnase gehen,
um weiter am Bach - oder darueber - zu bleiben.
Nach Niederlauken geht es an der Wegekreuzung die breitere Bruecke ueber den Bach,
ein kleines Stueckchen die Strasse links entlang, dann kommt
auch schon die Einmuedung eines weniger gut zu sehenden Wiesenweges
an einem Knick entlang bis Oberlauken.
Dort dem blauen Balken nach Merzhausen bis zum HG140, dort muss man etwas aufpassen,
weil die Beschilderung leicht in die Irre fuehrt.
Oben auf dem Dorf gehts nach rechts, zwischen Wald und Villenviertel auf dem R6,
bis dieser auf den schwarzen Balken stoesst, diesen rechts gehen.
Richtung Landsteiner Muehle- davor aber,
gehen wir den Weg weiter bergan (ueber die B275) unbeirrt fort.
Bis nach Altweilnau.
Nun dem schwarzen Pfeil nach- rechts VOR der Kirche
ein wenig nach einer S Kurve linker Hand
nach rechts an der Bebauungsgrenze - gut mit diesem Pfeil zu sehen -
(Vorsicht, hier haben wir uns festgebabbelt)
Durch den Ort hindurch zu HG77 am Wald entlang bis man Oberlauken sehen kann.
Nun durch den Wald den blauen Balken nach bis HG84, kurz danach kommt eine Waldkreuzung,
wo wir dem gelben Balken nach gehen bis nach Gemuenden.
(gut ausgeschildert)

Bei dieser Tour kamen wir, wie so oft, mit Einwohnern ins Plaudern:
Sozusagen am Zaun, bei einer Art Dorfklatsch.
Diesmal waren es Befuerworter von Zuzug-Leuten, was bisher noch nie vorgekommen ist.
Diese beiden Maenner fortgeschrittenen Alters und sehr
bunter Vita, mit div. Auslandserfahrungen,
fanden zwar nur "5 von 100" Zuwanderer fuer zielfuehrend oder brauchbar, hielten aber die Hilfe
fuer alle, die zu uns wollen, fuer wichtig.
Die Freundlichkeit der Ortsbevoelkerung wird immer wieder eindrucksvoll bewiesen,
wenn wir auf diese Weise -immer nur zufaellig- ins Gespraech kommen.
Witzig war folgende Begegnung:
Wir betrachteten gerade das Haus auf Bild 657 zu sehen, bei dem geschwind ueber die Preise des Erwebs
und die der Investition von Modernisierung gesprochen wurde.
Das Gespraech ging ueber seine tote Frau, ueber seine Lebenserfahrungen in Griechenland,
ueber seine Auslandsaufenthalte in Indien,
die dortige religioese Einstellung der Leute, als er anhob zu sagen:
Dort kommen gerade wieder zwei Maenner, die missionieren wollen -
sind es Mormonen oder Zeugen Jehovas?
Die Beiden gingen vorbei - als ich fragte:
Sind sie Mormonen oder Zeugen?
Raten sie mal, sagte der aeltere Mann.. "Jehova" sagte ich.
Richtig!
Nun standen schon 5 Leutchen mitten auf der Gass' vor diesem alten Haus
(Was uebrigens einem ganz anderen Typen gehoerte,
der weiter weg wohnt und sich nicht um das Anwesen kuemmern will oder konnte)
- und fingen an, ueber diese Zusammenkunft zu reden:
"Wo zwei oder drei in meinem Namen zusammen kommen,
bis ich mitten unter ihnen!"
(Jesus soll das gesagt haben)
Unser freundlicher Witwer fing sogleich an, mit den "Zeugen" zu diskutieren,
als wir beiden Wanderer uns leise pfeifend verabschiedeten:
"So, nun machts mal gut, hat uns gefreut,
wir muessen noch zum Auto zurueck - das ist ein weiter Weg".
Meine Frau meinte:
Oh, das war aber gemein, nun hat er diese Missionare am Backen
und die wird er so schnell nicht wieder los..
Wie auch immer - an diesem Tag waren ganze Trupps dieser Heiligen unterwegs!
Die naechste Klatsch-Runde entstand so:
Wir gingen an einem grossen aelteren Anwesen vorbei,
wo hinter dem Busch zwischen Haus und Strasse etwas von "Bibelheim"
an der Wand zu lesen war- beim Entziffern rief vom Balkon
des Nachbarhauses ein aelterer Mann herab:
"Kann ich euch helfen?" Und so war das naechste Babbeln angesagt...
(Er erklaerte u.a. , dass dieses ein Freizeitheim
der beiden grossen christl. Kirchen sei.)
Deshalb haben wir 7 Stunden fuer obige Tour gebraucht:
2x 20 Minuten extra.
Wie gesagt, das machen wir oft und gerne!

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Zum Wandern:
Eigentlich findet man fast um jedes Dorf herum Zeichen von Wanderwegen,
die man erkunden kann -
auch wenn so manches Wanderschildchen inzwischen "weg" ist,
kann mit etwas Ausprobieren und Recherche der Pfad wiedergefunden und evtl. irgendwo beschrieben werden.
Bis jetzt ist es mir noch nicht gelungen,
mit den grossen regionalen Wandervereinen Kontakt aufzunehmen,
um auf fehlende Schilder zu zeigen.
Das war einer der Gruende, im Weg solche Wege meinerart zu beschreiben,
damit moeglichst viele Leute wieder Freude daran finden,
in der Heimat zu urlauben, nicht mehr zu fliegen.. (Luftverschmutzung, Klimawandel)
..daheim ist es am erholsamsten und schoensten- und:
Die Ernaehrung ist eindeutig besser.

Egal- die Leute werden immer "feiner" und suchen das "Edle" -
unterwegs beim Wandern im Taunus und Westerwald sehen wir,
dass ordentlich viel Geld im Land ist:
Man kann es foermlich riechen, wenn zwei volle Einkommen oder Renten in der Familie sind.
(Duenkelhaftigkeit gegen aermere Personen)

***

An dieser Stelle moechte ich mich bei unserem Lieblingssender
fuer die Zusendung des HR4 Wanderrucksackes bedanken.
(Dieser wurde fuer das Mitmachen bei der Reihe "Erlebnisse im Urlaub" ausgelobt)

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Zur Erbauung und geschichtliche Vertiefung empfehle ich die Bildbaende:
1. "Seltenes Handwerk", von Alb recht Boerner und Roger Melis von 1989, noch zu D DR Zeiten erschienen.
2. "Landleben in den 50er Jahren" von Eu gen Sauter 1998.
3. "Kindheit auf dem Lande in den 50er Jahren dto.
4. "Schulzeit auf dem Lande, Fotografien aus den 50er Jahren" dto.
5. "Lebensalltag im Mittelalter" 1997 Readers Digest,
6. "16. Jahrhundert" 1995 dto.
7. "Lebensalltag in den 20er und 30er Jahren" 1995 dto.

(Aus der staedt. Buecherei entliehen, welcher an dieser Stelle ein ausdruecklicher Dank ausgesprochen werden darf)

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Im Jahr 2016 waren die Wandertouren schwer anzusetzen,
weil immer wieder das Wetter verrueckt spielte oder die Hitze zu sehr knallte oder Nebel aufzogen,
die sich als ziemlich unguenstig erwiesen hatten.
Fuer uns ist das nicht weiter schlimm, weil der taegliche Spazierweg ca 4-4,5km lang ist
und somit praktisch jede Woche -von der Laenge her- eine "Wandertour" passiert.

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#Anhang: Mini Jacobsweg?



Jacobsweg

Wir wohnen nahe des Jacobswegs und gehen von Freienfels oberhalb Weinbachs und Elkerhausens ueber die Hessenstrasse nach Villmar und Runkel zum Ziel Limburg. Von dort geht es mit der Bahn nach Graeveneck retour. Kleinvieh macht auch Mist ! Vermutlich waeren das zwei Tagesetappen der Leute, die den ganzen Weg gehen wollen.

Naehere Beschreibung folgt

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Zwei passende Filmempfehlungen habe ich fuer Euch -
Dein Weg
aus dem Jahr 2010 - wie das mit den Filmen so ist, hat man schlechtes Wetter und andere Widrigkeiten - z.b. fehlende Uebernachtungsmoeglichkeiten gerne weggelassen. Als Wanderer sind uns solche Dinge jedoch bekannt und auch die Freundlichkeit der Gastronomie, die dort hoffentlich besser ist, als bei uns.. der Film lockt zu einer solchen Tour an, wobei man besser daran getan haette, noch einen Doku-Film zum Thema zu veroeffentlichen, der nichts auslaesst.

Offenbar hat das jemand aufgegriffen:
"Camino de Santiago - Eine Reise auf dem Jakobsweg"
Kinostart: 04.06.2015
Ich bin gespannt.

Und noch ein Trip:
www. youtube.com/watch?v=KcXqIsSHbl8
Man verlaeuft sich wohl recht oft und gerne regnet es dort, Unterkuenfte sind nicht geoeffnet oder ueberfuellt. Erst die letzte Etappe ist entsprechend ausgeschildert. Offenbar "muss" man eher nur 117 km gepackt haben, um sich die Stempel zu besorgen, damit die Urkunde "Camino" ausgehaendigt wird. Der Pilger-Gruss "ich wuensche einen guten Camino" stirbt wohl langsam aus. Was ein solcher Trip, wie der dieses youtube Videos, der ca 3 Wochen dauerte, gekostet hat? Das wurde nicht erwaehnt. Als fruehe 60iger Jahre Urlauber ist uns bewusst geworden: Freundlichkeit hat ihren Preis. Uebrigens sah die Landschaft die letzten 100km so aus wie bei uns im Taunus oder Westerwald.. (wo fast ebenso viele Kirchen stehen) Wer sich fuer das Thema weitergehend interessiert, wird bei youtube fuendig, dort sind einige dieser Filme zu sehen.

Wir werden diesen Weg nicht gehen, weil wir in der Gastronomie immer das Gefuehl haben, es wird uns das Fell ueber die Ohren gezogen - wenn diese ueberhaupt geoeffnet sind oder noch Platz haben.. vermutlich haben wir im Laufe unseres Lebens schon zu viel davon erlebt.

www. via-jakobsweg.de/hessen.html

https: //jakobus-hessen.de/

www. jakobswege-europa.de/wege/lahn-mosel-eifel-rhein.htm

www. jakobswege-europa.de/wege/








2020 Kartusche: Werbung und Versuchung, Unzufriedenheiten und keine Zeit

Die Überflutung durch die Werbung, ob unterwegs als Banner- oder Plakatwerbung, ob im TV oder Radio, in der Zeitung, Illustrierten oder auf dem PC, dem Tablet oder Smartphone ist allgegenwärtig und hämmert sich in die Köpfe ein.

Wie die Propaganda totalitärer Staaten und deren Parteien wird so lange die gleichen Sprüche geklopft, bis sie quasi zum Leben dazu gehören. Eigentlich sollte man Schmerzensgeld fordern können, wenn der Meister Probber oder die Klementine oder auch Parteien mit ihren seltsamen Sprüchen die Werbetrommel rühren. Teilweise - aber niemals ganz - kann man sich dem Treiben durch Enthaltsamkeit entziehen. Aber können das alte Menschen und Kinder auch?

Aber längst ist das psychologische, suggestiv wirkende trojanische Pferd mit allerlei Botschaften gefüllt und sorgt für Meinung, eben die, welche gerade von den Machern gewünscht ist.

So jagen immer mehr Menschen dem Erfolg nach, weil sie unbedingt dies und das besitzen wollen, um "mitreden zu können" oder um nicht als "rückständig" oder gar arm angesehen zu werden. Nichts ist in unserem Wirtschaftssystem so ungünstig, wie auf angesagte Must-Have's zu verzichten. Das wäre schlimmer als sich als Gleichgeschlechtlich "zu outen" oder an Krebs erkrankt zu sein.

Durch diese Jagd nach mehr Einkommen hat keiner mehr Zeit sein Leben zu geniesen und wird - statistisch bewiesen - immer häufiger durch moderne Krankheiten heimgesucht.

Ein Tipp: Schaut mal unauffällig die Leute in teuren Autos an, welch verhärmte Gesichter die machen, wenn sie sich unbeobachtet fühlen.

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Kartuschen - Thema: Claus Lichtfelde 23,


Eine Fortsetzungsgeschichte, rein fiktiv.


Anna wartete Zuhause auf Claus, der nun erst einmal im Eigenheim, statt im Appatement übernachtete.
Sie erholte sich recht schnell, war allerdings psychisch angeknackst und für die nächsten Wochen ausgefallen.
Ihre Mutter kam auch vorbei und sorgte sich, machte etwas im Haushalt und verschwand wieder.
In dieser plötzlich eingebrochenen Ruhephase kümmerte Anna sich um die Feinheiten des Hauses, wie das eben nur eine Frau kann.
Claus hat jeden Tag seinen Kampf ausgefochten, den ihm seine Partei auferlegt hat.
Die Presseleute sind auch -nach und nach- vorsichtiger geworden, weil er auf keine Provokationen reagiert hat.
Man sprach von der "Gummiente", die nicht zu greifen sei..
Die Parteizentrale war sehr zufrieden mit ihm und freute sich über die enormen Zuwächse, die als Frucht emsiger Bemühungen reichlich zu ernten ist.
Bald kam die Parteiführung mit der ganzen Wahrheit ans Licht, indem sie sich als "Europapartei der Mitte" präsentierte.
Die Fahrt ging in Richtung gleichberechtigte Größe in den Parlamenten, niemand wird sie künftig übersehen oder schneiden können.

Die beiden Helden bekamen eine Auszeichnung der Partei für besondere Verdienste, was die anderen 98 Akademieabsolventen sehr ansporte.
Die Abgeordneten waren jedoch andere Leute, das war von vorne herein klar, schon bei der Ausbildung.
Sie als Akademieabsolventen waren ausgesuchte und nicht gewählte Pioniere der Agitation und das Aushängeschild.
Die persönlichen Nachstellungen und Stalking im privaten Bereich nahmen zu.
Die Polizei hat div. Anzeigen gegen Unbekannt laufen und observiert- im Rahmen der personellen Möglichkeiten.
Anna war nach kürzerer Zeit wieder im Dienst und hat sich in die Arbeit gestürzt, um zu vergessen.
Die Frucht war recht früh abgegangen und so war ihr Trost, daß die Natur schon weiß was sie macht.
Vielleicht wäre das Kind sehr krank geworden - wer weiß.
Nun ist es ein kleiner Stern am Abendhimmel - auch ein Trost.

Bald begann eine ruhige Phase für die Beiden, weil die harte Anfangszeit der Partei, die ja eher ein Neuanfang war,
nun vorbei war - man war wieder wer und wurde anerkannt.
Wenn auch nach den bisherigen Abläufen und Regeln "querulatorisch" oder "rebellisch" eingestuft und als "nicht koalitionfähig" abgestempelt.
Dieses Sigmata haftete fest, auch wenn von Anfang an auf jedewede Koalition scharf verzichtet worden war.
Die "Etablierten" jedoch waren viel stärker in der Presse vertreten und wurden eher wahr genommen.
Die Leser oder Zuseher sind in starren Bahnen gefangen, ob sie das wollen oder nicht - und so hat es jeder Neuling schwer.

So ging das bis zu den Kommunal- und Kreistagswahlen.
Die Mitte war nur im Internet vertreten und hat da gut gefischt- Apps für die Smartphones und Tablets waren der Renner.
Da die Mitgliedschaft kostenfrei war und sogar ein Mitspracherecht eingeräumt wurde, punktete die Partei bis auf 15% und war fort an nicht mehr wegzudenken.
Die neue Partei hat zudem Leute an die Wahlurnen getrieben, die schon viele Jahre nicht mehr wählen gingen.
(Besser gesagt, sie haben dem Aufruf Folge geleistet und haben lieber Briefwahl gemacht)
Das haben die Etablierten und ihre Agitatoren in Rundfunk und Presse gerne anders dargestellt:
"Die Programme der beiden großen Parteien haben die lieben Wählerinnen und Wähler wieder an die Urnen getrieben!"
Die Vetternwirtschaft lässt grüßen.. genau wie ungültige Stimmen die Wahlbilanz verbessert haben, weil man diese einfach nicht mehr separat erwähnte.
So sah es aus, als ob alle gültig teilgenommen und also auch den Wahlzettel verstanden hätten - sehr praktisch!

In der Werkstatt zurück, haben Carl und Henriette den Mitarbeitern das frisch gedrehte Video über die Probefahrt gezeigt.
"Mann, der Wagen spurtet aber bärig los"
Meinte der jüngste Mechaniker - "das lässt viele heutige Autos alt aussehen-
wenn der Renner erst einmal Breitreifen drauf hat..!"
Claus meinte:
"Ich denke eher, das gibt ein Vitrinenstück, das nur bei besonderen Anlässen gefahren wird."

Hier wartet noch ein Kandidat auf die Wiederherstellung, ein Facellia, Facel III , gebaut von 1959 bis 1964.
Carl schaute in den Motorraum und sagte:
Ach guck mal an, ein alter Bekannter- ein Volvo Amazon!
Na, das wird nicht so schierig - eher die Karosserie die zu dieser Zeit eben spezielle Schwachstellen hatte.
Ein schöner kleiner Sportwagen, ganz ohne Zweifel ein Augenschmauß.
Wem gehört der Wagen?
Dem Polizisten von neulich.. sie wissen schon!
Ach herrje, das auch noch!

Claus ließ dem Manne ausrichten:
Der Wagen läuft und Tüv hat er auch, solange nichts gestohlen wurde, machen wir nichts daran.. holen sie ihn wieder ab,
sonst muß ich Standgebühr berechnen.

Henriette meinte nur knapp: Freunde macht man sich anders!

Grollend ging ihr Mann zum nächsten Kandidaten und nahm diesen in Augenschein.
Es stand ein Talbot 90 Mk IIA Sport vor ihm, aus dem Jahr 1954.
In Mint, eine seltene Farbe, mit dunkelroten Polstern.
Immerhin schon 57KW, meinte er erstaunt - den werden wir uns mal zur Brust nehmen.
Wer ist der glückliche Besitzer?
Der Polizist von neulich, sagte kleinlaut der Meister- ich kann doch nichts dafür, die beiden Wagen standen auf einmal im Hof.
Claus ließ sich nicht erweichen und blieb stur:
Der soll auch diesen Wagen sofort wieder abholen.

Wer nicht kam, war der Polizist.
Claus schrieb einen Zettel, steckte diesen in eine Klarsichthülle und klebte diesen an jede der beiden Wagen.
1. Tag 8 Euro mal zwei Wagen.
Eine Benachrichtung wurde zum Eigentümer geschickt.
Nach 8 Tagen meldet sich dieser immer noch nicht,
als hat Carl einen Abschleppdienst angeheuert und die Wagen dem Manne -mit Rechnung- vor die Tür stellen lassen.

Später hörte Henriette, daß dieser Mann in Scheidung lebt und die Wagen nur vor dem Vermögenszugriff seiner Frau retten wollte.
Aha, so einer ist das also, schimpfte Claus.
Nun ging er an den nächsten Kunden, der schon auf dem -nun frei gewordenen- Warteplatz parkte.
Ein VW Santana von 1981 , 2,1Ltr und 85kw Leistung - stahlblau metallic, Leichtmetallfelgen-
recht beachtlich, aber ein Youngtimer ist das noch nicht,
meinte Claus dem dem wartenden Manne-
immerhin ist ein H - Kennzeichen dran.
"aber ich hänge doch so daran, ich habe den Wagen von meinem Vater übernommen und fahre schon 20 Jahre damit,
wir haben den Wohnwagen damit gezogen, die Kinder wurden darin groß.. ich will das Auto behalten!"
Claus kannte das Problem nur zu gut und meinte:
Billig wird das nicht, ob sich das lohnt, ist eine andere Frage!
Sehen sie, meinte der Kunde ruhig, wir haben viel Geld für Neuanschaffungen gespart - und da habe ich etwas zurück legen können.
Na gut - fangen wir an und ich habe übermorgen die Schätzung vorliegen.
Dankbar und mit sorgevollem Blick sah der Mann nochmal zu seinem treuen Wagen und gab den Schlüssel ab.
"Wie ein getretener Hund ist der vom Hof!"
Meinte der Meister zum Kollegen..

Noch am gleichen Tag kam der Santana auf die Bühne und wurde gründlich mit dem Endoskop von innen und außen mit dem Prüfhämmerchen abgeklopft.
Die Einstiegsschweller sind durch, Kotflügel an C und A oben,
Gummidichtungen an den Türen und Einstiegsleisten, Chrom an den Stoßstangen, die Felgen brauchen dringend eine Auffrischung oder neu, Reifen auch, ein Achslager und alle Stabilisatorengummis, Klimaanlage und Servoflüssigkeit, bei dieser Laufleistung müssen wir Getriebe und Motor zerlegen. Neuer Kühler, Lichtmaschine, Batterie, Anlasser, Tank- Sitze und die Frontscheibe, die ein paar Einschläge erlitten hat. Die Leuchten hinten sind ausgeblasst, die Scheinwerfer halb blind. Das Lenkrad ist abgegriffen - da kommt was zusammen..
Claus schickte den Bericht zum Kunden und schrieb dazu:
Diese Teile sind auf dem Markt noch zu haben, aber die Reparatur wird gut 1 Monat dauern.
Dabei werden 50 Stunden Arbeit gewiss berechnet werden müssen.
Der Kunde sendete sein "ok" und der Auftrag lief an.
Diese Teile mußten weltweit gesucht und zugeschickt werden, eine Windschutzscheibe per Luftfracht aus Argentinien,
Lichtmaschine aus Italien, Gummis auf Sonderbestellung beim ehemaligen Zulieferer des Werkes.
Zwei Synchronringe und eine Dichtung des Getriebes mit neuer Ölfüllung war viel Arbeit, aber gut machbar,
genau wie die Instandsetzung des Motors, wo gehohnt wurde und neue Übermaßkolben, neue Lager und Ventile verbaut wurden.
Der Zylinderkopf und Rumpf waren noch prima.
Nach und nach wuchs das stattliche Auto wieder zusammen, die Stoßstangen kamen vom Galvaniseur, die Karosse zum Lackierer und danach zum Sattler.
Für die Werkstatt ein ganz normales Ding.
Alle Motorteile wurden fein lackeriert - wie bei einem Oldtimer.
Selbst die Gummischläuche des Kühlers waren danach wie vom Werk.
Der Tüv Prüfer kam und nahm den Wagen ab, "ohne Beanstandungen" stand auf dem Bericht.
Irgendwie wollte der Prüfer nicht mehr so recht aus dem Wagen aussteigen und sprach zu Carl durch das herabgelasse Fenster:
Solche Wagen baut man nicht mehr, so gut wie keine Elektronik - ich finde das prima!
Kurz vor dem Eintreffen des Kunden war er schon wieder weg, der nächste Termin wartet.

Der Santana wurde auf dem Parkplatz abgestellt und abgeschlossen.
Der Kunde kam mit dem Taxi und besah sich von aussen sein neues altes Auto.
"Es ist nicht zu fassen, so frisch habe ich den Wagen noch nie gesehen!"
Sogar die Anhänge-Kupplung ist frisch gemacht, inklusive der Steckdose. Die Felgen! Toll!

Die Rechnung belief sich auf satte 15.000 Euro plus MWSt.
Der Mann war froh: Das zahle ich gerne, das ist günstiger als ein neuer Polo!
Er meinte nur noch, als er die Scheine auf den Tisch zählte- alles gesparte 500er, die er aus 10-20-50ern umtauschte und sorgsam stapelte.. diesen Wagen werde ich meinen Kindern vererben!
Glücklich fuhr er vom Hof, extrem behutsam..
Die Crew schaute hinterher und schüttelte innerlich den Kopf.
"Der spinnt, aber irgendwie hat er recht!"

Fortsetzung auf Seite Claus Lichtfelde 24

Claus Lichtenfelde Junior. Eine Fortsetzungsgeschichte über etliche Seiten, als Kartusche ausgeführt. Lektuere






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