Kartuschen - Thema: Claus Lichtfelde 39,
Eine Fortsetzungsgeschichte, rein fiktiv.
Es kam soweit, daß das Parlament den Rücktritt erkärte und Neuwahlen ausschrieb.
Bis dahin sollte eine Notregierung eingesetzt werden, die aber keine Reformen einläuten durfte.
Als die Wahlen gehalten wurden, hatten die Beiden ihr Hörbuch längst fertig und nahmen sich alte Sagen,
Mythen und Märchen vor, über jene sie je ein besonderes Hörbuch heraus bringen wollten.
Ihr Sponsor war davon angetan und so stand dem nichts mehr im Wege.
Es sollte etwas ganz Besonderes werden, mit seltenen schönen Stücken aus unserem Kulturkreis,
die man nicht so leicht auftreiben kann - hier waren sie alle versammelt und für die Neuzeit gerettet.
Die Wahlbeteiligung fiel auf ein Drittel ab, die Parteien hatten kaum noch Mitglieder
und gerieten finanziell ins Wanken, sie hatten Angst, daß ihre Sponsoren wieder für Schlagzeilen sorgen würden
und sahen davon ab, Gelder zu nehmen. Dennoch blieb die Gewogenheit wie ein Kaugummi kleben.
Im Parlament waren trotzdem kaum neue Gesichter zu sehen, sondern nur "reuige Mienen" und "Schuldbekenntnisse"
und wer diese am rührseeligsten vortragen konnte, hatte die Sympathien - sind wir nicht alle kleine Sünderlein?
Bald war wieder alles beim Alten, die Koalitionen wurden "geschmiedet" und mit nur einem Drittel der Wählerstimmen
ging der alte Trott weiter - noch stiller und noch verschwiegener.
Die Austrittswelle hatte alle Parteien auf ein Zehntel der Mitglieder schrumpfen lassen.
An den Stammtischen war bald wieder das Thema Fußball Nummer 1 und der politische Kram geriet in den Hintergrund.
Die alten Schleimereien waren nur stiller, aber noch ganz genau so vorhanden, wie zuvor:
Es ist die demokratische Pflicht zur Wahl zu gehen, wurde skandiert und man sprach offen von der "Wahlpflicht".
Hohe Geldstrafen sollten die Leute wieder zur Wahlbeteiligung treiben, wie das "Stimmvieh" eben getrieben werden mußte.
Später sind alle Wählerinnen und Wähler, so die offizielle Korrektsprechweise,
die man aus dem Osten übernommen hatte,
zur Urne gegangen.
Zuerst waren die meisten Wahlzettel ungültig, "irgendwie haben die Leute was falsch verstanden",
so der Tenor der Macher und als dann die Wahlmaschinen aufgestellt wurden, waren diese sehr schnell kaputt,
sind auf unerklärliche Weise immer wieder ausgefallen und konnten nicht so schnell repariert werden,
daß eine ordnungsgemäße Wahl denkbar war.
Auf die Schnelle hat man die Wahlzettel wieder eingeführt und eine 3. Wahl stattfinden lassen,
wo niemand mehr teilnahm -
weil die Veröffentlichung des Termins verbockt wurde.
Der Weg zur "Allparteien-Übergangsregierung" wurde zur Dauereinrichtung..
.. die etliche Jahre lang gehalten sein sollte.
Geschickte Leute klebten weiter an ihren Sesseln und bauten den gleichen Mist und hatten die gleichen Gewogenheiten
und..
"Nebeneinkünfte", weshalb sie kaum mehr im Parlament aufkreuzten- es fehlte die Zeit dazu!
Tante Lore verstarb plötzlich und unerwartet und Onkel Hans
war schon länger ein Pflegefall -
so kam den Beiden das Haus in Bad Zwischenahn als Erbe zu.
Sie berieten und verkauften letztlich das Häuschen der Partei
und zogen zum Onkel, der von den Beiden gepflegt und betreut wurde.
Anna bekam noch einen Jungen und betrieb nebenbei das Wollgeschäft / Strickwarenladen in dem Hause weiter.
Der kleine Klaus interessierte sich für alles, was irgend zu schrauben war..
Das begeisterte den Großvater nochmal mehr, als daß einfach nur ein weiteres Enkelchen zur Welt kam!
"Ich sage dir, Henriette, der Junge wird mal ein guter Schrauber - wir müssen noch eine Weile aushalten.
Ich biete ihm schon mal eine Lehrstelle an!"
Und so kam es, daß Klaus bei Claus mit Claus zu Besuch war und ..
ölverschmiert am Kaffeetisch ankam - über beide Ohren lachend!
Dann verstarb Onkel Hans und hinterließ nur ein paar Schulden,
weil die Unkosten des Ladens weiter liefen, während er da lag und nichts mehr tun konnte.
Die Steuer will ihren Teil, egal wie!
Ansonsten war das Stadthaus frei von Schuldeinträgen.
Die Kinder spielten in dem gut angelegten Hinterhof, der wie ein kleines Paradies eingerichtet wurde.
Wer hier wohnt, braucht keinen Urlaub und eigentlich auch kein Auto, die Verbindungen sind gut und mit dem Rad kommt
man überall hin.
Die Hörspiele liefen recht gut, gelegentlich fand noch hie und da eine Moderation statt,
weil sich die Namen herum gesprochen haben.
Rolf machte den Umzug klaglos mit- weil seine Familie dabei gewesen ist..
..Hunde sind eben immer treu, solange man denen kein Leid zufügt.
Fortsetzung auf Seite Claus Lichtfelde 40
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