plaetzchenwolf - Private Unterhaltungsseite mit vielen Themen.



Reihenweck 99




Der Nachtexpress "Reihenweck" ist vor der Endstation, bitte die Fahrkarten bereit halten!
Die Korrekturlesungen des ersten Drittels meiner Homepage werden somit fertig.
Mir fiel auf, dass Links zu externen Seiten ziemlich schnell nicht mehr funktionieren;
das liegt zum einen daran, dass die Macher nicht so viel Speicherplatz opfern wollen,
zum anderen Teil daran, dass eben das "oeffentliche Interesse" an einem Thema schnell erlahmt.
Mir fiel auf, dass eben diese Links schon Jahre alt sind - eben wie meine jeweilige Seite
bereits etwas angegraut ist - aber noch immer aktuell gehalten wird.
Na ja, wer betreibt schon ueber 14 Jahre lang eine Internetseite?
Ich sehe das als "Halbwertzeit" an - mal sehen, wie lange ich das durchhalte..

777 Seiten sind nicht gerade wenig - aber so ist das mit Steckenpferden,
wenn die erst einmal anfangen zu galoppieren...

***



Kartuschen - Thema: Ein wunderbares Steckenpferd Struempfe stricken !

Meine Frau ist buchstaeblich "bestrickend", aber nur was die Struempfe anbelangt.
Die Spezialitaet sind Socken aus guter Strumpf-Wolle, von der sie niemals abgeht.
Die ist zwar deutlich teurer, aber wer die Muehe des Strickens kennt, wird niemals billige Wolle nehmen:
Struempfe aus billiger Wolle sind schnell durch, bekommen kahle Stellen..
In einem Basar fand ich Kindersocken (18-19) zu 4 Euro das Paar.
Nun sagt meine Frau, dass man dafuer kein ganzes Knaeuel Wolle braucht, 4 Euro ca -
die Muehe wurde offenbar nicht honoriert oder die Socken waren aus billiger Wolle..
5 Stunden haette sie fuer dieses Paar Kindersocken benoetigt,
sagt sie und sie muss es wissen: Wir haben drei Enkelchen.
Fuer ein paar Erwachsenen-Socken braucht man ca 16 Stunden, 5-8 Euro kostet das ganze Knaeuel Wolle !

Die echten selbstgestrickten Wollsocken sind Gold wert, darin schwitzt man nicht..
..es sind auch meine Lieblingssocken, ganz ohne Frage.
Bunt oder uni, laenger oder kuerzer - der Phantasie sind wenig Grenzen gesetzt und
so hat sie die Ferse und Spitze optimiert, dass es nirgendwo druecken kann.
Solche Socken sind kleine Kunstwerke - ich koennte das nicht, dafuer "stricke" ich an Homepage-Codes.
(ist auch nicht viel anders)

Nun wirft sich die Frage auf, was wohl dieses obige Paar Kindersocken gekostet haette,
wenn man den Mindestlohn von 10 Euro annimmt:
50 Euro plus 4 Euro Wolle= 54 Euro, wo dann noch die MWSt darauf kaeme und die anteiligen Standgebuehren..

Ein schoenes Hobby fuer daheim ist das allemal und man hat immer ein gutes und passendes Geschenk parat,
das uebrigens immer mit Handkuss genommen wird !



Vor einiger Zeit hat eine Radiomoderatorin mal (sinngemaess) gesagt:
Wenn einem gar nichts mehr einfaellt, schenkt man ein Hemd, Schlips oder strickt Socken..
Wer strickt oder jemanden kennt, der gerne strickt, sieht man genau:
Die Leute machen sich sehr viele Gedanken um dieses Geschenk, um die zu beschenkende Person, schon weil die Groesse passen muss und auf den persoenlichen Geschmack eingegangen werden wird, sollen die Socken gefallen.. und exakt das tut jemand, der 8 Stunden an einer Socke arbeitet und damit mit guter Wolle, die lange haelt, nicht kratzt - die kostet eben etwas mehr ! Ich sehe meine Frau mit langer Freude an diesen Dingen werkeln und so habe ich mir gedacht: Ich zeige mal eine neue Socke, die gerade fertig geworden ist - fuer das kleinste Enkelchen.



Ist das nicht huebsch?

***

Die Sonderthemen-Ecke hat immer noch ein paar Ueberraschungen parat ! Lektuere







***





Fabrik spielen



Ab und an faellt mir eine Begebenheit aus meiner Jugend, sogar aus frueher Kindheit ein!
Die Kinder heute sind derart reizueberflutet und ueberdruessig und ueberfordert und von den Helikoptermuettern durchgetaktet, dass die Konzentration in der Schule auf 20 Minuten begrenzt zu sein scheint - dann waere eine Pause noetig und danach wieder 20 Minuten. So weit ist der "Lehrkoerper" jedoch noch lange nicht, dass jener dieses Problem erkannt haette. Auch ist es den Eltern nicht moeglich, diese Zusammenhaenge praktisch umsetzen zu koennen und zu wollen: Der Konkurrenzdruck unter den Kindern ist stark, der unter den Eltern noch doller.

Was mich zu diesem Anhang treibt ist dieses:
Nach meiner Erinnerung spielte ich -gefuehlt stundenlang- mit einer leeren Konservendose, in die ich kalte Ofen-Asche gefuellt hatte und auf einen Stein stiess- bumm, bumm, bumm - jedes Mal kamen Aschewolken hoch, wie bei einem Schornstein, der in voller Aktion ist..

Meiner Mutter entkam ein leiser Schrei - was machst denn du da?!
Meine Antwort: Ich spiele Fabrik, schau mal, wie fein der Schornstein raucht !
Moensch nee, direkt neben meiner frisch gewaschenen Waesche..

Was den "Kids" heute fehlt, ist die Ruhe mit nur einem einzigen billigen Spielzeug etwas anzufangen oder anfangen zu muessen, die Phantasie zu bemuehen um dann ein zufriedenen Spiel zu haben, bei dem man etwas lernt.
Desgleichen ging es wenig spaeter weiter mit dem Brennglas und div. Versuchsmaterial auf einer brandfesten Unterlage draussen im Garten. Damit konnte ich stundenlang spielen - auch ohne Le go.
Spaeter, als unsere Tochter so weit war, habe ich mit ihr L egosteine gesteckt und hohe Tuerme in ihrem Zimmer gebaut, sie baute Burgen und Schloesser und Pony-Hoefe - schier aus der Phantasie, nicht vorgefertigt!
Spaeter kam der Sohnemann und auch er war dann in diesem Alter, wo das L ego bereits technisiert daher kam, mit Motor, Zahnraeder und Reifen und allerlei techn. Zubehoer fuer diese Patentsteine. Also vielseitig und geistfoerdernd ohne jede Langeweile.

Ein einziges Spielzeug, kein ganzes Zimmer voll.







Griechische Weinblaetter, Riesenbohnen und gruene Bohnen, jeweils in Tomatensauce und Eier -
diesmal als kalte Platte gedacht und nur mal eben Dosen aufgemacht..

***








Schluss-Akkord: Sommer, Terrasse und Garten - Salat




Es ist heiss draussen, die Gartenarbeit ist getan und nun wird ein recht leichter Salat gemacht.
Fuer 2 Personen - gute Esser - nehme ich 250gr Gabelspaghetti oder vergleichbare Nudeln. Im Garten werden frische Kraeuter geholt - davon kann man nie genug haben! Diesmal waren Petersilie, Dill und Zitronenmelisse meine Wahl. Etwas Pfeffer und Salz, einen Schuss guten Weinessig und .. ein Glas Seelachsschnitzel 125gr incl. dem Einlege-Oel. (ca 89 Cents bei E deka, gibt es aber auch sonstwo) Das wird mit einer Dose Kondenzmilch (gute Sorte, Glue cksklee 159ml 7,5% vermengt - aber bitte einen TL Honig dazu geben! Dann gebe ich vier hart gekochte Eier hinein, die klein gewuerfelt wurden. Die kalt abgeschreckten Nudeln dazu und fertig.

Guten Appetit bei meinem Salat- der wieder einmal um die 1 - 1,20 Euro pro Person kostet. Ich bemuehe mich einfach und preiswert zu kochen - teuer und umstaendlich koennen viele ! (Variationen sind immer moeglich, das ist ja das Schoene am selber kochen .. mir ging es diesmal um die Kombi "Kraeuter, Dressing, Seelachsschnitzel", die schon erfolgreich als Kartoffelsalat ausprobiert worden war.. bei diesem Nudelsalat habe ich ganz bewusst keine Deko gehalten, sondern mit "inneren Werten" punkten wollen.)

***

"Legal Highs"
Eine ernste Warnung,
weil es schon mehrere Tote durch diese "Kraeutermischungen" gegeben hat.
Nur mal an einer "E-Zigarette" ziehen, kann schlimme Folgen haben:

"Die erste wahrnehmbare Wirkung kann bereits ca. 30 Sekunden nach der Inhalation auftreten.
Der volle Rausch entfaltet sich nach ca. 20 Minuten und dauert ca. 30 weitere Minuten.
Eine Ueberdosierung fuehrt zu Brustschmerzen, unregelmaessigem Herzschlag,
Atemlosigkeit, Erbrechen, Verwirrtheit, Unruhe,
akustischen und visuellen Halluzinationen, Paranoia
und psychischen Zusammenbruechen bis hin zur Bewusstlosigkeit."

Warum macht man das, ist es Lebensueberdruss oder zu grosser Leistungsdruck?



***

Erwartungen zum Fest
Im Radio spricht eine Hoererin ueber ihr Weihnachtserlebnis -
ich gebe das mal sinngemaess wieder:
"Mein Mann hat gehoert, dass ich mir einen Schaukelstuhl wuensche und so fing er an,
Wochen vor dem Fest
sich jeden Tag im Arbeitsraum einzuschliessen,
von wo Gehaemmere, Bohren - Fluchen zu hoeren war.
Zum Fest stand der haesslichste Schaukelstuhl der Welt unter dem Tannenbaum!
Was war ich enttaeuscht!
Das hat mein Mann wohl gleich gemerkt,
so stand das Ding spaeter statt im Wohnzimmer im Flur,
dann im Keller, bis er auf den Gedanken kam,
den Stuhl dem Altenheim vorbei zu bringen..
...und was soll ich sagen, die Alten der Demenz-Abteilung
haben wohl noch keine groessere Freude gehabt,
als darin zu sitzen und zu schaukeln!"

Uns hat dieser Beitrag des HR4 sehr gefreut.
Das zeigt wieder einmal eindrucksvoll, wie es uns schon von Kindesbeinen an ging-
nur nicht zeigen, dass man enttaeuscht ist von dem Geschenk,
sonst ist der Schenker beleidigt und das will ja niemand.

Heute schenkt man sich sogar Reisen und total ueberteuerte Dinge aus Gold,
wo das Ende der Fahnenstange oder Phantasie mit dem Geldbeutel zusammenhaengt.

Selbst Kinder sind von dem immer mehr gesellschaftlichen Must-Have
betroffen, wenn es um die Weite und Exklusivitaet von Urlaubs- oder Erlebnisreisen geht.
(Wir haben Kinder und Enkel)
Niemand will die kleinen persoenlichen Geschenke wuerdigen,
so ist der allgemeine Tenor in der Oeffentlichkeit.
Aber was ist das?
Meine Frau hat der Tochter (wieder mal) neue Socken gestrickt
(Aus richtig guter Wolle, die viele Jahre haelt)
und was tat diese?
Sie hat sofort ihre Socken aus und die neuen angezogen:
"da kenne ich nichts, das sind die besten und die gehoeren sofort angezogen!"

***

Kartuschen - Thema: Zug von China bis nach England
Es klingt wie eine Reise um die Welt in 80 Tagen, hier sind es aber nur 18 Tage gewesen, die der Gueterzug von China nach England brauchte!

Der Vorteil in dieser Art der Verkehrsverbindung ist der sehr viel schnellere Transport von Waren als mit dem Schiff,
die viel umweltfreundlichere Moeglichkeit groessere Warenmengen zu tranportieren als mit dem Flugzeug.

Die unterschiedlichen Spurbreiten der Bahnen in Kasachstan, Russland, Weissrussland, Polen, Deutschland, Belgien und Frankreich sind freilich noch etwas problematisch, was aber durch das Umladen der Container auf andere Container-Transport-Wagen mit einer anderen Lokomotive davor machbar war.
Auf diese Weise werden wohl kuenftig viele neue Arbeitsplaetze geschehen!

***

Wer kann Falsifikate erkennen?

/chefin-von-frankfurter-nobel-boutiquen-in-haft,plagiate-boutique-100.html

Ausgerechnet die Betreiberin mehrerer Frankfurter Luxusgeschaefte
soll in ihren Laeden im grossen Stil gefaelschte Designer - Markenware verkauft haben.
Die 38-Jaehrige sitzt nun im Gefaengnis bis es zur Verhandlung kommt.
Die Luxuswaren wurden mit geringen Preisnachlaessen verkauft, den Kunden wird dadurch
nicht aufgefallen sein, dass sie herein gelegt worden sind.

Das zeigt immer wieder, wie wenig man sein geistiges Eigentum schuetzen kann und noch
deutlicher wird das bei Filmen und musikalischen Werken,
wo kein wirksamer Kopierschutz vorhanden zu sein scheint.
(Zumindest keiner, den der regulaere Kunde versteht)
Das Geld sitzt locker in der Metropole, da ist die Versuchung einfach zu gross,
richtig kraeftig abzusahnen, zumal viele Fluggaeste nur Durchreisende sind
und eine Reklamation kaum zu befuerchten ist..

***

Inlaendische Produkte

Nach den vielen Asia-Artikeln in der letzten Zeit kaufen wir hier fast nur noch im eigenen Land hergestellte Produkte und das bestimmt nicht aus "Patriotismus", sondern viel eher wegen der deutlich solideren Ausfuehrung und Qualitaet.

"Wer billig kauft, kauft zweimal!"

Dieser alte Spruch kommt nicht von ungefaehr und hat sich stets bewahrheitet.
Egal ob Gartenschlauch-Systeme oder Auto, Elektrogrill oder Herd, Waschmaschine oder was auch immer - auch der Staubsauger darf ruhig in Deutschland produziert worden sein, - denn das erhaelt den Binnenmarkt und NUR dieser ist wirklich dauerhaft und nachhaltig und sinnvoll fuer UNS und UNSER Land.

(Ich sehe in internationalen Spekulationen und Teile-Tourismus rund um den Globus und Outsourcing von Arbeit keinen Fortschritt, sondern nur Beutelschneiderei von Managern, die sich auf dem Ruecken der eigenen Bevoelkerung ein goldenes Nest gebaut haben)

Umsteuern, selber denken macht fett:
Nicht nachbabbeln was die Presse an seltsamen Meldungen -meist obskurer Herkunft- jeden Tag ueber uns abkippt !

Ich oder wir hier fuehlen uns auch deutlich besser dabei und so habe ich die Autoprospekte billigerer Anbieter weggeworfen.. (Wenn wir uns weiter beeinflussen lassen durch markige Worte aus der Wirtschaft "Geiz ist geil", dann gehen wir alle baden, wie damals die Fotoindustrie und danach die Fernseh-Industrie, so auch bald die Auto- Industrie (nur bei Massenware, Luxusfahrzeuge ausgenommen) an der Reihe !

Das Problem fuer den Kunden ist nur, dass aussen "Made in Germany" drauf steht und so gut wie alle Teile aus dem Ausland kommen..

Nebenbei habe ich einen neuen E-Rasenmaeher deutscher Produktion und eine Elektrogrillpfanne deutscher Produktion "auf Halde" im Keller,
- es k o e n n t e ja mal was kaputt gehen ;)
Kurz ausprobiert und weggepackt - um die Qualitaet oder Garantie braucht man sich bei entsprechender Markenware keine Gedanken machen..

(Nebenbei gesagt bin ich froh, die Echtheit der Euroscheine halbwegs erkennen zu koennen - bei Produktfalsifikaten wohl nicht.)





***

Zur naechsten und letzten Seite dieser Reihe -auf das Startbild klicken..

Button

Zurueck zur Startseite -
Impressum





***



Kartuschen - Thema: Karls Ruhebank 5. und letzter Teil



Daheim las Karl den Artikel der Sonntagszeitung und dachte dabei immer wieder an diese seltsame Erzählung des älteren Mannes.
Er lud seine Frau ein mit ihm einen "Ortstermin" zu machen und mit dem Schuster Ferdi zu sprechen.
Karla packte alle Schuhe zusammen, die eine Reparatur vertragen konnten.
Der Bus hielt im Ortskern und so marschierten die Beiden
die schmale Gasse zur besagten Stelle.
Sie haben unterwegs nach dem Schuster gefragt, aber keiner kannte diesen
und wußten auch nichts von einer Schusterei.
Eine alte Frau am Anfang der Gasse, die gerade ihre Blumen im Vorgarten goß, stutze und
flüsterte hinter vorgehaltener Hand:
"Oben war auf den linken Seite am Ende der Gasse vor vielleicht 50 Jahren mal ein kleines Haus mit Schusterei in der Remise,
wo die Werkstatt drin war.
Ich kann mich noch daran erinnern, weil meines Opas Gamaschen dort immer zur Aufarbeitung hin gebracht wurden.
Die Schuhe von uns allen hat er gemacht, nicht nur repariert,
sondern ganz und gar selbst hergestellt.
Das gibt es schon lange nicht mehr.
Heute kauft man alles im Schuhgeschäft in der Stadt."
Karl und Karla staunten nicht schlecht, als sie das hörten, erzählten aber kein Wort von dem Mann auf der Bank.
Sie verabschiedeten sich höflich und gingen die Gasse aufwärts.
Von weitem sah man den neuen prächtigen Laden zur rechten Hand, der zur bäuerlichen Genossenschaft gehörte, mit Bankschalter.
Gegenüber war nur ein Weide und eine Remise, aber kein kleines Haus mehr und auch keine Spuren desselben.
Sie gingen auf dem Weg zur Remise, öffneten das niedere Gatter,
weil keine Tiere auf der Weide waren und gingen zur Tür.
Diese war mit einem Vorhängeschloß gesichert, hatte aber einige Ritzen, durch die man schauen konnte.
Alles leer, wie gefegt- nur eine Sense und ein Korb waren darin zu sehen.
Aussen hing als Dekoration etwas altes Schusterwerkzeug,
unter anderem ein sogenannter Dreifuß.
Sonst war nichts zu sehen.
Von dem Anwesen der verschwundenen Leute gegenüber freilich ebenso wenig..

Sie gingen zur Bushaltestelle zurück, holten vom Metzger gegenüber noch etwas Wurst,
aber nicht ohne nochmal nach dem Schuster zu fragen.
Die ältere Frau hinter der Theke rief nach hinten:
"Vater, komm doch mal ins Geschäft, hier sind ein paar Leute, die dich gerne gesprochen hätten!"
Ein ganz alter klappriger Mann kam auf dem Stock abgestützt in den Laden,
schüttelte den Beiden die Hände und setzte sich auf einen der Stühle vor der Theke,
die für die immer älter werdende Kundschaft gedacht war.
"Was suchen sie denn genau?"
Leise erzählte Karl sein Erlebnis auf der Aussichtsbank,
von der Scheune und so weiter.
Der Alte hörte aufmerksam zu und begann zu erzählen:
Man hat die ganze Bande abgeholt und in ein Lager geschafft, das war noch vor dem Krieg,
seitdem haben wir nichts mehr von denen gehört.
Die damaligen Schergen haben wohl ganze Arbeit geleistet
und dort oben keinen Stein mehr auf dem anderen gelassen.
Es soll sich um Sorben gehandelt haben, die mit dem alten Fritz damals hierher kamen,
eingewöhnt hatten die sich nie, wie schon meine Großmutter erzählte,
die dort ihre Milch holte."
Der Alte wurde müde und zog sich zurück, es war seine Zeit,
er legte sich Mittags immer auf das Sofa.
Die Beiden zahlten die Wurst, grüßten und gingen zum Bus, der gerade um die Kurve bog.
Von da an hatte Karl sehr viel Material gesammelt und fing mit seinem Buch an.

Nach einem halben Jahr war er damit fertig und lies es über einen kleinen Verleger heraus bringen.
Diese Druckerei war ihm noch aus seiner Dienstzeit bekannt.
Karl schrieb unter einem Pseudonym, er wollte unerkannt bleiben.
Der Erlös aus dem Roman deckte nicht nur die Kosten für den Druck und Lektor,
sondern ergab eine erklägliche Summe als Spende für das Heimatmuseum.

Nun hatte Karl wieder Zeit, seinen Sonntags-Gang zu machen und wieder mit der Tageszeitung, dem Schnaps.
Inzwischen war der Weg durch das ehemalige kleine Wäldchen wieder gerade geschoben und gut passierbar,
die Aufforstungsarbeiten waren abgeschlossen, links und rechts
des Weges war alles eingezäunt, damit das Wild nichts zerbeißt.
Er kam über die Felder hinter dem Wäldchen zur Aussichtsbank
und nahm -wie immer- sein Sitzkissen und kam zur Ruhe.
Er las in der Zeitung, daß ein heimischer Schriftsteller sich mit einem geheimnisvollen Roman
hervor getan habe und die Sache mit der "schnappisch Grit" einigermaßen aufgeklärt habe.

Ein seltsamer Wanderer kam vorbei und grüßte:
Sei gegrüßt Fremder, darf ich mich etwas ausruhen?
Freilich, meinte Karl ruhig, der eben auf der letzten Seite
der Zeitung angekommen war.
"Ich bleibe nicht lange, komme gerade von Offenbach und bringe Leder von der Messe in Vaters Schusterwerkstatt.
Die Leute wollen neue Schuhe haben.
Ich habe auch etwas Tabak mitgebracht - wollen sie schnupfen?"
Karl nahm gerne eine Prise des Schnupftabaks und dann ging der Fremde wieder.

Als Karl am Abend noch nicht wieder daheim war, schickte Karla die Polizei auf die Spur.
Diese fand Karl auf der Bank sitzend, die Zeitung noch in der Hand, er war tot.
Die Untersuchung ergab, dass er ganz natürlich verstorben sei
und eine kleine Menge Wacholder im Magen und etwas Schnupftabak in der Nase gehabt habe.
"Seltsam, er hat doch überhaupt nie geschnupft und besitzt
-so weit ich weiß- dieses Zeug nicht"
Karla wurde unheimlich zumute.

Ende

Die Sonderthemen-Ecke hat immer noch ein paar Ueberraschungen parat ! Lektuere






***



***



Was gibt es hier zu sehen?

Meier ist nach Hamburg geflogen und ruhte sich nun erst einmal aus.
Er besuchte ein Schwimmbad, die Bar, ging essen und hörte Musik,
zwei, drei Tage Urlaub sind auch nicht schlecht, dachte er sich,
als er das Handy wieder auf "standby" schaltete.

Schon klingelte das Ding, als hätte es darauf gewartet,
endlich wieder nerven zu können.

Ein Weltreisender rief an, wie er sich selbst nannte und
bestellte Meier nach Genua, von wo er mit dem Segelboot
die Weltmeere umschiffen wollte - das lehnte Meier aber dankend ab.

Er wollte schon eine Chriffre aufgeben, als dann doch noch das Phone nach ihm rief:
Eine wohlangesehene Erbin eines familiären Medienkonzerns
suchte um eine diskrete Audienz nach, der er auch bald nachkam.
In einem oberbayrischen Nobelhotel trafen sie sich zwanglos an der Bar
und besprachen die Angelegenheit.
Es ging um persönliche Nachstellungen von der Verwandtschaft,
die jene reiche Frau in Bedrängnis bringen sollten.
Sie war die 4. Frau dieses Medienmoguls und wurde von den
Angehörigen und Verwandten nicht anerkannt, weil sie als
Bühnenhelferin nicht als gleichwertig angesehen wurde, als ihr Mann sich holter die polter in sie verliebte.
Beide waren in gleichem Alter, also war das nicht unbedingt ein sexuelles Ding.
"Sie müssen sehr vorsichtig sein und wir sollten nicht zusammen gesehen werden.
Deshalb wollte ich sie dort treffen, wo die Verwandtschaft garantiert nicht hinkommt
und wo mich keiner kennt oder vermutet.
Wir wohnen in einem Landgut in Bitterfeld, das mein Mann
aus obigen Gründen gekauft hat.
Er hat sich wegen mir mit seiner Familie überworfen und nun
fürchtet diese Bande um ihr Erbe.
Was sie nicht wissen ist, wo wir wohnen und daß mein Mann inzwischen auf den Rollstuhl angewiesen ist.
Zwar habe ich noch eine Pflegehilfe, mache aber sonst alles alleine, wir haben keine Bediensteten.
Die Äcker waren schon längst verpachtet und nur noch das Haus war zu besorgen,
als wir es kauften.

Sie gab ihm einen Zettel mit, auf welchem das nächste Familientreffen angekündigt worden ist.
Hören sie sich um, seien sie diplomatisch und nicht wie ein Detektiv.
Mein Mann hat viel Gutes über sie gehört- er spielte früher sehr gut Golf, wissen sie.
Wir werden inzwischen zu einer Bandscheibenoperation nach Kanada fliegen - was eine Weile Aufenthalt dort bringen wird.
Ich gebe ihnen die Adresse unseres Anwaltes, der in unserem Interesse tätig ist
und das Testament damals und heute aufgesetzt hat.
Sie verabschiedeten sich und gaben sich die Telefonnummern, auf welchen sie erreichbar sind.

Meier fuhr nach Frankfurt, bereitete den Inlandkoffer auf seine speziellen Aufgaben vor,
nahm ein anderes Handy, das mit der Nummer für seine Mandantin.
Es waren noch ein paar Tage bis zum Familientreffen und
so konnte er ganz gemütlich Recherchen anstellen.
Wer mit wem verwandt ist, wer entsprechende Freunde hat,
wo enge Kontakte bestehen, Namen von Konkurrenten
und wie diese evtl. mit den Namen der Familienangehörigen
zusammen hängen könnten.
Er prägte sich Namen und Gesichter ein, ging zum Familientreffen,
um unerkannt als Hilfskraft des Cateringservices tätig zu sein.
So hörte man viel, noch mehr als die Angehörigen untereinander selbst..
der Chef des Unternehmens suchte noch einen Kellner und so war die Sache schnell perfekt.
Er hörte die Schwester über den Bruder herziehen, den Bruder
über die Schwester, über den Schwager, über den Vater - die Mutter, die 2. und über die 3. Frau.
Bald war auch der Name der 4. Frau, seine Auftraggeberin an der Reihe, an welcher
kein gutes Haar gelassen wurde - von keinem der Verwandten.
Dabei war das Wort "Erbschleicherin" noch das harmloseste.
Er zählte 2 Brüder im Gedächnis nach, aber es waren 3 auf der Party.
Der Dritte war wohl ein Intimus des 1. der intrigierte und sarkastische Sprüche vom Stapel ließ.
Meier ging nach draussen um eine zu rauchen, bemühte die Suchmaschine mit der Gesichtserkennung
und fand heraus, daß dieser Intrigant der neue Inhaber des Konkurrenzunternehmens ist,
welches der Vater besaß - das war doch schon mal was!
Meier schaute sich noch weiter um, fand aber sonst keine Entsprechung
und verschwand ganz fix, bevor jemand aufmerksam wurde.
Er hatte eine Menge Bilder gemacht und auch Tonmitschnitte gesammelt.
Diese kopierte er daheim auf einen Stick und wählte die Nummer
einer bekannten Detektei, die den Auftrag bekam,
den jungen Unternehmer zu beschatten.

Nach einer Woche lag das Resultat vor, Meier bezahlte die Auslagen und reiste nach Kanada.
In der Kurklinik gab er einen kleinen "Diavortrag", der sich gewaschen hat.
Der Sohn war ein typischer Lebemann, der das Geld schneller verbriet, als er es verdiente
und dieser Intimus war sein heimlicher Liebhaber.
Das war nicht schwer in Erfahrung zu bringen, die Detektei kostet freilich extra, verstehen sie?
Das ist unser kleinstes Problem sagt der Mann seiner Auftraggeberin hoffnungsfroh.
Bei der Gewichtigkeit dieses Auftrags habe ich ihren Anwalt gleich mitgebracht, der Mann ist sehr verständig und umgänglich.
Meier holte den Anwalt aus dem Wartezimmer der Klinik, wo er sich mit einem Kaffee und einem Stückchen Kuchen die Zeit vertrieb.
Nun erklärte Meier wie die Sache mit der Erpressung und dem Mobbing vor sich ging:
Die beiden Brüder haben mit dem jungen Unternehmer gearbeitet und praktisch schon die Posten des Erbes verteilt,
bevor das Testament vorlag.
Die Schwester hatte wohl nichts damit zu tun, wohl aber ihr Mann, der seiner Frau nichts von dem Komplott verriet.

Meier erfuhr noch im Krankenzimmer, daß die Anteile des Medienkonzerns verkauft werden sollen und das Geld des gesamten Erbes
in einen Naturschutz-Fond fließen soll - damit bekommt keiner der Angehörigen etwas ab.
Der alte Inhaber lebt dann von seiner Rente und von einem Spartopf, den keiner kannte.
"Ohne Tritt marsch!"
feixte die Auftraggeberin und auch ihrem Mann ging es danach
schon viel besser:
Wir verkaufen das Hofgut und bleiben in Kanada, hier kennt uns niemand.
Meier bekam seinen Lohn plus Detekteigebühr und ein fürstliches Trinkgeld.
"Ich ziehe mich zurück, sagte er, mir langt der Rummel!"
Die drei Anwesenden verstanden Meier nur zu gut und wünschten ihm noch alles Gute.

Er nahm die nächste Maschine nach Heathrow und dann das Schiff nach Jersey.

*** weiter zum letzten Teil.

*** Eine der vielen Sonderthemen Kartuschen, die nichts mit dem eigentlichen Seitenthema zu tun haben müssen.. Lektuere ..einfach zur Untermalung der Rezept-Seiten gedacht !





***