Oldtimer 46


Button

***

Nehmen wir einmal an, es waere moeglich den Zahn der Zeit zurueck zu drehen und die Menschheitsentwicklung neu zu formen,
was freilich nur fiktiv sein kann, denn die Zeit in sich ist eine Einbahnstrasse...

Diese Idee kommt mir bei meinen langen und ausgedehnten Lesereien in Sachen Geschichte - die auch sehr stark mit der Lektuere bezueglich Religionen befasst war - immer wieder:
Was waere gewesen, wenn..
Was waere gewesen, wenn die Menschen noch immer in Sippenverbaenden leben wuerden,
Was waere gewesen, wenn Amerika oder Afrika nie "entdeckt" worden waeren?
Was waere gewesen, wenn niemals jemand das Lesen und Schreiben erlernt haette?

Diese Bedingungen waeren nur moeglich gewesen, wenn sich der "moderne Mensch",
der "Cro - Magnon - Mensch"
zeitig beseitigt worden waere, vor 40.000 - 12.000 Jahren.
Da die Natur aber eine Evolution vorgesehen hat, schliesst sich diese Moeglichkeit schon einmal aus,
zumal dieser Mensch den davor vorhandenen geistig ueberlegen oder zumindest listiger war,
auch wenn man heute weiss, dass der Neandertaler ein mindestens ebenso grosses Gehirn gehabt haben muss.
Es muessen Schluesselreize vorgelegen haben, die diese vermehrte Synapsen-Bildung bewirkt haben,
die jene "neuen" Menschen hatten.
Das Kind war also schon lange Zeit vor uns in den buchstaeblichen Brunnen -
oder es waren fuer die entwicklungstechnischen Fortschritte die Wuerfel gefallen.
Eine Umkehr war unmoeglich, selbst wenn sich die neuen mit den alten Menschen teilweise vermischt haben.
Es gab schon sehr frueh Tendenzen zur Religion, der Mond oder die Sonne wurden angebetet-
man meinte Erdgoetter oder Goettinnen besaenftigen zu muessen.
Die Kultregeln wurden in Steine oder Staemme geritzt, muendlich weiter gegeben,
wenn Piktogramme nich aussagekraeftig genug waren.
Detailverliebte Freunde der Erzaehlung sannen nach, um eine "Konservierung" der Ueberlieferungen moeglich zu machen.
Ein fruehes Alphabet entstand, aber auch zeitgleich die sogenannte "babylonische Sprachverwirrung",
weil Kleinraeumigkeiten der Besiedlung und die weite Entfernung der Gruppen jeweils andere Entwicklungsformen brachten.
Nun haben wir den Salat: Keiner versteht den anderen Menschen, wenn dieser ein wenig entfernt siedelte oder angewandert kam,
weil er den Wildtieren nachzog, von den man damals lebte.
Nur in nahrungsmittelreichen Gegenden war an eine Sesshaftigkeit ueberhaupt zu denken.
Mit dem Nutzvieh wurden immer mehr Staemme an die Scholle gebunden,
Land musste urbar gemacht werden, um die Tiere im Stall zu ernaehren.
Es war hier noch ein sehr sehr weiter Weg, bis sich die Einwohner mittels Schriften verstaendigen konnten.
Nur wenige Zauberer oder Priester waren diesen Zeichen maechtig,
die ihr Wissen in langen Lehrzeiten an den Nachfolger weiter gegeben haben-
von Priester zu Priester, jener Kaste, die jene Zauberer abloesten.

Die schlimmste Suende, die von der Menschheit jemals gemacht worden ist
und die sich bis zum heutigen Tag hartnaeckig und unausrottbar haelt,
ist die des Machtmenschen, den Zauberer oder Priester mit erweiterter Schutzmacht auszustatten.
Erst durch den Schutz der Krieger an seiner Seite, konnte sich dieser Mensch davor schuetzen, schlicht erschlagen zu werden.
Posthum waere das eine gute Tat gewesen und haette Millionen, ach was, Milliarden Menschen das Leben gerettet !
Nun ist Geschichte -wie oben erwaehnt- eine Einbahnstrasse und die kann man nicht mal eben so einfach anders herum fahren.
Mit eben diesen Dingen muss die Menschheit leben- wie mit Krebs und Seuchen oder Krankheiten.

Aus diesen "heiligen" Maennern mit ihrem irrsinnigen Gefolge, die jenen den Schutz und Macht gaben,
haben sich freilich durch deren Patent miternaehren lassen:
Die Weisen, Heiligen oder Zauberer zeigten der aberglaeubischen Bevoelkerung, wie boese Geister wirken:
Schlechte Ernten, Fehlgeburten und Krankheiten- sie beschworen zuweilen auch die Selbstheilungskraefte
und hatten damit wohl genuegend Erfolge erzielt, dass die Menschen vertrauten.
Bei Misserfolgen waren eben die Halsstarrigkeit und Unglaeubigkeit schuld, so einfach war das.
(und so ist es heute noch)
Langsam, aber sicher haben sie ein Spinnennetz der erklaerlichen oder erklaerbaren Zusammenhaenge
geschaffen, die dann noch mit dem Nachbarzauberer oder nachbarschaftlichen Priester abgeglichen wurden..
so entstand ein flaechendeckendes Konstrukt von "Glaubensrichtung", welches dann nach Hierarchie rief.
In diesem Irrwitz von Hackordnung - man darf sich das so vorstellen, dass dieser Vorgang Jahrhunderte dauerte -
erwuchs eine Art Behoerde, eine Glaubensbehoerde, die mit Hilfe der Haeuptlinge vor Ort,
die freilich eingebunden oder ueberzeugt werden mussten - eine Fegmuehle der Macht.

Darauf haben sich die Herrscherhaeuser, der Adel und der ganze Klerus aufgebaut:
Zuerst war die Idee- dann wurden weiter und weiter neue Ideen eingebunden.
Aus dem Gilgameschepos wurde das Alte Testament, dann kam das Neue Testament und daraus der Katechismus.
Manche Religionen haben sie separat gehalten, andere sind Parallelentwicklungen-
im Grunde sind sie alle aus dem gleichen Gedanken entstanden:
Ein Instrument zur Macht ueber die Menschen zu haben.
Man steuerte quasi den Menschen aus seinem eigenen Hirn heraus:
Der Hebel war das "schlechte Gewissen".

Der Adel machte die weltliche Macht mit Gesetzen,
der Klerus die himmlichen Gesetze- so war Koerper und Geist beherrschbar,
aus diesem Grund hat der Staat und die Kirche gut zusammen gearbeitet.

Der Klerus hatte sogar die "Beichte" eingefuehrt,
mit deren Hilfe man dem Priester -unter dem Siegel der Verschwiegenheit-
alles persoenliche anvertraute oder anvertrauen musste.
(Wer das nicht tat, war in "schwerer Suende" und sofort unter der geistigen Gefangennahme durch das schlechte Gewissen)

Die Elite beherrschte von nun an die Dummen und Fleissigen und Ehrlichen und Starken und Einfaeltigen,
die man heute "Leistungstraeger" nennt- damit sie fleissig weiter werkeln und gut folgen und tun,
was ihnen "vorgeschrieben" wurde.
Mit einer Unzahl an Gesetzen und Verordnungen und Regeln auf "wichtigem" Papier,
ist der Mensch zum willfaehigen und jederzeit manipulierbaren Instrument geworden.
Heute haben Papiere mehr Macht als jeder Panzer, jedes Kriegsschiff.
Auf Papier werden Werte gedruckt, mit denen man alles kaufen kann, was das Herz begehrt.
Der Glaube an den Wert dieser Papiere
wurde nach und nach von dem Glauben an Boerse und Ratingagenturen und Plastikkarten abgeloest.
Nun ist der Mensch durch die moderne Technik des Multimedia und TF und TV glaesern geworden,
wer will und die Macht hat, kann alles mitlesen und kontrollieren..

Der Gedanke der Gedankenkontrolle "Religion"
hat sich zum allumfassenden Lenkungsinstrument der Machtmenschen entwickelt,
was laengst saemtliche Parteien und Organisationen aller Art bis zum Versicherungsunternehmen durchflutet.


Button

Zurueck zur Startseite -
Impressum