Das Murmelspiel , meine Satire - Ecke..


Kinder spielen gerne mit Murmeln und freuen sich,
wenn sie nach Hause kommen und mehr im Klickerbeutel haben als vorher, bevor sie andere #Murmelspieler trafen,
denen sie Murmeln abgewinnen
oder abluchsen konnten.
So harmlos, wie die Geschichte anfängt,
so durchdringend ist dieses Thema- früher wie heute!

Wer innerhalb seiner Familie spielte,
konnte abends seine Klicker wieder zurückbekommen,
ob eingefordert oder ganz einfach so-
wer aber mit anderen Kindern spielte,
hatte da ein Problem:

Es geht immer einer mit leerem Beutel nach Hause!

Wie man beim Murmelspiel erleben konnte,
so entwickelte sich das ganze Leben-
einer kam mit vielen Murmeln zur Welt,
der andere musste die verlorenen Murmeln der anderen aufsammeln und bekam ein wenig davon ab..
meistens sehr wenig,
besonders wenn die Konkurrenz groß war
oder absichtlich groß gemacht wurde:

Je mehr sammeln mussten, um so billiger wurden sie,
um so größer wurde der Gewinn der Auftraggeber,
die so in den Besitz von Murmeln kamen,
die früher verloren oder vergessen
oder von den anderen Spielern
-noch nicht- aufgesammelt worden waren..

Nun sind also Murmelbesitzer
und Murmellose auf dem Spielplatz-
die Kinder ohne Murmeln wollen auch spielen
und so leihen sie sich von denen, die viele Murmeln haben.
Die Besitzer des vollen Säckchen's wollen dafuer aber etwas mehr zurück, als die Menge an Murmeln,
die sie verliehen haben.

Unter Druck spielt nun der "Murmelnehmer", damit er dem "Murmelgeber" seinen Anteil geben kann
und womöglich für sich noch die eine oder andere Murmel-
als Startkapital für das nächste Spiel
behalten kann.

Mal geht es gut
und er kann die geliehenen Murmeln wieder zurück geben:
Mal geht es plus minus null aus, mal muß er noch mehr leihen um seine Schuld zu begleichen,
das geht zuweilen so weit, bis ihm niemand mehr was leiht und er nie wieder mitspielen darf..

Würden sich nun Mitspieler, die keine Murmeln mehr haben und auch keine mehr bekommen,
auf Wetten versteifen, die den einen oder anderen Murmel-Champion favorisieren, entstünde ein neues Spiel, das seine eigenen Regeln hat, das erst einmal ohne konkrete Murmeln auskommt.

Erst im konkreten Falle des Gewinns oder Verlustes würden Murmeln fällig und die "Murmelschuldscheine", die oft ohne "Deckung" sind, auffliegen als Gaunerei.
Es reicht das Versprechen, Murmeln als Gegenwert der Wette einzusetzen und diese Wette auch einzuhalten.
Auf diesem "Versprechen" oder "Glauben"
basiert heute vieles.

Bilden sich nun Murmelspieler-Verbände,
die zusammen und gegen andere Cliquen spielen,
die jeweils ihre Gewinne und Verluste teilen,
kommen nochmal andere Regeln in's Spiel.

"Verkauft" nun einer der Wett-Spieler seine Wette noch vor dem Anpfiff, ist der nächste Markt
der Verkaeufe erreicht.

Irgendwann nehmen sich Wett-Spieler Anteile an einem siegreichen Murmelspieler, geben dort ihre Murmeln ab und warten auf den Erfolg und die Zugewinne- dieser gute oder glückreiche Spieler wird mit immer grösseren Einsätzen spielen
und so sind weitere Regeln entstanden.

Um diese Regeln kuemmern sich weitere Mitmacher,
die alles aufschreiben und die als Schiedsrichter fungieren,
andere helfen dabei und "vertreten" die Parteien,
die im Streit liegen.

Daß dabei Verdrehungen und Schiebungen passieren koennen, liegt auf der Hand, weil eine Menge an Murmeln im Spiel sind, die schließlich alle begehren.

Sicherlich werden Spieler auf den Gedanken kommen, diese Regeln zu normen, damit niemand mogeln oder "tunen" kann,
um zu kontrollieren und Verstösse dagegen zu ahnden,
was die nächste Gruppe auf den Plan ruft.

Der nächste Murmelspieler spielt nicht mehr selbst,
sondern "versichert" die Murmeln anderer gegen Verlust oder Diebstahl, gegen Beschädigungen der Murmeln,
was ein Wertverlust beim Tauschen wäre und erhält dafür auch eine bestimmte Anzahl an Murmeln.

Wer Murmeln zuviel hat, kann diese bei einem Murmelverleiher "anlegen" und anschließend als Gewinn ein wenig mehr Murmeln zurückbekommen, die letztlich von den armen Spielern stammen, die sich Murmeln leihen mußten - diese zahlen also den Gewinn der Anleger und den des Murmel-Verleihers.

An- und Verkäufer von Murmeln handeln mit dem momentanen Wert der Klicker, die je nach Größe und Beschaffenheit sehr unterschiedlich sein können und erzielen so ihren Gewinn.

Wer clever ist, "kreiert" Murmelsäckchen, die gerade "in" sind- was selbst ganz geschickt und äusserst hartnäckig propagiert wird- und bieten diese tollen Säckchen als Designer-Stücke an.

Der nächste -ehemalige- Spieler plant zwischen den Spielen "Werbepausen" für diese und andere "Non Murmel"-Ideen - - und bekommt dadurch seinen Teil der Beute ab.

Wer etwas auf sich hält, hat ein solches Säckchen und hebt sich somit von der Masse ab, der Neid wird ganz bewußt geschürt
und so wird das Geschäft belebt !

Diese Beute muss aber von irgendwo her real eingefahren werden- was dazu führt, dass Eintritts-Murmeln vor den Spielen
als Startgeld abgeführt wird.

Zuschauer, die keine Lust haben selber zu spielen, bezahlen um zusehen zu können oder gehen zu den Wett-Spielanbietern
um sich zu beteiligen.

Das ganze spielt sich innerhalb eines Wohnblocks oder Viertels ab- und nennt sich "Binnenmarkt"-

Was aber, wenn dort Klickerspieler aus anderen Stadtteilen oder Gegenden zu Besuch sind und mitspielen?

Die gewonnenen Kugeln werden in's andere Viertel mitgenommen, die geschuldeten kommen -vielleicht irgendwann mal- später, beim nächsten Besuch, wieder in's Viertel retour.

Dieses Risiko sichert ein anderer Mitspieler ab, der Versicherer, an den alle Mitspieler ihren Teil abtreten müssen-
eine neue Regel findet sich ein.

Ist nun dieser Absicherer in der Klemme, koennte dieser alle Spieler verpflichten, mehr Murmeln zu geben, damit er nicht als einziger mit Verlusten aus der Sache hervor geht.

Nun könnten noch viel mehr gelegentlich anwesende Mitspieler aus anderen Orten anwesend sein, die sich auch in ähnlicher Weise abgesichert haben..
"Globaler Wettbewerb" entsteht, indem Kugeln getauscht oder verkauft werden und jener aus dem Handel der Absicherer untereinander entsteht und die Wetten wieder anderer Spieler auf diese, deren "Börse" auch nicht leer sein soll - Wettspiele auf hoher Ebene, mit Murmel - Schuldverschreibungen auf Papier.

Die Spieler von anderen Vierteln könnten sich auch auch in anderen Revieren umsehen und deren Schwächen nutzen und die Murmeln mit nach Hause nehmen, was durchaus ein Gefälle zwischen Murmelbesitzern bedeuten kann - ob in Papierform oder real als Murmel-Ueberschuss.

Import und Export von neuen oder gebrauchten Murmeln zwischen den Vierteln schafft Gewinner und .. Verlierer, welche letztere sind, kann man sich leicht vorstellen:
Die, die sich Murmeln leihen mussten, die nicht mit der "goldenen Murmel" geboren wurden!

Wer mit vielen Murmeln startete, bekam automatisch langsam mehr und mit gutem Geschick noch sehr viel schneller mehr an Zugewinn, konnte andere Murmelspieler -ob reale oder virtuelle- verdingen, seinen Säckel füllen zu helfen:

Murmelgewinne und Zinsen wurden zum Selbstläufer,
häuften sich auf und führten dazu, dass immer weniger Murmelspieler in der Lage waren mitzuspielen, den Markt der Murmel-Erbettler aufblähten, bis wieder mal eine "Murmelreform"
eingeläutet werden musste,
wie schon so oft beim Murmel- oder Klickerspiel.

Nun ratet mal, wer bei dem Neubeginn, wo "jeder die gleichen Chancen" haben sollte, die Schnellsten waren...

(Die mit der goldenen Murmel in der Wiege
hatten den ganzen Platz aufgekauft,
auf dem das neue Murmelspiel stattfinden wird-
selbstverständlich mit allen Exklusivrechten)

Ein anderes Szenario der Entschuldung mittels "Regenschirm" kann man inzwischen in den Nachrichten sehen und hören- unter diesen "Schirm" kann derjenige "schlüpfen", der über seine Verhältnisse gespielt hat. Wenn -nach und nach- alle unter diesen Teppich kehren, fängt alles nochmal bei Null an.

Die Kontrollfreaks und Seilschaftler werden immer wieder als erste dicke da sein- und unablässig wie schon zu allen Zeiten- Wasser predigen und selber Wein trinken- wetten?

Ein Spruch auf einem Fachwerkhaus (ich glaube es war in Weilmuenster):
Wenn jeder vor seiner eigenen Tuere kehren wuerde, waeren alle Strassen sauber..


"Am gerechtesten verteilt auf der Welt ist der Verstand. Jeder glaubt, dass er genug davon habe."
Rene Descartes, franz.Philiosoph,1596/1650

"Unser Leben ist viel schwerer als das unserer Vorfahren, weil wir uns so viele Dinge anschaffen muessen, die uns das Leben erleichtern."
Julius Caesar (roemischer Feldherr und Staatsmann, 100 v.Chr. - 44 v.Chr.)

***

Meine Erkenntnis:

Die Bestimmer schieben die Figuren des grossen Schachspiels
wie Goetter die Wolken.
Mit Hilfe von Religion und Ethik lenken sie Mut und Feigheit,
bestimmen ueber Krieg und Frieden,
einzig zum Ausbau ihrer Macht.




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Deutschland

Diese frei erfundene Geschichte steht mit der Wirklichkeit nicht in Konkurrenz.
Jede Aehnlichkeit mit irgendwelchen Namen und Gegebenheiten wäre rein zufällig - aber:
Wie die Geschichte Roms lehrt, sind diese Gegebenheiten schon vor 2000 Jahren usus gewesen,
wo sich Sklaven eigene Sklaven halten konnten - und "Investoren"
mit "Leiharbeitern" ganze Manufakturen und hochspezialisierte "Agrarfabriken" (Villae) betrieben-
ganze Schiffe mit Getreide wurden genau dahin dirigiert, wo der meiste Gewinn zu erwarten war - echt und ohne Witz !

Ende




Tierrechte und Ethik und Gesetzlichkeiten


Vorwort:

Inzwischen bin ich laengst der Meinung, dass man sich mit der Akzeptanz sehr viel hoeherer
Endverbraucherpreise fuer Bio- oder Alternativ- Fleisch vertut,
denn die Haltungsbedingungen unterscheiden sich (leider) nicht wesentlich.
Hier auf dem Land sieht man eben vieles.
Der einzig signifikante Unterschied ist die Gewinnspanne, mehr aber auch nicht.
Auffallend ist, dass der Direktvermarkter keinerlei Zwischenhandelsverluste hat, keine
Transportkosten und trotzdem saftige Aufschlaege, ja bis locker zum doppelten Preis fuer sich
reklamiert, den einige Kunden in treuem Glauben an das Gute zu akzeptieren bereit sind:
Wenn nun also der Bruttogewinn durch gesparte Zwischenhandels- und Transportkosten
bald 3x so hoch ist wie bei dem ueblichen Vermarktungsprozess, dann weiss ich wirklich nicht,
wo fuer den Kunden und schon mal ueberhaupt nicht fuer das Tierwohl der Gewinn sein soll.

Die Tiere duerfen nicht aelter werden, als bei allen konventionellen Anbietern .
Die Haltungsbedingungen - tut mir leid - konnten wir hier noch nicht
oder nur in einem sichtbaren Fall (ueber Jahrzehnte!)
als tatsaechlich "artgerecht" ansehen.
(Wenn sich die Bezeichnung "Bio" nur auf das selbst angebaute Futter bezieht,
hat es das Tier auf keinen Fall besser, es gehoert schon sehr viel mehr dazu)

Die Achtung vor der Kreatur ist -leider- keineswegs die "Eingangsvoraussetzung"
fuer den Zuechter Tiere halten und aufziehen zu duerfen.
So weit sind wir noch lange nicht - die Forschungseinrichtung sind nochmal so ein Ding,
das gruseln laesst und Zoo's sind auch kein Spass fuer die Tiere.

Diese Thema ist NICHT politisch und deshalb gehoert das auf meine Schattenseiten
als ein Dauerbrenner fuer uns alle, es betrifft auf vielfaeltigste Weise und alle,
weil Pharma- und Kosmetik- und Chemie- Freizeit ganz einfach zusammen fliesst,
wenn es um Tierhaltung und Ethik geht.

Was mich immer wieder erschuettert ist, dass die vielen hochstudierten Leute
ganz offenbar keine klaren und eindeutigen Gesetzestexte schreiben koennen oder wollen,
die nicht auslegbar oder verdreht oder missverstaendlich oder verschlimmbessert sind..

ard.de/ Geliebt__gequaelt__getoetet__Mensch_und_Tier/4628594/index.html

Schlimme Bilder von Versuchstieren, grausige Aufnahmen von Schlachtungen und Zerlegebetrieben
taeuschen nicht darueber hinweg, dass -an obigem Beispiel- eine 9Jaehrige nicht mehr leben wuerden,
gaebe es die Tierversuche mit Herzklappen an Schafen nicht, viele Allergien bis zu Krebsarten
koennten nicht bekaempft werden, pharmazeutische und kosmetische Produkte waeren ein Gluecksspiel
und eines mit der Gesundheit der Patienten und Kaeufern aller moeglichen Dinge und Produkte.

Kann man beide Dinge in einem Beitrag zusammen mixen?
Diese Frage stelle ich zuerst, wenn es um Ethik geht.
Journalismus will im Auftrag der Veganer Stimmung machen gegen Steaks, Haehnchen und Co.
Ich finde, dass bei studierten Leuten und das sind Journalisten heute allesamt,
die Dinge auseinander gehalten werden sollten, ansonsten kann ich obigen Verdacht aeussern.

Die Ernaehrung der Menschen mit Fleisch (als Beilage, nie als Hauptbestandteil) ist wichtig,
damit eine ausgewogene Zusammensetzung und gesundheitliche positive Gestaltung klappt.
(Die Einseitigkeit der veganen Ernaehrung muss mit .. "Nahrungsergaenzungsmitteln", also
Dinge aus der Chemiefabrik ueberlistet werden..)

Und da beisst sich der Hund in den Schwanz.
Ich finde, dass man zu "Halal" und "Koscher" nochmal deutlicher Distanz beziehen sollte,
damit obiges Entsetzen fundiert greift - ich kann nicht ein Ding sehen und das noch grausamere uebersehen,
nur weil es "religioes" bedingt oder von der Religion "vorgeschrieben" wird !
Die Diskussion ist angestossen und so sollten die Grausamkeiten aufs Tapet
und kuenftig deutlich strenger geahndet werden,
genau wie fehlender oder mangelnder Tierschutz zugunsten von noch mehr Profit !

Ein Kommentar zu dieser Sache, den ich unterschreiben kann, der mein Wissen dazu spiegelt:
"Ich moechte einmal nur auf den Konsum von Fleisch zu sprechen kommen.
Beide Berichte " Ich toete ein Tier " , zu einen bei der Schlachtung zum anderen auf der Jagd,
koennten vielleicht helfen Tiere nicht nur als das Produkt Fleisch
sondern auch wieder verstaerkt als lebendes Wesen wahr zu nehmen.
Allerding muss ich sagen das ,zumindest der Bericht ueber die Schlachtung,
auch sehr genau zeigt wie weit wir unsere Nahrung als Industrieprodukt wahrnehmen.
Das die Journalistin letztendlich nicht in der Lage war das Schaf selbst zu toeten
macht sie sympatisch und menschlich, hat aber auch gezeigt das Berufe wie die des Schlachters
oder Metzgers aus der Notwendigkeit heraus entstanden sind
das eben NICHT jeder Mensch ein Tier toeten koennen muss.
In meiner Jugend war es auf dem oeffentlichen Wochenmarkt durchaus noch ueblich Gaense,
Enten und Huehner lebend mit auf den Markt zu bringen und ,wenn gewuenscht,
auch dort zu schlachten.
Das gleiche galt fuer Fisch, in grossen Faessern schwammen die meisten herum
und wurden fuer die Marktkunden geschlachtet.
Aus der Oeffentlichkeit hat sich das ja erst verabschiedet als es in den Haushalten selbstverstaendlicher wurde
einen Kuehlschrank zu besitzen.
Mehr auf Nachhaltigkeit setzen, Tiere in einer oekologischen Umgebung aufziehen .
Das waere meiner Ansicht ein Anfang."

Hier koennte ich noch viel Phantasie einfliessen lassen,
z.B. um eine natuerliche Gefluegelfarm oder Bauernhof..
ich glaube, das werde ich wohl auch bald mal in Angriff nehmen:



Der Harzerhof,


eine fiktive Idee, wie man Tierhaltung und Ethik unter einen Hut bekommen koennte-
wie gesagt, koennte, waere der Wille zu Umdenken vorhanden..

Am Rande eines abgelegenen Dorfes im Taunus war ein altes Bauernhaus,
ein sogenanntes "Nebenerwerbs-Bauernhaus" aus alten Tagen.
Ziemlich marode, ziemlich schlecht ausgestattet, an einer Ausfallstrasse gelegen.
Der Anblick war nicht gerade erfreulich, die Besitzer des Hauses waren wohl eher arm
und kamen gerade mal so eben ueber die Runden.

Huehner hatten diese Leute schon immer, genau wie Hasen und Puten, Enten und Gaense.
Einige Dorfbewohner versorgten sich dort mit Festbraten und Eiern.

Selbstverstaendlich musste auf die Hygienevorschrift und Tierhaltervorgaben
ganz genau geachtet werden.

bauernhahn.de/rechtsfragen und gartenhuehner.de/huehnerhaltung/ und huehner-haltung.de/wissen/ums-huhn/anfaenger/ und huehner-haltung.de/wissen/ums-huhn/anfaenger/ und hofdirekt.com/frageantwort/wann-eier-stempeln-81.html und landtreff.de/anzahl-huhner-fur-unproblematischen-hofverkauf-t90819.html

***

An dieses Bauernhaus grenzte eine kleine Scheune, eher ein Schuppen mit Gemuesekeller,
ein guter Bauerngarten, der mit ordentlich viel Mist geduengt wurde und
der Eigenversorgung diente.
Entlang der Ausfallstrasse war eine lange Senke, die zu diesem Hof gehoerte.
In dieser Senke lief ein winziger Wasserlauf, auf beiden Seiten auf der Anhoehe war
Schwarzdorn,- Schlehen,- und Hagebuttengestruepp bis sich dieses Talchen
oben vor dem Feldweg schloss.
Von keiner Seite einsichtig war im innern eine satte lange Wiese,
auf welcher die transportablen Huehnerkaefige immer ein Stuecklein weiter
gebracht wurden, damit stets frisches Gras fuer die jeweils 10 Huehner war.
An den Kaefigen waren die Legenester, gut geschuetzt vor Fuchs und Marder.
Die Eier wurden dann taeglich von aussen entnommen.
Ab und zu sorgte der praechtige Hahn fuer Nachwuchs und
eine wuselige Schar Kuecken war im jeweiligen Kaefig die Attraktion.
Im kuehlen Gemuesekeller in mit Stroh gefuellten Koerben lagen die Eier
bereit, nicht sortiert - grosse und kleine schoen durcheinander.
Die Preise wurden - wie uebrigens in China auch, wo sich der Sohn
der inzwischen verstorbenen Kleinbauernfamilie ein Beispiel nahm,
in 500gr oder Pfundmengen verkauft.

Der Sohn hat nebenbei bei einem Biobauern oder Direktvermarkter gearbeitet
und sich ein Zubrot verdient - leben kann man von 50 Huehnern ganz sicher nicht..

Der Lagerraum war frueher schon gekachelt und die Eier hatten die Eltern schon gestempelt-
der Kontrolle durch die Behoerden konnte der Sohn ruhigen Gewissens entgegen sehen.

Die Huehnerhaltung war mehr als nur "Bio", den Tieren ging es richtig gut auf ihrer Wiese.

Fertigfutter kam nicht in Frage, Mais und Getreide wurde vom nahen Bauernhof geholt,
fuer den langen Winter, bis das Gras wieder so weit war.

Nun fiel dem Sohn ein, dass die vielen kleinen Zimmer in dem alten Haus eigentlich ganz gut
zu vermieten seien - und so kam der Gedanke, 5 weitere Hausgenossen aufzunehmen:
Sozialhilfeempfaenger, allein stehend wie er selbst, die sich auf dem Hof
ein paar Groschen dazu verdienen koennten.
Die Behoerden zickten herum, wie immer, dennoch hat das Vorhaben an Fahrt gewonnen.
Aeltere, nicht mehr vermittelbare Leute mit geringen Anspruechen zogen ein,
kochten in der gemeinsamen Kueche, gingen in das gemeinsame Bad -nach festen Regeln-
und arbeiteten Hand in Hand ein wenig auf dem Hof, im Garten, mit dem Gefluegel -
jeder tat das, wozu er oder sie in der Lage waren.

Niemand von diesen -beinahe- Alten wollte am Abend fern sehen ,
die Unterhaltung in der alten Wohnkueche war allen am liebsten:
Eine grosse alte Couch, ein grosser alter Tisch, ein 3 Stuehle und ein Korbsessel -
der uralte Kuechenherd wurde noch mit Holz befeuert und heizte gut ein.

Luxus war ein Fremdwort und "Informationsgesellschaft" ebenso.

Die Behoerdengaenge sind recht schnell abgewickelt worden,
weil fuer Alleinstehende immer schon viel zu wenige Kleinstwohnungen auf dem Markt waren.
(Die sind wohl auch fuer Investoren ein wenig lohnenswertes Ding)

Der Sohn und die 5 Mitbewohner haben sich -nach und nach-
auf die Aufgabenbereiche aufgeteilt, die von den jeweiligen Personen am besten
bewaeltigt werden konnten.
Einer kocht gerne, der Naechste macht lieber sauber, eine will die Fuetterung der Tiere uebernehmen,
ein anderer Mitbewohner macht den Hauswart, seine Bekannte vermarktet die Produkte,
der Sohn selbst macht die Buchhaltung und die behoerdlichen Belange, schlachtet und zuechtet.
Jede(r) hat beim jeweils anderen abgeschaut, was im Krankheitsfall uebernommen werden muss.

Die typische Langeweile der Arbeitslosen war aufgebrochen und neuer Lebensmut kam auf!

Man kam ueberein, eine gemeinsame Notkasse zu gruenden, in welche gemeinsam eingezahlt wurde,
wenn etwas uebrig war, betreut von der Tierfuetterin, die unabhaengig von verwalterischen Aufgaben war.

Nach und nach kamen mehr Tiere dazu, die Gefluegelzucht weitete sich aus -
bald konnten 100 Eier am Tag verkauft werden.
Die Enten- und Gaense-Eier waren bei Insidern und Gastronomen der Renner,
diese sind freilich seltener und sehr viel teurer als Huehnereier!

Im Bauerngarten halfen alle ein wenig mit, wenn Arbeiten anstanden -
praktisch "nach Feierabend", statt TV und Unterhaltungsmedien.
Anschliessend trank man ein Glas Bier oder Bowle auf der Bank.
Der Gartenteil mit den Kraeutern wurde sehr beliebt - und fand auch bei den Eierkunden
zahlungswillige Bereitschaft.

Dann kamen Leute vom Finanzamt, dann vom Gesundheitsamt und immer und immer wieder
waren lange Vorschriftenkataloge zu beachten, dann kam das Umweltamt,
die untere Wasserbehoerde und ..
das Verbot "Oberflaechenwasser mit Tierfaekalien zu kontaminieren"..
Angeregt wurde manche Behoerde "von einem Mitbewerber", wie man vertraulich mitteilte.

Der "Rat" wurde einberufen, wo der Sohn mit seinen Kumpels ueber das weitere Wohl und Wehe
diskutierte - und diskutieren hatte man inzwischen gelernt,
wenn so unterschiedliche Menschen jeden Tag so eng zusammen leben.
Die Loesung war aber schnell gefunden:
Der Gartenbau sollte fortan das einzige Standbein werden,
denn die Voraussetzungen waren geradezu wunderbar, was bei dem vielen natuerlichen
Vogelduenger kein Wunder war.
Ein paar Huehner fuer den Eigenbedarf wurden beibehalten, darauf wollte niemand mehr verzichten!
Nun haben die Bewohner einen -zulassungsfreien- Gartenteich ausgehoben, der aber tief genug
war, um genuegend Wasser fuer die Pflanzen entnehmen zu koennen.
So kann es gehen, wenn einfach zu viele Menschen im Land sind, die an Gesetzen,
Vorschriften und Vorgaben - und somit an der eigenen Darseinsberechtigung basteln.
Einige Gesetze sind sinnvoll, eine Menge jedoch nicht -
ueber diese Dinge wollte diese kleine Schicksalsgemeinschaft aber nicht laenger nachdenken,
weil das - und da war man sich einig - ein Gruebeln und somit gesundheitsschaedlich geworden waere.

Die Sozialbehoerde schickte immer wieder Mitarbeiterinnen (wieso eigentlich immer Frauen?)
zur Begutachtung der Situation und Unterbringung der 5 Insassen dieser "Wohnanlage",
die immer noch "nur" ein altes Bauernhaus geblieben war.
Die Leute hatten sich gerade im Garten versammelt, um ueber neue Beete zu beratschlagen,
als diese beiden "Damen" dort aufkreuzten und mit ihrer Moralpredigt anfingen.
Das war nicht richtig, jenes "nicht ordnungsgemaess", hier gab es "Handlungsbedarf" und
ueberhaupt sei die ganze Anlage nicht von der Behoerde bewilligt und genehmigt worden..
..sie waeren nun schon das 3. Mal hier und es habe sich noch immer nichts gebessert,
die "hygienischen Zustaende" in der Kueche waeren nicht dazu "angetan", dass die "Heiminsassen"
ausreichend geschuetzt und versorgt waeren, so die beiden wichtigen Frauen.

Die Rechnung hatten die Beiden aber ohne den Wirt gemacht, der ganz schnell zur Stelle war:
Die Tochter eines Bewohners war Anwalt und so war das Problem der ungespuelten Teller schnell vom Tisch,
die Sozialhilfen der Bewohner wurden weiter gezahlt, genau wie die anteilige Miete fuer jede Person.

(Dieses Geld konnte der Sohn gut gebrauchen, weil er keine Zuarbeit auf dem Biohof leisten wollte:
Er nahm an, dass damals die Anzeige beim Gesundheitsamt bezueglich der Gefluegelhaltung von dort kam -
denen er schlicht und ergreifend ein Konkurrent geworden war..)

***

Die finanzielle Basis war also schon halb gelegt, nun sollte der Verkauf von Gemuese -
eher noch der an frischen Kraeutern beginnen, wenn genug Material parat ist.

Die Kontakte zur Gastronomie wurden geknuepft und dann rollte der Rubel.
Eine Bewohnerin kannte sich gut mit den Kraeutern aus, der Rest war aus dem Internet zu erfahren-
alles kein Problem, der Boden war gut und fruchtbar in diesem kleinen Talchen,
Wasser war genug da und Helfer, die Unkraut zupfen, jaeten und Ungeziefer ablesen wollten -
alles ganz ohne Chemie, ohne "Biosiegel" und ohne Vorschriften.

Reich wird man dadurch freilich nicht, zumal die Saison nicht lang ist..

Ein Hausbewohner hat danach ein kleines Referat ausgearbeitet und vorgetragen:

"Die Idee der "Direktvermarktung" ist eine feine Sache - aber..
..dazu muss doch so einiges bedacht werden, was nicht nur mit der Anmeldung bei den Behoerden zu tun hat.
Feste Oeffnungszeiten sind schon mal ein sinnvoller Anfang und keine Selbstbedienung,
sondern ein Laedchen mit Theke.
Das ist gut um den Hygienebestimmungen zu genuegen
und man muss sich nicht um Diebstaehle sorgen.
Ein paar Stuehle im Eingangsbereich neben der doppelfluegligen Glastuer -
nur nach hinten sollte ein Fenster sein, um Strom zu sparen.
(So ein Laden darf nicht zu arg in der Sonne aufheizen)
der Laden sollte mit einfachen weissen Fliesen gekachelt sein
und mit einfachen Standregalen versehen sein, die man leicht wegruecken kann.
Die Reinhaltung ist sehr wichtig - so muss auch die Theke aus einem Material sein,
das gut sauber zu halten ist.
Statt Verpackungsmaterial sollten die Kunden Tueten oder Koerbe mitbringen,
was diese Leute bestimmt als umweltschonend schaetzen werden.
(nebenbei spart das auch noch Geld)
Das Sortiment wuerde ich mir so vorstellen, dass alles denkbar waere,
was man sonst nicht so leicht in den Geschaeften oder auf Maerkten finden wird:

Steinofenbrot und richtig gute Hausmacher Wurst
(keine grosse Auswahl, dafuer aber richtig gute Qualitaet),
geraeuchert und in Dosen.
Wiesen-Heubuendel fuer Haustiere, gepresst.
Brennstoff-Briketts aus Mais- und Getreidestroh.
Trockenes Ofenholz, gebuendelt.
Edelbraende von hiesigem Obst.
Obst von der Streuobstwiese
Frische Kuechen - Kraeuter in Tontoepfchen gepflanzt.
Frisches Gemuese der Saison
Eier, Huehner, Gaense, Wild, Schweine- und Rindfleisch.
Butter und gute Milch gehoeren dazu.

Das Angebot kann durch Zulieferer ergaenzt werden und als Geschaeftsprinzip
auch auf Kundenwuensche eingehen, Vorbestellungen annehmen und anliefern.

Auf jede Art von "Oekolabel" wuerde ich ganz bewusst verzichten,
dafuer die Preise zivil halten!
Dass die Landwirte und Erzeuge nur so viel spritzen, wie unbedingt noetig ist,
um ueberhaupt ernten zu koennen wird jeder bestaetigen, der damit zu tun hat !
Gesunde Erzeugung sollte immer oberstes Gebot sein und moeglichst grosse Unabhaengigkeit behalten -
deshalb landet man fast automatisch bei der "Oekolandwirtschaft",
die in Wahrheit die alte oder hergebrachte Art der landwirtschaftlichen Nutzung ist,
bevor das Chemiezeitalter anbrach.
Ein wenig "Verbraucheraufklaerung" gehoert allerdings schon dazu -
ohne in Richtung Sensationspresse zu quoten.

(So ein Vorhaben kann aber nur gelingen, wenn man das Anwesen nicht eigens dafuer kaufen
musste und auch nur dann, wenn man einige Dinge selber machen kann -
sonst frisst die Bank die Arbeit UND den Gewinn von mindestens zwei Einkommen locker auf.)

Deshalb wird es wohl am einfachsten sein, wenn man die Sache aufteilen kann:
Niemand kann alles alleine herstellen, deshalb werden div. Hersteller Regalabschnitte pachten
und die Logistik in der Hand des Hofbesitzers belassen,
der sich dann auch um die Promotion, Parkplaetze und Gebaeude kuemmert.
Und da waere ich schon bei einem heiklen Thema:
Der Standort des Ladens sollte nicht so weit ab von einer belebteren Strasse liegen,
am besten ist es wohl, man sieht von dort die Reklametafel, die auch dazu gehoert.
"Klappern gehoert zum Handwerk".
Leicht anzufahren, gut zu parken ist schon halb verkauft..
..was nuetzt ein noch so genialer Laden, wenn ihn keiner kennt und keiner sieht?
Das ist viel besser als teure Radio, Fernseh- oder Zeitungswerbung !
Flankierend wuerde ich mit einer Heissluft-Fritteuse verschiedene Kartoffelsorten zur Verkostung anbieten -
und wie nebenbei noch ein paar von diesen Fritteusen verkaufen:
Wichtig ist der Service und dass der Kunde etwas -freundlich- gezeigt
oder sofort vorgefuehrt bekommt !
(Schaelen und schneiden der Kartoffeln gehoert selbstverstaendlich dazu:
Frisch ist frisch !)
Dabei kann man auch gleich den Pommesschneider und das Schaelmesser verkaufen,
ggf. sogar gute Kuechentuecher aus Halbleinen, wie das Hausfrauen schaetzen.
(Baumwolle ist Murks und zum Abtrocknen kaum geeignet)

Regional - Kauf ist heute "in" und sollte richtig vermarktet werden,
das kann man den "Alternativen" nicht ueberlassen, das wird nix..
"Normalos", welche bekanntlich die groesste Gruppe der Kaeufer sein werden,
kann man aus dem Massenmarkt ein wenig zur Seite ziehen -
das geht aber nur, wenn sich die Qualitaet um einige Klassen besser zeigt,
als die der Massenprodukte im Supermarkt und Diskounter;
und hier liegt vermutlich die Crux, weil Bauern und Oekos schnell reich werden wollen!

(Bei der letzten Wanderung fiel uns ein Schild an einem alten grossen Hoftor auf,
dessen geoeffnete Haelfte den Blick in das historische Gehoeft freigab:
"Hausmacher Wurst und oekologisch angebautes Gemuese zu verkaufen"
..stand am Tor angeschlagen.
Im Geiste habe ich schon ueberlegt,
wieviel Raeucherwurst im Rucksack untergebracht werden koennte ..
Bei der Wendung durch das Tor sah ich als erstes eine sehr fette Oberklasse-Limousine..
und alles roch nach teurer Ausstattung und Geld !
..aha, dachten wir beide, das soll also von uns finanziert werden!
Die Reaktion war klar: Weg hier, die ziehen uns das Fell ueber die Ohren!)

Deshalb wird der Frischmilchautomat und so mancher Bioartikel
weiter in den ueblichen Laeden gekauft werden, wenn man sowieso schon mal da ist.
Und so denken die allermeisten Leute.
Das ist der Grund, warum Direktvermarktung nicht so recht klappen will,-
desgleichen die mangelnde Faehigkeit oder Willen Kritik zu ertragen:
Selbst aeusserst sanft und mit Engelszungen vorgetragenen Bemerkungen zur Qualitaet,
zur Wuerzung oder dem Aussehen der Produkte sind NIEMALS angenommen,
angekommen oder willkommen gewesen, bei keinem der Direktvermarkter !

Als juengstes Beispiel kann ich eine total mit Nitritpoekelsalz verwuerzte Raeucher - und Dosenwurst nennen.
(Kartoffelwurst)
Die konnte ich nur zum Salzen von Bratkartoffeln nutzen - nicht mal fuer Hund und Katz' geeignet..
..diese suendhaft teure Ware.
(Dabei weiss jeder, dass gerade Dosenwurst eine Vollkonserve ist, die keinerlei Haltbarkeitsstoffe braucht)
Hier geht es dem Kunden wie im Laden oder in der Auto - Werkstatt:
"Das haben wir ja noch nieeeee gehoert, sie sind der ersteeeee der sich jemals darueber beschwert hat!"
"Diese Ware verkaufen wir gut, den anderen Leuten gefaellt sie also."

Irgendwie verwenden alle die fertigen Mischungen aus der Chemiefabrik,
egal ob es Baecker oder Metzger sind..
..ab und zu hat mal einer ohne Brille dosiert!

"Na gut, dann kaufen wir halt woanders oder dort keine Wurst mehr,
nur noch Eier und Kartoffeln -
etwas rumort aber in mir weiter -nach einer solchen frechen Antwort-
Andere Kunden gehen stillschweigend weg, ohne zu reklamieren.
Das werde ich kuenftig wohl auch so machen
und lieber wieder alles beim Diskounter oder im Supermarkt holen"

So schloss er seine Erlebnisse zu diesem Thema und auch sein kleines Referat.

Geklatscht hat keiner, dann laeutete es an der Haustuer.
Ja bitte?
"Ich komme vom Gesundheitsamt, es gab da eine Anzeige bezueglich hygienischer Maengel
bei den Blattsalaten und dem muss ich nachgehen"
Die Frage nach dem Kunden, der diese Anzeige gemacht hat, blieb unbeantwortet.
"Mein Kollege und ich sind befugt, diese Dinge j e t z t zu kontrollieren."

Gesagt, getan - man nahm ein paar Proben und Abstriche mit und verschwand bald wieder.

Tags drauf hat der Sohn nochmal beim Biohof vorbei geschaut
und ist dort so seltsam abgefertigt worden..
dabei wollte er nur Samen kaufen!

Oh, sinnierte er auf dem Heimweg- das war wohl eine boese Falle von diesen Hofleuten,
obwohl ich denen immer geholfen habe, auch am Sonntag und wenn jemand krank war.
Gut, ich habe Geld dafuer bekommen, aber viel war das nicht, weniger als eine Putzkraft bekommt.
Er ueberlegt noch immer, wie er seine Gedanken den Mitbewohnern plausibel werden lassen koennte,
als auf dem Hof ein Streifenwagen mit Polizisten auftauchte..

"Wir haben den Auftrag ihre Unterlagen oder Buchfuehrung zu sichten, der Herr Strohmann
vom Finanzamt ist im Wagen und wirft ein Auge darauf."

Die Unterlagen waren zwar in Ordnung, aber in einfachster Art und Weise, wie das heute
"eben nicht mehr geht", so ganz ohne Computer und "Elster-Software" des Finanzamtes.
"Auch wenn keine Steuerhinterziehung vorliegt, ist dennoch die Angelegenheit in der modernen Form nachzuliefern."
Basta, "ist zu tun" und "hat stattzufinden", wie im Kaiserreich.
Der Computer war zwar da, er vertrug diese Software aber nicht, die man angeblich
"downloaden" koenne - die aelteren Leute in dem Bauernhaus jedoch waren nicht dazu in der Lage,
auch am naechsten und uebernaechsten Tag nicht.
So packte der Sohn den ganzen Ramsch in sein altes Auto und fuhr zum Finanzamt in die Stadt.
(Selbstredend mit Termin, den man nur zaehneknirschend einraeumte)

Nach zwei Stunden war die Kuh vom Eis und er hat sein Unternehmen abgemeldet,
als Zugestaendnis fuer den guten Willen des Sachbearbeiters.
"Sie koennen von einem Gottesglueck reden, dass die Gesundheitsbehoerden der Anzeige ihres
Mitbewerbers nicht weiter nachgegangen sind - das ist eben nur moeglich gewesen, weil sie auf
ein weiteres Betreiben der nicht genehmigten Erzeugung -wegen fehlenden Gesundheitsnachweisen und
Bodenanalysen etc.- seien sie froh, dass alles so glimpflich und ohne Strafe ausging !"

Am naechsten Tag war eine laengere Debatte unter den Hausbewohnern.. zumal ein Pfaendungsbescheid angekommen ist:
Man hatte Schulden machen muessen, um Geraete und Samen, Huehner und Kaefige kaufen zu koennen,
ebenso einen gebrauchten kleinen Transporter, um die Waren zum Markt zu fahren.
Die Sparkasse hatte von irgendwo "zugesteckt" bekommen,
dass dieser Harzerhof nicht mehr zahlungsfaehig sei und hat entsprechend reagiert.
Das Anwesen kam "unter den Hammer" und der Biohof in der Naehe hat ihn ersteigert,
fuer guenstiges Geld- das immerhin alle Schulden gedeckt hat.
Man kam uebereins, dass dringender Handlungsbedarf bestand,
was aber nur mithilfe des Sozialamtes geschafft werden koenne, denn dieses zahlt die Miete
und den Unterhalt der 5 Mitbewohner und nun auch noch fuer den jetzt arbeitslosen Sohn ..
welcher inzwischen ohne legitimem Wohnsitz war.

Ein Anruf kam, noch bevor das Telefon abgestellt worden war -
der Biobauer laed zu einem "persoenlichen Gespraech alle 6 Bewohner des nun erloschenen Harzerhofes ein -
Dienstag 14,45 Uhr, bitte um puenktliches und vollzaehliges Erscheinen - wie es hies,
"andernfalls wird das Sozialamt benachrichtigt, falls sich eine Verweigerungshaltung zeigt".

Ist das nicht herzig?

Die 5 Leutchen fanden sich - pflichtgemaess - im Buero des Biohofes ein, eine Kuerzung der Harz-Zuschuesse
wollte keiner riskieren, ausser dem Sohn des Harzerhofes, der kam nicht.
Die 5 warteten 15 Minuten und wurden nochmal vertroestet,
"weil der Chef im Moment bei wichtigen Geschaeften" sei.
Niemand bot Kaffee oder Wasser an, so hockten sie stumm und verschuechtert inmitten der
feinen alpenlaendisch anmutenden Ausstattung des grossen Bueros herum.
Der Chef kam, warf seine Jacke ueber den Haken und polterte:
"Soso ihr seit also die Crew des armseeligen kleinen Hofes im Tal, den ich - wie einige andere auch -
hinzu gekauft habe - eine feine Crew, der feine Herr Sohn hat sich gleich verdrueckt - sauber !
Vermutlich auch noch alles Laien, die von Tuten und Blasen keine Ahnung haben - was?!
Geben sie im Buero ihren Lebenslauf und Bewerbung ab, dann werde ich sehen,
ob ich den einen oder anderen Bewerber einstellen kann, das habe ich versprochen.
Bis dahin koennen sie alle in der Bruchbude wohnen bleiben - bis zum 1., dann wird Miete faellig!

Wow, noch 10 Tage Gnadenfrist, das ist aber grosszuegig euer Gnaden..
"Sie brauche ich schon mal nicht, wie heissen sie?"
Herbert Klemm - warum fragen sie?
So, nun muss ich weiter - ich erwarte ihre Bewerbungen bis Uebermorgen.
Rumms und die Tuer war zu.

"Daheim" hat man sich nochmal beraten und sah keinen anderen Ausweg, als entweder
die Bewerbungen zum Biohof zu bringen oder gleich zum Amt zu gehen und um Hilfe zu bitten.
Die Nacht war schal und unruhig.
Noch lange wurde geklagt und auch ein wenig geweint, dass nun schon wieder alle Lebensplaene
ueber den Haufen geworfen sein sollten, wie schon so oft in ihren durch Pech verfolgten Lebensjahren.
Ob durch Krankheit oder Scheidung oder Bankrott oder wodurch auch immer in die Armut geraten,
kamen die 5 vom Regen in die Traufe.

Am naechsten Tag haben die 4 ihre Bewerbungsboegen in der Stadt gekauft, der 5. ist in der Kneipe
versackt, obwohl er das schon seit Jahren nicht mehr getan hat.
Einen Kaffee koennen wir uns aber goennen und ein Plunderstueckchen, soviel Zeit muss sein!
Kaum waren sie beim Verzehr,
da heulte die Feuersirene und bald darauf fuhren die Loeschzuege durch die kleine Stadt.
Die Leute waren aufgeregt und zeigten auf den nahen Huegel,
wo man einen hellen Lichterschein am schon duesteren Himmel sehen konnte:
Mein Gott, der Biohof brennt!
Ein Rennen und Durcheinander, an den Fenstern standen die Leute und besahen sich dieses Szenario -
"der Biobauer, bei dem brennt es doch dauernd"!
"man mag gespannt sein, wie lange das die Versicherung noch mitmacht, man tuschelt.."
Die Polizei raste am Cafe' vorbei und sah die 4 vom Harzerhof auf den Stuehlen an der Strasse sitzen -
ein besseres Alibi konnte die Mannschaft wohl kaum haben.
Der 5. lag in der Kneipe mit dem Kopf auf dem Tisch und war schon laenger nicht mehr Herr seiner Sinne.
Der Sohn - wo ist der abgeblieben?

Mit haengenden Koepfen sind die 4 zur Kneipe, haben ihren Kollegen eingesammelt
und unter die Arme gehoben, um zurueck zum Harzerhof zu gehen.
Dort wartete schon die Polizei und nahm das Protokoll auf:
Der Biobauer und seine Sekretaerin haben euch beschuldigt, Feuer gelegt zu haben.
Wir waren aber nicht dort, ehrlich nicht!
"Wir haben euch gesehen, ihr seid aus dem Schneider,
aber aufnehmen muessen wir das Protokoll doch, das werden sie wohl verstehen?"
So kam alles haarklein heraus, was auch der Reporter mitbekam, der sich gleich dazu gesellte.
Dieser meinte: "Wo ist denn der Sohn abgeblieben?"
Niemand wusste es und so wurde er fuer die Fahndung ausgeschrieben.

Man begab sich zur Ruhe, als ein schriller Schrei eines der Bewohner durch das kleine alte Bauernhaus gellte:
Er hat sich aufgehaengt- oben im Treppenhaus !
Wieder kam die Polizei - diesmal die Kripo gleich mit - und sie nahmen alle Spuren genau auf.
Der Gerichtsmediziner sagte:
"Der haengt doch schon gut seit 10 Stunden, wieso hat den keiner gesehen?"
Nun, wir sind frueh auf und haben die Kraeuter versorgt, dann in die Stadt um die Bewerbungsboegen zu kaufen..
..das Auto ist uns weggepfaendet worden, so mussten wir zu Fuss gehen.

Die Polizei nahm Bilder ab und den Toten mit - alle Spuren waren gesichert, der Tatort abgesperrt.
Zum Glueck waren dabei die Zimmer noch zugaenglich, wo die 5 wohnen konnten,
sonst haette man Notquartiere suchen muessen, wie die Leute vom Biohof.
(Die geschwind teure Wohnwagen aufgestellt hatten)

Der Biobauer hat sich in der Presse produziert und von "handgemeinen Halunken vom Konkurrenzhof" gesprochen
und sich oeffentlich ueber "dieses gemeine asoziale Pack" aufgeregt,
das er schon so lange hat "durchfuettern muesen, mit seinen Steuern".
(Kein Wort ueber die horrenden Preise und hohen staatl. Subventionen,
die er eingestrichen hat bei jedem sich bietenden Anlass.)

Die Kuehe und Tiere des Biohofes hat man - welch Wunder - zeitig retten koennen,
so meinte der Biobauer seine Tierfreundlichkeit der Leserschaft offerieren zu koennen..

Dann kamen die Leute von der Brandversicherung mit vielen Spezialisten - die ganz genau untersuchten,
warum wohl schon wieder (das 3. oder 4. Mal in diesem Gehoeft) ein grosser und teurer Brand ausgebrochen war.
Eine Stallmagd hat sich verbabbelt,
als sie die beiden grossen und suendhaft teuren Traktoren verbrannt in der Halle sah:
"die haetten sowieso dringend repariert werden muessen und das waere sehr teuer geworden -
mein Mann ist Landmaschinenmechaniker"
Das hoerte der Biobauer, welcher zischte:
Halten sie den Mund sie dumme Gans - morgen suchen sie sich eine neue Arbeit!

Das ist einem der Hilfsleute bei den Untersuchungen ins Ohr gedrungen
und so hat er es dem leitenden Kommissar gesagt.
"Welche Wertsachen und wieviel Geld ist verbrannt?" fragte dieser den Biobauern.
Hohe Summen wurden genannt - aber auch nach intensivster Suche nicht gefunden,
im Tresor waren nur stapelweise Papiere.
Der Versicherungsagent hob die Augenbrauen und notierte.

Die 5 aus dem Harzerhof mussten am 1. ausziehen und wurden vom Amt untergebracht,
jeder in eine andere Ecke des Bezirks, in einfachste Zimmer.
(Sie sahen sich danach nur noch selten in diesem Cafe)
Der Harzerhof wurde verkauft, um -zusammen mit den Resten und den Liegenschaften des Biohofes
durch die Konkursverwalter versteigert zu werden.
Den groessten Teil des Erloeses war als Geldstrafe fuer die Tat des Biobauern zu entrichten,
welcher die Tat nach fuenf Jahren im Gefaengnis gestand, um "milderne Umstaende" eingeraeumt zu bekommen.

***

So oder so aehnlich werden viele "alternative" Betriebe wurscheln muessen,
um ueber die Runden zu kommen - wohl meistens als Nebenerwerbsbetriebe,
wie man so schoen sagt.
Noetig waere das nicht, denn die vielen Schieflagen der EU Subventionspolitik
koennte auch breiter gestreut werden, statt immer nur groessere Betriebe in immer groesserer Form
zu beguenstigen, die schon so viel verdienen, dass sie alles von der Steuer absetzen koennen.
Wer aber wenig aus der Landwirtschaft zieht und nebenher noch arbeiten gehen muss,
der zahlt drauf, weil er kaum oder keine Einkommenssteuer zahlen muss.

Die Vorschriften sind fuer den Grossbetrieb wie fuer den Kleinbetrieb gleich,
wobei der Kleine diese Investitionen kaum bewerkstelligen kann -
und deshalb gibt es so wenig alternative Moeglichkeiten des Einkaufs fuer alle Kunden.
(Ohne die Banken kann keiner irgend etwas machen, die reiben sich schon mal die Haende -
ob durch "Lobbyarbeit" oder schier durch die vielen Vorgaben - das kann man sich aussuchen.)
Heute kann niemand mehr mit einer guten Idee anfangen und am Strassenrand seine Moehren
oder Eier oder Kartoffeln verkaufen, ohne entsprechende Nachweise oder Analysen,
wenn danach gefragt wird - so wird jedes Nahrungsmittel zum Fall fuer Behoerden der unterschiedlichsten Sorte.

Eine Konstrukt stuetzt sich auf das nachfolgende und so wird aus einer Vorgabe eine ganze Latte an
Regeln, Gesetzen, Vorschriften, Anordnungen, Verordnungen, Kontrollen und nochmals Kontrollen,
die alle sehr schnell vor Gericht landen, wenn sich ein Verdacht des Verstosses gegen obige
Kraken ergibt - es brauchen nur ein paar Kaeufer Durchfall zu bekommen oder
die Vogelgrippe durch Zugvoegel oder "Ehec" und dutzende anderer Erreger irgendwo gefunden worden zu sein,
schon geht es rund mit weiteren Kontrollen, Restriktionen und und und..

Ein Irrweg oder sind wir auf dem Holzweg?
Ich denke schon:
Wenn die Vorschriften- und Gesetzeskataloge mehr und enger gefasst restriktiven Charakter haben -
und das auch noch (fuer Laien) total unverstaendlich, dann haben wir mehr
DDR als Freiheit in diesem unserem Land -
auf diese Weise bereitet sich die Bildungsschicht die naechsten Revolutionen:
Irgendwann haben die Leute die Schnautze voll und sagen "ach was!"
"Brauchen wir das noch oder kann das weg?"
(Auf den Strassen ist die Anarchie bereits seit Jahren zu spueren,
bei der Steuererklaerung wohl auch, desgleichen bei den Wahlen)
Menschlichkeit ist wohl das Gegenteil von Studiertheit.

Die naechste Energiekrise koennte man mithilfe der vielen Gesetzesblaetter und Gerichtsakten loesen,
das wuerde bestimmt gut heizen - und: Vermissen wuerde keiner diesen alten Mist.
Eigentlich sollte fuer muendige Buerger, so man es diesen zugesteht,
der Paragraph 1 der Strassenverkehrsordnung reichen - oder?
(Jeder weiss was moralisch falsch ist und was nicht, Recht muss nicht aufgeschrieben sein,
wenn es direkt vor Ort von den Ortsgerichten verbindlich und unwiderruflich umgesetzt werden koennte.)
Wenn jemand einen anderen Menschen vergewaltigt oder erpresst oder umgebracht hat,
hat er sein Leben verwirkt - auf der Flucht erschossen -
das wuerde sehr viel Aerger und Kosten ersparen und waere ein sinnvolles Signal fuer Nachahmer-Taeter,
alle anderen Delikte sollten statt Haftstrafen besser durch Sozialarbeit abgegolten werden!
Ich weiss, wir haben einen Rechtsstaat, der wie ein Selbstlaeufer immer aufgeblaehter wird -
wollen wir warten bis er platzt oder lieber vorher handeln, bevor die Anarchie ausbricht?
Gesetze sind - ganz grundsaetzlich - feudal, egal wie sie erlassen oder erfunden worden sind.
(Es muss irgendwann man ein Ende haben mit dieser "stillen Post",
wo irgendwann mal irgendwer in ein Horn getutet hat und die nachfolgenden Generationen
an Schreiberlingen zig Verschlimmbesserungen angegefuegen konnten -
bis zur vollkommenen Unlesbarkeit der Gesetzestexte und was noch doller ist,
dass diese Konstrukte AUSLEGBAR blieben bis zum heutigen Tag,
was mir klipp und klar als eine "nachwachsende Resource" einer bestimmten Klientel vorkommt!)
Demokratie jedoch ist, wenn man dem Wandel der Zeit an der Mehrheit der Menschen abliest
ohne diese Feigenblaetter an "es steht so geschrieben" als Kaschierung von Macht behaelt:
Machtmenschen machen Gesetze und deren Lueckenausbesserungen und Anhaenge -
nicht die einfachen Leute im Land, fuer die der Staat eigentlich da sein sollte -
wenn sich diese Gesetze gegen immer mehr Bewohner richten und diese bevormunden,
dann stimmt mit dem Menschenbild derer da oben nicht nur etwas nicht mehr,
dann sind sie auf dem Holzweg zur Diktatur, zumal auch heute noch die Kontrolle
durch das Volk vollkommen fehlt..
so ist es immer nur eine Frage der Zeit, bis irgendwer wieder einmal einen Krieg anzettelt,
um daran zu verdienen - ob direkt oder indirekt ist dabei egal.