plaetzchenwolf - Kochen20-1 Vorwort


Die heftige Teuerung in der Coronazeit (2020-22) -Das Vorwort


Das Jahr der WOHLSTANDSKRISE (letzter) Teil XII das Jahr 2023


Diese Seite beleuchtet nur die positiven Aspekte dieser seltsamen und noch immer ungenannten Krise.
Ich meine, daß es nicht schadet, wenn Deutschland einen Gang zurück schaltet,
sonst finanzieren wir mit dem Übereifer andere Mentalitäten mit und das muß nun wirklich nicht sein.
Man muß auch dem Nachbarn nicht beweisen, was für ein toller Typ man ist- etwas weniger langt auch!

Wie auch immer, dieses letzte Tagebuch von mir soll ein wenig die Gefühle und Gedanken zur Zeit portieren,
die in schon so vielen kurzen Geschichten und Begebenheiten geschrieben worden sind.
Nochmal als Schlußakkord vertiefend - nur als meinen ganz persönlichen Eindruck
in der Betrachtung, die ich als "Wohlstandskrise" ansehe:
Ich bin 1951 als erstes von drei Kindern in einer Art Vertrauensperson meiner Eltern groß geworden,
auf die Geschwister einzuwirken und diesen ein Vorbild zu sein.
Die Eltern haben damals neu gebaut und das mit .. nichts:
Vater mußte sich zuvor um seine Mutter und die 4 kleinen Geschwister kümmern, die aus Frankfurt ausgebombt
und in einem Nachbardorf untergebracht worden waren.
Mein Großvater, väterlicherseits- war noch länger in russischer Gefangenschaft.
Meine Eltern wohnten auf Miete in unserem Dorf und ertrugen die Schikanen der alleinstehenden Vermieterin,
was wohl der Auslöser war, ein Wohneigentum zu gründen.
In den ersten 10 Jahren mußte die Wohnung im ersten Stock des neuen Hauses,
das noch lange unverputzt blieb, an eine Flüchtlingsfamilie billig vermieten,
weil Wohnraum knapp war - mithilfe der so fließenden Zuschüsse des Landes
wurde der Kredit für das Haus gewährt.
Mutter arbeitete halbtags als Putzhilfe in der Apotheke der nahen Stadt,
weil sie im "Landjahr" war und ihre Mutter und kleine Schwester- also selbst ohne Berufsausbildung blieb.
Sie arbeitete vor dem Putzjob in einer Fabrik.
Vater war gelernter Dreher und dann Kundendienstmonteur für Landwirtschaftsgeräte.
Der Garten und die Kinder und der Halbtags-Job waren für Mutter freilich sehr anstrengend,
das Wort Luxus war erst mal ein Fremdwort.
Ich will nicht zu sehr ins Detail gehen, nur so viel:
Beide hatten bescheidene schulische Vorbildung und entsprechend bescheidene Einkommen,
damals war die Förderung für Arbeiterkinder schlecht,
erst ab dem 3. Kind gab es Kindergeld,
Englisch sprach kaum jemand- dafür Platt.
Sparsamkeit habe ich also früh gelernt und immer versucht eine Tugend daraus zu machen.
Selbst habe ich mit 65 DM Lehrlingsgehalt angefangen und meinen Einzelhandelkaufmann gemacht,
mit ein paar Umwegen im sogenannten öffentlichen Dienst gelandet.

Nun wird schon klarer, weshalb ich so bedacht darauf bin, unseren beiden Kindern und den Enkeln
eine gewisse innere Bescheidenheit mit auf den Weg zu geben:
Wer hoch fliegt, fällt auch tief.
Man muß sich nicht immer weiter versklaven, um an noch mehr Geld zu kommen.
Irgendwo sollte ein "break even point" gesetzt werden,
wo Wohlstand nicht zur Gier und zum Geiz ausarten darf.
Man sollte mit "warmen Händen" geben, hat Mutter immer gesagt.
Wenn sich meine Eltern stritten, dann meist wegen des Geldes:
Mein Vater war von seinem Vater geprägt, für den Geld sehr wichtig war,
aber Mutter konnte irgendwie besser wirtschaften, also kümmerte sie sich um die Finanzen.
Großvater -Vaters Vater- bekam sehr viel später Altersdemenz und zerschnitt Scheckkarten und Bargeld..
..und wurde von zwei seiner Söhne ausgenommen, wo sich die Gelegenheit dazu ergab.
Mein Vater betrachtete das mit Argwohn, Frankfurt war damals weit weg von unserem Dorf im Taunus.
Geld hat meinen Vater immer beeindruckt, auch wenn er - durch die Last der fünfköpfigen Familie und der Schulden durch den Hausbau -
und dennoch antwortete er wie folgt, als ich ihn einmal nach dem Sinn des Lebens frug:
"Geld!"
Warum denn das, so antwortete ich.
"Weil jeder nett und freundlich zu mir ist, mir immer hilft.
Mit Geld kann man sich alles kaufen, was das Herz begehrt und das kann viel sein."
Ich konnte es nicht fassen, dann sprach er weiter:
".. ich habe dieses Lebensziel nicht erreicht, tut mir leid!"
Die Familie ist dennoch sehr früh jedes Jahr in Urlaub gefahren,
wir hatten das 3. Telefon und das 3. Auto im Dorf und den 3. Fernseher.
Der Aufschwung begann und jeder trat in die Pedalen, es ging immer besser im Land.
Bis zu den 1990iger Jahren, wo es überall langsam wieder bergab lief,
dann kam die "Wiedervereinigung" und der neue lange Aderlaß, der bis heute anhält.
Es folgten die wilden Zuwanderungswellen und der nächste Aderlaß kam über die "Werktätigen"
Ich will damit nur sagen, daß ich weiß was sparen heißt und was es bedeutet,
die berufliche Leiter nicht hoch genug gestiegen zu sein:
Verzicht ist im sogenannten "mittleren Dienst" an der Tagesordnung,
besonders mit einem einzigen Familien - Einkommen.
(Meine Frau hat gerne auf ihre Karriere als Erzieherin verzichtet,
obwohl sie eigentlich die Schullaufbahn einschlagen wollte.
Die Erziehung unserer beiden Kinder sollte kein Zufallsprodukt sein)
Ich bin vom "Verwendungsaufstieg" abgekommen, der mich längere Zeit abgehalten hätte -
mir war schon immer jede Minute bei der Familie das Wichtigste.
(Heute sind wir über 47 Jahre verheiratet)
Lange Rede, kurzer Sinn:
Wir sind nicht neidisch auf das Geld oder den beruflichen Erfolg,
wundern uns jedoch ab und an über die Protzerei um uns herum
und finden, daß einige Leute ruhig wieder auf den Boden zurück kommen könnten..
..für viele scheint Geld tatsächlich das wichtigste Lebensziel zu sein!

Genug des Hintergrundes, nun geht es ein ganzes Jahr lang mit dem Thema "Wohlstandskrise" weiter,
nicht ganz ohne Schadenfreude, wenn ich ehrlich bin:

Viele Leute geben Geld aus, was sie nicht haben,
um Dinge zu kaufen, die sie eher nicht brauchen,
um damit anderen Menschen zu imponieren, die sie eigentlich nicht mögen..

Wie auch immer, diese Wirtschaftkrise wird durch politische und besonders durch korruptive Wirtschaftsinteressen,
die ein Faß ohne Boden sind, ausgelöst.
Ein Börsen "Guru" sagte mal sehr treffend:
"Gier fressen Seele auf"
Parasitäre Seilschaften haben sich gebildet und vom Leben ahnungslose Akademiker lenken die Geschicke.
Man plantscht -im Namen des Volkes- mit dem Geld und verschenkt dieses ins Ausland,
was mühsam erwirtschaftet worden war.
Der Hintergrund ist, daß unser Land in der europ. Gemeinschaft nicht so wohlhabend sein darf,
sonst zahlen wir für alle Pleitestaaten mit!
(Das sagt aber keiner offen)
Das erhöht allerorten die Abgabenlast für alle ..
..und bringt eine "Blase" nach der anderen zum platzen.
Aber schaun' wir mal, vielleicht wird es nicht so schlimm wie gedacht:
(Bei der Recherche nach dem Kölner Spruch habe ich 5x seltsame Dinge "akzeptieren" müssen,
was eine Menge Mist im Browser hinterließ, die gelöscht werden mußten)

Das soll als Vorwort genügen.



Der Schluss - Akkord - Kritiküberdruß

Mir fällt seit langer Zeit auf, daß wir im Web und auch im täglichen Leben miteinander einen Kritik - Überdruß oder Überfluß erleiden, ohne uns dessen so richtig bewußt zu sein.

Wie kommt das?
Ich würde sagen, daß sehr viele Leute "auf hohem Niveau jammern" und eigentlich zu viel Geld zu haben scheinen. Es wird nur auf denjenigen geschaut, der mehr hat und das macht unzufrieden - die gesteigerte Form davon ist die Flucht in die Kritik, wo man buchstäblich das Haar in der Suppe des anderen, vermeintlich Bessergestellten sucht. Bald hat man diese Form der Kritik verinnerlicht und trägt dann diese ablehnende Dauerhaltung optisch sichbar zur Schau:
Herunter hängende Mundwinkel.
Den Leuten geht es nicht gut, obwohl es ihnen gut geht.
So eine Art Pseudo-Armut, die nur den Reichtum als erstrebenswerte Linie ansieht.

Ich sehe die "kritischen Bemerkungen" unter Presseartikeln im Web, in Social Networks, in Foren, bei Produkttests, ja sogar im Umgang miteinander: "Das stimmt schon, aber.."

Manche Bildungsriesen behaupten, daß es eine "positive Kritik" gibt- was ich für ausgemachten Blödsinn halte: Kritik ist - im Gegensatz zu einem Lob - IMMER negativ.
Gerade hier sehe ich deutlich, wie sehr die Problematik "Kritiküberdruß" in der Gesellschaft als " ganz normal " angekommen oder aufgenommen worden ist. Wie eine Grippe greift diese negative Grundstimmung um sich und kann schlimmstenfalls bis zum Selbstmordgedanken führen, wenn kein zustimmendes Feedback zu dieser oder jener Kritik ist - oder gar das Gegenteil davon zurück schlägt. Der Betreffende (Kritiker) wäre somit ausgegrenzt.
Auf dieser Schiene arbeiten ökologische Parteien und auch rechtsaußen stehende "populistische" Parteien gleichermaßen.
(Anmerkung: Die Verbaliniurie, daß das Volk "populistisch", d.h. zu "rechts" tendiere, halte ich für eine typisch "linke" Unterstellung; für Kommunisten ist eine "linientreue" Grundeinstellung ein Muß - somit war dieser Bodensatz auch "konservativ" - gegen Selbstdenker zumindest. Heute sind sehr viele Studierte unter uns, viel mehr als früher - und so ist die "linke Denke" in allen Parteien eingesickert)

Skandale verkaufen sich als Meldung eben besser als positive Meldungen.

Ich möchte das einmal anhand zweier Beispiele verdeutlichen:

"Betrug beim Bio-Sprit, Millionen Motoren bald kaputt?"
gegen
"Durch neue Abgasreinigungsanlagen kann 10% Verschmutzung gespart werden"

Hier sieht man schon recht deutlich, wohin die Reise geht.
Noch deutlicher wären diese Saetze:

"Unsere Schüler werden immer dümmer, die Durchfallquote steigt!"
gegen
"Nur 1,8 % der Abiturienten fiel durch"

Selbst wenn jemand einen selbstgemachten Kuchen oder Wein geschenkt bekommt, passiert folgendes: Nichts.
Fragt man nach, wie es denn gemundet habe - kommt die Kritik: Es war schon gut, aber etwas zu süß oder etwas zu sauer oder ich mag keinen Kuchen oder mag keinen Wein.



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